Kernsanierung Bruchsteinhaus, ohne Einhaltung der EnEV?

Hallo!

Ich stelle hier vielleicht eine dumme Frage, aber selbst finde ich keine Antwort.
Es geht um unser Bruchsteinhaus. Wir haben es komplett entkernt, nun sind wir immernoch in der Planungsphase, was daraus wird. Und das Problem ist eigentlich... dass wir keine EnEv einhalten wollen. Warum ein Bruchsteinhaus (Wände; 50cm, 200 Jahre und älter) so stark dämmen
a) nicht wirtschaftlich
b) unabsehbare Folgen für das Haus (habe keine Erfahrungsberichte, Langzeitstatistiken finden können)
c) warum nicht so viel wie nötig, so wenig wie möglich?

Im Grunde möchte ich nur wissen, ob es abgesehen vom Denkmalschutz und Ferienhaus andere Regelungen für derartige Gebäude gibt.

Wir wollen da "einfach" leben.

Unser Architekt kann sich nicht ganz durchringen, eine Meinung zu haben, findet es gut, aber bisher haben wir alle keine Lösung für das Probelm.

Zur Info.
Dachstuhl muss wahrscheinlich kompeltt erneuert werden, der Boden muss neu gegossen werden, im Grunde stehen nur noch die Aussenwände ... alles Andere ist Roh. Anbauten (22m²) sollen das kleine Schloss (40m²) komplementieren.
Wahrlich ein kleines Haus...

Ich wäre Ihnen sehr dankbar über vergleichbare Gedanken und Anregungen.Grundsätzlich nochmals die Frage; kann man die EnEV umgehen?
Planung ist Vorbeugung
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| 25.09.12

Hier immer wieder mal beschrieben, ...


... dass die EnEv nur durchgeführt werden muss, wenn dies wirtschaftlich zu vertreten ist. Sonst gibt es die Möglichkeit der Befreiung.

Konrad Fischer hat das meines Wissens federführend immer wieder als Möglichkeit aufgezeigt.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de
lehm lassn und lehm - Naturfarben und Baubiologie
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Natural Naturfarben Shop | | 25.09.12

Kernsanierung


Ist es ein Ferienhaus? Dann sind Sie nicht verpflichtet, die Voirgaben der EnEv einzuhalten. Ansonsten gilt das Gebot der Wirtschaftlichkeit: Die Maßnahme soll sich innerhalb von 10 Jahren amortisieren, was meistens nicht der Fall ist.

Beantragen Sie eine Befreiung von der EnEv aus diesen Gründen. Eventuell ist eine moderate mineralische Innendämmung angemessen, um das Raum- und Wohnklima zu verbessern (Behaglichkeit / höhere Temperatur der Wandoberfläche innen / Entschärfung von Wärmebrücken), die allerdings lückenlos bis in´s Dach erfolgen muss. Bleibt das Bruchsteinhaus außen steinsichtig, muß auf ausreichenden Schlagregenschutz geachtet werden (sorgfältige Verfugung)

Das Dach erneuern Sie ja und können sich dabei problemlos und ohne großen Mehraufwand an der EnEv orientieren, was auch durchaus sinnvoll ist. Desgleichen bei der Bodenplatte.
... den Dingen auf den Grund gehen ...
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pickartz architektur | | 25.09.12

Es gibt lt. EnEV...


... gewisse "Vereinfachungen" bei kleinen Wohngebäuden unter 50qm Nutzfläche... also aus dem Haupthaus und dem Anbau 2 Projekte machen...

Desweiteren gilt, wie schon erwähnt, das Gebot der Wirtschaftlichkeit mit dem Richtwert 10 Jahre...

Schlussendlich bleibt festzuhalten, dass in der Praxis kein Hahn nach EnEv kräht, es sei denn, das Fördergelder beansprucht werden...

LG & Gutes Gelingen,
Sebastian Hausleithner
Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart.
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| 26.09.12

Strahlungsheizung ...


... eröffnet einen Weg, bei bestehenden Gebäuden die Anforderungen der EnEv nicht unbedingt erfüllen zu müssen.

Der Fall, in dem keine Pflicht zur Dämmung besteht, kann dann gegeben sein, wenn das Gebäude ausschließlich über Strahlungsheizungen beheizt wird.
Dies ist zum Beispiel mittels s. g. Hell- oder Dunkelstrahler aber auch Heizleisten möglich - womit wir wieder bei einem meiner Lieblingsthemen wären.
Die Besonderheit dieser Stahlungsheizungen liegt darin, dass die Raumlufttemperatur niedriger ist als die empfundene Temperatur.
Die Temperaturdifferenz beträgt erfahrungsgemäß etwa 3 °C. Die Nutzung der Gebäude ist ohne Einschränkungen möglich. Im Vergleich mit Gebäuden, in denen die Raumlufttemperatur höher ist als die Temperatur der Wände, Decken und Böden, bieten strahlungsbeheizte Räume zusätzlich den Vorteil einer höheren Behaglichkeit.
Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass Innen-Lufttemperaturen von mindestens 19 °C nicht erreicht werden und somit ein wesentliches Kriterium, auf das sich die EnEV stützt, nicht erfüllt ist.
Anmerkung: Diese Argumentation stützt sich auf eine Auslegung der Fachkommission Bautechnik der Bauministerkonferenz, veröffentlicht im 5. Teil der Auslegungsfragen zur Energieeinsparung, beschlossen am 09. März 2004.

Die 19 °C-Grenze der EnEV findet sich noch in der Tabelle 1 der Anlage 3 (zu den §§ 8 und 9) - Anforderungen bei Änderung von Außenbauteilen und bei Errichtung kleiner Gebäude; Randbedingungen und Maßgaben für die Bewertung bestehender Wohngebäude.
Von daher kann sich eigentlich jeder freuen, der ein altes Haus hat ...

Hinweis: Mehr zum Thema "Heizleisten" kann man - wenn man möchte - hier erfahren:
http://www.meisinger-ingenieurleistungen.de/index.php/bauberatung/47-hd

Wer also ausschließlich auf Strahlungswärme setzt, braucht m. E. beim Verzicht auf Dämmmaßnahmen noch nicht einmal eine Genehmigung auf Abweichung von der EnEV. - Zumindest trifft dies zu, so lange die derzeitig gültige EnEV in Kraft ist.


Für den Fall, dass der m. E. recht einfache Weg über eine Strahlungsheizung nicht gegangen werden soll, ließe sich eine Befreiung von den Vorgaben der EnEV u. U. über das Wirtschaftlichkeitsgebot, das in der EnEV verankert ist, erreichen.
Dies ist allerdings ein Verfahren, dass relativ viel planerischen / gutachterlichen Aufwand erfordert sowie i. d. R. gute Nerven und u. U. einen langen Atem des Antragstellers verlangt. - Und eine Garantie auf Erfolg gibt es nicht!
Von daher kann es passieren, dass alle Investitionen in Planer, Gutachter sowie das Verfahren an sich "in den Sand gesetzt" werden.


Die Widmung als Ferienhaus sehe ich auch eher kritisch.
Fangen wir mal mit dem bauplanungsrechtlichen an:
Entscheidend wäre, dass die Nutzung "Ferienhaus" im jeweiligen Baugebiet bauplanungsrechtlich regulär oder ausnahmsweise zulässig ist. Bei Wohngebieten z. B. kann es sich um "Reine Wohngebiete", "Allgemeine Wohngebiete" und sogenannte "Besondere Wohngebiete" handeln. - In "Reinen Wohngebieten" sind "kleine Betriebe des Beherbergungsgewerbes", in "Allgemeinen Wohngebieten" "Betriebe des Beherbergungsgewerbes" nur ausnahmsweise zulässig. In "Besonderen Wohngebieten" sind "Betriebe des Beherbergungsgewerbes" dagegen grundsätzlich zulässig. Dies gilt auch für "Dorfgebiete" und "Mischgebiete", die gerade im ländlichen Raum recht häufig ausgewiesen sind. Was die Art der Ausweisung betrifft, geben Flächennutzungs- oder Bebauungspläne - sofern sie denn für das in Betracht kommende Gebiet vorliegen - Auskunft.
Kommen wir nun zum bauordnungsrechtlichen / EneEV-bezogenen: Ich gehe mal davon aus, dass die unter 4 Monaten im Jahr liegende Nutzung des Objektes im Fall des Falles nicht nur plausibel und glaubhaft dargelegt, sondern auch - in etwa analog der Führung eines Fahrtenbuches - ordnungsgemäß belegt werden muss.
Damit wären wir beim finanzrechtlichen angelangt: Eine von Vornherein nur auf eine viermonatige Belegung angelegte Vermietung könnte vom Finanzamt dahingehend interpretiert werden, dass mit dem Geschäft, nämlich der Vermietung, kein Gewinn erzielt werden soll. Damit hätte man ein gewisses Problem - wenn Sie verstehen, was ich meine ;-)

Abgesehen bzw. unabhängig von den v. g. Ausführungen würde ich dazu raten, wenn möglich bzw. bauphysikalisch vertretbar, Dämmungen (z. B. des Daches und des Bodens) gem. den Anforderungen der EnEV zu realisieren.

Gutes Gelingen
so ursprünglich wie möglich, so zeitgemäß wie nötig
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Meisinger Ingenieurleistungen | | 26.09.12

Ich halte Heizleisten für untauglich,


Ihr Projekt zu realisieren. Sie haben so ziemlich den geringsmöglichen Strahlungsanteil nach der Warmluftheizung.

Die "Auslegung" einer Fachkommission aus dem Jahre 2004 dahingehend, daß beim Betrieb von Heizleisten die EnEv nicht einzuhalten sei, ist äußerst... mutig.

Sie sollten über eine funktionierende Flächenheizung nachdenken. Das kann über Wand, Fußboden oder Decke erfolgen und sollte eine moderate kapillaraktive Innendämmung beeinhalten, wenn Sie an der Fassade nichts machen wollen.

Der Gedankengang jedenfalls: Ich habe 50cm dicke Wände, also muß ich nicht dämmen, ist m.E. falsch. Ich wohne selber in 50cm Sandstein, und empfinde die Wände als regelrecht "wärmesaugend", nicht aber speichernd. Auch in unserem Testraum mit Heizleisten.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
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Restauratio GmbH | | 26.09.12


m.W. gibt es in der EnEv einen Absatz, der besagt, dass die Verordnung für denkmalgeschützte Gebäude nicht anzuwenden ist.

Wie schon erwähnt, machen Kredit- und Fördermittelgeber der öffentlichen Hand die Erzielung eines bestimmten Energiestandards zur Bedingung für die Vergabe von Geldern. Ob es bei denen Ausnahmen wg. Denkmalschutz gibt, wird man im Einzelfall ausloten müssen.

Ungedämmtes Massivmauerwerk wird im Winter innen relativ kalt und bildet somit immer einen Ausgangspunkt für Schimmel. Außerdem führt das zu größeren Heizungsluftbewegungen in den Räumen. Je nach Größe der Räume bzw. dem Anteil kalter Wände an den Hüllflächen eines Raumes kommt das mehr oder weniger zum Tragen.

Es gibt einige Ansätze, durch eine geschickte Konstruktion der Heizung kalten Außenwänden gezielt Wärme zu zu führen.

Einer davon ist die bereits genannte Fussleistenheizung.

Falls in Ihrem Fall die Räume nicht so sehr hoch sind, könnte es ausreichen die Vor- und Rücklaufleitungen der Standard-Wasserheizung konsequent entlang aller Außenwände zu verlegen. Dabei sollte man dann auch Bereiche und Ecken mit abdecken, in denen eigentlich kein Heizkörper mehr kommt. Das erzwingt einen Mindestabstand für Möbel und bringt so viel Wärme an die Wand, dass es zumindest nicht zu Schimmel kommt.
Ich wollte nie ein eigenes Haus...
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| 26.09.12


@T.W.Böhme

Habe gerade einmal 500mm Sandstein mit 15mm Kalkputz auf der Innenseite bei U-Wert.net mit den dortigen Standardwerten eingegeben.

Der Sandstein ist dort mit einer deutlich größeren Wärmeleitfähigkeit als z.B. ein Ziegelstein angegeben, was zu einer Wandinnentemperatur von ca. 10 Grad bei -15 Außentemperatur führt.

Falls das tatsächlich so passt, dann revidiere ich meinen vorhergehenden Beitrag dahingehend, dass das günstige Verlegen der Heizungsrohre derart kalten Wänden ausreichend Wärme zuführen kann. Auch Fussleistenheizungen wird man für solche Wände so stark dimensionieren müssen, dass sie als Warmluftheizung deutlich spürbar werden.
Ich wollte nie ein eigenes Haus...
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| 26.09.12

Das ist...


...doch aber sinnlos:

Da bekommen diese Behelfslösungen (und etwas anderes sind Fußleistenheizungen nicht) eine Höhe bis zum Knie, und stellen die gesamte Außenwand in diesem Bereich zu. Und das alles nur für warme Luft.

Im Zuge einer Kernsanierung wird eh der Innenputz angefasst werden. Was steht also dagegen, eine Holzweichfaserplatte 50mm in Lehm anzusetzen, darauf die wassergeführte Wandheizung zu bringen und mit Lehm zu verputzen? Der Taupunkt ganz gewiss nicht. Und die Räume sind völlig variabel einrichtbar, ohne sonderbare Kästen im unteren Wandbereich.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
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Restauratio GmbH | | 26.09.12

Genau


das wollte ich damit gesagt haben. Soll heißen, bei derart gut wärmeleitfähigem Wandbaustoff kann man m.E. die alternativen Wand-Temperierlösungen vergessen. D.h. man wird selbst bei moderaten Ansprüchen kaum um eine Dämmung herumkommen.
Ob man dann gleich wieder Dämmung und Flächenheizung kombinieren muss, ist sicher Ansichtssache bwz. sollte man von der Art der Wärmequelle abhängig machen.
Ich wollte nie ein eigenes Haus...
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| 26.09.12

@ Erwin


Es gibt (leider) keinenen § der EnEV, der Baudenkmale generell von den Anforderungen der Verordnung freistellt.

Der einzigen Vorzug, den Baudenkmale genießen, ergibt sich aus § 16 Abs. 4. Danach müssen für Baudenkmale keine Energieausweise ausgestellt werden.

Eine Erleichterung ist jedoch für Fachwerkhäuser vorgesehen, wenn sie in Sichtfachwerkbauweise errichtet sind, der Schlagregenbeanspruchungsgruppe I nach DIN 4108-3:2001-06 zuzuordnen sind sowie in besonders geschützten lagen liegen.
Soforn an derartig definierten Gebäuden Außenwände ersetzt oder erstmalig eingebaut werden, Dämmschichten in / an Außenwänden eingebaut werden oder der Außenputz erneuert wird, darf ein Wärmedurchgangskoeffizient des entstehenden Wandaufbaus von 0,84 W/m²K als oberer Grenzwert angesetzt werden. - Ansonsten dürfen 0,24 W/m²K nicht überschritten werden.

Das war's dann aber auch schon.
so ursprünglich wie möglich, so zeitgemäß wie nötig
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Meisinger Ingenieurleistungen | | 26.09.12

Es ufert aus...


... bevor jetzt wieder Großeschmidt und Fischer 'reingenommen werden, bitte back on topic...

Streng genommen lautet die Antwort NEIN, es gibt keine "legale" Möglichkeit die EnEv für ein dauergenutztes Wohngebäude zu umgehen, außer der Geschichte mit dem Wirtschaftlichkeitsprinzip...

Eine gewisse Dämmung, auch wenn sie rechnerisch nicht EnEV-konform ist, macht durchaus Sinn... unabhängig vom Heizungssystem...

Es geht um ein 40qm Häuschen mit Anbau, das ist 'ne Wohnküche mit Bad und Schlafzimmer, also mal die Kirche im Dorf lassen...

Dachstuhl neu --> Zwischensparrendämmung, rein was geht...
Bodenplatte neu --> Dämmung unter Estrich...
Wand-Innendämmung --> Überlegung wert... evtl. Platzproblem(?)...

Heizung? --> klären...

Wie schon geschrieben: In der Praxis interessiert die Einhaltung der EnEV niemanden, wenn keine Fördergelder fließen...

Gutes Gelingen,
Sebastian Hausleithner
Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart.
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| 26.09.12

@ Sebastian Hausleithner


So leid es mir tut, aber Ihrem Vortrag, "es gibt keine "legale" Möglichkeit die EnEv für ein dauergenutztes Wohngebäude zu umgehen", muss ich widersprechen.

Wie gesagt greift bei Baumaßnahmen an / in bestehenden Wohngebäuden die EnEV nur, wenn die (durchschnittliche) Raumlufttemperatur 19 °C bzw. darüber beträgt.
Wenn also keine 19 °C erreicht werden, was bei Strahlungswärmeheizungen kein Problem ist, braucht man sich an die Höchstwerte gem. Tabelle 1 in Anhang 3 nicht zu halten.
so ursprünglich wie möglich, so zeitgemäß wie nötig
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Meisinger Ingenieurleistungen | | 26.09.12

Diese Einschätzung...


... ist m.E. außerordentlich interpretationsgeprägt...

Was passiert denn nun, wenn die Bewohner die 18,9° trotz "Strahlungsheizung" eben nicht als "behaglich" empfinden?...
Was ist überhaupt eine Strahlungsheizung?...
Was ist, wenn der "Strahler" (Kachelofen, Flächenheizung, Leisten, Temperierung) einfach die Luft über 19° erwärmt?...
Was ist, wenn die Bewohner einer "Konvektionsheizung" sich mit 18,9° zufrieden geben?...

Ich halte das Argument für sehr schwach...

Ist aber auch wieder offtopic...

LG, sh
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| 26.09.12


@A.Meisinger

Sie könnten mir in der Praxis tatsächlich einen typischen Wohnraum vorführen, in dem die Lufttemperatur 17 Grad ist und der auch von fröstelnden Zeitgenossen als warm bezeichnet wird?

Bringt man Strahlungsenergie in einen eher dichten Wohnraum, dann wird sich nach den Bauteilen auch die Luft erwärmen. Ganz abgesehen davon, dass mir keine wohnraumtauglichen Heizungen bekannt sind, die nicht den überwiegenden Teil der Energie per Konvektion an die Raumluft abgeben.

Die Lufttemperatur oberhalb einer Fußleistenheizung dürfte im Mittel deutlich über 19 Grad liegen.
Gibt es eine Festlegung, wie und wo die Lufttemperatur eines Raumes zu messen ist?
Ich wollte nie ein eigenes Haus...
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| 26.09.12

Jetzt mal Butter bei die Fische:


Selbst bei aller Verblendung durch die der Greenwashing-Argumente der Politiker sollte es inzwischen ja wohl bis zum Letzten Bauherrn durchgedrungen sein, dass die EnEv mitnichten unser Klima im Sinn hat, geschweige denn Hausbesitzern zum Sparen verhelfen will, sondern nur und ausschließlich eine Konjunkturfördermaßnahme ist.

Warum wohl wird die Einhaltung der EnEV nicht kontrolliert, werden entsprechende "Vergehen" nicht geahndet? Weil nämlich die allererste Klage eines Hausbesitzers den ganzen EnEV-Karren locker an die Wand fahren würde.

Also, meine Damen und Herren Experten, lassen Sie doch diese Scheingefechte draußen vor und erklären dem TE lieber, wie er seine Eifelhütte wirklich effektiv und im Kostenrahmen warm bekommt, ohne dass sie ihm hinter den Dämmschichten wegfault. Oder lassen Sie es einfach sein.

Grauwacke ist auch eine Art Sandstein, aber in den ganzen Natursteinhäusern, die ich im Venn und auf dem Hochplateau der blauen Ardennen kennengelernt habe, reichte Strahlungswärme im Innenraum (Grundofen) um die Bude warm zu bekommen, Auch wenn man auf der Eckbank direkt vor der Außenwand sitzt.

@Malmedy: Lass Dir doch einfach mal von den bekannten Herstellern der Fußleistenheizung ein Angebot rechnen; auch wenn ich bei meinem Haus aus bestimmten Gründen eine Wandheizung gewählt habe, würde ich es bei so einem Bruchsteinhaus bestimmt nicht machen, sondern auf Fußleistenheizung, evtl. unterstützt durch einen Holzofen, setzen.
Wir müssen uns Sisyphus als einen glücklichen Menschen vorstellen.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 26.09.12


Hatte mir auch Material zu Fußleistenheizungen kommen lassen. Habe kein einziges Beispiel gefunden, bei dem das für ein Gebäude mit erhöhtem Energiebedarf gemacht wurde.

In einem kleinen Haus zum ganzjährigen Wohnen in D wird man eher viele Möbel stellen wollen. Da könnten die Fußleisten stören und ein Grundofen wird viele Ecken hinter Möbeln nicht erreichen oder kann eine kleinteilige Raumaufteilung gar nicht beheizen.

Bei dem kleinen Haus wird sich aus irgend welchen Energieeinsparungen nichts herausrechnen lassen. Ziel kann es eigentlich nur sein, für ein angenehmes Wohnklima zu sorgen. Zum Sandsteinmauerwerk würde mir am ehesten die von Herrn Pickartz genannte mineralische Innendämmung passen.
Ich wollte nie ein eigenes Haus...
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 26.09.12

Vorsicht ...


... bei Innendämmungen jeglicher Art.

Ich persönlich würde eine Sockeltemperierung / Heizleistenheizung vorziehen.

Bei der Wahl eines von der Betriebsweise und der Konstruktion her geeigneten Heizleistensystems lassen sich Möbel problemlos auch vor mit Heizleisten bestückte Wände stellen - und zwar bis direkt an die Vorderkante der Heizleiste heran!

Haben Sie sich auch Unterlagen, besser noch ein Angebot von der SanDomus GmbH aus Murnau schicken lassen? - Wenn nicht, kann ich Ihnen dies nur empfehlen!
Hier der Link: http://www.sandomus-gmbh.de/
so ursprünglich wie möglich, so zeitgemäß wie nötig
Mitglied der Fachwerk.de Community
Meisinger Ingenieurleistungen | | 26.09.12

@ Frau Meisinger


"Wenn also keine 19 °C erreicht werden, was bei Strahlungswärmeheizungen kein Problem ist..."

Da Sie irrigerweise Heizleisten als Strahlungsheizungen betrachten, muß sich ja obiger Satz auf Heizleisten beziehen können. Geht aber gar nicht:

HL heizen Räume durch bewegte warme Luft. Im Niedertemperaturbereich funktionieren Sie allenfalls in einem äußerst passivem Passivhaus. Im Altbau auf jeden Fall aber mit recht hohen Vorlauftemperaturen. Da kommt also Luft 'raus, die wärmer als 19 Grad sein muß. Und da die Wände immer kälter sein werden als die sie erwärmende Luft, können Sie mit obiger Begründung keinen einzigen Wohnraum von der EnEv "befreien". Dieser Versuch könnte aber im extremsten Fall unangenehme Folgen für Planer und/oder Bauherr haben.

Ihr obiger Satz trifft auch auf echte Strahlungsheizungen nicht zu. Letztlich erwärmt sich indirekt auch bei Strahlungsheizungen die Luft, und die 19 Grad sind nahezu überall schnell erreicht und werden dann auch gehalten.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
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Restauratio GmbH | | 26.09.12

@ Thomas W. Böhme


Ich weiß zwar nicht, wie intensiv Sie sich mit der Konstruktion und Wirkungsweise von Heizleistenheizungen beschäftigt und welche Erfahrungen Sie gemacht haben, aber das von Ihnen dazu Ausgeführte steht für mich fernab jeglicher Realität.

Bevor Sie hier deratigen Unsinn verbreiten, sollten Sie sich vielleicht doch etwas tiefer in die Materie einarbeiten.
so ursprünglich wie möglich, so zeitgemäß wie nötig
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Meisinger Ingenieurleistungen | | 26.09.12

In Anbetracht der ...


... doch recht kontroversen Diskussion um das Thema "Strahlungsheizung" im Allgemeinen und Besonderen möchte ich allen Interessierten einen schon etwas älteren aber zumindest fachlich immer noch aktuellen Beitrag von Herrn Alfred Eisenschink zum Studieren ans Herz legen.

Zu finden ist er über die Website der sancal Heiztechnik GmbH:
http://www.sancal.de/

Dort auf "Aktuelle Seite" klicken.
Auf der aktuellen Seite findet sich ein Link auf die alten Seiten von Herrn Eisenschink "HIER geht's ...".
Dort angekommen, die Folge 33 - Die Physik der sancal Heiztechnik anwählen.
so ursprünglich wie möglich, so zeitgemäß wie nötig
Mitglied der Fachwerk.de Community
Meisinger Ingenieurleistungen | | 26.09.12

einmal mehr Infos... zum Gebäude


Hallo!

Ich danke Ihnen für diese interessanten Beiträge...

@De Meinweg; danke... das Sie das Wort ergriffen haben, ich bin kein Fachmann.

Aber eines sollte ich nun doch erwähnen:

Es ist ein Grundofen geplant, zentral im Minihaus stehend, mit Wandheizung im Anbau, sowie eine Bodeheizung im Bad (muss nicht erwähnt werden, dass es nur 4m² wird) es wird nur Einbaumöbel geben, die Wände werden von Innen mit Sichtbruchstein belassen, dabei muss ich sagen, dass das Haus von Außen sehr wohl leicht gedämmt werden soll. Mit einer Lehmstroh Mischung, an einen ausreichend großen Dachüberstand wurde bereits gedacht.Ist eine Idee... die wir dem Haus entsprechend finden.

Zudem sollte ich erwähnen, dass unter der neuen Bodenplatte auch Dämmung vorhanden sein wird, ggf. Schaumglasschotter... darüber ein Flagstone - Belag in Beton.
Das Dach, tja, bei solch einem kleinen Haus sind die Details enorm wichtig. Daher möchten wir auf die rauhe Schalung und die Balken blicken. Aufsparrendämmung; aber die Kernfrage lautet wohl eher.... was passt? Von Holzfaser kann ich leider nicht viel berichten.. Und im Ernst, auf einem Flagstoneboden stehend, Bruchsteinwände sehend und dann in ein Dach schauen, welches mit Rigips verkleidet ist ... das passt doch nicht.

Aber Themawechsel, kennt jemand möglicherweise einen Lehm - Ofenbauer im Raum Aachen?

Innenwanddämmung fällt nun flach, neue Fenster müssen zwangsläufig auch rein (jetzt= Einfachverglasung).


Und für die Skeptiker unter Ihnen. Ein solch kleines Haus wird durch eine riesig große überdachte Terrasse ausgeglichen. Wohnen und das dauerhaft. Ja, bitte.

Geschmackssache.
Planung ist Vorbeugung
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 26.09.12

Sorry,


die Märchen von Papa Eisenschinck überfordern meine Glaubenskraft bei weitem. Und, liebe Frau Meisinger, Sie dürfen gern konkret werden statt zu polemisieren. Was genau war falsch an meinem letzten Posting?

Aber bitte nicht mit Eisenschick kommen. Das ist Heizungsmystik.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 26.09.12

Heizleisten


sind Konvektoren und keine Strahlungsheizung; auch wenn Eisenschink das Gegenteil behauptet.
Ich habe den von Frau Meisinger zitierten Artikel gelesen und mich auch auf seiner Website umgesehen, es hat mich nicht überzeugt.
Den Ausführungen von Thomas W. Böhme schließe ich mit an.
Bis die Tage
Paul
Geht nicht gibt's nicht!
Mitglied der Fachwerk.de Community
ESZTERMANN HAUSTECHNIK – Energieberater | | 26.09.12

Muss es jedesmal…


… so ausarten, wenn Wandheizungen ins Spiel kommen?

Betreiben denn diejenigen, bei denen es zufriedenstellend funktioniert, alle nur Selbstbetrug? Oder ruinieren sie sich finanziell, weil zwar in der Anschaffung billige Heizungen haben, die aber wegen der nicht möglichen Nachtabsenkung im Betrieb exorbitant teuer sind? Und was ist mit den USA, wo Wandheizungen sich einer sehr großen Verbreitung erfreuen?

Ob Opa Eisenschink einen an der Mütze hat, interessiert doch gar nicht; ich habe das Beharren auf Axialsatz in seinem Buch mit Befremden zur kenntnis genommen, aber immerhin ist der gute Mann von seinen Entscheidungen überzeugt. Die Berechnungen im Angebot scheinen grünlich und durchdacht zu sein, da habe ich von konventionellen Heizungsfirmen aber schon ganz anderes erlebt.

Wenn in diesem Fall die Heizleisten nur der Unterstützung des Grundofens dienen sollen, kann man doch nicht viel verkehrt machen. Ich würde mir das ruhig mal mit den Leistungsdaten des Ofens ausrechnen lassen.

Für die Aufsparrendämmung würde ich vielleicht mal im benachbarten Ausland nachfragen. Ich habe insbesondere in Belgien balkensichtige Dächer in behaglichen-rustikalen Häusern gesehen, für die man in DIN… sorry Deutschland wohl kaum Befürworter finden wird, die aber trotzdem funktionieren. Sehr schön gemacht z.B. im Beginenhof in Tongeren, aber auch sonst überall zwischen Eupen und Spa.
Wir müssen uns Sisyphus als einen glücklichen Menschen vorstellen.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 26.09.12

Was genau...


...artet denn hier aus? Das sähe doch wohl anders aus.

Es es hilft freilich nicht sonderlich, wenn bei etwas Gegenwind gleich eingeschnappt wird.

Im Übrigen kenne ich niemanden, bei dem sowas zufriedenstellend funktioniert. Bei mir ist das Resultat enttäuschend. Habe freilich weiter oben schon eingeräumt, daß die Dinger sicher im sehr gut gedämmten Haus verwendet werden können. Da sind sie nur hässlich, nicht auch noch (wie vor einer Bruchsteinwand) fehl am Platze. Aber ein gut gedämmtes Passivhaus bekommt man auch mit einem Bügeleisen warm :-)

Warum wohl fassen Heizungsbauer die Teile nur mit spitzen Fingern an? Amerika? Möglicherweise in Texas, das Land ist groß.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 27.09.12


Der durchschnittliche Heizungsbauer fasst meinen jüngsten Erfahrungen nach alles mit spitzen Fingern an, was nicht seinem gewohnten Standard entspricht.

Fußleistenheizungen sind für sich gesehen, ganz offensichtlich reine Konvektionsheizungen, denn die heißen Bauteile, die Strahlen könnten, sind mit Holz zugebaut. Intention scheint mit doch eher zu sein, dass es darum geht, die Konvektionsluft großflächig der Gesamtheit der Außenwände zuzuführen, um an diesen eine Temperierung zu bewirken. Ich vermeide hier bewusst den Begriff Heizung, denn darunter fallen für mich nur Bauteile die mehr Strahlungsenergie abgeben als sie aufnehmen. Eine per Fußleistenheizungskonvektionsluft temperierte Wand (vielleicht im Mittel ca. 20 Grad) wirkt sich günstig auf das Strahlungsgefüge des Raumes aus, indem die Strahlungsverluste durch diese Wand reduziert werden. Insgesamt wäre den Verfechtern der Fußleistenheizung also mehr eine Argumentation in Richtung Hüllflächentemperierung zu empfehlen.
Da die Temperierung mit Luft erfolgt, geht allerdings nur wenig Wärme an die Wand über, so dass es viele Wandkonstruktionen geben wird, denen man auf diese Art nicht so viel Wärme zuführen kann, dass der gewünschte Temperiereffekt erreicht wird. Größere Konvektoren bewirken dann auch nur, dass der Raum mittels Warmluft geheizt wird. Den Wärmeübergang an die Wand kann man im wesentlichen nur über die Temperatur der Luft vergrößern. Der maximal möglichen Lufttemperatur setzen die hierzulande üblichen Heizungssysteme enge Grenzen.

So passt vielleicht auch das USA Bild wieder. Eine elektrische Fußleistenheizung kann sehr viel heißere Luft erzeugen und eine Innenwand aus einem Leichtbaustoff wird bei weniger Energiezufuhr eine höhere Temperatur erreichen.

Insgesamt hat uns der Threadstarter aber in die falsche Richtung gelockt. Mit der Möglichkeit einer Außendämmung kann er ohne weitere Maßnahmen dafür sorgen, dass die Innenwandtemperatur in einen angenehmen Bereich kommt.
Bei entsprechend großzügiger Raumgestaltung, einem Steinfußboden, den Natursteinwänden und der evtl. offenen Decke bis in den Spitzboden würde sich vielleicht am besten eine Fußbodenheizung eignen.

@Threadstarter
Insgesamt erscheint mir das alles nicht sehr schlüssig, was sie da vortragen. Was erwarten sie von einer Außenfassade aus Lehm und Stroh? Warum wollen sie nachdem sie die Fassade dämmen wollen, dann wieder Fenster mit Einfachglas einbauen? Sollen das "Sollkondensationsstellen" werden von denen sie jeden Morgen das kondensierte Wasser wischen wollen?
Bei einer Aufsparrendämmung würde ich mich wahrscheinlich auf einen modernen Systemaufbau verlassen wollen. Das große Problem leichter Dämmstoffe im Außenbereich sind ja wohl die Unmengen an Tauwasser, mit denen die beaufschlagt werden. Damit sollte die jeweilige Konstruktion auf Dauer gut klarkommen.

@T.W.Böhme
Selbst wenn die Fußleistenheizung in ihrem Testraum das Sandsteinmauerwerk nicht hinreichend erwärmen kann, müsste doch aber mindestens ein Unterschied der Wandtemperaturen zu den anderen Räumen feststellbar sein. Haben sie da mal Messungen der Wandtemperaturen gemacht?
Ich wollte nie ein eigenes Haus...
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 27.09.12

Heizleisten vs. Wandheizung


Eine Heizung soll den Raum nicht nur wärmen sondern es soll behaglich sein. Dies wird erreicht, wenn die Umschließungsflächen eine Temperatur um die 20°C haben, dann genügt eine Lufttemperatur von 18…19°C.
Das kann ich mit Heizleisten erreichen.
Aber da die Heizleisten reine Konvektoren sind brauchen sie eine höhere Vorlauftemperatur damit sie funktionieren.
Die Leistung eines Konvektors hängt auch von der Schachthöhe ab; ohne Schacht sinkt die Wärmeabgabe dramatisch.
Eine Wandheizung leistet das nämliche ohne Konvektion mit deutlich niedrigeren Vorlauftemperaturen.
Die Vorteile von Heizleisten sind die geringeren Anlagenkosten, die aber mit den Nachteilen der Konvektionsheizung erkauft werden. Außerdem sind die Betriebskosten höher als bei einer Wandheizung.
Geht nicht gibt's nicht!
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ESZTERMANN HAUSTECHNIK – Energieberater | | 27.09.12

Nein...


...das geht nicht:

"Eine Heizung soll den Raum nicht nur wärmen sondern es soll behaglich sein. Dies wird erreicht, wenn die Umschließungsflächen eine Temperatur um die 20°C haben, dann genügt eine Lufttemperatur von 18…19°C."

Da aber die aus den Heizleisten kommende Luft u.a. auch die Wand erwärmt, muß die Raumluft immer wärmer sein als die Wand. Logisch, oder? Gerade bei einer Bruchsteinwand wird der Temperaturunterschied auch auffällig hoch bleiben.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 27.09.12

Wenn ich das ...


... was Herr Thomas W. Böhme hier als logischste Sache der Welt vorträgt, ernst nehmen würde, müsste ich das, was bei uns in der Heizperiode passiert, als ein neues Weltwunder begreifen.

Mir ist es völlig unerklärlich, dass die Grundlagen der thermischen Physik einfach nicht verstanden werden - oder verstanden werden wollen, frei nach dem Motto "es kann nicht sein, was nicht sein darf". - So schwer ist es nun wirklich nicht.

Mich würde es nicht wundern, wenn demnächst noch behauptet wird, die Erde sei eine Scheibe.

Gute Nacht!
so ursprünglich wie möglich, so zeitgemäß wie nötig
Mitglied der Fachwerk.de Community
Meisinger Ingenieurleistungen | | 27.09.12

Sie werden langsam unsachlich,


Frau Meise.

Wenn Sie Ihren Schönheitsschlaf hinter sich haben, würde ich mich sehr über eine entspannte Erklärung freuen, warum die Wand wärmer wird als die Luft, die sie erwärmt. Das wird Ihnen dank Ihrer Kenntnisse der thermischen Physik ja wirklich nicht schwerfallen.

Besonders herzliche Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
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Restauratio GmbH | | 27.09.12

nochmal Heizleiste


der aus der Heizleiste kommende marginale Luftstrom wird von der Wand "aufgesogen" und so abgekühlt, dass für die Luft keine Wärme überbleibt.
…und es wird lange dauern, bis die Wand genügend erwärmt ist.
Vielleicht noch einmal lesen was ich dazu geschrieben habe.
Um es noch einmal deutlich zu sagen: Ich plädiere nicht für Heizleisten; ganz im Gegenteil. Vielleicht ist das in meinem letzten Statement nicht deutlich genug rübergekommen.
Die Wandheizung ist aus heizungstechnischer Sicht immer vorzuziehen, sie ist allerdings teurer in der Anschaffung aber billiger im Betrieb.
Bis die Tage
Paul
Geht nicht gibt's nicht!
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ESZTERMANN HAUSTECHNIK – Energieberater | | 27.09.12

Nein, wirklich nicht.


Temperaturen neigen zum Ausgleich (Energetischer Ausgleich).

"dass für die Luft keine Wärme überbleibt." Dafür findet sich wohl nirgends in der tatsächlich existierenden Physik eine Herleitung.

Ich kenne das verschrobene Geschreibe vom Eisenschinck - mit Physik hat das aber oft nix zu tun.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
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Restauratio GmbH | | 27.09.12


Bei u-wert.net kann man ja mit der Innentemperatur spielen, bis man eine gewünschte Wandtemperatur erreicht.

Damit eine Wand aus 15mm Kalkputz und 500mm Sandstein bei -10 Grad Außentemperatur eine Innentemperatur von 20 Grad erreicht muß die angrenzende Innenraumluft eine Temperatur von 35 Grad haben.
Das hört sich nicht viel an. Allerdings habe ich auch kein Gefühl dafür, wieviel Vorlauftemperatur eine Fußleistenheizung benötigt, damit die austretende Luft mindestens diese Temperatur erreicht und wie sich der Raum anfühlt, in den diese Luft gelangt. Auf keinen Fall kann die Lufttemperatur in diesem Raum unterhalb der Wandtemperatur liegen. Da der Wärmeübergang von der Luft auf die Mauer relativ schlecht ist, steht eher zu befürchten, dass es in dem Raum unangenehm warm werden würde, wenn man auf diese Wandtemperatur hinarbeiten wollte.

Dem Vergleich mit einer Wandheizung kann die Fußleistenheizung nicht standhalten. Ich würde die Fußleistenheizung eher mit der Standard-Heizung mit Konvektionsheizkörpern unterhalb der Fenster vergleichen. Da wird es von der Auslegung abhängen, welche Heizung für das angenehmere Klima sorgen kann. Ein einziger kleiner aber dicker Typ33 Heizkörper unter dem Fenster wird schlechter abschneiden als die verteilte Luftverteilung der Fußleiste. Ein oder mehrere großflächige Typ10 Heizkörper haben eine größere Strahlungsfläche und könnten für ein angenehmeres Klima sorgen als die Heizleiste.
Ich wollte nie ein eigenes Haus...
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| 27.09.12

@ Erwin


Es tut mir leid, dass so deutlich sagen zu müssen, aber Du hast anscheinend immer noch nicht die (theoretische) Wirkweise von Heizleisten im Zusammenhang mit U-Wert-Berechnung und Wärmetransport verstanden. Natürlich kann die Wandinnenflächentemperatur höher sein als die Lufttemperatur.
Ist sie doch bei "klassischer" Wandheizung auch...

Der "übliche" Ansatz postuliert eine Innenlufttemperatur von was weiß ich 20° und berechnet dann über die Bauteilschichten ein Temperaturgefälle bis zum winterlichen Draußen... logisch, dass die Wand da immer kälter ist...

Der Umkehrschluss geht schief... aus einer Wandtemperatur bei wie auch immer gearteter Beheizung dieser auf eine Innenlufttemperatur schließen zu wollen geht mächtig in die Hose...

Die Heizleiste setzt quasi einen aufsteigenden Warmluftschleier vor die Wand (somit ist das natürlich Konvektion), damit geht dann aber von hier die Wärme aus, wird tw. von der Wand absorbiert, die die Energie größtenteils in Form von Wärmestrahlung nach innen wieder abgibt, was dazu führt, dass das Temperaturniveau der Luft geringer sein kann, Strahlungswärme, tralala...

Und für die Raumluft gilt dann energetisch gesehen: Was nicht raus kann, geht auch nicht raus...

Probleme habe ich persönlich mit den häufig notwendigen hohen Vorlauftemperaturen, der wegen des geringen Wasserinhalts meist geringen Spreizung und den eher hohen Durchflussmengen... das passt alles nicht wirklich zu "interessanten" automatischen Wärmeerzeuger-Systemen (Brennwert, WP, Solar, Hocheffizienzpumpen)...

Und das Ganze ist systembedingt eher träge... eine Schnellaufheizung darf man sich kaum erhoffen, die Kiste muss durchlaufen, meist auch ohne Nachtabsenkung/-abschaltung...

Aber wir sind hier in diesem thread inzwischen soweit von der Fragestellung entfernt, dass es wohl keinen Sinn mehr macht, an dieser Stelle weiter zu diskutieren...

Gute Nacht,
Sebastian Hausleithner
Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart.
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| 28.09.12


Es ist mir schon klar, dass ich u-wert.net hier missbraucht habe. Allerdings müsste es für die berechnete Wandtemperatur egal sein, ob die Luft im ganzen Raum 35 Grad hat oder nur der Warmluftschleier, den die Fußleiste an die Wand bringt. Wenn u-wert.net richtig rechnet, muss die Luft vor der Wand jedenfalls 35 Grad bei -10 außen haben, wenn die Wand innen 20 Grad haben soll. Würdest du mir so weit zustimmen?

Warum sollte ich da etwas umgekehrt haben. Ich habe halt die üblichen 20 Grad Raumtemperatur bei u-wert so lange erhöht, bis sich eine Wandtemperatur ergeben hat, wie sie sich bei einer Beheizung per Fußleiste ergeben soll. D.h. die primäre Wärmeflussrichtung geht doch auch bei der Fußleistenheizung von der erwärmten Luft in Richtung Mauer.
Ich wollte nie ein eigenes Haus...
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| 28.09.12

Das ist doch grade der Knackpunkt...


... an dieser leidigen ewigen immer wiederkehrenden Diskussion...
Bei 20°C Luft innen stellt sich im stationären Zustand, je nach U-Wert, eine Oberflächentemperatur von deutlich darunter ein...

Wird eine Wandtemperatur von vielleicht 22° oder darüber, wie auch immer erzeugt, wirkt die Wand wie ein Strahler, Innentemperaturen von 17°-20° werden auch im Altbau als "behaglich" empfunden und Wärmeleitung kann nicht mehr stattfinden...

sh
Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart.
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| 28.09.12

Was soll die ganze …


… Theorie-Spielerei?

Es gibt außer Frau Meisinger auch hier im Forum sehr viele User, bei denen die Heizleisten zufriedenstellend funktionieren und darüberhinaus erst recht. Im Zuge unserer eigenen Heizungs-Entscheidungsfindung haben wir ebenfalls bei Hausbesuchen zufriedene Heizleistenbetreiber kennengelernt (Adressen von Sancal/Sandomus bekommen). Alles nur verklärte Sektenjünger, die verzückt dem Guru Eisenschink huldigen? Wohl kaum, eher z.B. ein Architekt, der genau wusste, was er tut und dessen Frau als Stauballergikerin erst mit dieser Heizung Ruhe vor ihren Beschwerden gefunden hat. Natürlich muss so eine Heizung sorgfältig geplant und mit der richtigen Vorlauftemperatur betrieben werden, damit sie im Sinne des Erfinders funktioniert.

Wer von Euch Theoretikern hat denn wirklich mal bei so einer Heizung die Wandtemperatur gemessen? Wer hat sich überhaupt im Winter mal längere Zeit in solchen Räumen aufgehalten?

Wie dem auch sei,ich will ja nicht behaupten, dass die Fußleistenheizung der flächigen Wandheizung überlegen sei, aber so, wie hier im Forum einige wenige Platzhirsche fast jeder Diskussion ihren eigenen Stempel aufdrücken und dabei oft jegliche Forums-Nettiquette außer Acht lassen, das kann im Sinne einer objektiven Diskussionskultur niemals der richtige Weg sein.
Wir müssen uns Sisyphus als einen glücklichen Menschen vorstellen.
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| 28.09.12


"Wird eine Wandtemperatur von vielleicht 22° oder darüber, wie auch immer erzeugt, wirkt die Wand wie ein Strahler"

Die positive Wirkung einer passend temperierten Wand steht gar nicht in Frage, es ging mir um das "wie auch immer". Und das "Wie" ist bei der Fußleistenheizung nun einmal warme Luft und wie warm die bei gegebener Wand sein muss, kann man m.E. mit U-Wert.net abschätzen.

Die Annahme, dass die warme Luft aus der Fußleiste, nachdem sie an der Wand aufgestiegen ist, kälter als die Wand sein könnte entbehrt jeder Grundlage. Wollte man tatsächlich ganzflächig die gewünschte Wandtemperatur erreichen, müsste die Luft, unterhalb der Decke angekommen auch noch die hohe Temperarur haben und würde anschließend so in den Raum strömen.
Das geht natürlich nicht. Begrenzender Faktor wird immer die Raumlufttemperatur sein. D.h. spätestens bei 22-23 Grad werden die Bewohner die Heizung abregeln. Die Wand wird dann eine Temperatur annehmen, die einzig durch ihren Aufbau und die Außentemperatur beeinflusst wird. D.h. dem Wärmeübergang von Luft auf Wand sind Grenzen gesetzt, die in allen Gebäuden gleich sind. Da die Wände der Gebäude wärmetechnisch aber nicht gleich sind, werden Fußleistenheizungen zu unterschiedlichen Wandtemperaturen führen. Oberhalb eines bestimmten U-Werts wird sich die Warmlufteigenschaft der Fußleistenheizung stärker bemerken machen als die Anhebung der Wandtemperatur.
Wo dieser U-Wert in der Praxis liegt, darüber findet man nichts.
Nach dem Selbsttest von Herrn Böhme, funktionert es bei ca. 2,5 W/qmK nicht mehr wie gewünscht. D.h. es wird zwar der Raum warm, aber die Wandtemperatur kommt nicht mehr in den gewünschten Bereich.

@De Meinweg
Haben Sie bei Ihren Besichtigungen von installierten Fußleistenheizungen ein Objekt gefunden, dessen Außenmauern, wie das in diesem Thread genannte und das von Herrn Böhme, einen U-Wert von deutlich über 2 W/qmK hatte? (u-wert.net ermittelt ca. 2,5 W/qmK für 50cm Sandsteinmauerwerk)

Die beiden Häuser, in denen ich Fußleistenheizungen gesehen habe, waren umfassend energetisch saniert, so dass die Heizung insgesamt nur wenig Energie in die Räume zu bringen braucht.
Ich wollte nie ein eigenes Haus...
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| 28.09.12

Fußleistenheizung (noch etwas)


in gut gedämmten Häusern, mag die Warmluftwirkung der Fußleistenheizung sogar gegen Null gehen. D.h. man könnte auch geschlossene Verkleidungen bauen und die Räume wären immer noch angenehm warm.

Dadurch, dass die Rohre und Konvektoren klassisch direkt vor der Wand montiert werden und anschließend die Verkleidung darum gebaut wird, Strahlen die Rohre und Konvektoren in diesem Bereich viel Wärme in die Sockelbereiche der Wände. Dies wird bei gut gedämmten Gebäuden zu einer fühlbaren Wand-Temperierung auch oberhalb der Verkleidung führen und kann so in einigen Gebäuden wahrscheinlich den Heizenergiebedarf vollständig umsetzen.
Ich wollte nie ein eigenes Haus...
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| 28.09.12

Wenn...


...der thread noch eine Weile läuft, wird sicher hier sicher auch das perpetuum mobile ganz nebenbei noch mit erfunden. Die geballte Kompetenz von Googlern und Herstellerhomepageinterpretatoren ohne die Behinderungen im Denken, die praktisches Wissen hat immer wieder verursacht, wird uns noch höchlichst überraschen können.

Da will ich gar nicht mithalten. Ich stelle aber dennoch fest, daß es physikalisch unmöglich ist,daß der Wärmeträger (bei der HL ist das die Luft) kälter wird als ein von diesem erwärmter Gegenstand (was im Falle HL die Wand wäre). Damit ist aber ein zentrales Werbeversprechen einiger HL-Hersteller hinfällig. Bei mir sind die Wände im HL-beheizten Zimmer kälter als die Raumluft. Und genau so ist das auch bei jedem anderen HL-Besitzer, auch bei Frau Meisinger - der ich natürlich von Herzem gönne, daß sie sich trotzdem in ihren 4 Wänden wohlfühlt. Auch warme Luft kann ja ganz angenehm sein.

Für ein Ferienhaus in Bruchstein (und einem von mir unterstelltem unregelmäßigem Heizungs- und Nutzungsprofil) sind die mangels Kapazität langsam temperierenden Teile völlig ungeeignet.

Genau entgegengesetzt ist das bei einer echten Strahlungsheizung wie z.B. einer wassergeführten Wandheizung. Hier wird die Wand direkt erwärmt und es wird, aufgrund des hohen Strahlungsanteiles, die Luft nur mittelbar erwärmt. Demzufolge wird die Luft meist etwas kühler als die Wand sein - was auch meinen Beobachtungen entspricht.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
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Restauratio GmbH | | 29.09.12

Fussleistenheizung-Bilder aus der Bilddatenbank: