Fußbodenaufbau mit Betonsteinen

Derzeit bin ich dabei das Erdgeschoss meines Hauses (Bj 1910) zu sanieren. U.a. wird beim Bad/WC/Flur der Boden neu aufgebaut. Der Bereich ist nicht unterkellert. Nach dem Entfernen der Fliesen bzw. gemauerten Betonsteine bin ich jetzt auf Sand gestossen. In dem sind auch die Abflussrohre verlegt. Hierzu wollte ich eine neue Bodenplatten mit Isolierung und Fußbodenheizung einbringen.
Der Bauunternehmer meiner Wahl erklärt mir, dass ich statt der Sauberkeitsschicht auch eine Lage 10er Betonsteine (quer gelegt) einbringen kann. Gemeint sind hier 10er Isoliersteine die man normalerweise auch für die Außenabdichtung verwendet. Darauf eine Bitumenfolie, Isolierung, Fußbodenheizung und Estrich.
Hat jemand Erfahrung mit der Methode mit den Betonsteinen. Vorteil wäre hier, dass der Bau nicht erst austrocknen muss. So eine Verlegung hatte meine Vater schon mal vor Jahren in einem Zimmer ebenfalls im nicht unterkellerten Teil des Haus gemacht.
Wie wäre dann hier der Aufbau möglich? Muss eine Trennung zwischen Wand und Betonsteinen sein?

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| 05.01.16

Sauberkeitsschicht


Ich empfehle Ihnen es einmal mit Mathematik zu versuchen. Hierzu ein paar Anregungen:
10 cm "Isoliersteine" (kenne ich nicht) plus ca. 5 cm Bettung sind 15 cm. Im Vergleich zu ca.5 cm Sauberkeitsschicht aus Beton bedeutet das pro m² etwa 1,5 Schubkarren bzw. ca. 120 kg Boden zusätzlich lösen, laden, herausschaffen, wieder laden und entsorgen. Die gleiche Menge an Material muß dann zusätzlich wieder herangeschafft und verbaut werden.
Dann rechnen Sie bitte den Preis von Beton gegen den Preis der Steine.
Beton muß nicht erst austrocknen. Es reicht wenn er nach ein oder zwei Tagen so fest ist das man weiterarbeiten kann, also die Abdichtung in Folienform einbauen. Der Beton kann unter der Abdichtung in Ruhe weiter aushärten, trocknen muß er dabei nicht.
Was sind Isoliersteine?
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 05.01.16


Mit dem "Austrocknen" habe ich mich etvl. falsch ausgedrückt (bin kein Baufachmann). Gemeint hatte ich hier, dass die Feuchtigkeit ja irgendwo hin muss. So wollte ich vermeiden, dass die Feutigkeit erst gar nicht ins Gebäude kommt.
Hier noch ein Bild von den sog. Isoliersteinen. Es handelt sich um Betonsteine (LxBxH) 50x10x25. 100 Stück ca. 12 qm. Kostenpunkt ca. 1 € das Stück.
Die 5 cm Bettung brauche ich nicht, da der Untergrund aus Sand ist. Da grabe ich dann halt 5 cm weniger raus.
Der Grund für die Überlegung mit den Isoliersteinen war, dass die relativ einfach zu Verlegen sind. Die Verhältnisse im Gebäude sind recht beengt. Da würde es mit einer Betonmisschmaschine doch recht eng. Der Beton müsste also auch mit der Schubkarre rein gefahren werden.
Eine weitere Überlegung ist auch noch: Die Steine könnte ich bei mir lagern und dann je nachdem wann ich Zeit habe Stück für Stück einbauen. Beim Beton muss ich das gleich verarbeiten. Außerdem muss ich dann beim Beton bei einer gewissen Fläche eine Spannungsfuge mit einbauen, da es ja über 3 Räume geht.
Mir war bei meiner Frage eigentlich wichtig, ob das technisch überhaupt sinnvoll/möglich ist so zu verfahren.

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| 05.01.16

Unterboden herstellen


Wenn es nur darum geht, einen tragfähigen Unterboden ohne Feuchtigkeitseintrag herzustellen ist es einfacher zB 5 cm Betonplatten in Sand zu legen.
Vorher den Untergrund ggf nivellieren, verdichten und eine gleichmäßig dicke Sandschicht aufbringen, in die die Platten gelegt werden-
ähnlich wie bei Gartenwegen, Einfahrten etc.
Das spart Höhe, die besser zur Dämmung genutzt wird und hat denselben Effekt wie die Steine, ist aber stabiler und günstiger.
Darauf dann Feuchtigkeitssperre, Dämmung usw
Feuchtigkeitssperre seitlich bis Oberkante Fußboden hochziehen.

Dämmtechnisch gesehen sind aber zB reine Holzböden ohne Fußbodenheizung besser, da wegen fehlendem Estrich mehr Dämmung eingebracht werden kann und der Boden ganzjährig fußwarm und elastisch ist und nicht nur in den Heizperioden.
Ggf Trockenestrich verwenden zur Reduzierung der Aufbauhöhe

Andreas Teich

Gute Idee


@Andreas Teich
Vielen Dank für den Tipp mit den Betonplatten. Da bin ich gar nicht drauf gekommen. Das wäre auf jeden Fall eine super Alternative. Zumal ich hier ja gleich "Bausotffrecycling" betreiben könnte und alte Gehwegplatten mit verwenden. Muss ich da evtl. eine Trennung zwischen Mauerwerk und Betonsteinen anbringen (Akkustik, Wärmebrücken usw)?
Das mit dem Holzboden ist so eine Sache. Ein Teil des Bereiches soll ja das Badezimmer mit WC werden. Da werde ich auf jeden Fall eine Fußbodenheizung mit Fliesen verlegen. Beim anderen Bereich mit dem Flur könnte ich mir evtl. eine Holzfußboden vorstellen. Das ist allerdings der Eingangsbereich direkt von der Haustür aus. Das ist aber auf jeden Fall eine Überlegung wert.
Vielen Dank für die Tipps

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| 05.01.16

Wenn die Fliesen im Bad/WC


Wenn die Fliesen im Bad/WC reißen, hat Herr Teich bestimmt auch einen klasse Tipp, wie sie kostengünstig alles wiederverwerten können und daraus eine Gartenterrasse bauen ;-)


Methusalem | 05.01.16


Warum sollten die Fliesen reißen. Weil sich die Betonsteine setzen oder warum?
Es kommen über die Betonsteine noch die Isolierung (10-15 cm), dann die Fußbodenheizung und dann noch 8 cm Estrich.
Das mit dem Baustoffrecycling war natrülich nur ein Witz

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| 05.01.16

Die Betonplatten


können durch unterschiedliche Belastungen sich völlig unabhänging voneinander bewegen. Die Logig versteh ich aber sowieso nicht. Zumal beim Estrich mit 8cm regelrecht geaast wird.


Methusalem | 05.01.16


Gut, mit dem Argument kann ich was anfangen, mit deinem ersten Post leider nicht. Deshalb habe ich ja in diesem Forum eine Frage gestellt um evtl. bessere Lösungen zu finden. Nochmal: die Idee mit den Isoliersteinen kam ja von meinem Bauunternehmer. Den schätze ich im übrigen schon sehr, da er bei mir schon mehrere Renovierung/Sanierung in bester Qualität durch geführt hat.
Noch als Hinweis: mein Vater hatte in einem anderen Raum zusammen mit einer anderen Baufirma den gleichen Aufbau (mit Isoliersteinen) gemacht. Allerdings ohne Fliesen als Bodenbelag. Im Estrich sind nach rund 20 Jahren aber keinerlei Risse zu entdecken. Scheinbar liegen die Isoliersteine doch besser als 5cm Betonplatten

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| 05.01.16

Wieviel Platz


hast du überhaupt oberhalb der Abwasserrohre zur Verfügung?
Dein Bauunternehmer hat wohl seit 20 Jahren ne Palette Reste von diesen Steinen rumstehen, die er loswerden will ;-)


Methusalem | 05.01.16


wir arbeiten hier mit dem Bauunternehmer eher freundschaftlich zusammen. Teilweise besorge ich das Baumaterial und Isoliermaterial selbst, da ich günstiger rankomme. Zum großen Teil mache ich die Sanierung selbst. Nur wo es wirklich auf "Präzision", Qualität oder auch Garantie ankommt, setze ich den BU ein. z.B. bei Abdichten des Bodens mit Bitumenfolie. Der ist mit diesem Vorgehen auch einverstanden.
Ehrlich gesagt weiß ich den Platz noch nicht. So wie es bis jetzt aussieht habe ich nach unten hin massenweise Platz (bis der Sand mal aufhört). Es richtet sich eigentlich nur danach in welcher Höhe das quer durch den Raum laufende Abflussrohr in die Kanalisation kommt. Soweit bin ich derzeit aber noch nicht vorgedrungen. Das Abflussrohr (Guss) muss ich sowieso ersetzen. Vorher waren es Oberkante Abflussrohr bis Unterkante Bodenbelag höchstens 5 cm. Der Boden kann aber grundsätzlich höher aufgebaut werden, da die Räume relativ hoch sind. Eine andere Möglichkeit ist auch das Abwasserrohr zu verlegen.
Der ganze Aufbau des Bodens richtet sich eigentlich nach dem Abfluss in die Kanalisation. Erst wenn ich bis dort hin durch gedrungen bin, kann ich mehr sagen.

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| 05.01.16

Keine Anschlusshöhen???


Keine Türstürze? Treppe? Eingangspodest? Oder sind Stufen und Absätze egal in deinem Haus?
Sorry dass ich vom Thema abweiche...


Methusalem | 05.01.16

Fußbodenaufbau


Jetzt sehe ich klarer.
Diese "Isoliersteine" sind Hohlwandplatten Hpl aus Leichtbeton nach DIN 18148 zum Bau von leichten Trennwänden. Ich wußte gar nicht das es die noch gibt.
Die Festigkeitsklasse beträgt 2 N/mm², da sollte man beim Drauftreten vorsichtig sein.
Ich dachte erst Sie meinen Filterkörper, die haben die selben Abmessungen und werden als senkrechter Flächendrän eingesetzt.
Ich vermute das Ihr Bauunternehmer ein paar Restposten aus dem Lager loswerden möchte.
Das mit der Trennung zwischen Wand und Sauberkeitsschicht bzw. Hohlwandplatten ist sinnfrei; es gibt keine Verbindung bei Verlegung in Sand bzw. es entsteht bei Beton eine Arbeitsfuge die bei Bewegung reißt. Arbeitsfugen gibt es auch bei der Sauberkeitsschicht, da haben Sie ihre Spannungsfugen. In der Sauberkeitsschicht sind die ohnehin egal, auf ein paar Risse kommt es da nicht drauf an.
Wenn Ihr Bauunternehmer unbedingt die Dinger loswerden will und Sie bereit sind den Mehraufwand zu bezahlen dann kann man das machen. Damit das funktioniert müssen die Steine exakt eben und vollflächig verlegt werden. Wenn sie kippeln oder sich beim weiteren Arbeiten setzen besteht die Gefahr das die Abdichtung beschädigt wird und die Dämmung hohlliegt und damit kippelt. Wie der Bauunternehmer ohne Bettung die Steine fest kriegen will weiß ich nicht. Normalerweise nimmt man dafür einen Fäustel mit Gummikappe und klopft die Steine bzw. Platten in die Sandbettung wenn ich keine vorbereitete und ausgerichtete Bettung aus Brechsand oder Splitt habe. Auf den Platten rumzuklopfen sollte man vermeiden und beim Weiterarbeiten am besten schweben sonst brechen oder verrutschen sie.
Aber egal, irgendwie dürfte das schon gehen und die Dämmlage einigermaßen eben zu liegen kommen. Den Rest bringt der Heizestrich.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 05.01.16

Unterboden herstellen


Betonplatten sind sicher stabiler als die Betonhohlsteine.
Ich wüßte nicht warum bei Verdichtung des Untergrundes und Verlegung der Platten in Sand/Feinsplitt unterschiedliche Setzungen stattfinden können.
Wodurch sollten die verursacht werden und sich dann durch dicke XPS-Dämmplatten übertragen und zum Bruch des Estrichs führen (ohne den kein Fliesenbruch entstehen kann)?
Normalerweise fahren Autos über solche Flächen und Schnee und Regen, Frost uä Belastungen wirken darauf ein.
Die Randbereiche außen um die Platten nur mit Splitt auffüllen-Dämmung oder Beton in diesem Bereich ist sinnlos.
Die Platten werden mit dem Gummihammer ins Sandbett geklopft, anschließend in die Fugen Feinsand oä gefegt.

Versuche doch selber einmal bei einer derart hergestellten Flächen ohne schweres Gerät Setzungen zu verursachen.
Dann Dämmplatten auflegen und darunter Setzungen verursachen.
Und wenn das immer noch nicht klappt versuchen einen Bruch des Estrichs zu erzeugen.
Gehwegplatten können sehr gut für solche Zwecke verwendet und recycelt werden und gibt's oft umsonst, wie auch andere Betonplatten oder Betonpflaster.
Den unmittelbaren feuchtigkeits- und schmutzbelasteten Bereich hinter der Haustür würde ich mit Fliesen oder Steinplatten belegen-für alles danach sind normalerweise auch Hartholzdielen geeignet.

In meinem Badezimmer in einer vermieteten Wohnung habe ich auch Holzdielen verlegt- Fotos findest du in meinem Profil.

Andreas Teich