Dachisolierung moeglich????

hallo
ich bin dabei in meiner Garage das Dach auszubauen.
wollte es so machen .
zwischen dan schraegen Dachbalken wollte ich vertefeln.ich wollte die Balken zur haelfte sichtbar lassen.
sie haben aber nur eine dicke von ca 12 cm .
die dachlatten sind direkt auf den balken befestigt.
somit habe ich nun fast keine moeglichkeit irgendwelche daemmung dazwischen zu bekommen .
wenn es ueberhaupt nicht geht , wird vertefelt und gut.
dann muss spaeter bei einer dacherneuerung von aussen etwas hoeher gebaut werden und dann sauber isoliert werden.
oder gibt es doch eine moeglichkeit zumindest ein wenig zu Isolieren . und wie ist der korekte Aufbau . kenne mich damit nicht sehr gut aus.
es soll rein ein spielzimmer und im Winter ein kaminzimmer werden.
bitte um ratschlaege.
danke
Alles wird gut
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| 03.08.05

Also Wohnräume


vermutlich ist die Baumassnahme genehmigungspflichtig. Außerdem gilt die EnEV. Ich denke, dann sind ca. 16 cm Dämmung erforderlich. Das geht in der beschriebenen Form natürlich nicht. Darüber hinaus ist es schwer die geforderte Luftdichtigkeit herzustellen. Ich würde eine andere Konstruktion bevorzugen.
Der Weg ist das Ziel
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Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | | 03.08.05

Nicht so einfach...


Hallo,
das hört sich alles nicht so ganz einfach an. Fangen wir mal außen an: Befindet sich zwischen Dachlatten und Sparren eine Unterspannbahn? Wenn nein, dann scheiden schon mal Mineralwolle und Ähnliches als Dämmstoffe aus. Die Bedenken von Hr. Heim bezüglich der notwendigen Dämmstoffdicke und der Luftdichtheit teile ich. 6 cm Dämmung werden die Anforderungen der EnEv nicht erfüllen und jedes Gefache einzeln luftdicht zu bekommen ist nicht unmöglich aber sicherlich ein ziemlich großer Aufwand. Sollten Sie ausreichend Platz und Höhe haben hier "Plan B": Sparren nach innen entsprechend Aufdoppeln (evtl. Statik im Auge behalten), dann eine Zwischensparrendämmung einbringen und zur Vermeidung von Wärmebrücken zusätzlich eine Untersparrendämmung vornehmen. Nun können Sie die Dachschrägen mit 6cm starken "Deko-"Sparren und Brettern verkleiden. Das ist zugegebenermaßen auch nicht gerade eine elegante Lösung. Aber sie bringt immerhin die EnEV und ihre Vorstellungen unter einen Hut. Leider wächst das Dach bei dieser Maßnahme nach innen. Abschließend kann ich Ihnen nur dringend davon abraten, gar keine Dämmung einzubauen. Denn neben der Wärmedämmung wird ihnen auch ein gutes Stück Lärmdämmung fehlen. Viel Erfolg!
Mutig voran!
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| 03.08.05

ist mir nicht ganz klar


@Philip Mertens
Befindet sich zwischen Dachlatten und Sparren eine Unterspannbahn? Wenn nein, dann scheiden schon mal Mineralwolle und Ähnliches als Dämmstoffe aus.

Warum? Welche Aufgaben hat ein Unterspannbahn in Bezug auf Mineralwolle? Ok, sie sorgt für eine gewisse Winddichtigkeit und weiter?

Habe bislang immer gedacht, dass eine Durchlüftung der Isolierung sinnvoll ist. Wurde diese nicht früher von den Herstellen sogar gefordert.

Winddichtigkeit zur Innenseite ist schon klar, genauso wie die Dampfsperre.

Wo ist die Unterschied von Plan B in Bezug auf die Unterspannbahn?


Volker Petsch | 04.08.05

Dämmung + Feuchtigkeit = nix gut


@ Volker Petsch

Die Unterspannbahn hat meines Wissens 2 Aufgaben: Zum einen ist sie für Winddichtigkeit, zum anderen verhindert sie eine Durchfeuchtung von außen. Denn je nach dem wie der Wind steht und bläst, kann auch schon mal Schnee oder Wasser unter die Ziegeleindeckung getrieben werden. Und wenn Mineralwolle eins gar nicht mag, dann Wasser. Dann ist ihre Dämmwirkung nämlich dahin! Aus der gleichen Überlegeung resultiert auch die Empfehlung der Hersteller, die Dämmung zu durchlüften. Nur kommt in diesem Fall die Feuchtigkeit nicht von außen sondern stammt vom Kondenswasser, welches die warme Raumluft beim Durchtritt durch die Dämmung bei der Abkühlung abgibt.

Mein Plan B war unabhängig von der Unterspannbahn. Sie ist ja auch nachträglich nur sehr schwer nachrüstbar. Wenn also keine USB vorhanden sein sollte, dann muss man eben auf Dämmstoffe ausweichen, die nicht feuchtigkeitsempfindlich sind und sich ggf überlegen, wie man eindringendes Wasser von der Innenverkleidung fernhält. Mein Plan sollte eher eine Alternative zu dem Plan von Brueggemann darstellen, wobei die Gestaltungswünsche mit der EnEv in Einklag gebracht werden sollte. War vielleicht ein klein wenig mißverständlich, aber das Thema ist sehr umfangreich und meine Zeit ab und zu eng begrenzt ;-)

MfG, Philip Mertens
Mutig voran!
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| 04.08.05


@Philip Mertens

Erstmal herzlichen Dank für die schnelle Antwort. Hilft mir weiter.

Also wenn ich es jetzt richtig verstanden habe, so brauche ich die USB nur, da mann nie ganz ausschließen kann, dass Feuchtigkeit vom Dach her eindringt (abgesehen von der Winddichtigkeit).

Falls nun Feuchtigkeit in die Isolierung eindringt (ich meine von außen, denn von innen sollte die Dampfsperre dies verhindern)ist es dann auszuschließen, daß eine Isolierung durch die Durchlüftung wieder abtrocknet? Klar, solange die Isolierung feucht ist, isoliert sie auch nicht - von schädlichen Eiflüssen auf die Balken nicht zu reden.

Welche Isolierungen sind denn nicht feuchteempfindlich?

Gruss Volker Petsch


Volker Petsch | 04.08.05

Dämmstoffe...


...gibt es wie Sand am Meer. Ich habe da leider auch keinen sonderlich guten Überblick. Per se sind Styropor und ähnliche Stoffe unempfindlich gegen Wasser. Nur sieht es bei diesen Dämmstoffen z. B. nicht so gut mit der Umweltverträglichkeit aus. Wie Zellulose, Hanf oder Kork auf Wassereintrag reagieren, kann ich leider nicht sagen. Entweder mal hier im Forum oder bei einem kompetenten Baustoffhändler / Hersteller nachfragen.

Sollte mal Wasser in die Dämmung eingedrungen sein, so kann es im Laufe der Zeit entweder über eine Hinterlüftung der Dämmung oder durch eine diffusionsoffene USB wieder entweichen. So ist es jedenfalls geplant - ob es tatsächlich auch so klappt, weiß ich nicht, da habe ich noch keine Erfahrung.

MfG, Philip Mertens
Mutig voran!
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| 04.08.05

Ganz andere Lösung!


Auch ich stehe vor dem Ausbau des Dachgeschosses meines alten Schätzchens. Die Balken, wenn man sie denn so nennen will, eignen sich nicht für eine Aufdoppelung, da es sich um Nadelholzstämme in unterschiedlichen Ausformungen und Stärken handelt.
Da ich auch kein Freund von Folien bin (die ersten so behandelten Häuser fangen übrigens schon an zu gammeln), hat mein Architekt vorgeschlagen, quasi einen Dachstuhl unter das bestehende Dach zu bauen. Der Aufbau: Living Board Platte / Dämmmaterial/ Living Board Platte. Schöner Nebeneffekt: Sollte irgendwann einmal das Dach oder der Dachstuhl erneuert werden müssen, bleibt der Innenausbau davon unberührt. Nachteil ist auch hier, dass das Dach "nach innen wächst", was aber in unserem konkreten Fall kein Problem darstellt, da wir genug Platz haben.
Natürlich Holz!
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| 04.08.05

Dämmstoffe Dach EnEV


Zum Thema Dämmstoffe und EnEV. Ich halte es für reichlich unverfroren, inwieweit sich die Politik inzwischen in die Privatsphäre einmischt und Vorschriften innerhalb des eigenen Hauses setzt. Man muss sich fragen, ob da der Hintergedanke nicht etwa Steuergewinne durch höhere Gewerbesteuereinnahmen ist (je teurer desto besser...).
Eine Styropordämmung von 16 cm Dicke ist VERRÜCKT. Rechnen Sie es mal anhand der k-Werte durch. Das ist VOLLKOMMEN unrentabel und ammortisiert sich NIE. Umweltschutz ist wichtig, ok, aber ich lasse mich auch nicht gerne verarschen.
Deshalb hat mein Dachgeschoß (1996) ein VÖLLIG ausreichende Styropordämmung von 10-13cm zwischen den gottseidank echt fetten Sparren (nachträgliche Altbau-Sanierung) erhalten. Die Erfahrung hat gezeigt, daß z.B. Mineral- und Steinwolle bei Wind (der am Dach fast das ganze Jahr mehr oder weniger stark anliegt) völlig durchkühlt, da dieser ja von außen ein- und durchdringt. Von der Feuchtigkeitsgefahr ganz zu schweigen. Deshalb wählte ich Styropor. Glücklicherweise ist das auch einigermaßen günstig, und eingedrungenes Wasser läuft darauf einfach ab ( probierts mal aus...) Von allzu biologischen, saugfähigen Dämmungen wie Zelluloseflocken, Sägespäne usw. halte ich nichts, da sich auch die "lieben kleinen Mitbewohner" in gesundem Material am wohlsten fühlen... d.h. das Ungeziefer, das hier evtl. einzieht, hat einen perfekten Lebensraum, um sich munter zu vermehren. Und es dann mit gesunden (und erschwinglichen) Mitteln wieder los zu werden, ist nicht ganz einfach - nicht wahr ?
Von der wesentlich aufwendigeren Einbringung des Materials mal ganz abgesehen - einblasen usw. Fachfirma-Gedöns...das Styro kann man selbst einbringen.
Dazu ein Praxistipp: eine Dachlatte unter die vorhandene Lattung am Sparren anliegend aufschrauben und man hat eine perfekte, gerade "Anlage" für die Styroplatten. Evtl. Lücken zwischen Latte und Sparren mit Acryldichtmasse oder Silikon aussprizten. Von garkeiner Dämmung muss ich auch dringendst abraten, da friert bzw schwitzt man sich den......ab. :-) mfg JoGa


JoGa | 05.08.05

Ergänzung Dämmstoffe EnEV


Nachtrag: Es ist auch empfehlenswert, auf der Dach-Sonnenseite einen größeren Abstand zwischen Dämmung und Ziegeln zu lassen. Der gigantische Hitzestau auf der Sonnenseite hat dadurch viel bessere Abzugsmöglichkeiten und die sommerliche Hitze durchdringt bei weitem nicht so schnell die Dämmmung.
Anmerkung: Diesen Tip werden Sie vermutlich nirgends sonst finden, schon garnicht von einer sogenannten Fachfirma, weil dann ja weniger Dämmstoff verkauft wird. Außerdem ist es denen in der Regel egal, ob Sie anschließend unterm Dach den Hitzetod sterben oder sich einigermaßen wohl fühlen. Viele "Fachleute" denken auch schlicht und einfach nicht so weit und halten sich nur stur an irgendwelche Vorgaben. Im Fall der Minimaldämmung bei Volker Petsch wird dies wohl sowieso nicht durchführbar sein. Vielleicht sollte er auf die "Balken-Sichtseite" einfach zugunsten einer besseren Dämmung und wesentlich geringerem Arbeitsaufkommen verzichten. Eine schöne glatte Wand ist eine schöne glatte Wand eine schöne glatte Wand ? hihi.
Nochetwas zu der Latte als Abstandhalter: Die sollte natürlich beidseitig an den Sparren innen angebracht werden. Ok. Ich hoffe ich konnte auch weiterhelfen.


JoGa | 05.08.05

Styropordämmung


- Styropordämmung ist für den Einbau zwischen den Sparren ungeeignet, da das starre Material sich den Veränderungen in der Konstruktion nicht anpassen kann. Styropor ändert seine Abmessungen, wenn es nicht ausreichend lange gelagert wird, was bei der heutigen Herstellung (just in Time) leider sehr häufig vorkommt. Die durch Passungenauigkeiten zwischen Styropor und Holz zwangsweise auftretenden Fuge bilden Wärmebrücken und sind der Grund für viele Bauschäden.
- Styropor ist der für den sommerlichen Wärmeschutz schlechteste Dämmstoff
- Styropor hat von allen Dämmstoffen die schlechtesten Eigenschaften bzgl. Schallschutz
- Styrol ist krebserregend
- Die Versuche Naturdämmstoffe mit der Behauptung, sie seien anfälliger für Schädlige, schlecht zu machen, sind seid langem wiederlegt und werden noch nicht einmal von den Vertretern der syntetischen Dämmstoffe ernsthaft als Nachteil angeführt, im Gegenteil, auch Hersteller von syntetischen Dämmstoffen haben mittlerweile Naturdämmstoffe in ihrem Programm und bieten diese als gute Alternative an.
- Styropor ist nicht in der Lage Feuchtigkeit oder Nässe in der Konstruktion nach außen zu transportieren, damit diese hier abtrocknen kann
- Styropor ist als Unterdach ungeeignet. Dass Nässe hier ablaufen kann ist nur bei oberflächlicher Betrachtung richtig. Daher ist Styropor in feuchten Bereichen auch nicht zugelassen. Hier sind geschlossenporige Materialien erforderlich (z.B. Styrodur)

Aber wer das Material mag und alle aufgeführten Nachteile in Kauf nehmen will, soll es ruhig einbauen, schließlich ist es ja auch das billigste auf dem Markt, zumindest kurzfristig betrachtet.
Der Weg ist das Ziel
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Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | | 05.08.05

Styropor-Dämmung


Hallo joGa, habe den gleichen Ausbau bei meinem Dach vor.Jedoch Aufsparrendämmung.Aufbau ist z.Zt.Ziegel,Lattung,Bitubahn,Sparren.Wollte auf die Sparrenunterseite 4x6er Kontruktionsholz aufnageln, dazwischen quer zu den Sparren 40er Styropor einlassen, darauf längs 24er Hobeldielen.Kniestock mit osb-Platte,
Somit im oberen Bereich komplette Belüftung über Sparrenstärke, im Kniestockbereích (ca.1,20 m Höhe) Belüftung auf ca.1 m Tiefe.Meine Frage, wurde bei deinem Aufbau eine Dampfsperre von innen angebracht oder nicht ?.Wenn ja, was hast du genommen.


willi+hilde spix | 05.08.05

Dämmung und "Gammel"


@ Jens Wiederstein:

Nun ja, ob die Häuser allein aufgrund der Folie(n) anfangen zu gammeln, sei einmal dahin gestellt. Häufig sind es doch falsche Materialkombinationen und eine schlampige Ausführung, die später die Probleme / den Gammel verursachen. Nichts gegen OSB-Platten, aber wenn ich mir Ihre Innendachkonstruktion mal aus Sicht der sd-Werte betrachte, dann kann ich die Living-Board-Schalung (sd-Wert 4 - 5 m ?) auch problemlos mit einer Dampfbremsfolie vergleichen. Und auch hier werden Sie sich den Gammel in die Butze holen, wenn Sie bei der Verarbeitung nicht auf Luftdichtheit etc. achten, Holz hin oder her.

Bei der ganzen Dämmerei sollte man eben immer das ganze System Dach im Hinterkopf haben und sich überlegen, wie die einzelnen Komponenten funktionieren und zusammen spielen. Dann kommt man schließlich auch zu einer sinnvollen Lösung, die persönliche Vorlieben (z. B. Holz) und Abneigungen (z. B. Folien) mit einbeziehen kann.

Frohes Schaffen und gutes Gelingen!
Philip Mertens
Mutig voran!
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| 05.08.05

Styropordämmung - Baubiologie vs. Wahrheit - Teil II - Die Fakten schlagen zurück...


„- Styropordämmung ist für den Einbau zwischen den Sparren ungeeignet, da das starre Material sich den Veränderungen in der Konstruktion nicht anpassen kann. Styropor ändert seine Abmessungen, wenn es nicht ausreichend lange gelagert wird, was bei der heutigen Herstellung (just in Time) leider sehr häufig vorkommt. Die durch Passungenauigkeiten zwischen Styropor und Holz zwangsweise auftretenden Fuge bilden Wärmebrücken und sind der Grund für viele Bauschäden.“

+ ich habe Styro seit über 6 Jahren an der Sonnenseite unter den Sparren eingebaut, es ist in 2 5cm-Lagen zwischen und eine 3cm-Lage unter den Sparren EINGEKLEMMT, da ich es immer etwa 3-5mm größer ausgeschnitten habe, als die Sparren breit sind. Die Elemente sind zueinander versetzt, so daß sich Lücken überdecken, um Wärmebrücken zu vermeiden.
Die Unterseite ist noch nicht verkleidet, d. h. die Styroplatten halten nach mehr als 6 Jahren immer noch nur durch die Klemmung zwischen den Sparren.

“- Styropor ist der für den sommerlichen Wärmeschutz schlechteste Dämmstoff“

+ Tatsächlich ? Komisch, daß Styro aber immer die besten K-Werte hat… die K-Werte sind doch nicht etwa frei erfunden ???

“- Styropor hat von allen Dämmstoffen die schlechtesten Eigenschaften bzgl. Schallschutz“

+ Das ist wohl richtig. Abgesehen vom besten Wärmeisolator, der Luft (oder noch besser: dem Vakuum). Die Frage hier war übrigens nach Wärmedämmung, nicht nach Schallschutz.

“- Styrol ist krebserregend“

+ Das Styro soll als Wärmedämmung dienen. Nicht als Mahlzeit.

“- Die Versuche Naturdämmstoffe mit der Behauptung, sie seien anfälliger für Schädlige, schlecht zu machen, sind seid langem wiederlegt und werden noch nicht einmal von den Vertretern der syntetischen Dämmstoffe ernsthaft als Nachteil angeführt, im Gegenteil, auch Hersteller von syntetischen Dämmstoffen haben mittlerweile Naturdämmstoffe in ihrem Programm und bieten diese als gute Alternative an.“

+ Ach was. Dann sollten Sie mal den Beitrag im Forum durchlesen. Den von der armen Frau mit der Wolle-Flockendämmung und den Motten darinnen, die sie nicht mehr loskriegt, außer vielleicht durch eine Mega-Teure Begasung…(ohne Langzeitwirkung). Der Hersteller hat Borax als Schädlingsvorbeugung zur Wolle beigemischt. Die Motten haben sich wohl gedacht, daß Sie das Borax lieber nicht fressen, sondern besser gemütlich in der schönen natürlichen Wolle nisten. Und das Giftgas gegen die Motten ist sicherlich nicht krebserregend – oder ? Borax klingt auch lecker... so natürlich. Übrigens hatte niemand eine Lösung für die Frau anzubieten (drei Antworten von „Fachleuten“), außer sich an den Hersteller zu wenden (erinnert mich irgendwie an Windows), der aber vor langem Pleite gemacht hat (warum wohl?). Die Frau hat bei der Wahl des „Naturniststoffes“ wohl den falschen Leuten Glauben geschenkt.
Daß die Hersteller synthetischer Baustoffe Naturdämmstoffe herstellen, ist schön für sie, weil sie damit mehr Geld verdienen - aber natürlich nur, wenn sie die Naturniststoffe auch entsprechend anpreisen. Niemand macht die Menschen auf die negativen Seiten seines Produktes aufmerksam. Das liegt im Eigeninteresse des Verkäufers.

“- Styropor ist nicht in der Lage Feuchtigkeit oder Nässe in der Konstruktion nach außen zu transportieren, damit diese hier abtrocknen kann“

+ Stimmt wohl. Aber Styropor nimmt auch erstmal garkeine Feuchtigkeit auf, also welche Feuchtigkeit soll dann abtransportiert werden ? Vielleicht die, die NICHT durch die Dampfsperre kommt ??? Es saugt sich auch nicht so schön patschnass voll, wie Wolle, Zellulose oder Holzspäne. Und es fault auch nicht so wunderbar.

„- Styropor ist als Unterdach ungeeignet. Dass Nässe hier ablaufen kann ist nur bei oberflächlicher Betrachtung richtig. Daher ist Styropor in feuchten Bereichen auch nicht zugelassen. Hier sind geschlossenporige Materialien erforderlich (z.B. Styrodur)“

+ Daß ein Dach als „feuchter Bereich“ gilt, ist mir neu. Bei mir unterm Dach ist es immer trocken. Ich glaube fast, der Schutz vor Nässe ist wohl das, was man von einer funktionierenden Dachkonstruktion erwartet…oder wie ist das bei Ihnen Zuhause ?


“Aber wer das Material mag und alle aufgeführten Nachteile in Kauf nehmen will, soll es ruhig einbauen, schließlich ist es ja auch das billigste auf dem Markt, zumindest kurzfristig betrachtet.“

+ Ja. Wer ein bischen drüber nachdenkt, wird sich sicherlich von einem geeigneten Fachberater für Baubiologie überzeugen lassen, einen „Naturbaustoff“ zu verwenden. Der professionelle Berater kennt dann wohl auch „zufällig“ einen SUPER Lieferanten…. Und daß Nässe hier oberflächlich betrachtet oberflächlich abläuft, ist wohl richtig, weil die Nässe auf der Oberfläche abläuft und nicht ins Styropor eindringt. Oberflächlich gesagt.

Wo bleiben hier vernünftige Argumente ?
BLABLA kann ich auch...


JoGa | 06.08.05

Mal locker bleiben...


@ JoGa

Da hat Ihnen wohl jemand auf den (Styropor-)Schlips getreten, was ;-? Nur ein paar Dinge möchte ich mal kurz erläutern / richtig stellen:

-K-Werte und sommerlicher Wärmeschutz

Diese beiden Dinge haben NICHTS miteinander zu tun, da sie auf unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften aufbauen. Der K-Wert (heute U-Wert) basiert auf den Wärmeleiteigenschaften eines Stoffes, der sommerliche Wärmeschutz nutzt vor allem das Wärmespeichervermögen und die spez. Masse. Der sommerliche Wärmeschutz soll die hohen Temperaturspitzen des Tages durch Wärmespeicherung puffern und in der kühlen Nacht wieder abgeben. Eine schnelle Aufheizung des Dachgeschosses kann so vermieden werden.

-Unterdach und Nässe

Je nach dem wie der Wind steht und bläst, wird sich auch unter ihrem Dach bei Schnee und Regen Feuchtigkeit sammeln. Nur weil Sie sie nicht sehen, heißt es ja nicht, dass sie nicht da ist. Die Dachpfannen liegen nun mal nicht topfdicht. Neben der Winddichtigkeit ist das ja die zweite Funktion eines Unterdaches, eindringendes Wasser von einer Dämmung fern zu halten. Fragen Sie ruhig mal Ihren Dachdecker, warum er ein Unterdach aus Holz oder Folien verbaut. Überhaupt: Haben Sie kein Unterdach? Würde mich bei einer Sanierung von 1996 wundern...

-Schallschutz

Warum nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen? Wenn ich einen Dämmstoff habe, der sowohl die Wärme als auch den Schall isoliert, warum sollte ich dann durch den Einsatz von Styropor auf die Schalldämmung verzichten? Weil ich später weiteres Geld für eine Schalldämmung ausgeben möchte? Macht nicht wirklich Sinn, oder?

Und Ihrem letzten Absatz fehlen die von Ihnen so geforderten "vernünftigen Argumente". Oder wollen Sie per se alle Händler, die Naturbaustoffe verkaufen, als unseriös hinstellen? Nicht Ihr Ernst, oder? Es will Ihnen übrigens niemand an den Karren pinkeln, nur weil Sie Styropor zur Dämmung verwenden. Das ist ganz allein Ihr Ding! Nur bitte akzeptieren Sie auch, wenn es Leute hier im Forum gibt, die Styropor nun nicht als die ultimative Dämmung ansehen. Und dafür muss man nicht unbedingt ein "Hardcore-Öko" sein...

MfG, Ph. Mertens
Mutig voran!
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 06.08.05

mein Styropor - Schlips... hihi


witziger Ausdruck.

@ Unterdach...richtig getippt, ich habe kein Unterdach.
Der Dachstuhl ist von INNEN gedämmt. Darum gings doch in dem ganzen Beitrag.

Da ich auch in die Kategorie "neunmalkluger Selbermacher" und Eigenbrötler falle und meine finanziellen Mittel stark begrenzt waren und sind, KONNTE ICH NICHT:

das komplette (dichte) Dach incl. Lattung abdecken, die Biberschwanzziegel auf meinem 16 m² Hof zwischenlagern (das Haus steht im Ortskern und praktisch sind die Außenmauern auch gleichzeitig die Grundstücksgrenze, Größe 95m²), Unterdach, Dachpappe, neue Lattung und Isolierung einbauen, und dann alles wieder alleine eindecken...

da ich NEBENBEI GANZ LOCKER mit ein paar kleineren Sächelchen beschäftigt war, wie z.B. eine dreijährige Umschulung zum Krankenpfleger durchziehen, Gas-Heizung mit Kupferrohren einbauen, Heizkörper- und Wasserinstallation fachgerecht durchführen, neue Holzfenster einbauen und lasieren, das komplette EG innen 70 cm tief ausschaufeln, Innendrainage und Schotter einbringen (außenrum keine Möglichkeit) weil alles feucht-nass war (ehemals lief der Fluß vorm Haus vorbei, jetzt ist er kanalisiert), sämtliche Böden im EG gegen Feuchtigkeit mit Bitumenschweissbahnen isolieren und mit armiertem Stampfbeton verfüllen, dann Styropor als Wärmedämmung zum Boden hin einbringen, Estrich und darauf Holz-Böden und selbst geholte Solnhofer Platten im Mörtelbett einbauen, das Bad komplett begradigen und verkleiden und raumhoch fliesen (nachdem ich die dritte 8 m³ Bauschutt-Grube abfahren lies) überall Innenisolierungen im EG einbauen (mit hinterlüfteter Holz-UK und Fichte-Verbretterung mit wasserverdünnbarer Acryllasur gestrichen), zwischendurch meine Führerschein neu machen (weil ich im Suff damals meinen wunderschönen 1957er Käfer in den Graben gefahren hatte –Totalschaden(heul)- und dann „zufällig“ in dem Moment die Polizei vorbeikam, als ich mit Hilfe eines netten Vorbeikommenden die Karre gerade rausziehen wollte, dann noch kurz die Elektrik im EG und 1.Stk erneuern und mich dabei gleichzeitig darüber kurzfristig in Fachbüchern schlaumachen, während das Staatsexamen im der Krankenpflegeschule näherrückt, sämtliche Baumaterialien selbst beschaffen und Schutt abfahren, mich mit meiner damaligen Freundin über meine mangelnde Freizeit auseinandersetzten (sie konnte nicht verstehen, daß ich wenig Zeit für "uns" habe... Frauen...), und GANZ LOCKER noch alle baubiologischen Belange mitberücksichtigen, zwischendurch auch mal das Atmen, Essen und Hinsetzen nicht vergessen und dann die Prüfung zum Krankenpfleger schaffen während mir dann noch wegen abgefahrener Autoreifen eine 1-monatige Fahrsperre auferlegt wurde (ich hatte den Schein inzwischen wieder), die 12 km zum Krankenhaus IM Winter dann mit dem Fahrrad fahren, dann noch ein bischen NEBENBEI den Hausbock in einigen Dachstuhlbalken bekämpfen, noch ein paar TÖNNCHEN Schutt aus dem Nebengebäude abfahren, Ausblühungen analysieren über deren Bekämpfung nachgrübeln, gleichzeitig ein paar Fachbücher über Renovierung, Elektrik, Anamnese, Krankenpflege, Dachausbau, Innere Medizin, Physiologie, Pharmazie, Anatomie und Krankheitslehre wälzen, in Gedanken nebenbei schon wieder Probleme bei der Kanalrohrverlegung und im Umgang mit der Gemeindeverwaltung wälzen, manuelle Mauerdurchbrüche unter den Grundsteinen durchschlagen um die blöden Rohre im richtigen Winkel einzubetten, uuuufff....
also Leute ihr seht, selbst wenn man sich WIRKLICH BEMÜHT, macht man doch hin und wieder kleinere Zugeständnisse an die Erfordernisse des Lebens... z.B. in Form von relativ einfach einzubringendem Styropor. naja.
Ich könnte diese Selbstbeweihräucherung noch weiterführen aber lassen wir das...
Es funktioniert soweit jedenfalls alles.
Unglaublich, nicht wahr.
Natürlich ist ein Unterdach eine bessere Lösung.
Kann ich ja mal NEBENBEI in Angriff nehmen.
Inzwischen hab ich sogar diese sogenannte „Freizeit“.
Mit 40.
Toll.


JoGa | 06.08.05

willi+hilde spix Styropor-Dämmung


hab die frage erst jetzt gelesen, daher hier meine praxis-erprobte und bewährte Methode:

Es wurde eine DOPPELTE Dampfsperre in Form einer EXTRADICKEN BAUFOLIE zwischen die Verkleidungsplatten und die Isolierung eingebaut. Doppelt deshalb, weil die Verkleidungsplatten anschließend sauber verspachtelt und zusätzlich mit wasserverdünnbarem Acryllack (blauer Umweltengel) LACKIERT wurden. Das ist ebenfalls WASSERDICHT, also logischerweise auch Wasserdampfdicht. Dabei ist vor allem auf EXTREM saubere Arbeitsweise zu achten, vor allem alle "Anschlusstellen", wo die Folie an angrenzende Wände und Böden kommt, müssen sauber verklebt werden. Dafür bevorzuge ich SILICON (ich höre schon das gequälte Aufstöhnen in der Bio-Ecke :-)), weil das pappt wie die Hölle und wasserunlöslich ist...im Gegensatz zur billigeren Acryl-Dichtmasse. Silicon ist der absolute PAPP-KING und klebt alles (in meinem Bistro haben wir damals die Marmor-Tischplatten und die selbstgeschweissten Metallfüßen totsicher verklebt...irgendein Trottel hat auch im Damen-WC den Spiegel mit Silicon auf die Rauhfaser geklebt, ich hab über 2 Stunden gebraucht um die immer wieder abbrechenden Spiegelteile abzuschaben...)

Der Einbau einer DampfSPERRE ist bei der beschriebenen Methode unerlässlich, weil der Dämmstoff Styropor keine Feuchtigkeit weiterleitet. Das war ja oben bereits mehrfach als "Nachteil" angeprangert. Wenn allerdings keinerlei Feuchtigkeit durch Dampf von Innen eindringt und die Regen-Nässe von Außen auf dem Styro abläuft, frage ich mich ernsthaft, ob hier nicht der ein oder andere ein Problem mit der Logik hat.
Sogenannte "Dampfbremsen" verringern konstruktiv gesehen nur den Eintrag von "Wasserdampf" in die Dämmung. Die umstrittene "Wasserdampfdiffussion" durch die Wände ist angeblich besser für das Wohnklima.

Kann ich so nicht bestätigen.
Ich nutze meine Dachfenster doch tatsächlich auch zum Lüften (die meisten VELUX-Fenster haben oben eine schmale Dauerlüftungsöffnung, die ist bei mir fast immer offen. Und warum sollte sich der BÖSE Wasserdampf dann den unmöglichen Weg durch meine doppelte Dampfsperre suchen - vielleicht weil es den BIOFREAKS besser ins argumentative Konzept passt ?

Darüberhinaus dämmt nur ein absolut trockener Dammstoff wirklich gut. Wozu also sollte ich es dem BÖSEN WASSERDAMPF ermöglichen, durch eine Dampfbremse in den Dämmstoff zu diffundieren ?

Ich hoffe, ich konnte hier dem ein oder anderen geneigten Leser weiterhelfen.


JoGa | 06.08.05

Dachausbau ohne neu eindeckung?????


Hallo,
ich hätte da mal eine frage.Und zwar wollte ich meinen Mann mit einem Dachausbau überraschen. Die Lattung ist noch neuwertig und die Ziegel müssen erst so in 5 Jahren erneuert werden. Kann ich den Dachausbau jetzt schon machen und die Unterspannbahn nachträglich wenn das Dach neu eindeckt wird machen???

Vielen Dan im vorraus

Mit freundlichen Grüssen
Kerstin


Kerstin Epp | 22.09.05

@Kerstin Epp


Wenn eine neue Dacheindeckung sowieso geplant ist, halte ich es für besser beides miteinander zu verbinden.
Von JoGa's selbstversuchen kann ich nur dringend abraten. Sonst ist vielleicht in 5 Jahren nicht nur die Dacheindeckung fällig sondern auch noch der Dachstuhl. Die Infos von Philip Mertens sind da schon fundierter und interessanter.
Der Weg ist das Ziel
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Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | | 22.09.05

Zwischensparrendämmung


Hallo, wir haben Dachsparren von 23 cm Dicke und möchten mittels Zwischensparrendämmung etwa 6cm Sichtbalken erhalten. Welche Alternativen habe ich?
Glas/Steinwolle scheint mit 16 cm + ca 4 cm (Lattung und Gipskarton) zu wenig von den Balken sichtbar zu lassen. Styrodur würde mit ca 12 cm Dämmung auskommen. Das Styrodur würde zwischen die Sparren gepresst werden und etwaige Lücken ausgeschäumt werden. Darunter noch eine Folie zur Dampfsperre, bevor der Gipskarton aufgeschraubt wird.

Macht das Sinn? Gibt es Alternativen? Die Sichtbalken sind ein Muss.

Gruss
Lothar


Lothar | 23.10.05

Wenn man


die obige Diskussion aufmerksam durchliest, weiß man, dass das keinen Sinn macht!
Ich rate sich von den sichtbaren Sparren zu verabschieden und dann den folgenden Aufbau zu wählen:
Eine 4 cm Unterlüftung und dann eine vergütete Holzweichfaserplatte, Zellulosedämmung bis Unterkante Sparren, eine durchgehende luftdichte Ebene (z.b. Pro-Clima DB+) Konterlattung und dann eine Beplankung nach Wunsch.
Der Weg ist das Ziel
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Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | | 25.10.05