Dachziegel bohren normal?

Hallo,

mal eine Frage an die Dachdecker.

Mein Dach wurde mit Strangfalzziegeln gedeckt. Die vom Hersteller empfohlende Befestigungsart ist Schrauben. Die Ziegel haben dafür 2 Schraubenlöcher, die im Anlieferzustand aber nicht ganz durchgehend sind.

Beim Musterziegel, der mir vorab vom Hersteller geliefert wurde, standen an der Lochrückwand ca. noch 2mm Material, so dass man die Löcher einfach mit einem Nagel durchschlagen oder gleich die Schraube ansetzen konnte.

Dann wurden mir aber Ziegel geliefert, bei denen die Schraubenlöcher nur knapp bis zur halben Ziegeldicke tief waren und noch ca. 9 bis 10mm Material standen. Mit Schraube ansetzen ging da gar nichts und beim Versuch einen Nagel durchzuschlagen, hat man den ganzen Ziegel gespaltet.

Da auf die schnelle keine anderen Ziegel beschaffbar waren, mussten wir ca. 2500 Ziegel (jeden zweiten) von Hand bohren bevor wir sie aufs Dach befördert haben.

Trotz dauernder Wasserkühlung kommt man mit einem Spezial-Bohrer kaum 200 Ziegel weit, bevor der Bohrer hinüber ist.

Der mich beliefernde Baumarkt versucht mir einzureden, dass es üblich ist, dass Dachziegel derart vorbehandelt werden müssen. Der Vertreter des Herstellers scheint erst mal auf Tauchstation gegangen zu sein.

Ich mag es noch nicht so recht einsehen, dass der Aufwand fürs Bohren so ganz zu meinen Lasten gehen soll.

Kann jemand vielleicht etwas dazu sagen, was diesbezüglich als normal anzusehen ist?

Danke,
Erwin
Ich wollte nie ein eigenes Haus...
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 01.09.17

Re: Dachziegel bohren normal?


Keiner eine Idee?
Ich wollte nie ein eigenes Haus...
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 04.09.17

Welcher


Hersteller der Ziegel? Glasiert? Musterziegel glasiert? Welcher Bohrer? Mit oder ohne Schlag?


Methusalem | 04.09.17


Hersteller ist Creaton.

Den Strangfalzziegel gewellt gibt es nur in Naturrot.

Am standfestesten haben sich die KWB Super Rocker Bohrer erwiesen. Aber mehr als 200 Bohrungen sind auch da nicht drin.

Gebohrt haben wir mit Makita 18V Akkuschrauber mit und ohne Schlag und einfacher kleiner Haushaltsbohrmaschine ohne Schlag.

Am besten lief es mit dem Schrauber mit Schlag. Der Akkuschrauber macht einen sehr feinen Schlag, so dass man sich keine Sorgen um den Ziegel machen musste.
Ohne Schlag musste man relativ stark drücken und der Bohrvorgang dauerte deutlich länger, so dass die Gefahr des Überhitzens stärker war.

Die ausgewiesenen Feinsteinzeugbohrer von KWB für 5 bis 6 Euro pro Stück waren nicht so standfest. Die dürfen max. 1200 Umdrehungen und werden bei Schlag schnell stumpf.
Die Makitas drehen aber mit 1600 Umdrehungen und ohne Schlag ging es viel zu langsam vorwärts.

Die genannten KWB Super Rocker (ca. 3,50 Euro pro Stück) haben auch die Dachdecker ober auf dem Dach verwendet, wenn sie einzelne geschnittene Steine bohren mussten. Sie haben aber ohne Schlag und trocken gebohrt. So haben die Bohrer aber keine 100 Bohrungen geschafft. Das war für die Dachdecker so aber offensichtlich normal.

Mal abgesehen von unseren Erfahrungen, würde mich aber vor allem interessieren, ob der Aufwand als normal und üblich anzusehen ist, oder ob es sich um einen Herstellungsfehler handelt, der einen Preisnachlass rechtfertigen würde.
Ich wollte nie ein eigenes Haus...
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 04.09.17

Ok


wollte nur sicher gehen, dass ihr nicht mit Schrott aus dem toom gearbeitet habt. Ich habe persönlich nur mit 80 Jahre alten Ziegeln Erfahrung, die sehr weich sind.


Methusalem | 04.09.17

Ziegel-Bilder aus der Bilddatenbank: