Fachwerk.de - Ein Estrich wie 'ne Achterbahn...
Ich habe hier im Forum bereits einiges über Verschüsselung, deren Ursachen und Folgen bis zu Brüchen gelesen. Meine Frage zielt jetzt auf die notwendigen Sanierungsmaßnahmen.
Muss der alte Estrich jetzt erneut komplett erneuert werden? Was bedeuten würde, dass der neue Bodenbelag vermutlich frühestens nach 2 Monaten verlegt werden sollte (der Raum ist ca. 22 qm groß).
Oder könnte es auch reichen, die Fliesen abzuschlagen, Risse im Estrich durch Epoxidharz zu schließen und anschließend die Niveauunterschiede durch Ausgleichsmasse zu beseitigen? Besteht dann eventuell auch noch nach mehr als 6-jähriger Liegezeit des Estrichs die Gefahr, dass der Boden erneut reißt oder bricht?
Über Antworten freue ich mich und bin dankbar für Eure Hinweise.
Estrich reißt
Guten Morgen,
um Ihre Fragen zufriedenstellend zu beantworten, müßte man die Schadensursache kennen und den Estrich gesehen haben. Häufige Ursachen für Risse bei Estrich im Keller sind:
- nicht tragfähiger oder unebener Untergrund
- Estrich nicht dick genug, meistens < 50 mm
- unterschiedliche Estrichdicken
- Einbauteile, wie Rohre, Kabel, etc.
- Estrich nicht durch Kellenschnitte gegliedert, z.B. an einspringenden Bauteilen oder an Türlaibungen.
Bei neueren Gebäuden ist nicht auszuschließen, daß die tragende Konstruktion sich gesetzt hat. Last but not least:
"Bergschäden, Bergschlag, Erdbeben,
Ursachen für Fliesenrisse:
wenn Fliese selbst gerissen, war der Fliesenkleber zu spröde (hart), es sollte die Fuge reißen oder die Fliese lag hohl.
Wenn Sie Zeit haben: Estrichleger anrufen und fragen.
Wenn Sie keine Zeit haben ins Portemonnaie greifen und einen kristallin erhärtenden Estrich ausreichend dick neu Verlegen lassen (z.B. ARDEX ), 3 Tage später Fliesen drauf. Sicherer: einen Kunststofffußboden in Platten oder Bahnen, der reißt nie.
Aber vorher müssen Sie die Ursache kennen und ggfs. sanieren.
Grüße vom Niederrhein
Guten Morgen,
um Ihre Fragen zufriedenstellend zu beantworten, müßte man die Schadensursache kennen und den Estrich gesehen haben. Häufige Ursachen für Risse bei Estrich im Keller sind:
- nicht tragfähiger oder unebener Untergrund
- Estrich nicht dick genug, meistens < 50 mm
- unterschiedliche Estrichdicken
- Einbauteile, wie Rohre, Kabel, etc.
- Estrich nicht durch Kellenschnitte gegliedert, z.B. an einspringenden Bauteilen oder an Türlaibungen.
Bei neueren Gebäuden ist nicht auszuschließen, daß die tragende Konstruktion sich gesetzt hat. Last but not least:
"Bergschäden, Bergschlag, Erdbeben,
Ursachen für Fliesenrisse:
wenn Fliese selbst gerissen, war der Fliesenkleber zu spröde (hart), es sollte die Fuge reißen oder die Fliese lag hohl.
Wenn Sie Zeit haben: Estrichleger anrufen und fragen.
Wenn Sie keine Zeit haben ins Portemonnaie greifen und einen kristallin erhärtenden Estrich ausreichend dick neu Verlegen lassen (z.B. ARDEX ), 3 Tage später Fliesen drauf. Sicherer: einen Kunststofffußboden in Platten oder Bahnen, der reißt nie.
Aber vorher müssen Sie die Ursache kennen und ggfs. sanieren.
Grüße vom Niederrhein
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Mitglied der Fachwerk.de Community(Profil)
Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | D.B. | 03.12.07
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Estrich reißt
Hallo Herr Beckmann,
vielen Dank für die rasche und gut strukturierte Antwort.
Noch liegen die Fliesen, so dass ich über Estrichdicke, Rohre, Leitungen und anderes noch nichts sagen kann. Bergschäden sind in Troisdorf eher auszuschließen, die Nachbarhäuser weisen diese Schäden nicht auf.
Halten Sie eine Sanierung nicht für möglich und zielführend? Müsste ich nach Aufnahme des Altbelags Probebohrungen in den Estrich machen, um zu sehen, ob er evtl. hohl liegt? Oder würde die Aufbringung einer flexiblen Ausgleichmasse schon ausreichen?
Freundliche Grüße von der Sieg an die Ruhr und nochmals Danke!
Joachim Setz
Hallo Herr Beckmann,
vielen Dank für die rasche und gut strukturierte Antwort.
Noch liegen die Fliesen, so dass ich über Estrichdicke, Rohre, Leitungen und anderes noch nichts sagen kann. Bergschäden sind in Troisdorf eher auszuschließen, die Nachbarhäuser weisen diese Schäden nicht auf.
Halten Sie eine Sanierung nicht für möglich und zielführend? Müsste ich nach Aufnahme des Altbelags Probebohrungen in den Estrich machen, um zu sehen, ob er evtl. hohl liegt? Oder würde die Aufbringung einer flexiblen Ausgleichmasse schon ausreichen?
Freundliche Grüße von der Sieg an die Ruhr und nochmals Danke!
Joachim Setz
Hohl
liegende Estrich- oder Putzstellen kann man sehr einfach durch leichtes abklopfen oder mit nem Hammer drüberfahren lokalisieren. Man hört sofort den Unterschied zu festen Stellen.
MfG
dasMaurer
liegende Estrich- oder Putzstellen kann man sehr einfach durch leichtes abklopfen oder mit nem Hammer drüberfahren lokalisieren. Man hört sofort den Unterschied zu festen Stellen.
MfG
dasMaurer
alt und neu ist kein widerspruch
Mitglied der Fachwerk.de Community(Profil)
Maurermeister | Ulrich Warnecke | 03.12.07
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Maurermeister | Ulrich Warnecke | 03.12.07
Akustiktest...
Aber nur bei Verbundestrich, oder? Der Beschreibung nach könnte auch eine Trennlage zwischen Fundamentplatte und Estrich sein.
Warst du damals beim Einbau dabei? Ist er bewehrt? Wurde ein Randdämmstreifen eingebaut? Ist es ein Verbundestrich oder ist er auf einer Trennlage oder sogar Dämmung eingebaut?
Wenn die 15 mm Höhenunterschiede neu sind und früher nicht waren, wäre es schon etwas komisch. Ob es da Sinn macht, einfach Ausgleichsmasse draufzuleeren, weiß nicht.
Vielleicht ist auch der "Schüsselrand" zur Wand wieder abgebrochen und daher die Unterschiede.
Ich würde mal den Fliesenbelag abnehmen (wirst du so oder so müssen) und den Rißverlauf direkt auf dem Estrich anschauen. Dann könnte ein Estrichleger auch eher die mögliche Sanierung beurteilen.
Gruß Patrick.
Aber nur bei Verbundestrich, oder? Der Beschreibung nach könnte auch eine Trennlage zwischen Fundamentplatte und Estrich sein.
Warst du damals beim Einbau dabei? Ist er bewehrt? Wurde ein Randdämmstreifen eingebaut? Ist es ein Verbundestrich oder ist er auf einer Trennlage oder sogar Dämmung eingebaut?
Wenn die 15 mm Höhenunterschiede neu sind und früher nicht waren, wäre es schon etwas komisch. Ob es da Sinn macht, einfach Ausgleichsmasse draufzuleeren, weiß nicht.
Vielleicht ist auch der "Schüsselrand" zur Wand wieder abgebrochen und daher die Unterschiede.
Ich würde mal den Fliesenbelag abnehmen (wirst du so oder so müssen) und den Rißverlauf direkt auf dem Estrich anschauen. Dann könnte ein Estrichleger auch eher die mögliche Sanierung beurteilen.
Gruß Patrick.