Schimmelbefall im Neubau (Dach)

Hallo Profis,
habe an euch eine Frage. Bei mir im Neubau fängt es an zu schimmeln. Ich habe ein Pultdach mit Blechdeckung.
Mein Dach ist so aufgebaut(von innen): Folie, 200mm Isolation, 22mm Bretter, schwarze Folie, Blech.
Unser Bautrager meint das kommt davon, weil noch keine Fenster drin sind schwitzt es. Leider schimmelt es jetzt auch. Haben alles isoliert und auch die Folie (sehr sauber verklebt) selber gemacht.
Muss bei einem solchen Dach nicht eine Lattung noch auf die Bretterm, damit die Feuchte Luft entweichen kann?
Kann mir jemand schnell weiter helfen????
Gruß


Steffen Herrmann | 12.05.08

Schimmel


sorgen sie vor allen dingen für eine Belüftung der räume die Baufeuchte mus aus dem haus . was haben sie für eine innendecken bekleidung?
Ökologisch und sinnvoll
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B. Dahlbüdding | | 12.05.08

Infos


welche Isolation, welche Dampfsperre bzw. - Bremse wurde eingebaut. Welche Folie liegt auf der Verbretterung.
Aus welchen Baustoffen besteht das restliche Gebäude? Betondecken, Estriche, Putz (?) usw.. An welchen Stellen entsteht der Schimmel? ...
Der Weg ist das Ziel
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Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | | 13.05.08

Schimmel im Neubau


Wenn das Kondenswasser an der innenliegenden Seite der Folie auftritt, ist neben einer hohen Luftfeuchte die Dämmwirkung der 200 mm Dämmlage stark gemindert. Ein Grund könnte das Einströmen von kalter Außenluft in die Dämmung sein, so kondensiert die Feuchte innen an der kalten Folie.
Wenn Kondensat auf der Oberseite der Folie, also innerhalb der Dämmlage, auftritt, kann das mit Konvektionsströmen der eingeschlossenen Luft inklusive Luftfeuchte zusammenhängen.
Daher sollte die Oberseite der Dämmung zwar winddicht, aber belüftbar sein. Anscheinend fehlt bei Ihnen so eine Belüftungsebene.
Eingeschlossene bzw. eindringende Luftfeuchte kann nicht entweichen, da der Belag (Blech) diffusionsdicht ist und wenn das Dämmpaket auch an den anderen Seiten von diffusionsdichtem Material umgeben ist.
Besser ist es, solche Dachformen als Kaltdach auszuführen.

Viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 13.05.08

Schimmelbefall im Neubau (Dach)


Hallo,
erstmal vielen Dank für die Antworten. Mein Bautträger hat mir angeboten einen Sachverständigen zu holen. Ich hoffe der kan das Problem finden.
Zum Haus: es ist ein Holzrahmenbau. Es ist noch kein Estrich drin und noch keine Decke (Rohbau). Die Folie (PE-Dampfbremsfolie B2 200my haben wir selber (sehr gewissenhaft) verklebt, an den Dachsparren mit dem Tacker geschossen. Das Dämmalterial ist von ISOVER Integra ZKF 1-035 2800/1200/200mm, auch selber gemacht aber auch ohne Schlitze.
Dann kommen normale Bretter (Dicke 22mm). Darauf eine schwarze Folie die kleine Löcher hat. Soll diffusions offen sein! Direkt darauf das Blech. Er meinte, das macht man heute so, weil sonst zu viel Energie entweicht, weil wir ein KFW-Haus haben.
Er sagt uns ständig, dass das durch die fehlenden Fenster kommt. Nachts kalt und tagsüber sehr warm. Deshalb das Schwitzswasser. Der Schimmel ist über der Dampfbremse direkt sichtbar an der Isolierung.
Wir haben dann die Folie aufschneiden sollen. Leider geht der Schimmel ja nicht weg. Was sollen wir machen. Auch einen Bausachverständigen einschalten?


Steffen Herrmann | 14.05.08

Schimmel im Neubau


Die diffusionsoffene Folie nützt nichts, wenn sie unmittelbar unter dem diffusionsdichten Blech liegt.
Die im Dämmpaket eingeschlossene Feuchte kann so nicht entweichen und kondensiert je nach Temperaturgefälle an der Schalung oder der unteren Dampfbremse.
Nur wenn das Blech über genügend Sicken verfügt, also als Trapez- oder Wellprofil profiliert ist, kann eine Austrocknung über die obere Folie erfolgen.
Ob die unten verwendete Folie wirklich als Dampfbremse geeignet ist und damit die eingeschlossene Feuchte entfernen kann, weiß ich nicht, da ich das Produkt nicht kenne.
Um einen Austrocknungseffekt zu erzielen, sollte sie nach dem Prinzip der "Hygrodiode" funktionieren.
Also:
Bei glattem Blech und fehlender Hygrodiode liegt ein konstruktiver Mangel vor.
Der aufgetretene Schimmel im Dämmpaket stellt zumindest einen Verarbeitungsfehler dar, der ebenfals nicht hinzunehmen ist.
Fordern Sie Beseitigung des Schimmelbefalls und bei fehlerhafter Konstruktion die Nachbesserung der Konstruktion.

Viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 14.05.08

ich muss auch etwas die Stirn


in Falten legen.
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"Das macht man heute so wegen der KfW-Mittel" ist so sicherlich nicht richtig. Die KfW schreibt keine Konstruktionen sondern lediglich Dämmstärken oder den Primärenergieverbrauch vor.
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Bei den Angaben zur Dampfbremse ist, so glaube ich irgendwie ein Fehler unterlaufen. Ein My-Wert von 200 ist keine Dampfbremse und ein sD-Wert von 200 m ist eine Dampfsperre. Ich vermute es handelt sich um eine einfache PE-Folie mit einem sd-Wert von 20 m. Soweit ich informiert bin, schreibt die Fa. Isover aber für derartige Konstruktionen die Folie Isover Vario KM oder Isover Vario KM duplex vor. Dies sind variable Dampfbremsen, die auch eine Austrocknung nach innen möglich machen soll. Ich halte eine Mineralwolldämmung für eine solche Konstruktion so wie so für ungeeignet. Aber das ist meine persönliche Meinung.
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Ein weiterer Problempunkt kann zu feucht eingebautes Holz sein.
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Nun, ein Gutachter wird sich das Problem ansehen. Ich hoffe es ist ein wirklich unabhängiger. Sicher ist es erforderlich die Feuchte in der Konstruktion, das heißt in der Dämmung sowie die Holzfeuchte der Dachkonstruktion zu prüfen.
Der Weg ist das Ziel
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Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | | 14.05.08

Schimmel-Bilder aus der Bilddatenbank: