Fußbodenaufbau

Hallo zusammen!
Aufgrund der vielen dargebotenen Fragen und Antworten bin ich jetzt einigermaßen verwirrt und weiß nun nicht mehr, wie ich den Fußbodenaufbau in meinem 150 Jahre alten Fachwerkhaus gestalten soll! Folgendes Vorhaben:
Der alte Fußboden bestand aus Dielung auf Lagerhölzern auf Erdreich. Da etwas feuchtes Klima herrschte, wurde der alte Boden komplett entfernt, so daß nun 30 cm Fußbodenaufbau ( derzeitige Kalksandsteinsockel-Höhe) bis Lagerbalken möglich wäre. Der zukünftige Bodenbelag soll zum Teil aus Parkett oder Dielung, bzw. in einigen Bereichen Fliesen bestehen. Geraten wurde mir : Schüttung, Beton (15 cm), Dämmung (10cm), Estrich (5cm).
Hört sich alles ziemlich kompakt und dicht an. Was gibt es für Alternativen, zumal wir beim übrigen Bauvorhaben sehr darauf bedacht sind, die ganze Sache diffusionsoffen zu halten? Was empfiehlt sich in Verbindung mit dem Kalksandsteinsockel als Dämmung? Wo endet die Wanddämmung im Bereich des Fußbodens?
Bedanke mich schon mal für Eure Hilfe
Gruss Raoul


Raoul | 12.07.04

Schaumglas-Schotter


Hallo Raoul,

eine Möglichkeit ist der Einsatz von SGS. Weitere Einzelheiten wurden im Beitrag 11233 diskutiert.

Grüße aus BS
Bernd


anonymus | 13.07.04

Antw Fussbodenaufbau


Hallo Raoul,

das Problem mit dem Fussbodenaufbau habe bzw. hatte ich auch bei meinem 200 J. alten Fachwerkhaus. Als erstes muss dazu
gesagt werden: Eine Waermedaemmung bei nicht Unterkellerung
ist IMMER erforderlich da das Erdreich immer kuehler bleibt
als der Innenenraum, es kaeme so also zur Wasserdampfkondensation an der Oberflaeche, also Feuchte Oberflaeche. Deshalb ist auch eine Dampfbremse bzw. Winddichteschicht(bei unterlueftetem Boden) erforderlich. Empfehle folgenden Aufbau(von innen zum Erdreich):
1. Belag (z.B Parkett) 15mm
2. Kork 2mm
3. PE Folie 0,2mm
4. Estrichelemente (Gipsfaser) 20 oder 25mm
5. HartSchaumplatten (Styrodur) (kein Styropor!) 80mm
6. Mineralische Ausgleichsschuettung 20-30mm
7. WU Faserbeton 15cm
8. PE Folie
9. Sand
10. Schotter

Falls die Innenwaende abgefangen wurden, sollte beim untermauern nach der 1sten Steinreihe eine Mauersperrbahn gelegt werden.

MfG
Alex


Alex Loose | 13.07.04

Dampfströmungsrichtung


Guten Tag,
bei einem Boden auf dem Erdreich ist AUSNAHMSWEISE einmal nicht die Regel innen (relativ) dicht außen diffusionsoffen das einzig wahre. Der Wasserdampfstrom über dem Erdreich will sich von der Erde in den Raum bewegen, während an allen anderen Außenbauteilen, die an die Luft grenzen, im kritischen Winterfall der Wassserdampf von innen nach außen diffundieren will. Deshalb ist es sinnvoll eine Abdichtung auf einer Bodenplatte aus Beton vorzunehmen, überigens auch wenn WU-Beton eingesetzt wird. WU-Beton ist nicht wasserdicht, sondern in einer bestimmten Prüfzeit darf flüssiges Wasser nicht tiefer als 5 cm eingedrungen sein. Wasserdampf gelangt durch JEDEN Beton hindurch. Deshalb entweder aufgestelzter, belüfteter Boden oder Abdichtung auf den Beton. Über der Abdichtung Wärmedämmung, darüber Estrich zB. Zement oder Gussasphalt oder auch Trockenestrich. Wenn eine Wärmedämmung verwendet wird, die nass werden darf (Perimeterdämmung) und gleichzeitig die Druckbelastung der Betonplatte aushält, kann auch unnter der Betonplatte die Dämmung verlegt werden.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold
Allg. Bauplanung bis Holzschutz
Mitglied der Fachwerk.de Community
Planungs-/Gutachterbüro Arnold | | 14.07.04

Anregung: Dampfdiffusionsoffen


Hallo Raoul!
Ich habe ein ähnliches Problem und denke auch, dass die Dir genannte Lösung Beton/Dämmung/Estrich nicht optimal für ein historisches Gebäude ist, zumal sie wie Ulrich Arnold schreibt, sicherlich nicht ohne zusätzliche Feuchtigkeitssperre auskommt. Wenn Du diese geforderte Feuchtigkeitssperre jedoch einbaust, und einfach an den Innenwandfundamenten unterbrichst, hast Du an m. E. diesen Stellen einen erhöhten Dampfdruck. Eine Lösung stellt der o. g. aufgestelzte Boden dar. Meine geplante Lösung: Boden nochmal 30 cm ausschachten, dann 30 cm Steine als kapilarbrechende Schicht, Rieselschutz (Vlies o.ä.), Strohballendämmung, schwimmender Estrich oder schwimmend verlegter Holzfußboden. Wenn Du noch weitere Ideen oder auch Bedenken in dieser Richtung bekommst, freue ich mich über eine Mail: nicospostfach-1@yahoo.de. Gruß, Nico


Nico Heere | 16.07.04

Beton-Bilder aus der Bilddatenbank: