Leinölfarbe: Ottosson vs. Leinölpro

Hallo!

Früher gab es die Ottosson-Leinölfarbe bei Leinölpro zu kaufen, mittlerweile produzieren die selbst. Gibt es Erfahrungen hinsichtlich der Unterschiede? Ist die Ottosson-Farbe besser? Wenn ja, warum?

Die Leinölpro-Farbe würde ich sogar in einem Laden ums Eck bekommen, die Ottosson-Farbe müßte ich aufwändig importieren - trotzdem, Qualität ist mir wichtig, daher die Frage, ob sich der Import der Ottosson-Farbe auszahlt?
Altbausanierung
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 22.05.12

Leinöl oder dünn


Hallo

Nehmen Sie mal einfach gedanklich an:
eine ist rein, die andere verdünnt.
die eine ist also schwerer als die andere
der eine verkauft mehr "Farbe" der andere mehr "Öl"

schwerer ist besser, weil mehr drin!

Das ist einer der Gründe warum keine Lösungsmittelfarbe: 30 - 60 % geht in die Luft!

FK
langlebig - nachhaltig - einfach
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architekturbüro slow-house | | 22.05.12

Mehr Farbe...


... heißt für mich: Mehr Pigmente!

Ob nun Lösungsmittel statt Leinöl als Bindemittel, das hat damit nur sekundär zu tun und müsste ja in der Volldeklaration aufgeschlüsselt sein.
Wir müssen uns Sisyphus als einen glücklichen Menschen vorstellen.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 22.05.12

Welche ist nun welche?


Wenn man den Herstellerangaben trauen kann, sind beide Farben Lösungsmittelfrei. Wo aber nun mehr Farbe drin ist, ist für mich als Laie nicht ganz schlüssig...
Altbausanierung
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 22.05.12

Da irrt der Herr Kurz!


Und geht mit einer schmalspurigen Produktempfehlung fehl.

Auf der Homepage von Deffner&Johann, über die mann ganz problemlos die Ottosson - Produkte innerhalb Deutschlands beziehen kann, sind auch die Inhaltsstoffe aufgeführt. Da findet sich in der Gesamtdeklaration der Farben kein Lösemittel, weder zu 30-60% noch überhaupt. Balsamterpentinöl ist nur bei sehr wenigen, weißlasierenden Tönen enthalten, da hier das Gilben des Öles unangenehm wirken könnte.

Wer schon mal an der Ottosson - Farbe gerochen hat, findet (bis auf obige Ausnahmen) nur Ölgeruch und sonst gar nix.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 23.05.12

Und was sind dann die Unterschiede?


Woran soll ich mich nun bei der Entscheidung orientieren?
Altbausanierung
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 24.05.12

Ich vermute,


beide Öle kommen nach wie vor aus derselben Kanne. Jedenfalls kann ich keine Unterschiede finden:

Volldeklaration Leinölpro:

"1) Die von leinölpro gelieferten LEINÖLFARBEN ohne Lösemittel enthalten ausschließlich:
a) 25 – 50 % kalt gepresstes gekochtes Leinöl aus nordischem Anbau, CAS 8001-26-0
b) 50 – 75 % Farbpigmente:
Titandioxid CAS 13463-67-7, Zinkoxid CAS 1314-13-2, R50/33
Natürliche Eisenoxide, Ocker, Terra CAS 7778-18-9, 068611-44-9, 7631-86-0, 1344-28-1
Hergestellte Eisenoxide CAS 1309-37-5, 1317-61-9,
Ultramarinblau CAS 57455-37-5
Chromoxidgrün CAS 1308-39-9,
Bone Coal (Knochenkohle) CAS 7758-87-4.
Übrige organische Pigmente CAS 1328-53-6, 147-14-8.
c) 0,1 – 0,4 % Trocknungsmittel: Kobaltzirkoniumkarboxylat, Mn
2) Die von leinölpro hergestellten LEINÖL-LASUREN enthalten die gleichen Bestandteile wie die
Leinölfarben, jedoch in anderen Mengenverhältnissen. In den Lasuren ist außerdem Leinöl-
Standöl enthalten."

Volldeklaration Ottosson:

"Inhaltsstoffe
· Schwedisches kaltgepresstes gekochtes Leinöl CAS Nr. 8001-26-01, Inhalt: 25 - 50 %,
· Farbpigment, Inhalt: 50 - 75 %,
· Trocknungsmittel: Kobaltzirkoniumkarboxylat, Xn Gesundheitsschädlich, Inhalt: < 0,4 %."

Ich bestelle lieber bei Deffner&Johann, weil da ein sehr umfangreiches Angebot durch die ganze Palette da ist, bei kleinen Mengen ist Ihr Laden um die Ecke sicher sinnvoller.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 24.05.12

wo habe ich denn


geschrieben, dass in den Leinölfarben Lösungsmittel drin ist?

FK

Noch mal :

die Leinölfarben kann man qualitativ auseinanderhalten, wenn man die gleichen Rauminhalte (1 lit.) auf die Waage stellt.
Die einen haben mehr "Farbe" = Pigmente
Die anderen haben mehr Leinöl drinnen = weniger Pigmente
Also meine Schlussfolgerung: Schwer ist besser
(natürlich muss man bei diesen Vergleichen dann auch die selbe Farbe nehmen (grün und grün; weiss und weiss vergleichen)

Der Schlusssatz bezieht sich auf den Vergleich Lösungsmittelfarbe und Leinölfarben im Allgemeinen.
langlebig - nachhaltig - einfach
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architekturbüro slow-house | | 24.05.12

Na,


wenn Sie selber verstehen, was Sie schreiben, Herr Kurz - dann haben Sie wenigstens einen verständigen Leser.

Für den Rest der deutschsprachigen Gemeinde ist wohl klar genug formuliert, daß Sie von Verdünnungen mit Lösemitteln in einem Vergleich zwischen 2 Farbherstellern schreiben.

"Verdünnen" von Pigmenten mit Leinöl wäre garantiert keine gebräuchliche Formulierung, und der Simpel-Spruch "Schwer ist besser" ist ebensofalsch wie "Viel hilft viel". Ganz besonders beim Leinöl.

Der Pigmentanteil bemisst sich zum einen nach einer technisch optimalen Mischung (ein Übermaß an Pigmenten wäre der Haltbarkeit abträglich), zum anderen nach der angestrebten Deckkraft.

Mich erstaunt immer wieder, daß Sie Farben gar nicht so besonders gut zu kennen scheinen, sich aber dennoch voller Schreibfreude darüber her machen.

Einen farbenfrohen Tag wünscht

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 24.05.12

Streckmittel


Das Mengenverhältnis zwischen Pigment und Leinöl ist der eine Qualitätsfaktor, es wird nämlich auch gerne anteilig das teure Leinöl durch billiges "Salatöl" ersetzt und dieser Mangel durch höhere Beigabe von z.T. chemisch bedenklichen Trocknungsmitteln und Härtern auf Polymer-Basis ausgeglichen. Insbesondere die Marken, die von vielen Malerfirmen bevorzugt werden und auch wegen des Vertriebs über normale Baumärkte bei einer breiten Käuferschicht als Inbegriff von Bio-Ölfarbe gelten, stehen für letztere Qualitäten.

Ob man da durch Wiegen etwas erkennen oder vergleichen kann, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich habe aber mal mit echtem Bleiweiß gearbeitet, das wird wegen des Gehaltes an giftigem Blei wohl schwerer sein, als Titan- oder Zinkweiß, die Verarbeitung ist aber ein Traum! :-)
Wir müssen uns Sisyphus als einen glücklichen Menschen vorstellen.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 24.05.12

Bleiweiß...


...ist ein klassisches Beispiel dafür, daß das, was Spaß macht, giftig oder verboten ist. Es wird aus vielen guten Gründen in flächigen Baufarben nicht mehr verwendet, erzeugte aber, gerade wegen seiner abiotischen Wirkung, äußerst dauerhafte Anstriche. Die teilweise erstaunliche Dauerhaftigkeit alter Fenster hat jedenfalls auch mit dem verwendeten Pigment zu tun.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 24.05.12

Panscherei


Wirklich schlimm an Pigmenten gespart und mit irgendwas gestreckt wird eher bei den Farben, die den Leuten über die Baumarktschiene angeboten werden. Man sieht es besonders deutlich, wenn man vor Jahren den Fehler gemacht hat, dort zu Kaufen und nun aufgrund der damals gegebenen Garantie und aufgrund einer damals mitgegebenen Farbcodekarte Farbe nachkauft und vergleicht. Der Ton stimmt zwar exakt, aber damit hat es sich dann auch, Deckkraft, Streichfähigkeit und Aushärtung: Fehlanzeige!

Das ist um so ärgerlicher, wenn man bedenkt, dass durch Fortschritte in der chemischen Forschung zahlreiche Pigmente heutzutage preisgünstiger hergestellt oder substituiert werden können, teilweise mit höherer Intensität oder chemischer Beständigkeit.
(Trotzdem ist man vielen selbst angeriebenen Farben der altniederländischen Meister in Sachen Leuchtkraft und Konsistenz bisher noch nicht auf die Schliche gekommen)
Tja, Lehrgeld…

Meine Schwester hat sich jetzt beispielsweise für den neuen Stäbchenparkett-Boden ihres Hauses Wachs empfehlen lassen. Ihr Mann, seines Zeichens Schreiner, arbeitet bei einem großen Möbelhaus und meinte auch, dass das okay wäre.
So gehen dann die Meinungen auseinander. Trotzdem werde ich ihr Angebot die übriggebliebene Menge (hat man ihnen etwa zuviel empfohlen?) für umme zu bekommen, lieber ablehnen und trotzig auf Öl beharren.
Wir müssen uns Sisyphus als einen glücklichen Menschen vorstellen.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 24.05.12

Wer sich...


...des schöneren Seidenglanzes wegen mit zusätzlicher Pflege quälen will, kann NACH der kompletten Ölung wachsen. Auch NATURAL hat ein (Heiß)Wachs im Angebot. Meine Empfehlung ist aber ganz klar (Fußboden)Öl pur.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 24.05.12

absurde Blüten


Treiben staatliche Fürsorge bzw. Entmündigung und zu kurz gedachte Öko-Gedanken bei der Ächtung bzw. dem Quasi-Verbot von Bleimennige. Anstatt dies hervorrragende und bewährte Rostschutzmittel weiterhin fachgerecht und somit gesundheitlich unbedenklich anzuwenden, wo es nach wie vor sinnvoll ist, werden chemische Industrie und Metallproduktion angehalten, mit riesigem Aufwand und erheblicher Umweltbealstung auf einer Stufe vorher (z.B. Zink und andere -bäder), Ersatz zu schaffen.

Passend dazu sortieren besorgte Eltern sämtliche gelben Spielsachen ihrer lieben Kleinen für den Sondermüll aus, weil sie mal gehört haben, dass im gelben Farbstoff das giftige Cadmium enthalten sei.
Wir müssen uns Sisyphus als einen glücklichen Menschen vorstellen.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 24.05.12