Dämmung Wohnhaus zu ehemaligem Stall

Liebe Forengemeinde,

ich bräuchte ein paar Tipps für folgende Aufgabenstellung und hoffe jemand hat damit schon Erfahrung gemacht.

Ausgangssituation:
Wir renovieren ein 100 Jahre altes Bauernhaus. Der Wohntrakt schließt direkt an einen ehemaligen Stall an. Der Stall ist in keiner Weise isoliert bzw. gedämmt, die Wohnung verfügt über eine Fußboden- und Geschossdeckendämmung. Die an den Stall angrenzenden Wände sind überwiegend aus Ziegel (Voll- und Hohlziegel).Der Stall soll in den nächsten 10 Jahren zu Wohnraum umgebaut werden.

Idee:
Ich möchte gerne die Wände zum ehemaligen Stall hin dämmen. Ich verspreche mir davon eine Energieeinsparung beim Beheizen des Wohntraktes.
Eigentlich handelt es sich ja um eine innenliegende Wand, allerdings ist der Stall überhaupt nicht isoliert und es herrschen Temperaturen wie außerhalb des Gebäudes. Tendenziell ist es im Sommer sogar eher Kälter als draußen.
Gibt es eine Dämmtechnik, die ich auf der Stallseite anbringen kann (sinngemäß eine "Außendämmung") und die Jahre später, wenn der Stall zum Wohnraum umgebaut ist, an der Wand verbleiben darf? Hätte die Dämmung für den Stall-zu-Wohnraumumbau eine unmittelbare Auswirkung? Die Außendämmung wird ja quasi später zur Innendämmung.

Vielen Dank und Grüße
Stefan

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 08.02.16


Wenn später beide Seiten beheizt werden kann grundsätzlich jede Dämmung an der Stallwand verbleiben.

Ich würde aber überlegen eine Dämmung einzusetzen, die du einfach wieder entfernen kannst. Etwa ein paar Holzständer, darauf Holzfaserplatten gedämmt mit Jute (selbst) oder Zellulose (Einblastechniker). Die Dämmung sollte halt nicht direkt auf der Bodenplatte/Erde stehen, sofern keine Abdichtung vorhanden ist.

Wenn die Wand sehr uneben ist wären auch Systemlösungen wie UdiRECO denkbar, unverputzt gerade noch bezahlbar, aber dennoch deutlich teurer als z. B. Holz + Zellulose. Amortisation also fraglich.

Nachtrag: Wichtig ist im Endeffekt nur, dass die Dämmung winddicht eingepackt ist und zur Stallseite diffusionsoffen. Stilecht für einen Bauernhof wäre natürlich auch noch Dämmung aus Wiesengras statt Zellulose zu nennen ;-) da gibts leider erst wenige Anbieter.
Leben und leben lassen.
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| 08.02.16

Ich würde keine Dämmung aufbringen die faulen kann!


Alles was da so ökologisch, jedoch organischer Art ist kann faulen.
Es ist nur eine Frage der Zeit.
Auch Hohlräume sind zu vermeiden, wenn diese nicht dampfdicht sind.
Holz an solchen Wänden aufgebracht ist oft ein idealer Stoff für die "Schwammerlzucht".
Wie schaut denn die Wand zur Wohnraumseite aus?
Gibt es dazu auch Fotos?
Alles gegen feuchte Wände und Keller
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| 08.02.16

Stallwand


Oft sind Stallwände durch Salze von der Gülle/Mist belastet und durch hygroskopische Feuchte geplagt. Wie siehts damit aus? Ich finde eine Vormauerung mit Multipor (bei Salzfreiheit und Trockenheit) auf der Stallseite machbar, dass gibt dann auch die Grundlage für eine glatte, relativ belastbare spätere Innenwand.
Leben ist das was passiert, während Du eifrig dabei bist andere Pläne zu machen. (J. Lennon)
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| 08.02.16

Dammung


Vielen Dank an alle für die Tipps.
Ich besorge auch noch Fotos, dann kann man sich das etwas besser vorstellen. Der Vorbesitzer hatte die Wand von innen mit Styropor und Gipskarton verkleidet. Dahinter hat sich aufsteigende und Kondensfeuchte gesammelt und die Wand sowie den Altputz durchfeuchtet. Die Wand zur Wohnraumseite habe ich freigelegt, komplett vom Putz befreit und eine Horizontalsperre einbringen lassen, damit sie austrocknen kann.

Mit Holzfaserplatten in Verbindung mit Kalkputz habe ich auch schon geliebäugelt. Die Prospektversprechungen sind sehr verlockend.

Leider weiß ich nicht, ob bzw. wie stark die Wand mit Salzen belastet ist. Es ist durchaus möglich, dass die besagte Wand erst nach der Stallnutzungszeit eingezogen wurde, kann aber auch anders sein. Momentan sieht man keinerlei Ausblühungen, aber sicher bin ich mir nicht.

Ich denke bevor ich mir eine Pilzzucht wegen der Dämmung einfange, lass' ich es lieber ungedämmt und mache nur Kalkputz auf die Wände. Das ist trotz höherer Heizkosten wahrscheinlich billiger als mit einem Dämmstoff herumzuexperimentieren, den ich irgendwann im Sondermüll entsorgen darf.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 09.02.16

Aufsteigende Feuchte-


gibt es die auch in den anderen Mauern im Haus und ist da schon eine Horizontalsperre eingebaut? Wenn ja, welche? Salzausblühungen gibt es nicht, solange die enthaltenen Salze in Lösung sind, erst wenn die Feuchtigkeit verdunstet, kristallisieren sie wieder aus und die Kristalle werden sichtbar. Es gibt Labors, die machen eine Salzanalyse, mal beim Denkmalamt nachfragen, die haben oft Adressen .
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| 09.02.16

Horizontalsperre


HorizontalsperreJa, die anderen Wände haben auch eine Horizontalsperre spendiert bekommen. Wenn es die Wand hergab (Fuge) wurde eine Edelstahlplatte eingerammt und sonst wenigstens mit einer Injektion gearbeitet.

Das mit der Salzanalyse ist theoretisch schon interessant. Wenn allerdings ein schlechter Befund rauskäme könnte ich eh nichts dagegen tun.

Auf dem Bild sieht man eine Wand der Wohnseite . Die Stallseite sieht ähnlich aus.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 09.02.16

Stall-Bilder aus der Bilddatenbank: