Dielenboden, schleifen, Dielen

Hallo zusammen,

dieses Thema wurde hier schon sehr oft diskutiert.

Aber die Frage ist und bleibt, wie versiegelt man einen alten Dielenboden.
In unserem Fall ist es nicht irgendein Dielenboden, sondern er ist sehr alt und abgelaufen.
Wir fangen morgen an diesen zu schleifen. Hier stehen wir noch vor der Herausforderung lediglich laienhaftes WIssen zu haben und die Dielen sind in ihrer Längsachse verdreht. Dadurch haben sich starke Täler und Bäuche gebildet (bis zu 4mm Tiefe auf 20cm).

Wenn dieser Meilenstein (der Anschliff) hinter uns liegt, stellt sich die nächste Frage. Wie versiegeln wir die Dielen?

Nachdem wir einige Zeit gegoogelt und Foren durchstöbert haben, sind wir der Meinung, dass Hartwachsöl die beste Lösung für uns ist, da.

- das Holz kann atmen
- die Versiegelung hält bis zu 5 Jahre
- schnelles Aushärten, da davon das Einzugsdatum abhängt
- punktuelle Ausbesserung möglich

Liegen wir damit richtig, bzw kann man das als Laie mit dem Schleifen unter diesen Umständen ganz vergessen?

Wir freuen uns über jede Anregung und jeden Tipp

Liebe Grüße

Paula

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 02.07.17

Ölwäsche


Mir wurde eine "Ölwäsche" vorgeschlagen, da ich besonders die dunkle Farbe meines Dielenbodens so erhalten wollte. Dabei wird mit einer Einscheibenmaschine mit 180er Schleifgitter mit Öl gearbeitet. Trotz Schleifgitter sind bei mir nur die alten Wachsschichten abgetragen worden. Das Öl wird auch in die Spalten eingearbeitet und mit einer Gummilippe abgezogen. Bei mir blieb da aber nicht viel übrig. Danach wird poliert mit dem weißen Pad und noch einmal Hartöl mit der Maschine aufgetragen und danach wieder poliert. Für mich ist das Ergebnis genial, da es nicht aussieht wie neu. Jedoch bleibt der Ölgeruch noch Wochen danach leicht wahrnehmbar.

Ich plane den Boden in Zukunft mit Wachs aufzufrischen wenn es notwendig sein sollte.

Lack oder Versiegelung würde ich nicht verwenden, da diese entlang der Dielen immer reißt.

Gruß
Herbert
Ein Fachwerkhaus ist romantisch und hat große Vorteile. Die Raumaufteilung ist nicht vernünftig
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 03.07.17

Nix 180 Schleifgitter


ein spezielles Pflegeöl und eine Poliermaschine mit grünem Pad.
Guckst du z.B. hier
Für meinen Geschmack nix für Dielen mit derartigen Fugen.

Mitglied der Fachwerk.de Community
BAUST Bau & Sanierung Struve | | 04.07.17

Tja,


bei derartigen Fugen ist Ölwäsche wirklich Unsinn.

Zudem: Das grüne Pad (nix Gitter!) wird auf dem weichen Nadelholz kreisförmige Kratzer hinterlassen...

Haltbarer und schneller trocknend als Hartwachsöle sind wachsfreie Parkettöle, besonders in High- bzw. Pure-Solid Ausführung.

Gruß

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 04.07.17

Polieren


Polierenist bei einem Boden der wohl seit 60 Jahren mit Wachs gepflegt wurde nicht genug. Bei mir hat es funktioniert und der Boden sieht genauso aus wie vor 2 Jahren Bauarbeiten, bei dem doch einiges an Lehm durch die Räume getragen wurde.

Ich habe wie angegeben wurde, viel Öl aufgetragen und ich kann auch keine kreisförmigen Kratzer vom Schleifgitter erkennen.

Ein Polierpad auf einem Boden ohne jegliche Unebenheiten wie in dem Link wird funktionieren, da glaube ich dieser Firma auch. Aber die Wachsschichten aus Jahrzehnten guter Pflege brauchen andere Lösungen.

Übrigens wurde auch in dem Beispielfilm ein Schleifgitter als Material bereitgelegt.
Ein Fachwerkhaus ist romantisch und hat große Vorteile. Die Raumaufteilung ist nicht vernünftig
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 04.07.17

Eine Ölwäsche...


...steht offenbar aber gar nicht an...

Bei den geschilderten Schüsselungen ohnehin fragwürdig, weil das Pad nicht alle Stellen gleichmäßig "wäscht".

Zudem werden bei Ölüberschuss große Mengen (lösemittelhaltiges!) Leinöl in die Fugen gepumpt. Das ist nicht nur des Materialverlustes wegen problematisch. Leinöl neigt bekanntlich zur Selbstentzündung, wenn es auf saugende Materialien (Stoffe etc) trifft. Mann kippt also Leinöl irgendwohin in's Dunkle und hofft, daß nicht mehr passiert als langanhaltender Geruch.

Das ist ein richtig tolles Konzept. Und genau das Halb- (oder Viertel-)wissen, das mit Abstand das höchste Schadenpotential hat.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 04.07.17

Na prima.


Auf dem Foto ist ein Eichenparkett zu sehen. Eben, sehr kleine Fugen, hart...

Ein Nadelholzboden ist so ziemlich das Gegenteil.
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 04.07.17

Fortschritt Tag 1


Fortschritt Tag 1Vielen Dank für die lieben Tipps. Vor allem der Tipp mit den wachsfreien Parkettölen werden wir mal näher unter die Lupe nehmen.
Das Bild zeigt den selben Boden nach dem ersten Schliff mit einer 40ger Körnung.

Liebe Grüße
Paula

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 04.07.17

Wie...


..seid Ihr dann weiter vorgegangen?

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 14.07.17

schleifen-Bilder aus der Bilddatenbank: