Der Feind in meinem Haus - Hausbocklarve gefunden (Fotos)

Der Feind in meinem Haus - Hausbocklarve gefunden (Fotos)Hallo,

ich habe beim Bau einer Fassadenschalung aus Lärche an meinem Haus eine beunruhigende Entdeckung gemacht. An einem Brettende habe ich mit der Handkreissäge eine Käferlarve durchgeschnitten und jede Menge zerstörtes Holz gefunden. Der Beginn der Gänge liegt in der Mitte des Brettes auf einer Sägerauhen Seite, ca. 80cm vom Brettende entfernt.

Hier sind einige Fotos von einem lebenden Exemplar und seinem Habitat. Ich bitte einen Experten um Bestätigung, dass es sich um den Hausbock handelt.

Da man hier nur ein Bild anhängen kann, habe ich einige Bilder bei einem externen Bildhoster hochgeladen. Die Einbettung der Bilder hat leider nicht geklappt (bitte anklicken, keine Werbung):

Das Brett:
http://www.fotos-hochladen.net/view/20150407170308izvpbm4u38.jpg

Die Gänge im Querschnitt:
http://www.fotos-hochladen.net/view/201504071703465nolvf7ctw.jpg
http://www.fotos-hochladen.net/view/20150407170353gcdyoeml1q.jpg

Der Feind auf frischer Tat ertappt:
http://www.fotos-hochladen.net/view/20150407170729t0wjmdfpzv.jpg
http://www.fotos-hochladen.net/view/20150407170852m4elzspuqd.jpg
http://www.fotos-hochladen.net/view/20150407171014gslhn3u4k0.jpg

Der Lebensraum:
http://www.fotos-hochladen.net/view/20150407170919q6y9iepzlt.jpg]
http://www.fotos-hochladen.net/view/20150407171559fqir41t370.jpg
http://www.fotos-hochladen.net/view/20150407171729k1nda8vb2y.jpg


Bisher habe ich ca. 50m² in einer Bodendeckelschalung verarbeitet. Dabei ist mir kein weiterer Befall aufgefallen, allerdings habe ich auch nicht danach an den Schnittflächen gesucht. Der Befall hätte auch nicht zwangsläufig auffallen müssen, wenn die Larven ihr Mahl in der Mitte beginnen. Außerdem ist so ein kleiner und fest verschlossener Gang nicht gerade auffällig.

Die Lärchenbretter sind von 2011. Ich habe Sie nass gekauft und dann ordentlich aufgeschränkt unter meinem Carport getrocknet.

Ist es möglich von der Größe der Larve und der Länge der Gänge auf den Zeitpunkt der Eiablage zu schließen?
Wenn die Eiablage bei mir auf dem Grundstück erfolgt ist, muss ich ja damit rechnen, dass noch viele andere Stellen befallen sind.
Jetzt stellt sich mir die Frage, wie gehts es weiter?
Kann ich die Bretter noch Verarbeiten (habe noch 200m² davon), oder ist das Risiko zu groß? Oder sollte ich gar die bestehenden 50m² Schalung wieder abreißen?
Was mache ich damit? Thermisch entsorgen? - Das wäre teures Brennholz.

Dann stellt sich die Frage wo kommen die Mitviecher her. Hier im Dorf stehen einige alte, abrissreife Scheunen mit vielen Löchern in den Balken. Selbst wenn ich mir jetzt einen gesunde Schalung an das Haus baue, muss ich dann nicht mit einem neuen Befall zum späteren Zeitpunkt rechnen?

Viele Fagen. Aber im Moment bin ich echt ratlos.

Gruß
Andreas
Am Ende wird alles gut - hoffentlich.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 07.04.15

Hausbock


Larve und Begleitumstände zeigen mit Sicherheit den üblen Hausbock. Die Larven machen sich leider auch noch nach 5-8 Jahren Ruhezeit (und länger) an´s Werk und schlüpfen bevorzugt im Juli/August.

Ich hab´s an meiner Douglasie-Fassade, vor 10 Jahren vom Sägewerk geliefert, nach 6 Jahren bemerkt; auch im letzten Jahr sind die Käfer noch geschlüpft, allerdings deutlich weniger als in den Jahren zuvor. Neu befallen wird das Holz wg. der Veränderung der Holzstruktur eher nicht.

Bei 200m2 Restschalung würde ich an Ihrer Stelle die Bretter zur technischen Trocknung in ein Sägewerk karren. Oberhalb von 60° sterben die Larven ab.
... den Dingen auf den Grund gehen ...
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pickartz architektur | | 07.04.15


ich hoffe du bekommst hier noch eine hilfreiche Antwort. Da ich kein Fachmann bin, drücke ich dir die Daumen, dass sich jemand meldet.

Übrigens sahen unsere Larven genauso aus. Wie damals schon geschrieben, gingen wir auf Nummer sicher und verbrannten alles bzw. brachten es zur Abgabestelle der Gemeinde. Seitdem haben wir keines der Tierchen mehr gesehen.


anonymus | 09.04.15


Hallo,

nachdem ich jetzt sicher bin, dass es sich um den Hausbock handelt müssen wir unsere eigenen logischen Schlüsse ziehen. Wir haben entschieden, die Hausfassade nicht mit Lärche zu verschalen und auch nicht mit einem anderen Holz.
Wir werden wohl noch eine Weile auf eine Schieferfassade sparen müssen. Da kommt dann eine imprägnierte Unterschalung drunter.

Das es nicht zu einer Neubesiedelung der Lärchenverschalung kommt wenn die erste Generation geschlüpft ist, kann man nicht mal annähernd ausschließen.
Nach der gängigen Expertenmeinung im Netz sind zwar junge Hölzer deutlich attraktiver als altes Holz, aber trotzdem werden auch sehr alte Holzer noch neu befallen, wenn nichts Besseres in der Umgebung zu finden ist.

Das Restholz ins Sägewerk fahren, ist zwar eine gute Idee, rechnet sich aber bei mir nicht. Die Bretter sind nicht sehr hochwertig und ich habe viel Ausschuss (krumm/gerissen) dabei. Zum anderen bin jetzt aufgrund des Entwicklungsstadiums der Larve sicher, dass die Besiedelung bei mir auf dem Grundstück erfolgt ist. (liegt seit Anfang 2011 bei mir)

Wo die Käfer damals hergekommen sind (höchstwahrscheinlich aus den verwahrlosten Gebäuden in unserem Dorf), können auch in Zukunft wieder Welche herkommen und meine technische getrocknete Schalung wieder befallen.

Bisher habe ich nur den an das Haus angesetzten großen Carport damit verschalt. Diese Bretter lasse ich vorerst dran und warte ab, ob da in ein paar Jahren was schlüpft. Am Carport kann ich die Bretter beidseitig sehen.
Wenn da wirklich die Käfer schlüpfen, kommen die Bretter wieder runter und werden im Holzvergaser entsorgt. Mittelfristig rechne ich damit, dass das passiert.

Aus den restlichen Brettern könnte ich evtl. noch einen Gartenzaun oder ein Brennholzlager bauen. Zum prophylaktischen Verbrennen sind sie eigentlich zu teuer.

Gruß
Andreas
Am Ende wird alles gut - hoffentlich.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 10.04.15

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