Dämmung im weigeschossigen Haus

Dämmung im weigeschossigen HausMein Gebäude geht über zwei Vollgeschosse.
Bei meiner Frage geht es um die Dämmung zwischen EG und OG.
Im EG soll es einen gastronomischen Betrieb geben im OG und DG soll es Wohnungen geben.
Einzuhalten sind Werte für KFW Denkmal, hier ist die Aussendämmung sicher entscheidender zur Einhaltung, und F30.
Insgesamt habe ich 17 cm Aufbau.
Die Lösung über den Einbau von Masse halte ich für nicht richtig in Anbetracht der Gesamtsituation.
Als Fußbodenbelag oben sehe ich Eichendielen.
Die Deckenbalken sollen sichtbar sein.
Wie bekomme ich eine sinnvolle Dämmung gegen Geräusche von unten und Trittschall von oben hin?
Bei der Aussendämmung schwanke ich noch zwischen zwei Verfahren.
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| 26.03.16

Dämmung


Das ist eine der Aufgaben die Ihr Planer zu lösen hat, fragen Sie den bzw. lassen Sie sich seine Lösungen erklären.
Ob Sie technisch notwendige Lösungen für richtig halten oder nicht ist da erst mal zweitrangig. Wenn Sie auf Sonderwünschen bestehen wie fehlender Masse in der Decke kann es sein das Sie sich ins eigene Bein schießen. Der Planer wird sich mit einer Bedenkenanmeldung freistellen, ebenso die ausführenden Firmen.
Die Decke so hinzukriegen wie Sie das wünschen (freiliegende Balken) hinzukriegen wird ohnehin ein ziemlicher Akt der Ihnen eine Menge Geld kosten wird (brandschutztechnische Kompensationsmaßnahmen, Schallschutz), falls es überhaupt möglich ist.
Lassen Sie deshalb Ihre Fachleute den Job tun für den Sie (hoffentlich) angemessen bezahlt werden. Wenn Ihnen Lösungen suspekt vorkommen lassen Sie sich das erläutern aber versuchen Sie nicht zu meinen Sie können das besser.

Für solche Fragen (und generell) sollten bzw. müssen Sie sich einen Bauleiter AG nehmen der schon in der Werkplanung steuernd eingreifen kann.
Er ist Ihr fachlicher Vertreter der die Schnittstellen zwischen dem Planer, den ausführenden Firmen und den Behörden zu koordinieren hat- eine Aufgabe die Sie als Bauherr nicht können und auch nicht versuchen sollten.
Beispiel: Die nicht regelkonforme Ausführung der KS- Wand auf dem Foto wäre bei einem Bauleiter so nicht durchgegangen.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 26.03.16

Möglichkeiten ausschöpfen


Mir ist klar, dass die Deckenbalken nicht vollständig zu sehen sein werden.
Oberhalb der Balkenlage sollten 6 cm ausreichen hoffe ich.
Der Rest wird wohl leider der Sichtbarkeit der vollen Höhe schuldig bleiben.
Der Planer bzw. Bauleiter und Handwerker haben mir Lösungen vorgestellt welche ich allerdings so nicht unbedingt möchte.
Ich möchte alle Möglichkeiten kennen und in "meine" Überlegungen einbeziehen.
Der Planer macht mir Vorschläge über welche ich und die Denkmalschutzbehörde entscheide.
Deshalb frage ich für mich hier nach Alternativen.
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| 26.03.16

Studie zum Thema


Vielleicht hilft ihnen ja die folgende Untersuchung, aber auch da geht es weitestgehend um Gewicht einbringen.

http://www.forum-holzbau.ch/pdf/hbt12_andreas_rabold.pdf

Das war eine der wenigen quantitiven Untersuchungen die ich gefunden habe. Einzelbeispiele gibt es einige wenige bei Pavatex, Knauf, Fermacell oder anderen Systemanbietern.
Ein Fachwerkhaus ist romantisch und hat große Vorteile. Die Raumaufteilung ist nicht vernünftig
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| 26.03.16

Dämmungsalternativen


Es würde helfen die gen.Alternativen zu erfahren, die bei Ortskenntnis genannt wurden.
Was gefiel daran nicht?

Andreas Teich

Sanierungskonzept


Wenn Sie "alle Möglichkeiten kennen" und in Ihre Überlegungen einbeziehen wollen dann müssen Sie nicht nur selber vom Fach sein sondern auf der Höhe der Zeit beim Kenntnisstand zum Thema Sanierung und nicht nur Wärmedämmung. Ein altes Gebäude, hier auch noch mit spezifischen Nutzungsanforderungen, zu sanieren ist eine ganzheitliche Aufgabe bei der man die Frage der Dämmung der Gebäudehülle nicht losgelöst von der Gesamtaufgabe betrachten kann.
Diese Kenntnisse erwerben Sie nicht übers Internet sondern mit einer fundierten Grundlagenausbildung, ständiger weiterbildung und praktischer Erfahrung.
Nur mal als Beispiel zur Problematik Dämmung Gebäudehülle:
Für Sie gilt wahrscheinlich grundsätzlich je dicker je besser und je niedriger der U- Wert je besser.
Bei einer gastronomischen Einrichtung im EG mit relativ viel Verglasungsfläche, zusätzlichen Wärmequellen wie Gästen und Küchenbetrieb und einem völlig anderen Lüftungsbedarf ist der U- Wert erst mal nebensächlich da der Lüftungswärmebedarf ungleich höher ist als der Wärmebedarf infolge Verlust durch Wärmeleitug über die Umfassungswände. Bei Fachwerk kommen dann noch weitere spezifische Probleme hinzu.
Sie können sich die Ergebnisse der Planung vorstellen und erklären lassen aber Ihre (vermutliche) Idee dann die Lösungen zu zensieren oder zu verbessern sollten Sie vergessen.
Entweder Sie vertrauen Ihren Fachleuten-denn dafür bezahlen Sie die in fünfstelliger Höhe - oder Sie suchen sich andere. Falls dieses erforderliche Vertrauensverhältnis durch ständige Einmischung Ihrerseits schon geschädigt ist dann werden Sie wohl mehr als einen Planer verschleißen.

Wenn wir schon mal beim Thema sind:
Die Idee das OG als Wohnraum auszubauen und parallel aus Platzgründen zusätzlichen Kellerraum zu schaffen ist auch so eine Entscheidung die ich aus wirtschaftlichen Gründen anzweifle.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 27.03.16

Mein erster Gedanke und die Vorschläge.


Tatsächlich ging es bei den Vorschlägen in erster Linie um Masse.
Vorgeschlagen wurde mir:
Sandschüttung
Lehmeinbau
Trockenestrich.
Nachteilig ist für mein Empfinden die Masse, die Ansicht von unten und der zusätzliche Feuchtigkeitseintrag.

Mein erster Gedanke vor den Vorschlägen:
Aufbau mit Dielen in Kombination mit einer Korklage ggf. wenn es unbedingt sein muss, mit Trittschallmatte und Ausgleichslage.
Verbretterung mit Eiche von unten und Bodenaufbau mit Eichendielen. ggf. mit Korkschüttung.
Ohne Höhenausgleich bis 8 cm, abfallend von Nord nach Süd.
Diese Variante finde ich persönlich am besten da zur Steifigkeit beigetragen wird, wäre allerdings wohl auch unbezahlbar bei ca. 300qm Fläche und Eichendielen.
Eiche sollte Fußbodenbelag sein.
Es sind ca. mindestens 50 Jahre alte Bodenbretter als Belag im Gebäude vorhanden aus pitch pine. Stärke 2,8 cm. Diese ca. 60 qm sollen wieder nach Säuberung als Bodenbelag eingebaut werden

Ich suche immer noch nach weiteren auch bezahlbaren Lösungen auf relativ natürlicher Basis ohne viel Masse.


Und ja, es sollte die Arbeit der Planer/Architekten sein, doch ich möchte Ideen und Lösungen, also mehr als die mir bislang gemachten Vorschläge.

Und der Keller war von mir gewollt und alle anderen, mit dem Bau und der Planung beschäftigten haben mir davon dringlichst abgeraten.
Nun ist er fertig.
Und die Wohnungen über der gewerblichen Fläche waren auch von mir so gewollt, das hat ausschließlich mit der Nutzung zu tun.
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| 27.03.16

Schallgedämmte Decke


Ohne Masse keine genügende Schalldämmung!
Die kann auch mit Betonplatten oder besser als Sandfüllung installiert werden.
Unnötige Feuchtigkeitseinträge sollten weitestgehend vermieden werden.

Zu Schalldämmung können seitlich an die Deckenbalken zB 30/30/4 oder 5 mm Stahlwinkel geschraubt werden,
darauf Glattkantbretter oder Dreischichtplatten befestigen-Dicke je nach Balkenabstand.
Oberflächenbehandlung, Verputz oder Verkleidung nach Wunsch.

Darüber, auch über die Balken, Rieselschutzbahnen zB Geotextil verlegen.

Auf die Balken latexierte Kokosfaser- oder Gummigranulatstreifen auflegen
Dazwischen ca 50 mm hoch geglühten Sand einfüllen (das Gewicht beträgt ca 90 kg/qm).
Darauf eine durchgehende Lage 20- 40 mm dicke Holzweichfaserplatten verlegen.
Darauf 20 mm Creaton-Trockenestrichplatten, wenn ein mineralischer Belag gewünscht wird.
Alternativ statt durchgehender Holzfaserplatte dazwischen Traglatten einlegen 35-40 mm x 60 mm.
Dielen aufschrauben.
Um einen Resonanzraum zu vermeiden müssen die Dielen voll und hohlraumfrei auf dem Dämmstoff aufliegen.

Oder die Dielen an in die Sandlage gelegte Latten schrauben, sodass die Dielen auf den Kokosfaserstreifen oder auch dickeren Gummigranulatstreifen aufliegen- mit diesen können Höhenunterschiede ausgeglichen werden.Für geringe Höhenunterschiede ggf Reste von EPDM Folie verwenden.

Die Holzlage und auch die seitliche Befestigung zwischen den Balken muß je nach gewählter Ausführung tragfähig genug sein, um das Gewicht der Füllung und die Verkehrslast tragen zu können. Es spart aber Höhe und Aufwand gegenüber 2 Tragschichten.

Andreas Teich

Brandschutz


In Anbetracht der öffentlichen Nutzung ist das ein Fall für Profis. Auch ein erfahrener Planer sollte hier auf Spezialisten zurückgreifen.

Der Brandschutz und die Lüftung werden hier das Primat haben.

Schalldämmung ist unter den gegebenen Umständen nur eingeschränkt möglich. Ich würde vorschlagen, die Wohnungen vertikal zu teilen. Wohnzimmer und Küche im Obergeschoss, die lärmempfindlichen Schlafräume im Dachgeschoss. Und am besten den Wirt dort einquartieren...
Ich habe einen einfachen Geschmack - ich bin mit dem möglichen zufrieden. (frei nach Oscar Wilde)
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| 27.03.16

Dämmung-Bilder aus der Bilddatenbank: