Dachgeschoss, Sauerkrautplatten, Komplettsanierung

Liebe Komunity,

wir haben letztes Jahr ein altes Fachwerkhaus gekauft. Die erste Etage haben wir jetzt endlich bewohnbar. Das Dachgeschoss wurde in 70 Jahren mit Sauerkrautplatten ausgebaut. Natürlich ohne Dämmung und ohne Heizung :) Wir wollen in ca 4 Jahren hier die Kinderzimmer für unseren Nachwuchs einrichten = Komplettsanierung. Bis dahin brauchen wir allerdings etwas mit unserem Wärmeverlust machen. Kann man das Dachgeschoss provisorisch dämmen (muss nicht begehbar sein)? Oder sollen wir nur die Treppenöffnung zumachen (Treppenaufgang ist im Wohnzimmer)?

Vielen Dank für Ihre Vorschläge


Kurt | 14.06.16

Dämmung


Wenn die Generationen vor Euch überlebt haben, werdet Ihr auch noch 4 Jahren durchhalten ! Zugluft zu vermeiden hilft natürlich, aber genaue Ratschläge können wir mangels info nicht geben.
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
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| 14.06.16


Na ja, die Generationen vor uns haben auch in der oberen Etage ohne Heizung gelebt. Welche Infos würde helfen?


Kurt | 15.06.16

naja


ein paar Fotos von außen, um sich das Haus besser vorstellen zu können, Skizze des Schnitts mit den betreffenden Räumen und der Bodentreppe ... jetzige Heizung .....
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 15.06.16

Dämmung


Ich warne ein bisschen vor Aktionismus. Energieeinsparungen durch Dämmung im Altbaubestand bleiben oft weit hinter den theoretischen Erwartungen zurück. Und im konkreten Fall: Sauerkrautplatten haben einen lambda-Wert von 0,09 W/mK. Das heißt etwas vereinfacht, dass das Dämmvermögen nur halb so gut ist wie bei moderneren Dämmmaterialien, aber auch ca. 6 mal besser als z.B. ein alter Vollziegel.

Das heißt also, dass das Dachgeschoss nicht ganz "ohne Dämmung" dasteht. Es gibt Programme wie den u-Wert-Rechner (https://www.u-wert.net/), um die Dämmwerte Ihrer Konstruktion abschätzen zu können. Entscheidend ist dabei die Dicke der Konstruktion. Bei 5 cm liegt der U-Wert bei 1,40 W/m²K. So schlimm ist das also nicht. Weiterhelfen kann Ihnen auch die (zugegebenermassen ungenaue) Kalkulation für einen Energieausweis, den sie ja eigentlich schon haben müßten.

Natürlich sollte die Konstruktion winddicht sein. Die überwiegenden Wärmeverluste im Erdgeschoss werden in ihrem Fall wohl durch Konvektion (die wärmere Luft steigt nach oben) entstehen. Das kann durch eine Tür beim Zugang in das Dachgeschoß deutlich vermindert werden. Das eine Dämmung der Geschoßdecke als Übergangslösung etwas bringt, halte ich für extrem unwahrscheinlich, aber ohne genaue Beschreibung der Konstruktion tappen wir im Dunkeln....

Ein letzter Punkt: bevor sie beim Renovieren loslegen, vergessen Sie bitte nicht, dass die Sauerkrautplatten durch ihre hohe Masse einen relativ guten Hitzeschutz darstellen, den leichtere Materialien aufgrund ihrer geringeren Wärmekapazität nicht haben. Der Dachgeschossausbau verlangt ein vernünftiges Konzept.
So einfach wie möglich
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 15.06.16

Sauerkrautplatten-Bilder aus der Bilddatenbank: