Feuchte Sockelleiste im Erdgeschoss (kein Keller vorhanden)

Hallo Leute,

ich habe folgendes Problem: im Erdgeschoss ist eine Wand auf Höhe der Sockelleiste feucht/nass. Besonders in der rechten Ecke ist es nass. Einen Keller gibt es nicht. Die Wand ist zu einem Hang hin. Das Haus steht erst ab dem 1.OG frei. Dort befindet sich hinter dem Haus eine 1 Meter breite Bodenplatte. Unter dieser Bodenplatte geht es praktisch Richtung Erdgeschoss runter. Eventuell kommt die Feuchte an der Sockelleiste von dem vielen Regen in den letzten Tage, da ich vor ca. 2-3 Wochen dort noch keine Nässe feststellen konnte.
Meine Frage: Wie kann dieses Problem behoben werden? Welche Firmen sind darauf spezialisiert?
Ich habe mittlerweile einiges über über Bauinjektionstechnik und Horizontalsperre/Vertikalsperre gelesen, aber die Erfolge scheinen sich mit diesen Methoden anscheinend nur zu 50% einzustellen bzw. sind nur von kurzer Dauer. Was würdet ihr mir raten?

Danke für eure Hilfe und Grüße
Torsp

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| 25.07.16


Foto der rechten Ecke, wo es am schlimmsten ist.

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| 25.07.16


Um eine Aussage treffen zu können must du noch einige Bilder von Draußen machen, ohne ist das sehr schwer.
Ich habe im meinem Haus ein ähnliches Problem, bei mir liegt es am Oberflächenwasser was nicht abgeleihtet wurde!
Wen man es nicht selber macht, macht es niemand!
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| 26.07.16

Feuchteschaden


Das sieht eher nach einer Wärmebrücke aus- bei dem Wetter kein Wunder.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 26.07.16


Hallo,
ein Bild von der Außenwand im EG kann ich nicht machen. Ich habe ein Bild vom 1.OG angefügt. Da seht ihr ein ca 1m oder 80 cm breite Betonplatte auf dem Boden. Um die Außenwand im EG zu sehen, müsste ich die Betonplatte aufbrechen und 3m nach unten graben. Und was sich unter der Betonplatte verbirgt (Gestein, Mutterboden....) weiß ich leider nicht.

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| 26.07.16

Feuchte Wand


Das sieht alles ganz ordentlich aus.
Wichtig ist das Sicker- und Regenwasser abgeführt wird und sich nicht an der Hauswand stauen kann.
Zwei kritische Punkte gibt es:
Die Fuge zwischen der Betonplatte und dem Haus
und
der Spritzwasserbereich, das sind die ersten 30 cm der Wand von der Betonplatte aus.
Die sollten hier dicht sein, jedenfalls nach dem was ich sehen kann.
Es bleibt bei meiner Vermutung Kondensatausfall an Wärmebrücke.
Lassen Sie sich auf keinen Fall irgendwelche Injektionen oder andere Abdichtungen an der betreffenden Stelle einreden!
Wenn Sie wissen wollen wo die Feuchte herkommt:
Nehmen Sie einen langen, dünnen Steinbohrer und bohren Sie im befallenen Bereich langsam ohne Schlagbohrmodus, am besten in einer Lagerfuge, in die Wand. Beobachten Sie das Bohrgut. Hellgelb bis hellgrau, staubförmig- trocken.
Wird es in zunehmender Tiefe langsam krümeliger und dunkler im Farbton- es wird feuchter. Das bedeutet Wasser bzw. Bodenfeuchte kommt von außen.
Bei flüssigem, unter Druck stehendem Wasser von außen:
Wenn Sie weiter bohren dunkles, teigiges Bohrmehl das an den Spiralen klebt- nass an der Sättigungsgrenze. Durch das Bohrloch würde langsam Wasser einsickern.
Dieser Fall tritt bei Ihnen nicht ein; die Wand würde sonst komplett anders aussehen.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 26.07.16


Nicht das wir aneinander vorbei reden. Das Bild, was du siehst, das ist das 1.OG! Nicht das EG. Ein Bild von der Außenwand im EG kann ich nicht machen, da sich diese 3m unter der Betonplatte befindet.
Links siehst du oben an der Wand ein bisschen Grünzeugs. Das ist der Hang, der schräg nach oben geht. Ich kann mir nur vorstellen, dass durch den starken Regen in den letzten Tagen das Regenwasser im Hang eingesickert ist und nun unten gegen die Außenwand im EG drückt. Aber Ahnung habe ich keine. Bin kein Handwerker und vermute nur. Habe einige Fachfirmen angeschrieben, die wollen aber Bilder der Außenwand im EG, die ich leider nicht liefern kann.

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| 26.07.16

Feuchte Wände


Ich habe das sehr wohl verstanden.
Es bleibt bei Kondensatfeuchte.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 26.07.16


OK, sorry. Ich hatte in dem raum vor 10 Tagen einige Packungen Fliesen hingestellt. Die Pappe der Verpackung ist nun Klamm und zerreißt beim anheben. Hier noch ein Bild vom Laminat in der Ecke. Da sieht man regelrecht Tropfen auf dem Laminat.

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| 26.07.16

Feuchte Wand


Kondensatausfall.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 26.07.16


OK. Wie gesagt, ich habe keine Ahnung vom Handwerk. Ist das was Schlimmes? Wird das teuer? Was kann ich tun?

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| 26.07.16

Kondensatausfall


Bei diesem Wetter nicht viel außer nur nachts lüften wenn es nicht so warm ist. Kalte, massive Wände und feuchtwarme Außenluft- das ergibt nunmal Kondenswasser.
In meinem Kellerbüro habe ich in den letzten Wochen Temperaturen zwischen 21 und 23 °C und relative Luftfeuchten um die 75%. So ähnlich wird es bei Ihnen auch sein. Schon bei ca. 17°C Oberflächentemperatur der Wand/Fußboden bildet sich Kondensat.
Was helfen könnte wäre eine Innendämmung in Stärke von etwa 20 mm an der Wand und ein gedämmter Fußbodenaufbau. Der hilft nicht nur gegen Kondensatausfall- im Sommer und im Winter- sondern spart auch noch Heizenergie.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 26.07.16


Vielen Dank für Ihre Antwort. Das hilft mir schon mal sehr weiter. Auch im Hinblick auf Firmen, die mir dann irgendwas mit Osmose, Horizontal, Vertikal und Kreuz- und Quersperre Verkaufen wollen.
Ich habe jetzt mal gegoogelt und dort kamen Vorschläge wie bspw. "Temperierung". Da wird praktisch (so hab ich es laienhaft verstanden) ein Heizungsrohr in die Wand eingelassen, welches ständig Wärme abgibt, sodass die Wand dort nicht auskühlt. Was halten Sie davon?

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| 26.07.16

Temperierung


Das mag funktionieren. Extra ein Rohr einzulassen halte ich für teuer und aufwändig; es reicht (für den Winter) wenn die Zuleitung zum Heizkörper unten vor den Wandfuß ohne Dämmung gelegt wird. Dafür gibt es Fußleistensysteme. Im Sommer haben Sie das Problem das die Heizung dann laufen müsste- weder raumklimatisch noch energetisch eine gute Variante (außer man heizt mit Sonnenkollektor).
Wenn Technik dann halte ich raumweise einzubauende Abluftwärmetauscher für günstiger. Der technische Aufwand für die Montage ist gering und die Wirkung spürbar.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 26.07.16

Feuchte


Hallo Torsp,

hast Du vielleicht einen elektrischen Heizlüfter den Du im Moment davorstellen kannst der hilft beim schnelleren abtrocknen. Ist dort Tapete drauf oder nur gestrichener Putz( kann man schlecht erkennen)? Wenn Tapete mach Sie besser runter. Was für einen Heizung hast? Normale Heizkörper oder Fußbodenheizung o.ä.? Wenn es von aussen dicht ist geh so vor wie Herr Böttcher vorschlägt. Nimm ne dünne Innendämmung difussionsoffen - kein Styropor. Die Oberflächentemperatur ist dann wärmer und die warme Sommerluft mit hoher Luftfeuchtigkeit hinterlässt auf Deiner Wand nicht ihr Feuchtigkeitspotenzial - tagsüber bei diesem Wetter lüften ist kontraproduktiv. Die Feuchtigkeit wird dann ins Haus geholt statt raus.
Man kann zusätzlich einen Strang Heizungsleitungen(ungedämmt) im Sockelbereich und in Aussenecken hoch führen. Die würde ich aber nicht auf 70°C laufen lassen und wenn nur bei Bedarf. Nachteil Du müsstes dann fast 4 cm Putz auftragen.
Das einfachste ist sicherlich 2cm Innendämmung - Kalkhaftputz und Kalk oder Kalzementputz drauf und mit Kalkfarbe Streichen fertig.

Eine Aussenwand mit normalen Injektionen zu behandeln würde ich gar nicht machen. Wenn Du wirklich ein Problem mit Hangwasser von Aussen hättest kannst Du bei schwerzugänglichen Stellen ein Gel mit Hochdruck in die Erde (Gelschleierinjektion)vor die Aussenwand pressen lassen. Man durchbohrt das Mauerwerk von Innen und leitet mit Hochdruck eine wässrige Lösung ins Erdreich - ist aber sehr teuer und in Deinem Fall höchst wahrscheinlich überflüssig.

VG Hüpenbecker
Hab ich mich denn vermessen?
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| 26.07.16


Hallo Hüpenbecker,
danke für den Tipp mit dem Heizkörper, werde ich heute mal machen. Auf der Wand ist keine Tapete. Lediglich der Putz wurde gestrichen. Ich habe normale Heizkörper. In diesem Raum ist der Heizkörper genau auf der anderen Seite der nassen Wand.

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| 26.07.16


Zur Dämmung der Wand: was ist von Kalziumsilikatplatten zu halten? Eignen die sich für den Zweck? Oder was sollte ich nehmen?

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 26.07.16

Innendämmung


Hallo Torsp,

ja die kannst Du nehmen. Achte darauf das Du vollflächig(Zahnspachtel) verklebst und keine Wärmebrücken herstellst. Kleiner Nachteil ist die sind relativ teuer.
Streichen mit einer Silikat oder Kalkfarbe

VG Hüpenbecker
Hab ich mich denn vermessen?
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 27.07.16


Ja, der Preis ist wirklich heftig. Was würdest du empfehlen? Oder kann ich einfach in den Baumarkt gehen und sagen, ich brauche 20mm dicke, diffusionsoffene Dämmplatten? Reichen beim Fußboden auch 20mm?

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| 27.07.16

Nun warum alles Fragwürdige auf einmal ?


Nun warum alles Fragwürdige auf einmal ?Warum nicht mit der Temperierung wie vor schon beschrieben beginnen?
Schritt für Schritt vorgehen.
Der Vorlauf von der Heizung reicht doch aus, wenn die Außenwand an der Innenseite erwärmt wird. Darüber kann auch eine Sockelleiste verbaut werden.
Klar ist auch wenn die Heizung nicht läuft kann es auch nicht erwärme. Aber wenn die Wand insbesondere im Winter gut abtrocknet ergibt dies eine geringere Wärmeleitung d.h. die Wärmedämmung einer "trockenen" Wand ist erheblich besser. Dies könnte schon ausreichen um Tauwasser insbesondere in den Sommermonaten zu verhindern. Alternativ dazu wäre auch eine Erwärmung durch ein selbstregulierendes Heizkabel ausreichend.
Der Vorschlag mit den Calzium-Silikatplatten ist zwar gemacht worden ob dies auf Dauer sinnvoll ist bleibt ein Rätsel. Was wird denn dadurch erreicht? Direkt auf der Oberfläche fühlt es sich wärmer an - es ist auch davon auszugehen, dass dies auch messbar ist. Aber ist es nicht auch logisch, dass dann der Taupunkt nur etwas nach hinten (aussen) verlagert wird. Nun sind dies Platten sehr gut dampfdurchlässig und können auch etwas Tauwasser aufnehmen, aber wie viel? Reicht das aus?
Der Schwachpunkt dürfte doch der Boden-Wandanschluss sein und der kann damit nicht bearbeitet werden. Könnte es auch sein, dass unter dem Boden - innen eine Abdichtung bzw. eine Dampfbremse eingebaut wurde?
Denn dann könnte der Wasserdampf aus dem Boden nur noch über die Randzonne entweichen! Ein Problem was sich oft nach Erneuerung von Bodenaufbauten zeigt.
Könnte es auch sein, dass ein dichter Laminatboden eingebaut wurde?
Auch hier ist die Fläche versiegelt und der Wasserdampf kann nur über den Rand entweichen - dazu das Bild.
Gleiches Problem.
Alles gegen feuchte Wände und Keller
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 28.07.16


Also, ich habe das Haus vor 4 Wochen gekauft. Was unter dem Boden verbaut ist, weiß ich leider nicht. Direkt unter dem Laminat ist eine dünne silberne Folie ausgelegt. Sieht aus wie Alufolie. Und ja, der Vorbesitzer hat den Laminat bis zum Anschlag verlegt, also keine Dehnungsfuge gelassen. Und zwar in 3 Räumen. Dadurch hat sich der Laminat gewölbt. Als ich den Rand des Laminats rundum um 1 cm kürzen wollte, fiel mir die Nässe an der Sockelleiste auf.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 28.07.16

Somit ist doch zumindest ein Schwachpunkt endeckt


Wie schaut es mit Gewährleistung aus?
Wer hat den Boden verlegt?
Welche Temperaturen und welche Luftfeuchte ist im Raum ?
Wie wurde gelüftet?
Kann es sein, dass das noch Feuchte aus der Instandsetzung z.B. Malerarbeiten usw. ist?
Alles gegen feuchte Wände und Keller
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 28.07.16


Das Haus stand jetzt knapp 1 Jahr leer. Vorher war es vermietet. Der ehemalige Mieter hat den Laminat verlegt.
ich Lüfte immer wenn ich zum renovieren komme, also so ab 16 Uhr bis 20 Uhr.
Das Hygrometer zeigte heute 93 an. Die Temperatur weiß ich leider nicht. Da schau ich morgen mal nach.
Angestrichen oder ähnliches wurde jetzt noch nichts gemacht in dem Raum.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 28.07.16

Nutzung des Raumes


hallo Torsp,

überleg ob Du die Mehrpreise investieren möchtest. Werden je nach Fläche wohl mit € 500,- für die Innendämmung zu rechnen sein. Bei günstigeren Varianten musst Du mit Dampfbremse arbeiten. Bei mir würde ich dieses Material nehmen.
Beim Fußboden sieht das anders aus:
Vorschlag Laminat raus Bautrockner rein. Wenn Du wieder normales Raum-Klima hast die Renovierungen ausführen.
Auch wenns billig ist Laminat ist ein hier nicht sinnvoll. Die Oberfläche von Laminat ist nicht warm wird es auch nicht großartig durch ne Dämmung drunter. Auch wenn ich mich unbeliebt mache das Zeug gehört eigentlich gar nicht in Wohnräume sondern auf den Sondermüll. Da ist nichts gut dran ausser vielleicht der Preis. Da es eh falsch verlegt wurde denk nicht drüber nach und reis einfach raus. Die Aufbauhöhe ist bei der bei der Wahl des Oberfläche wichtig. Ich würde einen Holzboden mit Holzfaserdämmung bevorzugen aber Dein Geschmack ist entscheidend.
Die Heizungsrohre kannst Du auch auf die Dämmplatten an der Wand offen Verlegen und eine Fußleiste drüber machen. Es gibt speziell hierfür Systeme.
Wenn das Haus später normal bewohnt ist wird das Problem Feuchtigkeit geringer. 1 Jahr unbewohnt ist lang und Du weisst nicht wie die Vorgänger die Räume genutzt haben.

VG Hüpenbecker
Hab ich mich denn vermessen?
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 29.07.16

Tauwasser entsteht nicht nur auf der Wand !


Könnte es auch sein, dass durch das Anbringen von Dämmplatten an der Wand sich das Problem am Boden verschlechtert?
Gibt es dazu auch einen Plan (evtl. Skizze) wie die Konstruktion Wand und Boden genau aussieht?
Es ist klar, dass es lange dauert bis eine Wand wieder abtrocknet. Man geht davon aus 40cm ungefähr ein Jahr.
Vorrausgesetzt es gibt keine anderen Parameter die dies verhindern.
Also erstmal trocknen und dann Heizleitung Verlegen und warten.
Noch einige Fakte von heute
Temperatur 30,1° aussen
Luftfeuchte 13 Uhr 54 %
ergibt Taupunkt von über 19°.
Die Wand und auch der Boden war sicher kälter !
Alles gegen feuchte Wände und Keller
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 30.07.16

Sockelleiste-Bilder aus der Bilddatenbank: