Dachgeschoss Ausbau, Dämmung mit nicht diffusionsoffener unterspannbahn

Hallo zusammen,

ich bin aktuell dabei mein ca. 250 Jahre altes Fachwerkhaus zu sanieren.
Beim Ausbau des Dachgeschoss sind nun einige Fragen offen und hoffe auf Euren fachmännischen Rat.

1. Zwischensparrendämmung
aktueller Dachaufbau:
-Ziegel
-Lattung
-Unterspannbahn aufgenagelt (http://www.bauder.de/de/steildach/steildach-produkte/steildachbahnen-de/unterdeckbahnen/baudertop-ts-25.html)
-22mm Schalung KI/FI
-160mm Sparen bereits auf 200mm aufgedoppelt

ursprünglicher Plan war, Holzfasermatten, Hanf oder vergleichbare Werkstoffe einzubringen und mit OSB zu verkleiden.
Empfehlung vom Fachmann ist einblasen von ISOFloc und mit einer speziellen Dampfbremse nach innen zu entlüften.

Gibt es hierzu Alternativen? Hat jemand in Bezug auf die Wirksamkeit des Hitzeschutzes Erfahrungen mit ISOFloc, als auch Holzfasermatten?

2. Trittschutz Boden:
Über den alten Balken habe ich orthogonal neue Kanthölzer 80x120 aufgebracht, welche als Basis für einen neuen Boden dienen.
geplanter Aufbau:
-Kanthölzer
-OSB
-Fußboden

Gibt es von Euch Empfehlungen, was sich preisgünstig zwischen den neuen Balken einbringen lässt? Durchschnittliche Füllhöhe 12cm, Grundfläche ca. 45qm. Wären also rund 5,5m³.

Auch hier wieder die Empfehlung vom Fachmann, ebenfalls ISOfloc zu nutzen und alles in einem Rutsch dicht zu machen.

Freue mich auf Eure Rückmeldungen

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| 05.04.17

Dachgeschossausbau


In diesem Fall ist Isofloc eine gute Wahl.
Wieso dieser hohe Fußbodenaufbau?
Liegt die alte Dielung noch?
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 05.04.17

Warum Isofloc


Was sind die Vorteile von Isofloc?

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| 05.04.17

Isofloc


Der Preis, die Verarbeitung und die Kapillarität.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 05.04.17

Dachdämmung unter diffusionsdichtem Dach


Vorausgesetzt die Dachfläche wird von der Sonne erwärmt und die Luftfeuchtigkeit innen bewegt sich maximal im üblichen Rahmen funktionieren kapillaraktive Dämmungen unter diffusionsdichten Unterspannbahnen.
Raumseitig Dampfbremsen mit geringem Sd-Wert (ca 2 m) oder besser feuchtevariable Dampfbremsen mit großer Spreizung darunter verwenden und nur Innenverkleidungen mit geringem Sd-Wert.
OSB Platten sind in diesem Fall ungünstig.

Alternativ Unterspannbahn mit ca 3 cm Abstand zu den Sparren herausschneiden und eine Holzfaser-Unterdachplatte so befestigen, dass sie mittig durchhängt, dagegen Zellulose einblasen, innen normale Dampfbremse verwenden.

Wenn ohnehin Zellulosedämmung im Dach verwendet wird sollte die auch für den Boden genommen werden.
Hanf oder Holzfaserflexplatten sind auch möglich-aber teurer.

Andreas Teich

Oder Holzfaser einblasen


Ist noch etwas besser als Zellulose.
Das eine ist eine Flocke, das andere eine Faser.
Fasern sind fester im verblasenem gefüge und der sommerliche Wärmeschutz ist gegenüber Zellulos noch etwas besser.

Hier sollte man sich aber ihre Konstruktion einmal vor Ort anschauen, um die entsprechende Lösung nach innen zu finden.
OSB als Innenabschluß würde ich verwerfen und da eher eine Fermacell-Beplankung empfehlen.

Ihren Fußbodenaufbau können sie problemlos auch mit dieser Faser unterblasend füllen.
LEHM - natur am bau
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LehmHandWerk Udo Mühle | | 05.04.17

Wie wäre es mit einer Alternative?


Dämmen - ohne Folien, OSB und leichter Dämmung. Also, ich verbaue lieber Dämmung die keine Folien und so braucht. Aber, das muss jeder selber Wissen. Und das mit bestem Gewissen. LG Jens

Die Alternative:

http://www.jens-urbas-info.de/Dachdaemmung-die-ewig-haelt.html

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| 05.04.17

Dachdämmung ohne Folien?


Hallo Jens
Bei insgesamt diffusionsoffenem Aufbau sind die von dir genannten Materialien sicher möglich.

Bei der vorhandenen Unterspannbahn mit einem Sd-Wert von 25 m wird ein massiver Kondensatausfall unter der Dachschalung nicht ohne Folgen bleiben,
der bei ungebremstem Luftzutrittt fast zwangsläufig eintreten muß.

Manche von dir genannten Materialien haben leider einen schlechten Dämmwert oder sind nicht kapillaraktiv, was in einigen Fällen benötigt wird.
Kupfer, Naturschiefer und Tonpfannen habe ich auch verwendet

Andreas Teich

Hallo Andreas.


Ich gebe dir recht. Der Aufbau passt nicht zu dieser Konstruktion. Der war mehr zur Anregung gedacht. Wenn du Zellulose oder Holzfaser als kapillarfähiger ansiehst. Dann erkläre mir mal bitte diesen Vorgang im Bauteil. Ich lasse mich gerne belehren. Erkläre mir doch bitte noch was du mit schlechten Dämmwert meinst? Für mich ist eine Mischung aus Wärmespeicherung und Dämmung nur ein gutes Paket. Ich sehe kenne schließlich die Sonne und bin nicht blind. Und die mag ich auch bei der Berechnung berücksichtigen. Du auch? Und wie lange hält die Konstruktion unter deinen Dachziegeln?

Gruß Jens

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| 05.04.17

Dachdämmung


Hallo Jens,
Wie ist der U- Wert von 10 cm Deiner Zwischensparrendämmung (Lamdawert geht auch)?
Wie hoch ist die Wärmespeicherkapazität?
Gibt es eine Zulassung für das Dämmmaterial?

Wie werden die Fugen zu den Sparren wind- und luftdicht?

Wie werden die GK- Platten bei der ersten Variante angebracht?

Bedeutet Dein Dachaufbau das ich die vorhandene Dacheindeckung vorher aufnehmen muß?

..."Ich sehe kenne schließlich die Sonne und bin nicht blind. Und die mag ich auch bei der Berechnung berücksichtigen."...
Wie berücksichtigst die instationären Werte bei den Wärme- und Feuchteströmen der Dämmung bei Deiner Berechnung?
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 06.04.17

Ausbau


Vielen Dank für die guten Infos.
Werden uns wohl für Isofloc in der Decke, als auch im Boden entscheiden. Einfachheit der Verarbeitbarkeit.

@Georg
Hoher Bodenaufbau ist nur da, um die alten Balken durch die neuen 80x120 Balken zu verstärken.
Leider war der Holzwurm im Haus und die alten Balken entsprechend geschwächt.
Da nach oben (4,5m) allerdings ordentlich Platz ist, ist es nicht so schlimm.

@Udo
Bzgl. des Aufbaus war auch die Empfehlung des Experten Fermacell zu nutzen, da dies nochmals positive Effekte in Bezug auf das Raumklima bietet.
Würdet Ihr 10 oder 12,5mm einsetzen? Machen sich die 2,5mm mehr positiv bemerkbar?

Vielen Dank!

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| 10.04.17

DG- Ausbau


Jens ist wohl auf einmal schüchtern geworden, schade.

Zum Fußboden:
Das verstehe ich jetzt immer weniger. Also eine neue Decke über der alten. Wo liegen denn die neuen Deckenbalken auf?
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 11.04.17

Fußbodenaufbau


Wie sieht der Bestand aus?
Warum nicht dünnere Balken auf die Deckenbalken schrauben und darüber zB dickere Dielen verlegen?
Warum die OSB-Platten?
Was soll darauf verlegt werden?

Fußboden


Genau, die neuen Balke sollen die alte zusätzlich stabiliseren. Die Balken sind mit den alten Balken verschraubt, liegen doch vor allem auf einer Seite auf der Mauer(nur 3 Seiten Fachwerk, 1 Seite Klinkerwand)in der Mitte und am andeen Ende zwei sehr gut erhaltenen Balken, welche direkt von einem neuen Unterzug unterstützt werden.
Die Verstärkung durch die massiven Balken war eine Empfehlung eines Zimmermanns, welcher bereits einige Arbeiten vorgenommen hatte.

Ist noch nicht klar, ob Massivholzdielen oder ein dünnerer "Designboden" OSB lässt es flexibel und soll das arbeiten der späteren Dielen minimieren. Bei einem Bekannten sind in einem Bereich ohne OSB Platten seine Massivholzdielen auseinandergetrieben.

Bestand sieht nicht sehr gut aus, ehemals teils sehr starker Befall von Holzwürmern und Feuchtigkeitsprobleme. Teils nur noch sehr dünne Kerne vorhanden.

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| 11.04.17

Deckenbalkenkonstruktion


Wenn die Deckenbalken sehr geschwächt sind sollten die besser saniert werden, sofern überhaupt möglich.
Quer über der Balkenlage relativ dünne Balken zu Verlegen bringt zwar eine gewisse Kraftübertragung von Balken zu Balken aber keine erhebliche Verbesserung der statischen Situation.

Außer ein Provisorium genügt dir zZt würde ich eher eine dauerhafte Reparatur vornehmen, ggf Schädlingsbekämpfung bzw Balkenaustausch, Füllung erneuern.

Ist die Oberfläche nivelliert?
Statt eine zusätzliche Lage OSB-Platten zu montieren würde ich eher dickere Dielen direkt auf die Balken schrauben,.

Andreas Teich

Deckensanierung


Also Oberzüge auf der alten Decke mit zweifelhafter Wirkung der Verschraubung. So was macht man entweder richtig (die neue Decke übernimmt sowohl die Verkehrslast als auch die Eigenlast der alten Decke)oder man macht es richtig (alte Decke durch Sanierung ertüchtigen). Murks rächt sich irgendwann.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 12.04.17

neue Deckenbalken


Vielen Dank für die Info. Ist denke ich aus der Ferne immer schwer zu beurteilen.
Ich werde die Thematik der Statik nochmals gemeinsam mit dem Zimmermann/ Bauingenieur besprechen und erfragen, was ggf. zusätzlich beachtet werden sollte.

Ich denke der neue eingezogene Unterzug (20x20) übernimmt bereits einen Großteil der Last. (Aufsitzend auf Mauer und Mittelbalken
Gesamte Strecke von Wand zu Wand beträgt längs nur ca. 7,5m, bzw. quer 6m.
Dieser Balken wurde auch genutzt, um die Deckeum ca. 7cm anzugeben und somit bereits deutlich zu begradigen.

Seht ihr die obere Konstruktion noch als so entscheidend?

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 12.04.17

Deckenverstärkung


Wenn bereits etwa mittig ein neuer Unterzug eingebaut wurde sollte der genügen-allerdings sind 20/20 cm auf 6 m eher gering dimensioniert um die gesamte Last tragen zu können- zur Unterstützung mag es genügen.

Ich würde lieber dicke Dielen neben statt OSB-Platten.
Im Falle der größeren Dielenfugen ohne OSB werden die Platten als Dampfbremse gewirkt haben.

AndreasTeich

unterspannbahn-Bilder aus der Bilddatenbank: