Dachdämmung / alte Unterspanngipsplatten?

Dachdämmung / alte Unterspanngipsplatten?Hallo,

anbei ein Foto von unserem Dach, wie es momentan aussieht. Das Dach ist von 1927, die Gauben wurden in den 70er Jahren neu eingefügt. In den Gauben liegt eine Unterspannbahn, die sich in ganz gutem Zustand befindet, jedenfalls keine sichtbaren Undichtigkeiten, außerhalb der Gauben sind einfach nur die Bieberschwänze zu sehen. Die alte Mineralwolle die drin war ist entfernt, sie war trocken, aber sehr dünn. Sinnvoller neuer Aufbau wäre Unterspannbahn (diffusionsoffen und hoffenlich dauerhaft), Dämmstoff (vermutlich Minerawolle) zwischen Sparren (11,5 cm), Dampfsperre, Lattung mit eingelegter Dämmung, Rihgips.

- Was sind das für Steine die im Drempel zu sehen sind. Sie sind dort festgenagelt, die meisten fehlen schon seit dem Ausbau denke ich, trotzdem würde mich interessieren was sie dort tun, sind das Unterspannsteine?
- Bis wohin muss ich die Unterspannbahn Richtung Dachrinne ziehen, wohin entwässert die, muss das in die Dachrinne tropfen, oder kann ich das von innen eher völlig vergessen? Die alten Steine gingen so bis zur Schlussfette
- Sollte ich die alte Unterspannbahn entfernen? Sie ist sicherlich sehr dicht in alle Richtungen, aber funktioniert seit den 1970ern gut, und ich komm gar nicht überall ran
- Mit Dämmung voll packen, oder noch was Luft lassen, gerade zur alten Unterspannbahn? Und zur neuen?

Danke für eure Hilfe

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 30.11.15

Detail "Unterspannsteine"


Detail "Unterspannsteine"Oder was auch immer dieser Stein dort tut....

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 30.11.15


Oder doch ganz auf die Unterspannbahn verzichten? Oder Unterspannholzfaserplatten? Oder....

Danke für eure Hilfe

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 30.11.15

Steine


Die Steine sind für den Schallschutz installiert worden.


Methusalem | 30.11.15

Dachdämmung


Die Unterspannbahn soll sicher ohne Änderung der Dachdeckung erfolgen.
Soll der Dachboden als Wohnraum genutzt werden?

Davon hängt es ab wie eine Sanierung erfolgen kann.
11 cm Dämmung wäre ohnehin nicht ENEV-konform,
aber auch davon abgesehen ungenügend vom
Wärme-, Schall- und Hitzeschutz.

Werden alle Dachflächen zumindest längere Zeit besonnt oder ist es dauerhaft beschattet?
Es gibt auch noch die Möglichkeit- wie öfters von Isofloc schadensfrei ausgeführt- das Dach mit Zellulose direkt gegen die vorhandenen Dachpfannen auszublasen.
Der Sd-Wert der alten Unterspannbahn sollte nicht zu hoch sein oder das Dach im Sommer von der Sonne gut beschienen um Rückaustrocknung zu ermöglichen.
Dazu müßte innenseitig eine feuchtevariable Dampfbremse verwendet werden.
Diese sollte aber zur Verbesserung der Dämmstärke auf einer Auffütterung der Sparren verlegt werden.
Innenseitig darüber wäre eine Holzfaserdämmplatte günstig zur Minimierung von Wärmebrücken.
Diese dann entweder Verputzen oder auf Unterkonstruktion Gipsfaserplatten oä verlegen.

Die Unterspannbahn muß nur außerhalb der Gebäudewand entwässern können sodaß Wasserablauf bemerkt wird.
Das unter der Dachdeckung verlegte Traufblech -sofern vorhanden- entwässert in die Rinne.

Andreas Teich

Gipsfertigteile


Die Platten wurden regional produziert, ich habe sie auch in meinem Haus, vor allem als Beschwerungen in den Fehlböden liegen. Aus ähnlichen Platten habe ich auch eine Wand die wohl nach den Farbschichten eher älter als hundert Jahre ist. Also schon ein fast historisches Baumaterial. Ich habe leider nichts weiter gefunden als dass diese Platten vermutlich im Gipswerk in Altingen (Ammerbuch) produziert wurden. Im Internet habe ich aber dazu leider nichts finden können. Vielleicht schaue ich mal ob ich etwas im Gemeindearchiv dazu finden kann.

Also sind es Vorläufer der Gipskartonplatten.

Vielleicht finden sich ja noch weitere Informationen zu diesen Platten. Würde mich interessieren.

Nachtrag:

Unter dem Begriff Mack Gipsdielen finden sich auch einige Kleinanzeigen aus den 1890er Jahren. Also ist das Material eindeutig älter als GKP.

http://www.peter-hug.ch/lexikon/gipsdielen

"Ein den Gipsdielen ähnliches Material sind die von Katz in Stuttgart erfundenen Spreutafeln, welche ein Gemenge von Gips, Kalk, Spreu, kleingehacktem Stroh und Tierhaaren sind, welche Materialien mit Leimwasser gebunden werden. Sie erhalten eine Stärke von 10–14 cm und sind ebenso zu verwenden wie die Gipsdielen."
Ein Fachwerkhaus ist romantisch und hat große Vorteile. Die Raumaufteilung ist nicht vernünftig
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 30.11.15


Die Dämmung soll ohne Änderung der Dachdeckung erfolgen, das Dach ist gut, und der Aufwand wäre was groß. Nach außen dämmen wäre optisch eher doof wegen den Nachbarhäusern und bei der 100derter Dämmung geht es nur um ca. 10 qm Wandfläche, überall sonst ist mehr Platz. Der Dachboden wird seit 1927 als Wohnraum genutzt (alle anderen Wände und die Decke sind mit Strohputz verputzt), das soll so bleiben.

Mit nicht ENEV-konform kann ich denke ich leben, mit doofem Wohnklima und Schalldämmung eher nicht.

Wir haben eine Südseite mit viel Sonne und dann auch die Nordseite, also beides.

Isofloc gegen die Dachpfannenist interessant, denke aber das Zellulose doch recht gut freucht wird. Zumal jetzt eh alles offen ist können wir auch was einlegen...

Der Sd-Wert der alten Unterspannbahn ist natürlich unbekannt, ich mach nachher mal ein Foto...

Feuchtevariable Dampfbremse ist ja stark, ist das temperaturabhängig? Hält das auch nach Jahren?

Die Sparren sind stark unterschiedlich hoch. An den im Foto sichbaren Bereichen (leider gedreht) sind es 11,5 cm, in der Gaube (mit alter Unterspannbahn) 14 cm, oben in der Gaube viel mehr (ich würd mal mit 18 cm dämmen). Zuviel auffüttern würd ich gern vermeiden, weil das Zimmer nicht größer wird, aber ich werde alle Hohlräume dämmen.
Im Drempel ist auch genug Platz für 50 cm, würd mal 18cm machen?

Holzfaserdämmplatte Verputzen ist natürlich auch ne Idee...

Ich werde gleich mal in den Drempel reinkrabbeln und schaun wie weit ich rauskomme mit einer Unterspannbahn.
Also entweder 120 mm Miwo ohne Unterspannbahn, dann durch die Biberschwänze gut belüftet, würd ich sagen, oder 100 mm mit Unterspannbahn, die mit Leisten dazwischen befestigt worden ist und nach draußen entwässert. Funktioniert das ohne Unterfolie? Auf Sonnenseite, auf Nordseite? Hab auch irgendwo gelesen das man das früher mit Mörtel gemacht hat?

Fragezeichen über Fragezeichen und Herzlichen Dank für eure Hilfe.

Gruß

Ansgar

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 01.12.15

Foto von alter Unterspannbahn


Foto von alter UnterspannbahnDie wird doch sicher diffusionsdicht sein, oder?

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 02.12.15

Unterspannbahn einbauen, oder besser lassen?


Unterspannbahn einbauen, oder besser lassen?Ich habe mal ein Foto gemacht auf dem das Ende des Zollstocks die Außenkante der Mauer markiert, die Mauer liegt also unter der sichtbaren Pfette. Es wäre also durchaus möglich die Unterspannbahn zwischen Sparren bis über die Mauer hinaus zu führen, dann suppt eventuelles Wasser, das wahrscheinlich sowieso nie kommt, halt da die Fassade runter? Und darf ich dann Vollsparren dämmen?

Danke nochmal für die Hilfe

Ansgr

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 02.12.15

Gauben-Bilder aus der Bilddatenbank: