Denkmalschutz im Ortskern




Hallo zusammen,

ich habe in diesem Jahr eine alte Denkmalgeschütze Scheune in eine Wohnung umzubauen.
Diese Massnahme wird mit oder ohne Fördermittel passieren. Da mit ja ein wenig schöner wäre würde ich gerne wissen, ob es eine Liste der möglichen Förderprogramme (Niedersachsen, Bund, EU) gibt, oder sich jemand damit auskennt. ? Ich brauche erstmal nur eine übersicht um zu selektieren.

Herzlichen Dank für die Antworten.



Fördermittel



Guten Tag Herr Angerstein,
wo wollen Sie bauen ? Das ist zunächst die wichtigste Frage.
Zur Systematik von Fördermitteln: EU-Mittel werden national durch ein zuständiges Ministerium (manchmal auch durch mehrere) i.d.R. auf Landesebene administriert, so daß sie für einen privaten Investor nicht in Anspruch genommen werden können. Programme wie URBAN oder ALTENER dienen der Finanzierung sachbezogener oder gebietsbezogener Programme z.B. des Städtebaues oder der Förderung alternativer Energien auf Landesebene.
Städtebauförderung ist ein weites Feld, in dem sowohl Landesmittel als auch Gemeindemittel der Finanzierung dienen. Hier sind die Bestimmungen Ihres Bundeslandes maßgeblich. In der Regel werden Städtebauförderungsmittel nur zur Spitzenfinanzierung eingesetzt.
Wohnungsbauförderung (Modernisierung, Energieeinsparung)
erfolgt ebenfalls nach Maßgabe von Landesvorschriften und kann je nach Bundesland schon einen erklecklichen Anteil an der Finanzierung ausmachen. Hier könnten - einkommensabhängig - die Vorschriften für den öffentlich geförderten sozialen Wohnungsbau interessant sein.
Mittel der Denkmalpflege sind am knappsten und werden häufig nur "symbolisch" für den besonderen denkmalbedingten Mehraufwand gewährt. Hierüber informiert im Detail der/die KreisdenkmalpflegerIn.
Auskunft erteilt auch Ihre Hausbank.
Viel Erfolg bei der Akquisition



Genaue Beschreibung



Hallo Herr Beckmann,
das Projekt wird im Landkreis Helmstedt realisiert. Die Scheune ist datiert auf 1780 mit einem alten Kappengewölbe aus 1710. Die untere Denkmalschutzbehörde ist auch informiert. Ich würde nur gerne selbst alle Möglichkeiten ausloten und mich nicht nur auf die Behörde verlassen. Nicht dass ich kein Vertrauen habe, aber Menschen machen auch Fehler.
Der Ausbau soll ebenfalls gem. den Standarts der EnEv erfolgen. (kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung etc.)
Bei dieser Vielzahl der Fördermöglichkeiten möchte ich halt selbst den Überblick gewinnen und auch gehalten.

Vielen Dank für Ihre Anwort



Fördermittel



Es gibt verschiedene Arten von Fördermittel, aber da wir uns gerade in 2004 befinden, ist es noch schwer einen genauen Überblick zu haben. Einiges hat sich geändert. Ich würde Sie raten erst einmal folgende Stellen anzulaufen und alle Informationen sammeln.
Die untere Denkmalschutzbehörde im Kreishaus für die Zuschüsse, wenn da nicht Erfolgreich dann die obere Behörde in BS. Ihre Bank gibt Informationen über Kredite. Ich habe in meinem Büro die Liste der Kredite der KFW, sie sind vorallem für die Benutzung von erneuerbare Energien gedacht.
Dann gibt es noch eine Reihe von andere Zuschüsse, z.B. für die Verwendung von naturbelassene Baustoffe und Brennstoffe.
Z.B. eine Pelletsheizung wird gefördert, Hanf als Dämmstoff auch. Z.Zt baue ich ein altes Fachwerkhaus in Watzum (Südl. von Schöppenstedt) um, es wird mit eine Pelletsheizung beheizt werden. Öffentliche Mittel sind kumulativ mit private Mittel, zumindest kenne ich ein Fall wo es geklappt hat. Falls Sie mit Lehm arbeiten wollen, organisieren wir einige Lehmbauseminare in den Landkreisen WF und HBS.
Wenn das Haus unter Denkmaschutz steht, wäre es schade nicht die Fördermittel zu benutzen. Jedoch wird die Beachtung der EnEv in einem Fachwerkhaus Probleme mit sich bringen, da man eine andere Bauphysik aufbauen muss. Vorallem auch weil Sie ein Gebäude dass bisher keine Wohnnutzung hatte (die Scheune) für eine Wohnnutzung entsprechend umbauen wollen.
Mit den Denkmalbehörden ist es manchmal schwierig zusammen zu arbeiten, einige sind stur, einige sind kooperativ.
Das wäre was ich so auf anhieb sagen kann.
m.f.g.





Nach meiner Erfahrung muss man sich wirklich selber umtun, um alle Fördermöglichkeiten auszuloten. Ich würde mich von unten nach oben durchfragen: von der Gemeinde über Kreis und Bezirk sowie Denkmalamt bis hin zum zuständigen Landtagsabgeordneten. In meinem konkreten Fall (UNterfranken/Bayern) bekommen wir Zuschüsse vom Denkmalsamt und vom Bezirk für die Erhaltung und Instandsetzung unseres Baudenkmals. Das wird bei Ihnen weniger entscheidend sein, da Sie sicher wesentlich mehr Geld in den Umbau investieren als in die bloße Erhaltung der Scheune. Aber da muss man halt argumentieren. Direkte Zuschüsse gibt es für Heizung mit nachwachsenden Rohestoffen und Solartechnik (www.bafa.de), für den Bau von Kleinkläranlagen (so weit notwendig) und für die Verwendung ökoligischer Bau- und Dämmstoffe (www.fnr.server.de). Außerdem gibt's natürlich die Eigenheimzulage und Wohnungsbauförderung. Indirekt bezuschusst werden Modernisierung und Energieeinsparung über zinsgünstige kfw-Darlehen, und auch manche Banken bieten zinsgünstige Kredite für Altbausanierung an. Dann können Sie noch alles vorbildlich erledigen und sich für etliche Preise bewerben (Hypo-Kulturstiftung u. ä.) ... Und ich scheue mich inzwischen auch nicht mehr, Firmen direkt wegen eines Sponsorings anzuhauen und als Gegenleistung etwa ein Werbeschild auf der Baustelle aufzustellen. Zum Schluss fallen mir nur noch Lotto und Günther Jauch ein...
Gruß gf





Herzlichen Dank für Ihre Antworten.
Ich werden dann mal auf Pilgerfahrt gehen und die Gelder suchen.

Jochen Angerstein






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