Fußbodenaufbau über Kellerdecke - lt. Statiker 6 cm Estrich max.

Liebe Spezialisten,

wir haben im EG über der Kappendecke (Abstand Träger ca. 95cm) die Schüttung und den Dielenboden entfernt. Als Belag sollen Fliesen verlegt werden.

Jetzt stehen uns 14 cm Aufbauhöhe zur Verfügung. Allerdings hat uns der Statiker nur 6 cm Estrich genehmigt.
Der Boden schwingt allerdings recht stark wenn man darauf etwas herumhüpft.

Frage: Wie soll/kann der Aufbau aussehen, damit die Fliesen kein Eigenleben entwickeln?
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| 18.10.16

Kappendecke


"Nur" 6 cm Estrich ist die maximale Dicke die bei einem Estrich erforderlich sind. Noch mehr ist Unsinn.
Zum Aufbau kann ich nur etwas sagen wenn ich die Decke selber sehe (Fotos) und/oder genügend Angaben erhalte (Deckenuntersicht Keller, Nutzung Kellerraum, Spannweite/Trägerdimension, Gewölbestich, Kappendicke (viertel- oder halbsteinig).
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 18.10.16

Fußbodenaufbau über Kellerdecke - Bild 1


Fußbodenaufbau über Kellerdecke - Bild 1Hallo Herr Böttcher, es hat etwas gedauert. Die Baustelle ist eine einzige Herausforderung nicht nur fachlich auch und vor allem zeitlich.
Ich habe Fotos eingehängt. Diese sollten etwas Klarheit bringen. Der Raum ist 4 x 4 m. Die Spannweite beträgt ca. 95 cm von Träger zu Träger. Die Trägerdimension ist 8 cm breit - ? cm hoch. Wir haben einen Leitungsdurchbruch vermessen. Da hatten wir ca. 9-10 cm Tiefe gemessen. Der Gewölbestich (ich vermute tiefster Punkt Träger und höchster Punkt Decke) liegt zwischen 5 - 8 cm. Es befindet sich auch Schlacke in der Decke. Über der Decke war die Schüttung in Höhe von ca. 8 cm. Brauchen Sie noch weitere Infos?
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| 03.11.16

Fußbodenaufbau über Kellerdecke - Bild 2


Fußbodenaufbau über Kellerdecke - Bild 2Der Kellerraum wird als Abstellraum (unbeheizt) genutzt.
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| 03.11.16

Deckenaufbau


Damit kann ich etwas anfangen.
Schüttung ausräumen,
Oberseite der Gewölbekappen sorgfältig reinigen, zuletzt mit Staubsauger,
anfeuchten,
Oberseiten bis in Höhe der Obergurte der Träger sorgfältig mit Zementmörtel auffüllen,
es muß eine ebene, waagerechte Fläche entstehen.
Dann den Boden mindestens 2, besser drei Wochen nicht betreten!
Zum Weiterbau folgene Möglichkeiten:

Die klassische Variante:
Wärmedämmung aus Styropor und Styrodur,
Folie als Schrenzlage,
Zementestrich ca. 40 mm,
mineralische Dichtschlämme,
Fliesenbelag.

Dann erste Variante:
Darauf Wärmedämmung aus Schaumpolystyrol,
darauf Trockenestrichelemente (Fermacell, Rigips...)
darauf Abdichtung,
darauf Entkopplungsmatte (z.B. Schlüter- Ditra),
darauf Fliesenbelag.
Aufbauhöhe dieser Variante ohne Dämmung: ca. 50 mm, die restliche Aufbauhöhe steht für Dämmung zur Verfügung.

Zweite Variante:
Auf den Zementmörtel eine mineralische Dichtschlämme als Abdichtung,
Wedi- Fußbodenplatten nach Verarbeitungsvorschrift verlegen,
Fliesenbelag.
Minimale Aufbauhöhe dieser Variante: ca. 40- 60 mm, je nach Wahl der Plattenstärke.

Dritte Variante:
auf den Zementmörtel mineralische Abdichtung,
bei Bedarf 0- ...mm Verbundestrich als Höhenausgleich,
Fliesenbelag,
an die Deckenunterseite im Keller Topdec- Deckenlamellen als Dämmung aufkleben und dübeln.
Aufbauhöhe dieser Variante: 20 - 40 mm.
Die genannten Aufbauhöhen Richten sich ab Oberkante Träger.

Ich habe Ihnen sicherheitshalber auch Möglichkeiten mit niedriger Bauhöhe genannt; 14 cm erscheint mir etwas viel, außerdem kann man den Badfußboden auch etwas absenken.
Die Schwingungen werden nach dem Aushärten des Zementmörtels verschwinden denn diese Mörtelschicht stabilisiert die Decke und erhöht deren Tragfähigkeit.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 04.11.16

Statiker-Bilder aus der Bilddatenbank: