Gefache, Ständerbalken, Feuchtigkeit

Hallo,
meine Frage: Die Ständerbalken außen sind saniert, nun werden die Gefache mit sog. Schäferputz verputzt. Da ich kein weißes Gefache haben möchte, hier nun die Frage, ob ich in die letzte Putzschicht Farbpigmente von Kreidezeit
einfügen kann. Mir wurde gesagt, dass die Pigmente sozusagen Wasser ziehen und Feuchtigkeit eindringen kann.
Stimmt das?
Gruß Ingrid


Ingrid Wortmann | 24.05.17

Wasser ziehen ?


Ich nehme an, es wird mit Kalkmörtel geputzt.(?) Die Pigmente werden mit in den Mörtel eingebunden und sie machen ohnehin nur einen geringen Prozentsatz aus. geschätzt 2 - 5 %. Von solch einem Phänomen habe ich bisher noch nichts gehört, das Pigmente so viel Wasser anziehen könnten, daß sie es ins Innere des Gefaches abgeben würden.
Also keine Ängste.

Weil der Putz insgesamt durchgefärbt werden soll: Um zu sehen, wie der Farbton wirkt, braucht es allerdings eine längere Trocknungszeit.
Es gibt noch viel zu tun, packen wir´s an.
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Dipl.-Restaurator (akad.) | | 25.05.17

Außenputz


"Mir wurde gesagt..."
Wer sagt so etwas?
Das mit dem "Wasser ziehen" sollte übrigens bei Sichtfachwerk nicht das Problem sein da so eine Fassade nur bei entsprechender Wetterexposition funktioniert. Bei zu hoher Schlagregenbelastung ist der Wasseraufnahmekoeffizient des Putzes nicht das Problem sondern die Fugen.
Selber Putz einzufärben empfehle ich Ihnen NICHT. Um einen gleichmäßigen Farbton hinzukriegen muß die gesamte Charge des Putzes vorher trocken durchgemischt werden, das ist logistisch bei einer Fassade in Eigenleistung kaum zu bewältigen.
Den Begriff "Schäferputz" habe ich noch nie gehört. Wie sieht der aus?
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 25.05.17

Schaefer Kalk Krusemark


ist der Putzhersteller,
ich Kenn von denen auch nur Kalk Trass Putze aber die haben allerlei Produkte.
Gutes Material soweit,aber einfärben ist Nicht nur Teuer wegen der vielen Pigmente,wohlmöglich verliert man auch die Materialgewährleistung ..
greets Flakes..
mehr Bäume Pflanzen als Bäume Fällen
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| 25.05.17

Außenputz


Falls mit "Schäferkalk" der Kalkgrundputz von Schaefer Krusemark gemeint ist dann spielt die Verschlechterung des Wasseraufnahmekoeffizienten durch Pigmentzugabe keine Rolle, der Putz hat schon w 0 und ist praktisch hydrophob da er als Innenputz deklariert ist. Außeneinsatz nur in Ausnahmefällen, nicht nur wegen der Wasseraufnahme sondern auch wegen der Grundfestigkeit von 1,8 N/mm². Pigmentzusätze können die Festigkeit noch herabsetzen. Bei Frost-Tauwechseln kann das zu verheerenden Schäden führen.
Wählen Sie ein anderes, auf den (unbekannten) Untergrund und die Bewitterung abgestimmtes Putzsystem.
Die Ständer sind nicht ohne Grund verfault.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 25.05.17


also erstmal vielen Dank für die Antworten. Bin jedes Mal überrascht, dass man so schnell Tipps bekommen kann.
Der sog. Schäferputz 550/450 ist von Conluto und ein Trasskalk. Durch die unterschiedlichen Meinungen hierzu, bin ich allerdings auch nicht viel schlauer und werde wohl den Rat des Maurers befolgen, der mir riet die Gefache zunächst zu grundieren, um anschließend mit Kalkfarbe zu streichen.
Es sei denn....
Gruß Ingrid


Ingrid Wortmann | 26.05.17


also erstmal vielen Dank für die Antworten. Bin jedes Mal überrascht, dass man so schnell Tipps bekommen kann.
Der sog. Schäferputz 550/450 ist von Conluto und ein Trasskalk. Durch die unterschiedlichen Meinungen hierzu, bin ich allerdings auch nicht viel schlauer und werde wohl den Rat des Maurers befolgen, der mir riet die Gefache zunächst zu grundieren, um anschließend mit Kalkfarbe zu streichen.
Es sei denn....
Gruß Ingrid


Ingrid Wortmann | 26.05.17


Na da kommen wir der Ausgangslage ja ein Stück näher.

Die Empfehlung ihres Maurers ist doch gut. Sie haben das mit dem "Wasserziehen" vielleicht anders verstanden.

Die Putzmörtelschicht, bildet durch ihr abgestimmtes Porengefüge ein Kapillarsystem aus. Der Transport von flüssigem Wasser erfolg von der Grobpore zur Feinpore.

Da wir ja das Wasser aus dem Gefache halten wollen, soll der Aufbau von innen nach außen immer feiner im Korngerüst werden.

So wird der Eintritt beispielsweise von Schlagregen abgemildert.

Ein Anstrich mit deiner feinen Kalk-(kasein) Schlämme verbessert diese Wirkung noch einmal, gegenüber einer ungeschlämmten aber farbigen Putzschicht.

Der Kaseinzusatz wirkt etwas als "Hydrophobierung".

Um eine besondere Farbtiefe bei Edelputzen zu erreichen empfiehl es sich auch noch mit farbigen Sanden als Zuschlag zu arbeiten. Das ist nun je nach Farbwunsch (?), auch mehr oder weniger günstig machbar.

Sie sollten das einfach mal bemustern.

Bei der farblichen Gestaltung auch immer etwas daran denken, dass die Pigmente, je nach Eigenart im laufe der Zeit etwas "abpudern" und so hellere Putzflächen darunter "verschmutzen" können.

Beispiel:

Also kräftig rote Fensterumrandungen auf mild ockerfarbener Fassade, da muss man genau überlegen, damit es lange schön ist.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 26.05.17

Fassade


Hilfe, das hört sich super kompliziert an.
Ich habe jetzt eine Haftgrundierung, geeignet für innen und außen ausfindig gemacht, darauf würde dann die Kalkfarbe incl. Pigmente gestrichen. Was ist daran so kompliziert?
Klar kann die Farbe mit der Zeit verblassen, aber ....
Gruß Ingrid


Ingrid Wortmann | 26.05.17


Ja, dass mit dem "geeigneten Haftgrund" wird kompliziert. Was haben Sie den genau vor? ...

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 26.05.17

Außenputz


Dieser Putzmörtel ist noch weicher als der o.g. Kalkgrundputz, jedenfalls was die Deklaration betrifft. Das heißt noch frostempfindlicher und noch hydrophiler (habe ich in meinem letzten Beitrag falsch geschrieben).
Auch wenn ich mich wiederhole:
Putze MÜSSEN IMMER auf den Untergrund und die Wetterexposition abgestimmt werden!
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 26.05.17

Ständerbalken-Bilder aus der Bilddatenbank: