Fassadenverkleidung mit recycling Edelstahlplatten

Guten Tag.

Die Wetterseite meines kleinen Fachwerkhauses (Lehmfachungen) ist mit einer altersgezeichneten, teils maroden und unvollständigen Eternitplattenverkleidung versehen (ich verspüre wenig Drang mich mit diesem Werkstoff zu befassen und schadhaften Segmente zu ersetzen).

Die nicht einsehbare Hausrückwand bietet die ästhetisch undenkbare Möglichkeit nun Edelstahlplatten (V2A, 1mm Dicke, 1x1,5m!) als hinterlüfteten Fassadenschutz zu verarbeiten, die mir aus einem Schuppenabriss für lächerliche 10€/qm zukommen könnten.

Die überarbeitungswürdige Idee wäre gewesen: Metallprofile (ggf. aus dem Plattenmaterial geschnitten und gebogen) auf einer Lattenkonstruktion anzubringen, in die die Platten (mit rostfreien Schrauben) verschraubt werden. Die Auflageflächen der Platten auf den Profilen und den Überschneidungspunkten der Platten untereinander würde ich zur Geräuschminderung mit Hanffilz unterlegen. Die Unterseiten der Platten könnte eventuell aufgebogen werden, um einen zusätzlichen Luftschlitz zu erzeugen. Für die kompliziertere Einbindung der Fenster bestehen bereits mehrere Entwürfe, die den Kondenswasserfluss berücksichtigen.

Die Lärmbelästigung durch selten windgepeitschten Regen würde ich in Kauf nehmen..... nur gelüstet es mir nicht nach Bauschäden, die absehbar gewesen wären.

Mangels Fachwissen (auf meiner Seite) und herrschende Ratlosigkeiteiten bei konsultierten Bauhandwerkern wende ich mich euch ratsuchend zu, auch wenn ich, besonders bei dem Anspruch der baubiologischen Sanierung ..... und meiner Darstellung dieses Vorhabens hier ..... gewisse Schamgefühle verspüre :-)

Danke für euer Gehör, besonders jeden konstruktiven Beitrag ;-)
Mit freundlichen Grüßen, Tim
I mog nachnem gegenwärtig-achtsam-kreativem,selbstüberwindend u. eig.verantwortlichem Leben streben
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| 04.10.16

Fassadenverkleidung mit recycling Edelstahlplatten


Hallo,

bei Blechflächen in diesen Größenordnungen ist unbedingt der erforderliche Längenausgleich bei Erwärmung und Abkühlung der Fassade zu berücksichtigen. Sonst knackt und knallt das den ganzen Tag oder es gibt häßliche Verwerfungen in der Fläche. Also die Bleche möglichst so befestigen, daß die noch arbeiten können. Das kennt man ja von den Ekotalblechfassaden an irgendwelchen Werkhallen, wobei Ekotalblech durch die Trapezform wenigstens in einer Richtung Kräfte aufnehmen kann. Ansonsten wird es vermutlich Tauwasser geben, welches ungehindert ablaufen und abtrocken können sollte. Der Preis ist natürlich heiß, meine erste Wahl wäre es dennoch nicht. Funktionieren wird es schon, wenn es gut hinterlüftet ist
Mit freundlichen Grüßen
Bauschaum und Silicon rettet die Nation!!
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| 05.10.16

Schiebehaften


Danke für Ihre Antwort.

Ich bin nun auf Schiebehaften gestoßen, die die Ausdehnung in eine Richtung ausgleichen.
Die Längenausdehnung von Edelstahl auf 1m bei einer Temperaturänderung von 50Grad soll laut Rechner 0,8mm betragen. Ist davon auszugehen dass die Halter sich auf der kurzen Plattenseite wo kein Längenausgleich besteht ausreichend auseinanderdrücken bzw. zusammenziehen?

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| 05.10.16

Für die Befestigung...


…gibt es verschiedene Möglichkeiten, oft ist der einfachere Weg auch nicht immer der schlechteste. Wir haben es z.B. so gelöst, daß wir die Befestigungslöcher mit Übermaß gebohrt haben und dann Schrauben mit Dichtscheiben verwendet haben. Die Schraube soweit anziehen, daß sich das Blech noch darunter bewegen kann, aber die Dichtung gut anliegt und etwas Vorspannung hat. Ist aber im Einzelfall zu entscheiden und hängt von der UK und den Befestigungsmitteln ab. Bei uns war das Blech auch nicht direkt bewettert. Die Schiebehaften sehen erstmal nach einer eleganten Lösung aus. Denke die Blechplatten sollte man dann aber einzeln befestigen, daß sich die Wirkung durch den Flächenverbund nicht wieder aufhebt.
Bauschaum und Silicon rettet die Nation!!
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| 06.10.16

hier gilt: einfach vor elegant


Danke Herr Hensel, was sie sagen hört sich nach einer ökonomischen Lösung an. Bei einer derartigen Montage auf eine (kondensbeständige) Doppellattung bliebe mir nicht anderes übrig als diese Form des Plattenbaus :-)
Die Materialschlacht der 6-8 Halterungen pro Platte hätte sich dann auch erübrigt.....
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| 06.10.16

Platten-Bilder aus der Bilddatenbank: