Einfachverglasung - wirklich eine schlechte Idee???

Hallo,
wir Restaurieren gerade unser ca. 500 Jahre altes Fachwerkhaus. Die Frage der Scheiben steht an. Wir haben kleine Fensterflächen (historische Größe) und würden gerne Einfachverglasung haben weil es einfach schöner aussieht. Kastenfenster würden nicht so passen und wie gesagt, wir finden es eben einfach schöner.
Jetzt schlägt uns von überall Ablehung entgegen (unsere Architektin findet die Idee allerdings nicht schlecht (kennt sich aber speziell damit auch nicht sehr gut aus weil es eben keiner machen will), aber die meisten Leute raten dringend ab (Wärmeverlust, Kondenswasser etc.). Wir werden höchstwahrscheinlich eine Wandheizung einbauen.
Ich wäre sehr dankbar für Argumente, die uns weiterhelfen, hoffentlich hat sich jemand auch so stur durchgesetzt und ist jetzt glücklich damit??
Herzlichen Dank schonmal im Voraus!!!
Viele Grüße
Frank Tschentscher
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| 03.12.04

Nicht nur Geschmacksfrage


Hallo,

hier werden ja nicht nur Geschmacksfragen tangiert, sondern tw. auch die berüchtigte EnEV. Ausnahme-Genehmigungen sind hier zwar möglich, aber das sollte Ihre Archtektin kennen / wissen.

Im Zusammenhang mit der Wandheizung gibt es eine andere Überlegung: Da hier die Raumluft-Temperatur deutlich den vorgeschriebenen 21 °C liegt, werden die Konvektionsverluste an der Scheibe minimiert. Diese Überlegung hat sich jedoch noch nicht bei allen "Fachleuten" herumgesprochen, bzw. wird noch strittig diskutiert. Die Heizungsbauer versuchen auch gnadenlos, Wandheizungen überzudimensionieren - daß also die 21° C erreicht werden. Von dieser Forderung sollten Sie im Zweifel auch ihren Heizungsbauer befreien - und nur die handwerklich einwandfreie Leistung fordern.

Wenn's denn nicht unbedingt Kastenfenster sein sollen - sprechen Sie doch hier im Forum mal den Andreas Milling wegen Fenstern mit einer normalen "Wärmeschutzverglasung" an.

Viel Erfolg

Bernd


anonymus | 03.12.04

Einfachverglaste Fenster ??? - warum ?


2 x einfachverglaste FensterHallo Herr Tschentscher,

Nicht nur wegen der ständig steigenden Energiepreise möchte
ich von einfachverglasten Fenstern abraten.

Speziell im Winter neigen diese Fenster zu starker
Schwitzwasserbildung und vereisen sehr stark.

Nun ja, zunächst stelle ich hier ein Foto von einem
Verbundfenster ein.

Zu diesem Thema bekommen Sie von mir noch eine persönliche
mail mit einigen Bildern und einer genauen Beschreibung.

Sie können sich ja inzwischen hier einmal unter unserem
Profil umschauen und unsere Homepage besuchen.
www.tischlerei-milling.de

Schöne Grüße
Andreas Milling
Anfertigung von Verbundfenstern u. Isolierglasf. mit hist..getreuen Profilen und Rahmenquerschnitt
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Tischlerei Milling | | 03.12.04

Die "berüchtigte" EnEV


sagt ganz klar beim Austausch von Fenstern, max U-Wert = 1,7 W/(m²K). Daran kann man so glaube ich auch mit einem Denkmal nicht vorbei diskutieren. Auch der Einbau einer Wandflächenheizung, so sehr ich das Begrüße ändert nicht's an diesem Wert.
Der Weg ist das Ziel
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Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | | 04.12.04

Ganz herzlichen Dank bisher, aber.....


Ganz herzlichen Dank an Alle, die mir so hilfreiche Antworten gegeben haben....!!!!

Ich bin aber störrisch:
mich interessieren vom Staat und DIN-Norm Liebhabern aufgestellte Normen nicht sonderlich. Ein 500 Jahre altes Haus lässt sich in keine Norm pressen. Bitte nicht falsch verstehen: Ich bin sehr umweltbewusst und spare wo ich kann, aber ich kann mir eben vorstellen, lieber einen Pullover anzuziehen und Scheiben zu kratzen als häßliche Fenster zu haben. Ich gehe sogar so weit, dass ich gerne das Lamberts-mundgeblasene Glas einsetzen will.
Die Fenster von Herrn Milling scheinen mir aber eine echte Alternative zu sein, das werden wir noch überlegen. Wichtig wäre, dass ich wenigstens in der warmen Zeit ein echtes Einfach-Fenster haben kann....

Aber gibt es denn niemanden, der so störrisch war wie wir es sein wollen und glücklich damit ist????
Vielen Dank schonmal und viel Erfolg bei der Restaurierung Eurer alten Häuschen
Frank
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| 06.12.04

rohzahlen


hallo,
ich würde gerne eine zahl beisteuern: der u-wert für Einfachverglasung ist 5.2 W/K qm im gegensatz zu den enev-geforderten 1.7. das bedeutet er liegt einen faktor 3.5 zu hoch, oder die fensterfläche muß 3.5 mal kleiner sein, damit sich der gleiche Wärmeverlust ergibt. wenn also jemand die alten kleinen bauernfenster behält und ein anderer ganze gefache verglast, dann ist der großverglaser trotz hightec thermoscheiben das energieschwein, wenn ich so sagen darf. immerhin geht es um flächen. das heißt, eine doppelte linearausdehnung überwiegt schon den dämmeffekt.
natürlich sparen kleine gedämmte scheiben am besten, aber manchmal hat man das gefühl, die leute denken einfachverglasung ist wie gar kein Fenster und das stimmt nicht. außerdem hat man mit einfachverglasung wieder eisblumen am fenster, was es es ja sonst nur noch im märchen gibt...
grüße,
andreas schmeller
ps: früher gab es winterfenster, die nur in der kalten jahreszeit vorgesetzt wurden.
Halte Rat vor der Tat
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DR. SCHMELLER Bau- und Energieberatung | | 06.12.04

Alsooooo


wir haben auch noch zum Teil einfachverglaste alte Fenster. Am besten ist, wenn man nachts eine Gardine davorzieht, denn der "Temperaturunterschied" ist schon beträchtlich, mit oder ohne Gardine :-) (grade getestet...).

Da, wo es nötig war, weil die Fenster kaputt waren, haben wir uns Fenster vom Andreas Milling einbauen lassen (er hat hier auch schon geantwortet). Die sind sooooooooooooooo klasse, echt toll. Die sind nicht irgendwie "dick" oder klobig, sondern wundervoll gearbeitet und sehen auch aus wie "echte alte Fenster". (siehe auch bei mir im Profil die Bilder).

Wenn Sie die Fenster sowieso erneuern müssen, dann fragen Sie am besten ihn mal. Ich weiß aus leidiger Erfahrung, dass man wirklich lange rumsuchen muss, bevor man einen findet, der sowieso Holzfenster macht und dann auch noch mit geringen Rahmenmaßen (so, dass auch noch Scheibe zum gucken da ist, nicht nur Holz...).

Also ich empfehle Andreas Milling :-). Er ist einer der besten Handwerker, die wir hatten. Schnell, zuverlässig, ruckzuck eingebaut und alles war wirklich in Ordnung (vorher würde er nicht heimfahren). Außerdem werden die Fenster von ihm von allen bewundert.

Grüße Annette


anonymus | 06.12.04

Befreiung von der Wärmeschutzverodnung


Hallo Frank,
unser Haus steht unter Denkmalschutz und wir sind von EnEV-Verordnung befreit.
Wenn eure Fensten noch nicht kaputt sind erst einmal drinn lassen. Wenn es dann zu unangehnem wird könnt ihr die Flügel ja noch mit einer Vorsatzscheibe isolieren.

Gruß Frank
Traum oder Albtraum, die Zeit wird es uns zeigen
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| 06.12.04

U-Wert


Ich kann sehr gut verstehen, dass sich jemand dafür entscheidet ein einfach verglastes Fenster mit alten mundgeblasenen Scheiben zu erhalten. Selbst dann gibt es noch die Möglichkeit eine zweite Scheibe dahinter zu setzen. Man verbessert den Dämmwert von 5,2 auf ca. 3,0-3,5. Hierfür gibt es die Befreiungsmöglichkeit der EnEV. Wenn aber so wie so neue Fenster eingebaut werden, halte ich es für falsch sich über alle Bestimmungen hinwegzusetzen, so lange es gute Alternativen zu den Standardfenstern gibt, die dem Denkmal nicht Schaden und die gibt es offensichtlich. Man könnte sich natürlich auch einmal erkundigen, ob man aus mundgeblasenem Glas auch Isolierglasscheiben herstellen kann. Mit Profilglas ist das möglich.
Darüber hinaus reden wir hier nicht über eine DIN-Norm, sondern über ein Gesetz.

Wenn jemand anders sein gesamtes Fachwerk verglast, hat das mit dieser Diskussion gar nichts zu tun.
Der Weg ist das Ziel
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Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | | 06.12.04

Ausprobieren.


Lieber Herr Tschentscher,

wir überlegen auch Einfachfenster einsetzen zu lassen. Schauen Sie doch mal in der Rubrik "Wärmedämmung" unter den neueren Beitrrägen. Bei uns kommt hinzu, dass wir Ofenheizung haben/behalten. Ein Forumsmitglied (Wolf) hat den Bausachverständigen Konrad Fischer zitiert, der auch eine weitläufige sehr interessante Internetseite hat, und der ausführt, bei Strahlungsheizung, und in Bezug auf die Wärmestrahlen der Sonne, seien Einfachfenster gar nicht soooo ungünstig.
Vielleicht muss man es einfach ausprobieren.
Unser Tischler riet auch eher ab. Andererseits hörte ich von vielen, dass sie bei Ofenheizung und zugigen Fenstern nicht gefroren hätten. Unser Tischler schlug auch vor, wir könnten nachträglich zu Kastenfenstern aufrüsten, oder die Einfachscheiben, gegen dünnere Isoscheiben austauschen, die nicht so viel bringen wie die dicken aus den Dänischen Fenstern, aber mehr als Einfachglas. Dazu legt er die Sprossen ein klein wenig dicker aus, aber alles bleibt viel zierlicher. Er meinte auch, man könne nachträglich innen noch Fensterläden anbringen, klapp und faltbar, die würden auch einiges bringen. Ich denke daher, man legt sich mit der Wahl von Einfachfenstern nicht auf ewiges Frieren fest, sondern hat durchaus noch nachträgliche (wenn auch teuere)Verbesserungsmöglichkeiten.
Im übrigen finde ich die neuen Isofenster extrem schwer. Das ist ein Gefühl, als bewege man riesige Glasbausteine. Wenn man die alle öffnet, knackt es doch im Gebälk und das Fachwerk möchte sich im Vorgarten absetzen.

Hat eigentlich schon mal jemand nachgerechnet, wie stark dicke Eisblumen dämmen?

Was hat es mit dem Lambert mundgelbasenen Glas auf sich? Für die Scheibe? Wegen der Schlieren? Wo gibts es das, was ist der Aufpreis gegenüber Normalglas? Im Internet finde ich nur Lambert-Trinkgläser.

Viele Grüße

Hagen Bode


Hagen Bode | 29.12.04

Lamberts Glas


Lieber Herr Bode,
herzlichen Dank für die Antwort, es freut mich sehr, dass Sie auch so verrückt sein wollen.
Die Lamberts-Gläser (es geht um das Restaurationsglas) sind neu hergestellte Gläser aber eben mundgeblasen also mit den "Schlieren" und Unregelmäßigkeiten, die alte Fenster so interessant macht. Habe ein Probestück bekommen, das ist wirklich schön. Ich kenne die normalen Glaspreise nicht, aber es ist wohl deutlich teurer. Haben einige Leute auf Lager, gibt es aber auch bei Lamberts direkt, die geben auch Preisauskünfte, homepage:

http://www.lamberts.de/lambhome.htm

Viele Grüße
Frank Tschentscher
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| 29.12.04

"Fensteraustausch" in Servicezeit Bauen und Wohnen


Hallo,
ich kann deine Überlegungen gut nachvollziehen. In unserem alten (1900) Haus sind die meisten Fenster vom Vorbesitzer ausgetauscht worden, 5 alte Fenster existieren noch. Wir wollen sie erstmal drin lassen um unsere Erfahrungen damit zu sammeln.
Im Mai letzten Jahres hab ich in der Servicezeit Bauen und Wohnen einen Beitrag gesehen, der meine Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Fensteraustausches geschürt hat: http://www.wdr.de/tv/service/bauen/inhalt/20040514/b_4.phtml

LG
Annette
Abenteuer 1900 in Rommerskirchen ;-)
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| 14.01.05

einfach Fenster


Hallo Herr Tschentscher

Wie weit sind Sie mit Ihrer Fesnterfrage gediehen.
Das interessiert mich! Welche Lösung unter den vielen vorgeschlagenen Sie nun machen werden.
danke

Florian Kurz
langlebig - nachhaltig - einfach
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Architekturbüro slow-house | | 08.02.05

Was zum Nachdenken...


Hallo,
Wandheizung finde ich super, alte Fenster mit Einfachverglasung auch, mir drängt sich jedoch aus eigener Erfahrung der Eindruck auf, das beides in Kombination nicht besonders günstig ist:
Der hohe Wärmeverlust der Scheiben führt zu einem Abkühlen der Luft vor dem Fenster, diese sinkt auf den Boden und führt zu deutlich spührbarer Fußkälte (Fußboden und Luft), Sitzen vor den Fenstern ist auch nicht so angenehm, man spürt den Strahlungsmanngel, denn hier ist keine beheizte Wand, die ihn ausgleicht, die generell niedrigere Raumtemperatur trägt dann noch ihr übriges dazu bei...
Ein weiterer Vorteil der Wandheizung entfällt ebenfalls, die geringere Luftbewegung im Raum. Das sehr kalte Fenster führt wie sonst der Heizkörper, zu einer ständigen Umwälzung...

Jenseits aller Gesetze (die Ausnahmen vorsehen (glaube, Maßnahmen müssen sich innerhalb von 10 Jahren amortisieren, sonst sind sie nicht zumutbar, damit dürfte für die meisten eh die wirtschaftliche Grundlage entfallen)) und ideellen Vorstellunge:

Einfachverglasung nur mit Heizkörper vor dem Fenster, dann kann es zwischendurch wenigstens zeitweise abtrocknen und schimmelt nicht ganz so (eigene Erfahrung, in jdem Raum ein Gammelfenster und ein ordentliches Fenster))
Bei Wand und Fußleistenheizung sollte es keine schlecht gedämmten Bereiche in der Wand geben...

Aber vielleicht hab ich ja auch irgendwo ne'n Denkfehler gemacht oder meine Sinne trügen mich.
Gruß Frank
Guter Wille allein reicht nicht...
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| 21.02.05

Geht! Versprochen! Sie können es sich ansehen!


Die nassen Fenster!Hallo Frank!
Vieleicht bin ich derjenige auf den Du gewartet hast.
Ich hab dem Eisenschink und dem Fischer vertraut, und hab nicht nur ein einfachverglastes Fenster in meinem Wohnzimmer, ich hab auch kein Kondenswasser oder Eisblumen. Schimmel gibt es erst recht nicht. Aber das im gesamten Haus nicht.

Wichtig ist aus meiner Erfahrung in der Reihenfolge:

1. Strahlungsheizung, sie sollte in der Lage sein in Zeiten erhöhten Bedarfes auch schnell genug Wärme in dei Räume zu bringen. Also Heizleisten-eingeputzte Systeme sind zu träge

2. Es sollte keine Zugluft möglich sein! Die Innentüren sollten mit Schwelle ausgeführt sein. Denn nur wenn die "eingeblasene" Luft auf der anderen Seite des Haus wieder "herausgeblasen" wird geht durch Konvektion die Wärme verloren.

Mit den besten Grüßen von der Ostsee


Der Ingo
3. Sehen Sie zu, daß Deine Wände wirklich offen sind.
Die Luftfeuchtigkeit muß gering sein.
Das ist nicht wirklich unangenehm. Lies mal die Polemik vom Eisenschink. Was die trockene Luft anbelangt hat er völlig Recht.

Gern bericht ich auch persönlich von meinen Erfahrungen.
Auf meiner Hompage wird es noch eine Weile dauern, bis ich die Erfahrungen in Textform gegossen habe.
Von allen denkbaren Moglichkeiten ist die Einfachste immer die Beste
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Einfach gut gebaut | | 21.02.05

So machen wirs


Hallo miteinander!
ich danke Allen sehr herzlich, die sich mit dem Thema beschäftigt haben, besonders natürlich den "Verrückten", die auch Einfach-Fenster haben (und wollen).
Als Update: Wir haben es nun beschlossen, tatsächlich Einfach-verglaste Fenster im gesamten Haus einzubauen. Das was wir an Geld sparen investieren wir in Eichen-Fenster und mundgeblasene Scheiben. Man könnte uns vielleicht vorwerfen, dass wir damit historisieren, aber ich finde, dass in ein 500 Jahre altes Haus solche Scheiben besser passen. Am liebsten würde ich ja Felle vor die Fenster hängen, aber den Luxus Glas gönnen wir uns dann doch lieber :-)
Wir werden sehen. Es wird noch ein wenig dauern mit den Fenstern, aber spätestens nach dem nächsten Winter kann ich dann sicher von unseren Erfahrungen berichten!
Ach ja, die Berechnung der Heizung ist übrigens nicht ganz so einfach, aber da sind wir jetzt dran und mit ein wenig Kreativität wird es gehen.....
Herzliche Grüße
Frank
Historisches entdecken und erhalten
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| 22.02.05

Noch ein Nachtrag,


Ein Bild fürs Buch?weil ich mich so über den Erfolg gefreut habe, den Eisenschinks und meine Aufklärung hier gegen den alten Angsttrend bewirkt haben. Die wichtigen Themen sind auf den folgenden Links abgehandelt, das Bild von Prof. Meier zeigt die Durchlässigkeit von Fensterglas für verschiedene Strahlungsspektren - Wärmestrahlung kommt nicht durch!


Richtig und falsch heizen - Zur Hüllflächentemperierung



Rund um die Fensterprobleme und den Holzschutz



Weitere Diskussion Fensterprobleme im Fachwerkforum
Erhaltende Instandsetzung
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architektur- & Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Architekt | | 01.06.05

Achtung - Relativierung


Moin miteinander,

ich hatte eingangs von Überlegungen zur Minimierung der Wärmeverluste gesprochen, bzw. in einer in Teilen noch strittigen Diskussion - nicht von Beweisen und auch nicht von der Möglichkeit sämtliche Verluste abzustellen !!!!

Richtig ist, daß Fensterglas bestimmte Strahlenspektren nicht durchläßt. Diese Erkenntnis ist ein alter Hut, auch wenn Prof. Meier und Dipl.-Ing. Fischer permanent eine Art Alleinvertretungs-Anspruch für diese Entdeckung vor sich her tragen.

Das genannte / gezeigte Experiment von Prof. Meier (sofern das Bild überhaupt etwas zeigt) verdeutlicht nur die Nicht-Durchlässigkeit - aber auch nicht mehr.

Dem geneigten Leser soll damit suggeriert werden, daß Nichtdurchlässigkeit automatisch Nicht-Verlust bedeutet.

Eine derartige Folgerung ist im wissenschaftlichen Sinne grob fahrlässig. Von bewußter Täuschung möchte ich hier nicht sprechen.

Verschwiegen wird dabei, in welchem Umfang eine Glasscheibe die Wärmestrahlung absorbiert und/ oder reflektiert - und zu welchen Verlusten es durch Konvektion auf der Außenseite der Scheibe kommt.

M.E. haben weder Meier noch Fischer zu dieser Problematik Stellung bezogen, obwohl sie - auch in anderen Foren - mehrfach darauf angesprochen worden sind.

Vielleicht kommt hier mal etwas mehr an Argumenten, statt langweiliger Verweise auf andere Seiten, die auch durch permanente Wiederholung nicht besser werden.

Gruß aus BS


anonymus | 01.06.05

Erst falsches Bild, Pardon, aber jetzt richtig:


Das weiß doch jeder Fachmann - siehe Bild.Und lieber Herr Fröhlich, seien Sie doch nicht so streng mit uns. Das ist doch sonst grob fahrlässig im Umgang miteinander (denken Sie auch an Herrn Töplers Klopfen).

Worauf es ankommt, ist doch, ob durch Einfachscheiben mehr Energie gespart wird, als mit zwei. Und da kommt doch die Frage auf, welche Konstruktion läßt mehr Sonne rein und mehr Wärme raus und wie bilanziert man das?

Und welche Konstruktion sorgt wohl für trockenere Luft und damit weniger Heizenergieverbrauch bei gleichem Temperaturniveau?

Und das alles wollen Sie auf die Kommastelle von uns wissen? Es ist zuviel verlangt, glauben Sie mir wenigstens das.

Tipp: Es gibt IR-Meßgeräte, mit denen man die Wärmestrahlung einer Oberfläche messen kann. Ich mach das. Machen Sie es doch auch! Dann werden Sie auch zur Einsicht kommen, daß energietechnisch die Einfachfenster der Gewinner sind. Wo Sie doch der Webseite nicht glauben.

Und denken Sie nur dran, wie Sonnenlicht an zwei Gläsern kaputtreflektiert werden kann...
Erhaltende Instandsetzung
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architektur- & Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Architekt | | 01.06.05

Stöpler,


nicht Töpler - soviel Zeit muß sein ;-).
Alles unter Dach und Fach
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Fachwerk.de | | 01.06.05

Pardon vielmals,


verliere etwas den Durchblick bei so viel Resonanzen. Ich bereue, gelobe Besserung und tue Buße (bin Lutheraner).

Strafarbeit:

Stöpler
Stöpler
Stöpler
Stöpler
Stöpler
Stöpler
...

Jetzt vergeß ichs nie mehr.
Erhaltende Instandsetzung
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architektur- & Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Architekt | | 01.06.05

Glaube und Wissenschaft


Herr Fischer,

ich bin ja gern bereit, sowohl an die Vorteile einer Flächenheizung, hier Wandheizung, als auch an die Vorteile einer Einfachverglasung zu glauben.

Auf meine Frage nach Argumenten / Beweisen reagieren Sie, wie üblich, mit Suggestivfragen (u.ä.), die wiederum belegen sollen, daß Sie recht haben.

Ihre Einlassungen sind - wissenschaftstheoretisch betrachtet - lediglich Hypothesen, sie noch eines Beweises bedürfen. Sie stellen jedoch Ihre Meinung als unumstößliche Tatsache dar und verstoßen damit m.E. in eklatanter Weise gegen jede Wissenschaftkichkeit.

Über die Schwierigkeit einer Beweisführung in dieser Thematik (instationär / in situ) bin ich mir durchaus bewußt. Seien Sie aber doch bitte so ehrlich und kennzeichnen Hypothesen als Hypothesen und Beweise als Beweise.

Und wenn die Undurchlässigkeit von Glas (für bestimmte Spektren) verifiziert wurde, folgt daraus noch lange nicht, daß damit auch eine Einsparung verifiziert ist, nur weil sie im gleichen Kontext "verwurschtet" wird.

Der physikalisch wenig vorgebildete Leser mag sich durch eine derartige Argumentationskette täuschen lassen, streng genommen ist das ganze dann aber so inhaltsleer wie die Inhaltsangaben auf einem Eimer wischfester Dispersionsfarbe.

Ich hoffe, daß wir beide in dieser Sache recht haben, oder unser Glaube in Bälde verifiziert wird.

Gruß aus BS


anonymus | 01.06.05

Auf meinem letzten Oberlehrerseminar


habe ich denen dann gesagt: "Ich bin kein Wissenschaftler, sondern Praktiker. Der Unterschied ist, daß ich mit meiner ganzen Existenz und der meiner Familie für das grade stehn muß, was ich nach meinen Hypothesen tu."

Das ist natürlich nach Popper keine Verifizierung, aber danach gehen eben eh nur Falsifizierungen von Hypothesen. Die legen wir doch in kaum zu glaubender Menge gegen die "üblichen" Hypothesen vor. Und wie lange schon versuchen meine "Freunde" mich in Widersprüchen und Fehlern zu erwischen - mit mäßigem Erfolg.

Gehen Sie doch einfach mal davon aus, daß über 400 abgerechnte Sanierungsprojekte und das damit verbundene Try and Error auch Erfahrungen und Einsichten bedingen können.

Sozusagen Empirie als wissenschaftlicher Erkenntnisweg. Als Jemand, der den Platon+Aristoteles komplett gelesen hat, maße ich mir sogar an, etwas von dialektischer Erkenntnis mitbekommen zu haben.

Insofern gilt mir jede These nur als Ausgangspunkt der Antithese. Es geht also ums Falsifizieren. Und da dürfen Sie ruhig bei sich selbst anfangen. Das könnte Sie schon ein bisserl weiter bringen, als ich es vermag. Jeder ist sich nämlich dabei bestimmt selbst der Nächste.

Daß mein Ding klappt, können Sie z.B. am Projekt Veitshöchheim ablesen. Studieren Sie es mal, es war ein staatlicher Auftraggeber und es wird ein immenser Monitoringaufwand dabei getrieben.

Ebenso am Bremer Rathaus - es steht noch.

Die Links:


Richtig und falsch rechnen und heizen



Kostengünstig Sanieren
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Architektur- & Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Architekt | | 01.06.05

Äpfel und Birnen ...


Lieber Herr Fischer,

ich schätze Ihre Beiträge (und auch die Form - gewürzt mit einem Hauch Ironie) sehr. Hoffentlich wissen Sie gleiches zu schätzen?!

Was Sie an dieser Stelle nennen, ist sicherlich korrekt: für bestimmte Spektren ist Glas undurchlässig. Wir sprechen allerdings hierbei von Licht! Eine sicherlich nicht zu unterschätzende Energiequelle, dennoch nicht die einzige!

Wärmeenergie mit gleicher Argumentation zu versehen wie Lichtenergie ist ähnlich, wie zu behaupten, die größten Äpfel zu haben und auf eine Melone zu verweisen.

Zum Thema Wärmeenergie und Durchlässigkeit von Glas stelle ich eine Frage: warum wird eine Glühbirne heiß und warum müssen vor Farblichtstrahlern hitzeresistente Filter eingesetzt werden (und keine Glasscheiben)? Die Antwort ist einfach: bei dieser Form der Energie handelt es sich sich um Wärmeenergie und nicht um Lichtenergie!

An dieser Stelle auf Platon und Aristoteles zu verweisen hilft nicht: statt diese vollständig während der Schulzeit zu lesen (gelesen habe ich sie auch, aber den Rest des Unterrichts nicht vernachlässigt), hätten Sie das Physikbuch nicht zu Hause lassen sollen. Der Oberstufenstoff zeigt deutlich auf, das es bei der Verteilung von Wärmeenergie um einen Prozess handelt, bei dem die Energie mittels Kraftübertragung der Elektronen (das schnellere Teilchen stößt das langsamere an und bei neigen dazu, die gleiche Energiemenge zu bekommen) verteilt wird. Selbst Licht hat verschiedene Energieintensitäten (UV zu Infrarot). Ab dem Mittelwert (grüner Farbbereich) ist immer noch eine hohes energetisches Potential vorhanden. Ab hier ist Glas jedoch fast komplett durchlässig (man kann mit einer Infrarot-Kamera durchaus die Wärmeverteilung innerhalb eines Raumes durch Glas messen!).

Eine abschließende Bitte: nicht wieder das Gewächshaus-Beispiel wie in so vielen anderen Beiträgen: natürlich wird es im Sommer im Gewächshaus warm! Nur das für Pflanzenwachstum schädliche UV-Licht wird ferngehalten! Das hat mit Wärmeschutz nun wahrlich nichts zu tun. Oder versuchen Sie mal, in einem Gewächshaus in Deutschland im Winter Tomaten zu züchten!

Liebe Grüße


Nils Kastirr | 02.06.05

@ Nils Kastirr


Danke für die zusätzlichen Infos.

LG


anonymus | 02.06.05

DIE LÖSUNG HEISST BUCHER


Wehrter Herr Tschentscher,
gucken Sie doch mal in das Profil von Herrn Bucher.
Ich glaube sein ID-2400 ist genau das was Sie suchen, ich möchte meine alten Fenster auch behalten, mein Interesse ist geweckt.

Es verbleibt mit freundlichen Grüßen,
H.Haupt
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 18.08.05

Einfachverglasung - Der ultimative Praxistest ist gemacht!!!!!


Hallo,
freut mich außerordentlich, dass mein Forum so regen Anklang gefunden hat!
Wir wohnen seit ca. 6 Wochen in unserem Haus und haben tatsächlich nur Einfachverglaste Fenster eingebaut, Wandheizung frei verlegt (alle Außenwände - sorry, das WEM-System ist absolut klasse, aber wir haben zu viele kleine Ecken und Flächen gehabt, so dass es uns besser so erschien) und einen Grundofen - herrlich, auch jetzt bei der Kälte kein Problem. Die Fenster sind ja meist historisch klein bei uns, aber wir haben auch ein paar zweiflügelige, die sind schon deutlich größer - überhaupt kein besonderes Kältegefühl wenn ich vor den Fenstern stehe. Ich denke es macht besonders auch die schöne Strahlung der Wandheizung.

Einziger Nachteil: Scheiben sind morgens relativ nass, aber das stört uns nicht, ist schnell weggewischt und wenn man lüftet ist das ganz schnell weg.

Das Glas ist übrigens 3 mm starkes Resataurationsglas von Lamberts (nach alter Tradition mundgeblasen).

Beantworte natürlich gerne weitere Fragen!
Viele Grüße
Frank Tschentscher
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Mitglied der Fachwerk.de Community
| 29.11.05

Fenster naß?


Haben die Fenster Gummidichtungen?

Wir hatten nur einmal Wasser am Fenster, als der Schnee 10 cm über den Fenstern lag.

Kühlt sich denn das Haus nachts stark ab?

Der Ingo vonne köst
Von allen denkbaren Moglichkeiten ist die Einfachste immer die Beste
Mitglied der Fachwerk.de Community
Einfach gut gebaut | | 02.12.05

Gummidichtungen


ja, wir haben Gummidichtungen - wäre das besser die rauszumachen, oder machen wir es uns dann doch noch zu kalt in den Räumen?

So stark kühlt sich das Haus eigentlich nicht ab....

viele Grüße
Frank
Historisches entdecken und erhalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 02.12.05


Auf jeden Fall kühlt es sich nachts so weit ab, daß es zu Taupunktunterschreitungen kommt.

Man kann es auch so sehen, daß die Luftfeuchtigkeit so hoch ist, daß bei nur geringer Abkühlung trotz Strahlungsheizung schon Taupunktunterschreitungen stattfinden.

An sensiblen Punkten im Mauerwerk kann das Kondensationsprobleme geben.
Ist aber sicher nicht sonderlich gefährlich!

Es ist aus eigenem Erleben so, daß es wirklich ausgesprochen angenehm ist, wenn die Luft richtig trocken (aber staubfrei) ist.


Es ist recht einfach möglich erst einmal ein Fenster
je Zimmer nicht so fest zu schließen!
Macht sich dann eine Verbesserung des Klimas bemerkbar, behält man diesen Zustand bei, oder schneidet kurze Stücke der Gummis raus.
Vieleicht je Zimmer erst einmal oben 5 bis 10 cm! Durchzug bringt dann wirklich Kälte ins Haus!

Außerdem ist es wohl ziemlich Wurst, ob im Grundofen am Tag 25 oder 27 Scheite Holz verheizt werden.

Auch zu bedenken ist, daß man für die Erwärmung feuchter Luft mehr Energie als bei trockener Luft benötigt.
Von allen denkbaren Moglichkeiten ist die Einfachste immer die Beste
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Einfach gut gebaut | | 02.12.05

Unsere Heizkosten sind nicht hoch


Hallo,
haben nun unsere erste Jahresrechnung erhalten - nach einem Vergleich mit Bekannten, haben wir bei den Heizkosten für unsere 240 qm wohnfläche bisher immer gewonnen - ok, Ökohäuser/Passivernergie waren nicht dabei, aber Standardreihenhäuser mit teilweise nur 130-140 qm Wohnfläche und wir haben weniger verbraucht!!
Also, es lässt sich sicher immer irgendwo noch was sparen, aber unser Mix mit Wandheizung und Einfachglas hat sich bewährt. Finanziell UND Optisch UND "Wohlfühlmässig"
Wir können es nur empfehlen - Gegen den DIN-Norm Fetischismus, leben gegen die Norm macht Spass....
Viele Grüße
Frank
Historisches entdecken und erhalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 11.06.07