Fußboden neu zwecks Schalldämmung und Messingkäferbefall

Hallo!

Es geht um ein ca. 300 Jahre altes Fachwerkhaus, an dem schon viel "herumgebastelt" wurde. Konkret geht es zur Zeit um den Fußboden eines Zimmers im Obergeschoß, bei dem wir momentan überlegen, diesen zu erneuern.

Die Geschoßdecke besteht aus Holzbalken (ca. 4m Spannweite), zwischen denen sich Lehmstaken befinden. Auf den Lehmstaken befindet sich noch das alte (leichte) Füllmaterial. Ich denke, es handelt sich hauptsächlich um Getreidereste/-späne. Auf die Holzbalken wurde vor ca. einem Jahr in einer ad hoc-Aktion eine Lage OSB-Platten genagelt (und die alten, morschen Dielen entfernt). Das Zimmer befindet sich momentan noch im Rohbau.

Im darunter liegenden Zimmer im EG wurde die Decke ebenfalls vor ca. 1 Jahr aufgearbeitet: Holzbalken wurden abgeschliffen und geölt; dazwischen liegende Felder neu mit Lehm verputzt.

Nun ist es so, dass im EG-Zimmer die Schritt- und sonstigen Geräusche aus dem oberen Zimmer deutlich wahrnehmbar sind. Dazu kommt, dass im OG-Zimmer und einem benachbarten Zimmer des Öfteren Messingkäfer auftauchen.

Wir spielen daher mit dem Gedanken, die OSB-Platten noch einmal herauszureißen und die organischen Stoffe aus der Zwischendecke zu entfernen.

Anschließend sollte die Zwischendecke so aufgebaut werden, dass einerseits die Messingkäfer keine Heimat finden und andererseits die Schalldämmung nach unten deutlich verbessert wird.

Gibt es hier vielleicht jemanden, der uns zu diesem Vorhaben ein paar Tipps geben kann? Sind wir grundsätzlich auf dem richtigen Weg oder gibt es effizientere Lösungen?

Letztlich soll das Zimmer mit Teppichboden ausgelegt werden und es gibt für den Bodenaufbau noch ca. 2-3cm Luft nach oben, bis Tür nicht mehr weiter abgehobelt werden kann...

Freue mich sehr über Rückmeldungen aus dem Forum! :-)

Viele Grüße

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 16.03.16

Schalldämmung Fußboden


Welche Dimension haben die Deckenbalken und welchen lichten Abstand?
Leichtes Füllmaterial trägt nicht zur Schalldämmung bei.
Dies besser entfernen oder nur auf eine schwere Füllung aufbringen (ggf mit Kalkbeigabe gegen Käfer)
Wenn die Tragfähigkeit der Balken und des Einschubs genügt ein Rieselschutzvlies (zB Geotextil) in den Balkenfeldern auslegen und mit geglühtem feinem Sand bis Oberkante Balken auffüllen.

Dann gibts verschiedene Möglichkeiten (unter 'Schallschutz' bei der Suchfunktion),
zB OSB-Platten auf die Balken schrauben,
darauf Holzfaserplatten auslegen
darauf Trockenestrich oder Creaton-Tontrockenestrich verlegen.
Der kann als Sichtbelag verwendet werden, sodass schöne Teppiche in Teilbereichen ausgelegt werden können

Generell Hohlräume vermeiden, die einen Resonanzboden bilden können.Besonders Hohlräume nahe der begangenen Fläche auffüllen- weiter unten wirken sie sich nicht mehr stark aus.

Andreas Teich

Dimensionierung Balken


Hallo und danke für die schnelle Antwort!

Die Balken haben überwiegend eine Dicke von 20cm und einen lichten Abstand von ca. 60cm. Ein Balken ist 24cm dick, dafür beträgt der Abstand zum nächsten Balken auf beiden Seiten 75cm.

Habe hier im Forum auch schon gelesen, dass die Decke ein möglichst hohes Eigengewicht haben sollte, damit sie nicht so stark schwingt. Woher bezieht man denn üblicherweise geglühten Sand?

Angenommen, es bleibt dann bei 28mm starker OSB-Platte und der Trockenestrich wird 25mm stark. Wieviel mm sollte die Holzfaserschicht dick sein?

Danke und Gruß
k.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 16.03.16

Deckenschalldämmung


welche Höhe haben die Balken?
Die 20 oder 24 cm beziehen sich vermutlich auf die Breite (von oben gesehen)

Die Beschwerung darf die Tragfähigkeit nicht überschreiten inkl genügend Sicherheitsreserven- die sind bei dir sicher gegeben- wahrscheinlich sind es Eichenbalken.

Geglühten Sand bekommt man von Metallgießereien-Modellbauern.
Baumärkte bieten feinen trockenen QuarzSand an, bei größerem Bedarf sind die aber viel zu teuer.

Wenn ein Kieswerk wirklich trockenen, gründlich gewaschenen Sand hat läßt sich der mit Kalkzugabe verwenden.

Holzfaserplatten für den Zweck sind meistens 20 mm dick.

Andreas Teich

Schalldämmung


Die Verschlechterung der Schalldämmung resultiert aus der Aufarbeitung der Deckenunterseite. Sie haben die Sparschalung samt Putzträger und Putz entfernt, das macht sich jetzt bemerkbar.
Trittschall können Sie von oben etwas dämpfen, mehr nicht. Der Ausbau der OSB- Platten ändert daran auch nichts, egal was Sie dann einbauen. Wahrscheinlich ist ein mit Dämmung kaschierter Trockenestrich auf den OSB Platten noch die effektivste Variante.
Ob die Messingkäfer mit dem Deckenaufbau etwas zu tun haben ist anscheinend nur eine Vermutung. Besser ist es einen Kammerjäger um Rat zu fragen statt die Decken weiter zu skelettieren.
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 16.03.16

Schalldämmung-Bilder aus der Bilddatenbank: