Fachwerk.de - Bad im OG Merbaudiele auf alte Diele??

Hallo,
wir möchten im OG (Haus Bj. ca.1912) auf einer alten Dielung (Balkenlage) ein Bad einrichten.
Auf der Dielung befindet sich momentan eine Spanplatte und Teppich.
Die Spanplatte mit Teppich würden wir jetzt entfernen und auf den alten Dielen eine neue Diele (Massivholzdiele Merbau 15x126mm) verlegen. Unserer Holzlieferant ist jetzt von Estrichuntergrund ausgegangen und hat im Angebot zum verkleben der Diele den Parkettkleber Sikabond T52 aufgeführt. Könnte ich diesen Parkettkleber auch auf die alten Dielen Streichen und dann die neuen Dielen drauf,oder muß da eine neue abgedichtete Unterkontruktion drunter?
Als Randabschluss wird Sikaflex Dehnungsfugenmasse empfohlen.
Die Merbaudiele ist mit Trip-Trapöl vorbehandelt und bekäme als Abschluss Osmo-Hartwachsöl.
Die Holzfirma, die uns die Merbaudiele fürs Bad anbietet sagt, das die Dielen eine Restfeuchte von 10% +-2 haben und daher bestens für Feuchträume geeignet sei.
Wie müsste denn der Bodenaufbau im Bad mit Dielenboden in unserem Fall nach Meinung hier im Forum (und wenn es geht lowbuget) aussehen?
Durch das stöbern im Internet zu diesem Thema habe ich gemerkt, das es 2 Fraktionen dazu gibt. Die einen sagen alles komplett abdichten, sonst gibts Gammel. Die anderen meinen alles diffusionsoffen lassen, damit die Feuchte wieder entweichen kann.
Natürlich möchten wir nicht den Boden in 5 Jahren schon wieder renovieren.
Uns wurde von einer anderen Firma eine Kellerwald- Thermodiele angeboten, die liegt aber leider nicht in unserem Buget.
Aber der Knackpunkt bei Dielen im Bad auf Balkenlage scheint wie es aussieht wohl die Unterkonstruktion zu sein...
In den restlichen Räumen im OG möchten wir Fertigparkett Kork natura direkt auf der alten Dielung (die vorher nochmal richtig fett verschraubt wird) verlegen.
Der Korkboden hat auf der Unterseite schon eine integrierte Korkdämmung. Würde diese schon ausreichen, oder sollte da noch zusätzlich was drunter, wenn der Klickboden direkt auf die alten Dielen kommt?

Gruß,
T. Waldner
In der Ruhe liegt die Kraft
Mitglied der Fachwerk.de Community()
T. Waldner | 09.09.07
Alte Dielenböden...
...sind in aller Regel uneben und somit weder für dünne Massivdielen noch für Fertigparkette geeignet. Sie müssen zumindest vollflächig überspachtelt werden oder mit einer selbstverlaufenden Ausgleichsmasse nivelliert werden. Das Produkt sollte ausdrücklich für den Einsatz auf Altdielung geeignet sein, möglichst faserarmiert. Alles in allem eine Aufgabe für einen versierten Bodenleger, nix low budget, leider.

Billiger und sicherer als das Merbau auf Altdielung wäre der Abriß des jetzigen Bodens und die Neuverlegung einer 28mm-Douglasien- oder Eichendiele auf die Balkenlage.

Grüße

Thomas
Mut zum Holz
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Restauratio GmbH | Thomas W. Böhme | 10.09.07
Merbau ökologisch sehr bedenklich / Abdichtung ?
Hallo,

unabhängig vom Problem des richtigen (haltbaren) Aufbaus möchte ich zu bedenken geben das es wohl kein Merbau gibt welches nicht aus Raubbau (Abholzung des Urwaldes) stammt.

Und im Bad unter dem Pakett und an den Wänden müsste ja auch noch eine Abdichtung eingebaut werden. Oder ? Alternative Abdichtungen wie Lastogum o.ä. sind vermutlich nicht ausreichend ?

Ich habe im Fertighaus das Problem der nicht richtigen Abdichtung hinter den Fliesen der Dusche gehabt. Am Ende lief das auf einen kompletten Neuaufbau des Bades hinaus.
Daher würde ich eine Abdichtung empfehlen, zumindest in allen Bereichen die öfter dem Wasser ausgesetzt sind. Also z.b. über der Dusche, Wanne und der Boden bis 15cm hoch. BTW: Fliesen sind nicht "wasserdicht".

Falls der Raum kein Fenster zur Lüftung hat sollte eine zwangsgesteuerte Lüftung eingebaut werden.

Tschüss Oli
Motto - kein Motto
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Oliver gottlob | 10.09.07
Abdichtungen
sind selten völlig dicht und bleiben es auf Holzböden noch seltener. Wenn also Wasser in die Konstruktion eindringen konnte, wird die Abdichtung zu einer Schadensursache, weil sie das Austrocknen der Konstruktion behindert. Feuchteschäden können lange im Verborgenen bleiben, wenn man Sie dann entdeckt, können die Kosten immens sein.

Also aus meiner Sicht Folien meiden. Als Dämmstoff im Einschub, der das Wasser nicht bindet, kämmen Stoffe wie Liapor und Liaver in Frage. Das Wasser kann die Konstruktion schnell verlassen, und sie trocknet zügig aus.

Grüße

Thomas
Mut zum Holz
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Restauratio GmbH | Thomas W. Böhme | 10.09.07
Fester Untergrund
Hallo,
erst mal danke für die Tips.
Ich hab noch mal mit dem Holzliefernaten gesprochen.
Er meinte die Merbaudielen könnte man auch mit den genannten
Parkettkleber Sikabond T52 auf einen festen Holzuntergrund kleben. Durch das vollflächige verkleben und der Nut mit Feder wäre der Boden schon sehr dicht. Dito für den Randabschluss mit der Sikaflex Dehnungsfugenmasse. Vorrausgesetzt an dem Wandübergang sind Fliesen und keine Tapete. Von dem verkleben auf den alten Dielen hat er allerdings auch abgeraten.
Wenn ich die alten rausnehme und anstatt dessen eine OSB-Platte (oder besseres?) nehmen würde, und darauf dann verklebe, wäre das empfehlenswert?
Müsste die OSB-Platte dann mit den Balken verschraubt werden, oder würde die schwimmend verlegt?

Gruß,
T. Waldner
In der Ruhe liegt die Kraft
Mitglied der Fachwerk.de Community()
T. Waldner | 10.09.07
OSB-Platten
sind in hohem Maße diffusionsdicht.

Gerade im Bad würde ich sie nicht einsetzen.

Grüße

Thomas
Mut zum Holz
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Restauratio GmbH | Thomas W. Böhme | 10.09.07

Welche alternative Platte zum verkleben würdest du den empfehlen?
In der Ruhe liegt die Kraft
Mitglied der Fachwerk.de Community()
T. Waldner | 10.09.07
Dielen
Wenn Sie sich einen Gefallen tun wollen, lassen sie diese Kleberei und nehmen einfach neue Dielen, so ab 30 mm. Und zwar Eiche oder Douglasie. Die kann ich sehr empfehlen, am Besten geölt.
Abdichtungen aus Kunstoffmassen sind wasserdicht - sie lassen das Wasser rein, aber nicht wieder raus.
Allgemein duscht niemand auf dem Badezimmerfussboden und einen Schwapp Wasser verträgt ein gut geölter Holzfussboden jederzeit.
OSB-Platten sind aus Holzabfällen mit Kleber, und zwar eine Coladose voll pro Quadratmeter. Mit Formaldehyd drin, also weglassen.
Machen Sie's einfach und solide, dann haben Sie lange Freude dran.

Alles Gute
Die Alten haben sich schon was dabei gedacht...
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Jan F. Schubert | 10.09.07
Gar keine.
Ich würde eine selbsttragende Dielung ohne Plattenunterlage verwenden. Je nach Balkenabstand sollte deren Stärke zwischen 24 und 28mm betragen.

Was ist so magisches an Merbau? Douglasie hat ebenfalls schöne rote Töne.

Grüße

Thomas
Mut zum Holz
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Restauratio GmbH | Thomas W. Böhme | 10.09.07

Also Formaldehyd muß ja nun wirklich nicht sein.
Dann lieber etwas mehr Kosten und vernüftig.
Was mag denn Douglasie (kenne ich noch nicht)in den genannten Stärken pauschal so kosten? Die Merbaudiele kostet mich 34EUR/qm.
Was wäre denn mit der o.g. Drüsedau-Kellerwald-Thermodiele
als Alternative direktverschraubt auf die Balken.
Würden bei der Direktverschraubung den evtl. Fugen enstehen?
Und wie groß dürfte der Balkenabstand maximal sein?
In der Ruhe liegt die Kraft
Mitglied der Fachwerk.de Community()
T. Waldner | 10.09.07
Einfacher wäre es,
zu erfahren, wie groß die Balkenabstände (Lichtes Maß, Balkenbreite) jetzt sind. Das Maß ist ja sicherlich vorgegeben.

Grüße

Thomas
Mut zum Holz
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Restauratio GmbH | Thomas W. Böhme | 10.09.07
Ist es nicht möglich,
den alten Boden aufzuarbeiten? Unser Boden sah so sch... aus, dass ich auch Zweifel hatte, aber durch Abschleifen und Ölen ist es ein Traum! Und kostet wohl weniger:-)

Ist der Boden zerstört durch die Aufschraubung der Spanplatten?

Viele Grüße
Andrea
Macht nix, kommt'n Bild drübber...
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Andrea Hoffmann | 12.09.07

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