Denkmalschutz.... Ab wann ?

Hallo alle zusammen!!

Ich wüßte gerne AB WANN ein Haus unter Denkmalschutz steht und was für Vorrausstezungen noch erfüllt sein müssen.

Vielen Dank für eure Hilfe


Michael | 22.03.05


Hallo Michael
Mein Haus ist zwischen 250 und 300 Jahre alt und es steht noch nicht unter Denkmalschutz, ausser bei mir.
Ich denke es ist Ermessensache, manchmal stehen ganze Gebiete unter Denkmalschutz, in unserem Dorf hatten die Denkmalschützer offensichtlich Binden vor den Augen als sie ihre Erhebungen gemacht haben. Reichlich verzierte Gebäude genießen Schutz, und die einfachen zum Teil wesentlich älteren Fachwerkgebäude nicht.
Oft stehen Gebäude auch unter Schutz weil sie Ortsbildprägend sind, und das obwohl sie nicht besonders Alt oder schön sind auch das ist Sinvoll.
Ob dein Gebäude geschützt ist kannst du beim Denkmalamt erfahren, und dort wohl auch Schutz beantragen.
Ich denke das Denkmalschutz nichts hilft wenn der Besitzer es nicht will, und der Besitzer letztendlich der Denkmalschützer ist, auch bei nem nicht-Denkmal. ich will für mein Haus erst ne Woche vor meinem Ableben oder aber wenn ich Fördergelder benötige Denkmalschutz beantragen.
Gruß
Hartmut
Was wir wissen – wissen wir nicht Doch du weißt: das, was du weißt, weißt du nur für dich selbst. MK
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 22.03.05


Wir hatten nur ein Haus am Rande einer denkmalgeschützten Zone. Das erfährt man beim zuständigen Denkmalamt.

Wir haben dann gebeten, unser Haus sowie Stall und Scheune als Einzelkulturdenkmäler eintragen zu lassen. Da freut sich der Denkmalpfleger :-). Wir kriegen von unseren Baukosten ca. 30% im Laufe der Jahre wieder zurück. Und das für jedes Werkzeug, für jeden Eimer Farbe, für einfach alles.

Unser Haus ist 299 Jahre alt.

Natürlich müssen Sie dann aber die Auflagen und Bedingungen der Denkmalbehörde erfüllen. Aber das hatten wir eh vor, also ist das für uns nur zum Vorteil.

Grüße Anentte


anonymus | 22.03.05


"Wir kriegen von unseren Baukosten ca. 30% im Laufe der Jahre wieder zurück. Und das für jedes Werkzeug, für jeden Eimer Farbe, für einfach alles."

Noch :-) Eichel oder sein Nachfolger werden das mit Sicherheit noch mal überdenken ;-)

"Ich denke das Denkmalschutz nichts hilft wenn der Besitzer es nicht will, und der Besitzer letztendlich der Denkmalschützer ist, auch bei nem nicht-Denkmal. ich will für mein Haus erst ne Woche vor meinem Ableben oder aber wenn ich Fördergelder benötige Denkmalschutz beantragen."

Finanziell ist das Wahnsinn. Da haben sie schon eine Menge Geld verschenkt, dass Sie Ihrem Haus hätten zu Gute kommen lassen können.

@ michael

zum ausklamüsern:

es gibt verschiedenen schutzformen: einzeldenkmal, sanierungsgebiet, denkmalbereich. EINZELDENKMAL sind sie dann, wenn sie in die liste der flächen- und einzeldenkmale aufgenommen wurden. dafür - heißt es so schön schwammig - muss das Gebäude von besonderer geschichtlicher oder kultureller bedeutung sein. ab einem gewissen alter (mal grob 200+ und erhaltener orginalsubstanz) stimmt das quasi immer. aber auch jüngere gebäude können das erfüllen: wenn sie archtektonisch von besonderer bedeutung sind, das Wohnhaus einer berühmten person waren, zeitgeschichtlich von interesse sind etc. pp.
stehen sie nicht in der liste, können sie das mit hilfe ihrer Denkmalbehörde beatragen, wenn die es befürwortet.
dann haben sie die steuerlichen vorteile, fördergelder u.u. und natürlich auch ein paar nachteile in ihrem eigentumsrecht. zuckerbrot und peitsche eben.
Zwei linke Hände und Spass dabei
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 22.03.05

Denkmalschutz...


...ist, wie man sich fast denken kann, Ländersache. Also steht es auch in den einzelnen Landes-Denkmalschutzgesetzen, was nach Landesrecht ein Denkmal ist. Eine in ganz Deutschland einheitliche Legaldefinition gibt es nicht.
Wenn Sie der Text des für Sie geltenden Landes-Denkmalschutzgesetzes interessiert, müssen Sie sich durchklicken:
www.bundesarchitektenkammer.de
enthält links zu allen Länder-Architektenkammern, dort in aller Regel auch einschlägige Gesetzestexte.

viel Erfolg
Neue Nutzungen für alte Gebäude
Mitglied der Fachwerk.de Community
Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | | 22.03.05

Pro und Contra


Hallo Michael!

Wir haben mittlerweile 2 Häuser in verschiedenen Städten, die unter Denkmalschutz stehen. Bei dem einen Haus kommen wir sehr gut mit dem Denkmalpfleger klar. Dort freut man sich, dass ein recht heruntergekommenes Haus nun wieder einen schönen Anstrich hat und sich jemand um das Haus kümmert. Beim 2. Haus sieht es leider ganz anders aus. Es hat uns 3 Monate Arbeit und Lauferei gekostet, einen passenden Farbton für unser Haus zu finden, weil der Denkmalpfleger alle bis dahin vorgebrachten Farbtöne als unpassend abgelehnt hat. Unser Bauantrag hing 6 Monate in der unteren Denkmalbehörde fest. Sommer futsch, da kommt Freude auf! Sowas kann einem die Arbeit ziemlich verleiden. Das Denkmalschutzgesetz in NRW (http://sgv.im.nrw.de/lmi/owa/pl_text_anzeigen?v_id=5720031106092634017) ist sehr weitreichend und dient dem Schutz des Denkmals(!), nicht des Eigentümers. Herr Hees hat Recht, wenn er schreibt, dass der Besitzer letztlich der Denkmalschützer ist. Zuschüsse haben wir bisher reichlich beantragt - nur die Kassen sind leer! Auch wenn man 30 % der Kosten zum Erhalt des Denkmals absetzen kann - zum einen entscheidet der Denkmalpfleger, ob eine Kostenstelle zum Erhalt des Denkmals beiträgt, zum anderen kostete uns eine entsprechende Aufstellung und Bestätigung für das Finanzamt über 100,- EUR. Ich würde heute auf den Denkmalschutz gerne verzichten, denn im Großen und Ganzen blockiert er uns mehr als dass er hilft. Vieles läuft halt im Zwischenmenschlichen ab, und wenn der Denkmalpfleger sie nicht leiden kann, dann haben sie ein echtes Problem! Wenn man etwas Liebe und Geschmack für ein altes Haus mitbringt, versteht es sich von selbst, dass in ein 200 Jahre altes Fachwerkhaus keine Alu-Fenster eingebaut werden. Allen im Forum ein frohes Osterfest!

Philip Mertens
Mutig voran!
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 23.03.05


@Herr Mertens

Das ist ja ein Ding! Sowas hab ich jetzt schon öfter "gehört". Bei uns in Hessen (Wetteraukreis) ist alles super. Wegen der Farbe fürs Haus haben wir garnicht gefragt, haben aber diesbezüglich keine Auflagen.

Der Denkmalpfleger ist sau-nett und lässt uns völlig in Ruhe. Der war noch nicht mal bei uns (zumindest nicht wissentlich). Und lässt auch mit sich reden (Gaubenform und so). Also ich kann mich nicht beklagen.

Nun ja, kommt wohl auch auf die zuständige Person an. Vielleicht hat unserer schon resigniert und ist einfach froh, dass irgendeiner irgendwas macht ;-)

Nur schade, dass sich unsere Stadt nicht kümmert.

Grüße Annette


anonymus | 24.03.05


@ Annette:

Ich kann Sie zu ihrem Denkmalpfleger nur beglückwünschen! Pflegen Sie ihn gut, damit er lange hält ;-)
Wir tragen es mit ein wenig Galgenhumor. Die Farbengroßhändler in der Gegend bekommen jedesmal die Krise, wenn man sagt, dass man für das Denkmalamt aus XY z. B. "russisch grün" sucht. Aber mittlerweile haben wir unseren Farbton... In unseren ersten Gesprächen gab man uns zu verstehen, dass das Amt über jeden Schlitz, den wir in die Wand ziehen, vorher informiert werden möchte. Is' klar, wir haben ja auch sonst nichts zu tun... Und was der Denkmalpfleger nicht weiß, das macht ihn nicht heiß. Mittlerweile sind die neuen Kabel wieder unter Putz und Tapete verschwunden. Jeder in unserer Nachbarschaft hatte schon Stress mit diesem Amt, mit dem Resultat, dass nun jeder macht, was er will, solange es nicht zu offensichtlich ist. Ob das nun wieder im Sinne des Denkmalschutzes ist - ich weiß es nicht. Aber wir kennen eben auch die nette Variante des Denkmalpflegers, mit der es sich sehr gut zusammenarbeiten läßt! Allen ein Frohes und nicht zu nasses Osterfest!

Philip Mertens
Mutig voran!
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 24.03.05

Ab "immer"


Moin,
in Niedersachsen ist ein Gebäude dann ein Denkmal, wenn es Denkmaleigenschaften hat. Die Eintragung in die Denkmalliste ist gar nicht zwingend erforderlich. Aber nach Abschaffung der BezReg´s wird eh´ abgerissen was geht, also würde ich sagen: wer viel fragt, bekommt auch viele Antworten.
Mit kompetenter Beratung vom alten Haus zum neuen zu Hause!
Mitglied der Fachwerk.de Community
Dipl.-Ing. (FH) - Freier Architekt | | 23.09.05


Hallo Michael,

jedes Gebäude, das unter Denkmalschutz steht ist beim Denkmalamt katalogisiert. Eine Anfrage beim lokalen Denkmalamt kann Dir die Frage beantworten, ob das Objekt denkmalgeschützt ist oder nicht. Hier entscheidet jedes Bundesland bzw. jedes Denkmalamt scheinbar nach unterschiedlichen Kriterien.


Christian Helmke | 17.10.05

Denkmalschutz-Bilder aus der Bilddatenbank: