Fundament feucht - Sanierung oder Kaufverzicht

Hallo liebe Community,

wir sind am überlegen ob wir ein altes Häuschen kaufen, allerdings habe ich ein paar Zweifel, was die Grundsubstanz anbelangt.

So sind im Keller die Wände auf einer Seite feucht, und ich bin unsicher, warum.
Mir liegt ein Wertgutachten von Mitte 2007 vor, das mit keinem Wort die Feuchte im Keller erwähnt. Ich bin mir aber sicher, da es sich um einen vereidigten und vom Gericht bestellten Gutachter handelte, dass dieser einen solchen Mangel erfasst hätte - da er ja auch andere, geringere Mängel in sein Gutachten aufgenommen hatte.

Meine Theorie ist also, dass die Feuchtigkeit erst danach eingetreten ist.
Nun ist eine Seite des Anbaus des Hauses nicht verputzt und am Fundament wellt/rollt sich die Isolierfolie, wie man unten rechts in dem Bild sehen kann.
Kann Wasser dahintergelaufen sein und steigt nun am Mauerwerk wieder hoch?
Das Haus ist auch seit etwa 1,1/2 Jahren nicht bewohnt worden, kann sich durch mangelnde Heizung / Lüftung jetzt im Sockelbereich Feuchtigkeit gebildet haben?
Hanglage hat das Haus nicht, Wasseradern oder drückendes Wasser sind dem Nachbar nicht bekannt.

Eine Drainage liegt an dem Haus nicht, was ist das Mittel der Wahl um eine solche Feuchtigkeit zu beseitigen?
Ich tendiere bisher zu einer Horizontalsperre mit einem Mittel wie Kiesol, allerdings schrecken mich die vielen vielen Löcher ab, die ich in die Wände bohren muss - beeinträchtigt so etwas die Statik?

Ausgraben und Abdichten wäre die andere Alternative, die mir bekannt ist - gibt es sonst noch etwas?
Zu mal das Problem ist, dass eine der Wände im Anbau zur ehemaligen Außenmauer feucht ist - diese würde ich mit ausgraben alleine auch nicht abdichten können.

Auf der Nordseite scheint das Mauerwerk durch die Fassadenfarbe, wie auf dem Bild in der Mitte unten zu sehen ist.
Ist das Mauerwerk dahinter feucht, oder sie Fassadenfarbe nicht sonderlich gut? Die Fugen sind seltsamerweise nicht zu sehen, so dass ich mich frage, was die Ursache für dieses Phänomen sein könnte.

Mit würde jede Meinung und jeder Rat hier helfen, da ich mit solchen Arbeiten bisher nicht viel zu tun hatte.

Danke!
Fachwerk ist einfach schön
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 16.07.09


Das sich die Noppenbahn am Fundament (Bild) wellt oder rollt ist normal, weil diese nur lose gegen die Wand gelegt wird und nur zum Schutz der Abdichtung dient, damit beim beischütten keine Steine gegen die Bitumenschicht drückt. Die Noppenbahn ist extra dafür ausgelegt damit dahinterfliesendes Wasser nach unten abgeleitet wird. Daher kann es also nicht liegen.
Ich würde als erstes mal eine Drainage legen und mal abwarten.
Falls sich nicht´s ändert würd ich den Keller ausbaggern und erneut abdichten, mit Drainage und Sperre.
Ferner scheint das Haus nicht komplett verputzt zu sein (Foto unten rechts), das kann auch zu Feuchteschäden führen.
Der Dachdecker
Mitglied der Fachwerk.de Community
Schildgen | | 16.07.09

Feuchtigkeit


lieber Fachwerkleser

an ihrer Stelle würde ich mit Hilfe eines versierten "Fach.mann(frau)"
versuchen, der Ursache unbedingt sehr genau auf den Grund gehen. Okay, eine Wand zieht unter Umständen sehr schnell Feuchtigkeit und die breitet sich auch rasch weiter flächig aus z.b. bei einem Wasserschaden im Haus. Aber bei Ihren Bildern würde ich aus der Ferne und aus dem Bauch raus sagen , der Zustand des Mauerwerks kommt nicht erst von gestern! Dafür gibt viele mögliche Ursachen,nur als Beispiel,.... viellecht ist die Außenwand einfach zu dünn, so dass innen warme wasserhaltige Raumluft auf den kalten Wandflächen kondensiert, allein das kann schon ausreichen und es entsteht bei ensprechender Wetterlage sehr schnell eine Schimmelbildung.....

trotzdem viel Glück mit ihrem vielleicht neuen Heim

gruss vom
schreinerwinter
erst denken,...
Mitglied der Fachwerk.de Community
Altbausanierung --- Konzeption und Ausführung | | 17.07.09

Feuchter Keller


Die Ursachen der Feuchteerscheinungen lassen sich nur vor Ort abklären, erst danach kann man sich Gedanken über eine Sanierung machen.
Das Bild rechts unten ist typisch für Heimwerkelei am Keller.
Immer wenn innen etwas feucht ist, wird "trockengelegt". Dazu gehört dann oft eine "Drainage".
Ob die hier liegt weiß ich nicht, aber die nicht gegen Abrutschen befestigte Noppenbahn deren Noppen auch noch zur Wand gedreht sind und die KMB in Eigenleistung habe ich schon öfter gesehen. Das Ergebnis ist eine unwirksame weil undichte, falsch eingebaute und von der Noppenbahn perforierte Abdichtung.
Wenn dazu noch eine selbst eingebaute "Drainage" kommt, ist die Bewässerung des Kellermauerwerkes perfekt.

Viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 17.07.09


Bitte zuerst die Ursache der Feuchtigkeitsschäden herausfinden, darauf beruhen dann die nötigen Massnahmen und die Kostenfolge und der Aufwand am Bau - was sich sehr direkt auf den Kaufpreis auswirken sollte. Wenn in gleicher Lage ein gleich grosses und gleich teures Haus mit trockenem Mauerwerk zum Verkauf steht, würde ich dieses nehmen ;-))
Eine einfache Erklärung für erst neulich aufgetretene Feuchtigkeit im unbewohnen Haus ist oft eine mit Laub oder Ziegelschrott gefüllte oder durchgerostete Dachrinne oder ein kaputtes Fallrohr oder eine verstopfte oder eingestürzte Dachwassergrundleitung, was dann als Mauerfussbewässerungsanlage wirkt. (Bei vielen Ziegelbrocken: Dachhaut sehr genau anschauen!):
Wenn das Fundament im Nassen steht, bewirkt die abgebildete unzweckmässige Seitenabdichtung des aufgehenden Mauerwerks nur, dass die aufsteigende Feuchtigkeit weiter nach oben steigt, d.h. die Schäden treten nach einer solchen Massnahme etwas später, dafür weiter oben auf, was in der Regel nicht der Absicht des Sanierers entspricht.
Vielleicht können Sie den damaligen Gutachter nochmal um eine Stellungnahme bitten. Da es ja noch nicht lange her ist erinnert er sich vielleicht noch an das Haus.
Ich bin verantwortlich für das, was ich schreibe! Nicht für das, was Du verstehst!
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 17.07.09