Lärchenfenster - Einbau 2006 - Risse

Im September 2006 haben wir uns 2 zweiflüglige Drehkipp-Fenster aus Lärche vom Schreiner auf der Wetterseite einbauen lassen. (Isolierglasfenster in Lärchenholz, 3-schicht-verleimt, 1 x tauchgrundiert, 1 x mahogonifarbig lasiert mit Farbe: Herbol Pro Decor, offenporig mahagoni).
Die Fenster wurden nach RS mit dem Schreiner 2007 von mir nachgestrichen.

Bis heute tritt an verschiedenen Stellen Harz aus, bzw zeigen die Längsteile feine Risse, die von oben nach unten laufen. Auch die unteren Fensterstücke zeigen bereits Rissbildungen auf.

Nach Besichtigung durch den Schreiner wurde mit gesagt, dass die Rissbildung durch die Sonne käme und ich einfach noch einmal drüberstreichen soll, somit würde kein Wasser eindringen.

Ich möchte reklamieren, wollte mich vorher ab erst einmal erkundigen, ob die Risse, wie der Schreiner mit erklärte, normal sind????

Vorab vielen Dank für die Hilfe.


Lindner Dagmar | 29.08.08

Herbol...


...schreibt 3 Aufträge vor. Insofern war der Meister deutlich zu sparsam. Die Fenster waren von Anfang an nicht hinreichend geschützt. Interessant wäre zu wissen, welche Tauchgrundierung verwendet wurde.

http://www.herbol.de/bibliothek/download/tm_alt/offenporig-pro-decor.pdf

Besonders harzhaltige Stellen hätten vorab mit einem geeigneten Lösemittel abgewaschen werden müssen, das ist möglicherweise nicht erfolgt.

Ich staune immer etwas, wenn ich lese, eine Kunstharzlasur wäre offenporig. Bei der für maßhaltige Bauteile erforderlichen Mindestschichtdicke ist das vermutlich nicht der Fall.

Ich staune auch, wenn mir die Produktbeschreibung versichert, das Produkt wäre Grundierung, Lasur und Finish in einem. Auf mindestens einem der Felder dilettiert das Produkt, wetten?

Bei Rissen ist es mit Überpinseln nicht getan. Der Tischler sollte rissige und lose Bereiche großzügig bis in das Holz anschleifen, und dann die Fenster 3-fach beschichten.

Besser wäre es noch, die Farbe käme ganz 'runter, und Sie greifen zu einer guten Leinöllasur oder Leinölfarbe. Die reißt nämlich nicht.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 29.08.08

Bevor..


..Sie reklamieren, empfehle ich folgenden Link:
http://www.glaserhandwerk.de/aaa_RiHolzoberfl-2000.pdf
Nach diesen Kriterien würde vermutlich ein Gutachter urteilen.
Eine andere Sache ist es jedoch, den Tischler zur Nachbesserung zumindest der Risse auf Kulanzbasis zu bewegen.
Gegen den Harzausfluß ist man sowohl bei Acryllasur Herbol wie auch bei Öllasur machtlos (auf Lärche).
Zumindest ist es kein "Mangel".
Mein Tipp: Nach ca.4,5 Jahren sollte das Ausharzen zur Ruhe
gekommen und das Harz ausgehärtet sein. Dann vorsichtig mit einer Spachtel abstoßen und mit sanftem Lösemittel nachwaschen. Bei Bedarf Anstrich ausbessern.
Viel Erfolg !
Ich lebe ohne Sorgen mein freies Leben hin und freu mich jeden Morgen das ich ein Tischler bin.
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Tischlerei Holm Bernhardt | | 29.08.08

Nun,


auch in der erwähnten Richtline steht ganz oben:

"Der Beschichtungsaufbau hat nach Angabe des Herstellers zu erfolgen. Die erforderliche Schichtdicke
muß durch die Schlussbeschichtung erreicht sein."

Der Meester wird wohl eher nicht die erforderliche Schichtdicke erreicht haben, mit einem statt 3 Aufträgen. Im übrigen geht es bei der Richtlinie wohl eher um den Auslieferzustand.

"In der Richtlinie sind nicht erfasst:
• Nach der Schlussbeschichtung erkannte mechanische und/oder
chemische Schädigungen durch äußere Einwirkungen.
• Unverträglichkeit zwischen Beschichtungsträger und Beschichtung.
Solche Beschädigungen sind in der Verursachung zu klären."

Insofern muß man da m.E. nicht um Kulanz bitten, sondern die Abstellung eines von Anbeginn vorhandenen Mangels (zu geringe Schichtdicke)fordern.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 29.08.08

Lärchenfenster - Einbau 2006 - Risse


Ich bedanke mich für die Information und werde über den
Ausgang des Gesprächs kurz berichten.

Grüße
Dagmar


Dagmar | 09.09.08

Hi.


Was wurde denn vertraglich vereinbart (Beschichtungsaufbau, Holzsortierungsklasse...)?

Bei dunklen Beschichtungen auf harzreicher Hölzer (z.B. Lärche), kann es außenseitig durch die erhöhte Oberflächenerwärmung zu Harzaustritt kommen und die Gefahr der Rissbildung ist auch erhöht. Das gilt es zu vermeiden...

Genaueres kann man letztendlich aber nur vor Ort sagen.

Grüße,
Peter
Gestalten mit Holz...
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Schreinerei Peter Musch | | 11.09.08