Deckenaufbau nach echten Hausschwamm

Hallo,

wie bereits im Forum berichtet hatte ich einen relativ starken Befall der obersten Geschossdecke mit echten Hausschwamm.

Da die Sporen auch überall in der EG/OG Decke verteilt wurden und die Balkenköpfe hier geprüft werden mussten wurde die Schüttung entsorgt.
Die Schüttung war nicht original sondern wurde 1950 im Rahmen einer Sanierung der Decke, mit Laschung der Balken, durch Ofenschlacke ersetzt.

Die Balken sehen gut aus, auch die Laschen sind gesund und der Statiker bescheinigt die Tragfähigkeit dieser.

Die Balken spannen auf 5,4m und sind 26x24cm bei 1m Achsabstand. Der ursprüngliche Fehlboden lag bei 10cm Höhe.

Nach Rücksprache mit dem Architekten sieht der Aufbau wie folgt aus:
- Balken beidsetig mit 200x40mm Bohlen nivellieren (bis zu 6cm)
- Latte an die Bohlen schrauben
- darauf 22mm OSB
- Rieselschutz
- 8cm geglühter Quarzsand
- 25mm OSB
- 40mm Holzweichfaser mit Traglattung
- 26mm Douglasiediele

Von unten müssen wegen Denkmalschutz die Holzschwarten (Putzträger) verbleiben.
Unterseitig soll die Decke nach Knauf 152 mit einfacher Metalltraglattung und Direktabhängern abgehängt werden.
Dies ist zum einen wegen Brandschutz (F30, da Reihenmittelhaus) und der Möglichkeit Kabel und Lüftungsrohre zu Verlegen angedacht.

Mir scheint der Aufbau logisch, gibt es Optimierungspotential?

Der geglühte Sand kostet bei 6,5t knappe 1000€, gibt es da günstigere Alternativen?

Besten Dank
Sebastian

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| 26.06.17

Deckenschüttung


Trockenlehmschüttung, Liapor...
Sie können die Sandmenge reduzieren wenn Sie einfache Betongehwegplatten 30 x 300 oder Rechteckpflaster 40 mm stark einlegen und mit Sand auffüllen.
Wofür die Steicofloor- Dämmung?
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 26.06.17

Danke


Lehm und Liapor sind verglichen beim Preis/KG sogar etwas teurer, aber die Gehwegplatten sind auf jeden Fall eine Überlegung wert.

Die Holzweichfaser soll zur Minimierung des Tritschalls (bin da empfindlich) dienen, da ich so die raumlangen Dielen schwimmend Verlegen kann und den Schall nicht durch die Befestigung auf der OSB übertrage.

Desweiteren ist eine Überlegung Holzweichfaserplatten mit Nuten zur Aufnahme einer Fußbodenheizung im Trockensystem zu verwenden. Wobei hier die dämmende Eigenschaft der Massivholzdiele negativ ist.
Die Entscheidung Wandheizung oder Fußbodenheizung oder auch eine Kombination ist aber noch nicht endgültig gefallen.

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| 26.06.17

Schallschutz


Beispiel Schallschutz:Ca. 15 cm Liaporschüttung auf Trittschallschutzmatte ergibt ein Luftschall- Dämmmaß von 50 - 52 dB und einen Trittschallschutz von 53-57 dB für die Decke. Bei den genannten Schüttungen geht es beim Preisvergleich um Rauminhalt, nicht Gewicht.
Die Traglatte zwischen der Holzfaserplatte beim System Steicofloor überträgt sehr wohl Trittschall wenn sie auf der Decke aufliegt. Nur wenn die Lattung schwimmend in der Dämmlage eingebettet ist wird Trittschall gedämpft.
Falls Sie sich mit Fertigdielung anfreunden dann gibt es eine andere Variante: Trockenestrich mit integrierter Trittschallmatte, darauf 14 mm Landhausdielung. Schwimmende Verlegung, der Estrich bringt noch mal Masse.
Wie kommen Sie mit der Höhe klar?
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 26.06.17

Die Traglattung liegt nicht auf der OSB auf


die Dielen liegen nur auf der Holzfaser, die Traglattung dient nur der Fixierung der Dielen ist etwas dünner als die Holzweichfaser

So richtig kann ich mich mit 3 Schichtdielen oder vergleichbaren nicht anfreunden.

Ist der angedachte Aufbau denn so schlecht?

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| 26.06.17

Fußbodenaufbau


Wenn Sie das Agepan- System nehmen nein, da ist die Lattung in der Platte als Feder eingeschoben. Schlecht ist es nicht nur teuer und höher. Trockenestrich + Dielung sind 50 mm. 40 mm Holzfaser + Dielung sind 65 mm.
Wenn wir schon mal bei Preisen und Höhen sind:
Mit den Beilaschungen ergibt sich ein lichter Abstand zwischen den Balkenfeldern von 0,92 Meter. Zufällig weiß ich das OSB 4- Platten mit 22 mm Dicke bis zu einer Spannweite von 0,835 m zugelassen sind. Fragen Sie mal Ihren Architekten warum er nicht OSB 2 oder 4 in 25 oder 30 mm Stärke verwendet, die müssten für die vorhandene Spannweite zugelassen sein. Damit fällt die Querlattung weg und damit wieder mindestens 40 mm Aufbauhöhe. Billiger dürfte es auch werden.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 26.06.17

ok


aber Trockenestrich im Vergleich zur Holzweichfaser mit Lattung ist kostenneutral

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| 26.06.17

Missverständnis


Ich glaube da verstehen wir uns falsch, der lichte Abstand beträgt bei 1m Achsabstand nur 0,76m-0,08m (Laschen) ergibt sich ein lichter Abstand von 68cm.
Die 22mm OSB/3 dient als Fehlboden und die 25mm OSB/3 als Tragschicht. Eine Querlattung gibt es nicht.
Die 25mm auch nur, da ich Kategorie A3+Trennwand habe.

Preislich ist OSB/3 aktuell deutlich günstiger zu haben, das Einsparpotential in der Höhe liegt bei 3mm zur OSB/4.

Raumhöhe habe ich 2,92m, sorry habe ich vergessen zu erwähnen.
Die Fensterbrüstungen sind zu niedrig, da muss eh eine Absturzsicherung hin, Treppen gibt es noch keine und Türstürze werden alle höher gesetzt (aktuell unter 2m).
Also ein paar cm Aufbauhöge spielen da keine Rolle.

Mit der Holzfaser komme ich genau 66mm höher als aktuell

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| 26.06.17

weitere Meinungen?


Hallo,

gibt es noch alternative Meinungen?
Wenn nicht dann bleiben wir beim geplanten Aufbau

Danke
Sebastian

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 27.06.17

Hausschwamm-Bilder aus der Bilddatenbank: