Fensterfuge wie verputzen

Hallo,
wir haben nun neue Fenster eingesetzt bekommen. übrig sind jetzt Fugen ( zwischen Fenster und Mauer im Innenbereich)unterschiedlicher breiten ca.1-4 cm.
Der Fensterbauer meinte ich solle nur noch verputzen.

Problem: ich hab grad überhaupt keine Ahnung wie ich den Putz in die kleine Fuge bekommen soll( bzw wie ich da mit Werkzeug dran kommen soll), da kein handlungsspielraum da ist. Welches Werkzeug nehme ich da am besten? Ich kann ja schlecht mit der Glättkelle dran gehen. Zudem möchte ich die Fenster ungern unötig verschmutzen. Benutzt man da einen speziellen putz oder so?Gibts da einen Trick wie ich an die fugen komme,?für oder stell ich mich nur doof an?

lg Sternlibelle

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 12.02.07

Standard ist Silikon,


der Holzwurm würde es so machen:

Holz mit Malerkrepp abkleben, einen feinkörnigen Putz anrühren. Fugen vornässen. Putz in eine solide Plastetüte geben und die Spitze abschneiden. Drücken. Nach den Anziehen Überstände abnehmen und mit Pinsel verschlichten.

Wenn die Fugen tief sind, vorher mit Stopfhanf arbeiten.

Viel Spaß

Thomas
Holz schwimmt immer oben
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Restauratio GmbH | | 12.02.07

Fensterfuge wie verputzen


Üblich sind beim Fenstereinbau Spaltmaße von 5 - max. 10 mm Breite. Man hätte also vor dem Einbau der Fenster die Laibungen mit Glattputz beiputzen sollen, um die Fugenbreiten zu minimieren. In eine solche schmale Fuge mit glatten Flanken können Sie zwecks Dichtung Kompribänder usw. einlegen und dann den Rest beiputzen oder mit einem Kitt schließen. Hat Ihnen denn Ihr Tischler, der die Fenster eingesetzt hat, nichts gesagt?
Falls Sie Holzfenster haben, ist das Verputzen mit einem Kalkputz die beste Methode, das mit der Tüte könnte sogar funktionieren. Ansonsten: Das Fenster komplett abkleben und klassisch beiputzen. Wenn die Fenster ohne Anschlag gesetzt sind, sollten Sie bei so einer breiten Fuge außen eine Leiste setzten, um Schlagregen fernzuhalten. Bei Plastefenstern wird die Sache schwieriger, Putz wird durch die thermische Bewegung der Plaste immer reißen. Hier empfehle ich Ihnen den Ausbau der Fenster, das Beiputzen der Laibungen, Wiedereinbau mit Kompribändern und bei Bedarf Dichtband, Ausschäumen und Schließen der restlichen Fuge mit Putz oder Acryl.
Viele Grüße
Georg Böttcher
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 13.02.07

Fenstereinbau


ordentlich und wie ihn die KfW sich auch bescheinigen läßt, wird offenbar immer noch nicht allgemein beherrscht.
So geht es beim Altbau-Holzfenster:

1. Grundsatz: Im Rohbau so sorgfältig arbeiten wie möglich, also in die Laibungen Ausgleichsputz lot- und fluchtrecht einbauen.
Negativbeispiel: beschädigtes blankes Mauerwerk, unverputzt,
Maßabweichungen, Fensteröffnungen nicht vorbereitet.
2. Grundsatz: "Fenster statisch gut fixieren".
Dazu Fenster-Befestigungskrallen nehmen (Wuerth z.B.). Negativbeispiele:
Bankeisen, durchbohrte Rahmen.
3. Grundsatz: "Wasser weg vom Fenster"
dazu Stopfhanf in die Anschlußfuge gut feststopfen.
Negativbeispiel: Bauschaum, Zementmörtel.
3.Grundsatz "innen dichter als außen"
damit Wasserdampf erst gar nicht rein kommt, wenn er trotzdem drin ist aber wieder raus.
Man nehme innen Fenster-Dichtungsfolie (z.B. von Illbruck), die man einputzen kann, es gibt entsprechende Produkte auch zur Verwendung unter der Außenfensterbank.
Außen verwende man Kompriband (Illmod) in jeweils angepaßter Stärke. Bei breiten Fugen wird zusätzlich verleistet.

Im übrigen sollte zum Gewerk "Fenstertausch" auch der fachgerechte Einbau gehören.

Grüße vom Niederrhein
Neue Nutzungen für alte Gebäude
Mitglied der Fachwerk.de Community
Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | | 13.02.07

Wenn es nur ums


Zuputzen von schmalen Fugen geht, habe ich als Laie etwas Putz auf ein Reibebrett gegeben. Dann an die Fuge gehalten und mit einer Spachtel oder wenn diese zu groß war mit einem alten Schraubenzieher den Putz in die Fuge gedrückt.
Natürlich vorher ordentlich abkleben.

Das mit der Tüte klingt gut. Muss ich bei Gelegenheit auch mal probieren.

Gruß Marko
...und immer an der Zukunft bauen!
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 13.02.07

Nochmal...


zur Nachdrücklichkeit:
An den Einbauvorschlag von Dietmar halten! Alles andere entspricht nicht den Regeln der Technik! Vergleichsweise mal nach Details unter den Überschriften "RAL-Anschluss" und "Institut für Fenstertechnik Rosenheim" googeln. Selbst langjährig arbeitende Fensterbauer haben diesen Anschluss immer noch nicht als Standardlösung parat.
Guter Link zum Thema:
http://www.khries.de/fensterabdichtung.htm
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri
planen + bauen mit holz
Mitglied der Fachwerk.de Community
Malangeri - planen + bauen mit holz | | 14.02.07

HeyThomas


danke für deinen Tipp, die Tütenidee hat sich bis jetzt sehr gut bewährt und nicht nur bei den Fenster.

Gruß Sternlibelle

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 03.03.07

Sehr hilfreich...


...ist der Verweis von Martin Malangeri zur Seite von K.H.Ries. Dort sind ausführliche Texte zum Thema, die das Verständnis der Zusammenhänge erleichtern. Eine der möglichen Varianten zeigt Dietmar Beckmann auf.

Mir fehlt aber trotzdem die innere Überzeugung, daß all das immer sein muß. Solange die Oberflächenbeschichtung der Fenster noch eine gewisse Diffusion ermöglicht (was die dicken Dispersionsfarben freilich nicht bieten) und mit Stopfhanf und Kalkputz oder Lehm auch der Putz diffusionsoffen bleibt, gibt es eigentlich keinen Punkt, wo sich Wasser stauen kann. Gerade in Innenbereich kann man eine sich ggf. bildende Haarfuge auch leicht nacharbeiten.

Einerseits bedeutet hier der Stand der Technik einen nicht unerheblichen Aufwand für völlige Dichtigkeit - andererseits baut man dann Beschläge mit Spaltlüftungsfunktion an die Fenster, um trotzdem noch Luft zu bekommen.

So ich bisher alte Fenster demontiert habe, die nach der erwähnten altväterlichen Art eingebaut waren, waren sie stets in den Flügeln vom Wetterschenkel her defekt. Einen im Wandanschluß vergammelten Rahmen, der althergebracht richtig eingebaut war, habe ich tatsächlich noch nicht gesehen.

Was sagen denn unsere Fensterbauer dazu?

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 05.03.07


Wieso überhaupt umständlich Verputzen - normalerweise werden zum Abdecken gerade in Problemzonen angepasste Leisten verwendet. Mit dem Fensterbauer sprechen.


Holzwurm Dieter | 04.06.07

Einfach eine Leiste drauf


darauf hätte ich auch früher kommen können! Natürlich auch im Außenbereich. Das krümmt sich später vermutlich ein bisschen, und der Fensterrahmen ist vollflächig luftumspühlt.

Super Idee.

Spöttische Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 04.06.07

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