Dämmung ohne Dachabdeckung und ohne Unterdeckbahn

Hallo Zusammen,

mein Mann und ich haben vor zwei Monaten ein altes Haus von 1927 gekauft. Nach einer kurzen Überlegungsphase haben wir uns entschlossen, das Haus Kern zu sanieren. Gesagt getan, mittlerweile haben wir alles bis auf die Außenmauern frei gelegt und unser neues Heim entwickelt sich immer mehr zu einem absoluten Traumhaus. Damit es auch so bleibt benötige ich mal Eure Hilfe.
Das Dach im Haupthaus wurde erst vor 10 Jahre neu eingedeckt [Dachziegel mit Mörtel verfügt]und befindet sich in einem einwandfreien Zustand. Nur leider hat man vor 10 Jahren vergessen eine Unterdeckbahn zu befestigen. Da die obere Etage mal als Spielzimmer oder Büro genutzt werden soll, wollen wir das Dach komplett Dämmen.
Mein Problem ist nun, das man uns gesagt hat, das wir keine Unterdeckbahn benötigen würden. Nur kann ich dieser Aussage nicht wirklich viel glauben schenken, denn somit besteht doch die Möglichkeit das die Zwischensparrendämmung feucht werden kann, oder nicht?
Folgende Fakten kann ich Euch noch geben:
- Dachsparren 12 und sind auf 18 erweitert worden
- geplant ist eine 14 er Zwischensparrendämmung
- Dampfbremse
- Querlattung/Konterlattung [Zwischenräumen 5 Kerndämmplatte]

Würde das so in Ordnungen gehen, oder haben wir was wichtiges vergessen?
Was kann ich machen, um die Dämmung vor einem Feuchtigkeitseintritt von Außen zu schützen?

Entschuldigt bitte meine "Unkenntnis" [bin erst seit 2 Monaten stolze Hausbesitzerin], denn ich bin auf diesem Gebiet noch nicht wirklich gewandt und muß mich erst einarbeiten oder eher noch viel viel lernen ;-)

Ich hoffe, Ihr könnt mir behilflich.....
Vielen lieben Dank im voraus...
Gruß aus Voerde
Sandra


Sandra | 21.01.06

Unterdach


Wenn man ein bislang offenes Dach dämmen will, würde ich doch immer auch zu einem nachträglichen Unterdach raten. Feutigkeit kommt immer durch eine Schuupendeckung in das Dach. Bei einem offenen Dachraum merkt man das nicht, weil sie sofort wieder von der Raumluft aufgenommen wird. eine Dämmung ohne Unterdach ist aber doch sehr gefährdet.

Eine diffusionsoffene Unterspannbahn kann man beispielsweise von innen knapp unter die Dachlatten mit Latten (24/40) gegen die Sparren nageln. Wenn sie dann in der Mitte etwas durchhängt bildet sie eine ausreichende "2. wasserführende Ebene".
Ebenso kann man eine imprägnierte Weichfaserplatte nachträglich zwischen die Sparren einbauen, die ebenfalls etwas durchgebogen sein sollte (Damit das Wasser in der Mitte runterlaufen kann und nicht in Richtung Sparren. Ggf. mit einer Konterlattung gegen die Dachlatten spreizen)

Ein so vorbereitetes Dach lässt sich hevorragend dämmen, vorzugsweise mit einer Dämmung mit Zellstruktur (Hanf, Zellulose, Baumwolle...), weil diese ausser einer guten Wärmedämmung noch einen guten sommerlichen Hitzeschutz und eine gute Speicherfähigkeit für Feuchtigkeit bietet, sodass man innen auch mir einer Dampfbremse auskommt. So ein Aufbau bietet hinreichend Sicherheit für kleine Fehler und Ungenauigkeiten in der Ausführung, ist gesund und diffusionsoffen.

Für das genaue Wie bzw. noch bessere Alternativen für die Innenflächen (Lehmputz innen ohne Dampfbremse) werden hoffentlich noch ein paar Beiträge kommen.

Gutes Gelingen wünscht
jh
behutsam umgehen
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Architekt / Atelier für traditionelles Bauen | | 21.01.06

Zur Unterstützung


Zur Unterstützungder Ausführungen von Jan Hülsemann stelle ich noch einmal eine Skizze ein.
Der Weg ist das Ziel
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Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | | 21.01.06


Bezugnehmend auf die Frage und die Antwort von Herrn Hülsemann teile ich Ihnen folgendes mit:
1. durch eine Deckung mit "schuppenartiger Struktur" also mit kleinformatigen Deckelementen (hier: Dachziegeln) "kommt" keine Feutigkeit von außen in das Dach, die auch nicht wieder (unter jahreszeitlich bedingten) veränderten Witterungsbedingungen hinaus"gehen" würde. Das ist völlig unbedenklich.
2. Wenn Nässe (z.B. Regen) eindringt ist das Dach kaputt !
Eine Unterspannbahn hilft hier auf Dauer nicht. Sie führt gegf. aber dazu, das die schadhafte Stelle in der Dachdeckung (Regenstelle) nicht rechtzeietig bemerkt und dann auch nur schlecht lokalisiert werden kann !
Sie ist nicht nötig und auch nicht zweckmäßig !
3. Verwenden Sie möglichst einen feuchtigkeitsresistenten Wärmedämmstoff.
4. Belüften Sie den Zwischenraum (zwischen der Dämmstoff-OF und der Sparren-OK bzw. Latten-OK durch Zuluft-Öffnungen an der Traufe und Abluftöffnungen am First, wobei hier beim Satteldach die beiden Dachflächen möglichst getrennt entlüftet werden sollten.
5. Und nun das Wichtigste: Feuchtigkeit gelangt von unten, d.h. von innen in die Wärmedämmschicht - und zwar im Winterbauzustand unter Nutzungsbedingungen ! Das muß optimal verhindert werden durch eine ausreichende Dampfsperre unterhalb der Wärmedämmschicht. Diese sollte einen hohen Wasserdampfdiffusionswiderstand haben und vor allem dicht sein !!! "Dicht", das heißt hier Luftdicht !!!
Vor allem müssen alle Anschlüsse an Wohnraumdachfenstern, Wänden, Schornsteinen usw. dicht ausgeführt werden !!!
(Geeignete Klebebänder, verklemmte Moosgummidichtungs-streifen abgeklebte Befestigungslöcher usw. sind hierfür anzuwenden.) --- Viel Spaß beim Kleben ! ---


Hans Lichtenheld | 21.01.06

Nachfrage


1. Durch eine Schuppendeckung, auch eine mit Mörtel verfugte, dringt sehr wohl Feuchtigkeit. Dies kann z.B. abfliessendes Regenwasser sein dasss durch Winddruck (Sturm) nach oben und seitlich in die Fugen gedrückt wird, oder auch Flugschnee, der durch kleinste Ritzen dringt. In geringen Mengen, aber ja.

2. Wenn dem nicht so wäre, warum empfehlen Sie dann eine "feuchtigkeitsresistenten" Dämmstoff?
Was ist das überhaupt, und wie soll der funktionieren? Bleibt die Feuchtigkeit an der Oberfläche (=integriertes Unterdach?). Fliesst sie dann herunter oder sammelt sie sich? wo? oder dringt sie in den Dämmstoff ein ohne ihm zu schaden? Was ist dann mit den Sparren und der Dämmwirkung, die ja bekanntlich bei durchfeuchteter Dämmung dahinschwindet?
"feuchtigkeitsresistent" = feuchtigkeitsabweisend? (darunter kann ich mir was vorstellen) aber wo bleibt dann die Feuchtigkeit bis zur nächsten Verdunstungsperiode (Sommer)????
Das möchte der Interessierte doch gerne genauer wissen.
behutsam umgehen
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architekt / Atelier für traditionelles Bauen | | 21.01.06


Bezüglich der erneuten Anfrage antworte ich hierauf zu 1.:
Die von außen durch eine intakte Dachdeckung durdringende Feuschtigkeitsmenge ist so gering, daß sie garantiert (!) völlig bedenkenlos ist. Die Begründung liefern Sie selbst in Pkt. 2 Ihrer Nachfrage bezugnehemend darauf, was wohl nun mit dem Sparren wird. Konventionelle Dachdeckungen - auch ohne Außenvermörtelung oder Innenverstrich - haben die Sparren Jahrhunderte lang geschützt - eben weil keine schädliche Feuchtigkeit von außen eindringen konnte.
Eine Dachdeckung ist entweder regensicher oder defekt !!!
Zu 2.: Wesentlich gefährlicher ist das Eindringen der Feuchtigkeit von innen her !!! Deshalb mein Hinweis auf die bevorzugte Verwendung von feuchtigkeitsresistenten = feuchtigkeitsbeständigen bzw. feuchtigkeitsunempfindlichen Wärmedämmstoffen, die also insbesondere nicht verfaulen oder/und ihre Eigenfestigkeit verlieren können. Mineralfaserdämmstoffe haben sich diesbezüglich als Zwischensparrendämmung in der Praxis bewährt.
Wenn eine durchhängende Unterspannbahn oder Weichfaserplatte deshalb durchhängen soll, um das darauf abfliesende Wasser von den seitlich davon liegenden Sparren wegzuleiten, würde es vorher zu einer umfangreichen Benetzung an der Bahnen- bzw. Platten-OF kommen. Jedoch ist auch die diffussionsoffenste Bahn oder Platte an ihrer benetzten OF 100%-ig diffussionsdicht und somit unwirksam!
Damit ist dann eine zunehmende Durchfeuchtung des Wärmedämmstoffes - aber eben von innen her ! - inclusive aller nachteiligen Nebenerscheinungen "hausgemacht" vorprogrammiert. - Herzlichen Glückwunsch !
Zum Thema "(integriertes) Unterdach" müßten wir uns erst noch auf eine einheitliche Terminologie einigen. Für mich gelten hierfür die, im Fachregelwerk des DDH, definierten Begriffe: wasserdichtes und regensicheres Unterdach.
Diese sog. Zusatzmaßnahmen zur Verbesserung der Regensicherheit bei Dachdeckungen (mit Dachziegeln bzw. Dachsteinen) sind hier hinsichtlich der: Anwendungsnotwendigkeit, Anforderungen und Ausführung näher beschrieben. Schon aus den dort angeführten Kriterien hinsichtlich der Anwendungsnotwendigkeit ist ersichtlich, dass die Anordnung eines Unterdaches in dem vorliegenden Fall nicht erforderlich ist.
Anmerkung: Durch eine falsche Verlinkung innerhalb meiner Adressverwaltung wurde meine erste Antwort mit einem falschen Namen unterzeichnet. Ich bitte diesen Fehler zu entschuldigen und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Hartmut Huth
(Dipl.-Ing.-Päd. Bau)


Hartmut Huth | 22.01.06

Unterspannbahn


Hallo Sandra,

nach allem, was ich inzwischen zu diesem Thema weiß, ist die Unterspannbahn der kostengünstige Nachfolger der vermörtelten Dachziegel. Beide Verfahren sollen verhindern, dass z.B. Schlagregen zwischen den Ziegeln hochläuft und in das Haus kommt. Ich würde das als Versicherung einstufen. Man braucht es nicht immer, aber hin und wieder doch. Ob Du jetzt noch eine Unterspannbahn benötigst, hängt sicher von der Qualität der Vermörtelung ab. Wenn die gut ist, würde ich auf die Unterspannbahn verzichten.

Der Herr Huth (Dipl.-Ing.-Päd. Bau) hat sicher Recht, dass die meißte Feuchtigkeit von innen kommt und eine Durchfeuchtung wirkungsvoll durch Dampfsperren verhindert wird. Allerdings traue ich weder mir selbst noch irgendeinem Handwerker den Aufbau und die Nutzung einer langfristig haltenden Dampfsperre zu. Und eine Dämmung basierend auf Dampfsperre und Mineralfasern toleriert keine Fehler. Ansonsten ist dieses Thema hier schon ausgiebigst diskutiert worden

Viele Grüße
Stephan Schöne
(Dipl.-Ing. ohne Päd und Bau)
keine Panik!
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 22.01.06

was nun?


lieber Herr Huth,

da werden wir uns wohl noch lange streiten. Aber so ein Streitgepräch mag ja für den Fragesteller und manch einen im Forum durchaus erhellend sein. Für mich übrigens auch, denn ich lerne gerne dazu.
Wenns also genug ist, wäre ein Hinweis von Sandra hilfreich.

Einiges möchte ich aber gerne geraderücken:
"Konventionelle Dachdeckungen - auch ohne Außenvermörtelung oder Innenverstrich - haben die Sparren Jahrhunderte lang geschützt - eben weil keine schädliche Feuchtigkeit von außen eindringen konnte."
Die Tatsache ist richtig, die Begründung falsch. Der Grund für die lange Lebensdauer historischer Dächer ist eher, weil die Feuchtigkeit, die von aussen eindringt, in einem offenen Dachraum sogleich wieder verdunsten kann. Ausserdem kann man Undichtigkeiten viel schneller erkennen. Daher ist die beste Garantie für eine lange Lebensdauer eines Dachraumes, ihn NICHT auszubauen.
Wer schon mal bei Regen und Sturm in einem Dachraum war, mag es bestätigen: ein feiner Sprühnebel aus winzigsten Tropfen erfüllt den Raum.
Vor eineigen Tagen stand ich in einem "absolut dichten" Dachraum, gedeckt mit grossformatigen Dachtafeln. Auf dem Boden lag Flugschnee, und zwar nicht zu wenig. Woher der kam wusste niemand zu sagen.

Die Rahmenbedingungen für die Dachkonstruktion werden aber verändert, wenn man es ausbaut und dämmt. Der schmale Raum zwischen Deckung und Dämmung mag sogar bei guter Be- und Entlüftung ausreichen, man lässt jedoch eine schwer einschätzbare und unkontrollierbare Gefahrenquelle bestehen.
Daher ist ein Unterdach auch nicht als "kostengünstiger Nachfolger der vermörtelten Dachziegel" zu verstehen, sondern wird als 2. wasserführende Ebene bezeichnet, die ratsam ist, wenn man das Dach ausbaut. Sie ist also nicht alternativ, sondern zusätzlich.

Die eindringende Feuchtigkeit benetzt die darunterliegende Ebene unregelmässig in der Fläche. Wer die Benetzung einer Folie, imprägnierten (hydrophoben) Platte oder Glasscheibe beobachtet stellt fest, dass diese nicht flächig "unter Wasser steht", sondern dass sich aus feinen grössere Tropfen bilden, die bei Neigung in einem wenige mm breiten Rinnsal (Wasserfaden) abfliessen. Es wäre also unsinnig anzunehmen, dass damit die Diffusionsfähigkeit der ganzen Fläche herabgesetzt werde.


Fehlt nun eine Unterspannbahn, so bliebe die Feuchtigkeit an den Fasern der Mineralwolle haften und fliesst an diesen in die Dämmung hinein. Der macht das ja aber nichts, denn das Material ist ja "feuchteresistent". Allerdings liegt die direkt an den Sparren, und diesen macht das sehr viel. Es gibt unzählige Beispiele von Dachstühlen, die hunderte Jahre gehalten haben, um nach einer eingbauten Dämmung in wenigen Jahren zu verrotten.
Wie Sie sagen ist die wichtigere Feuchtebelastung die von innen, aber deswegen würde ich die von aussen nicht ignorieren.
Schon gar nicht, wenn sie als Material Mineralwolle empfehlen, denn diese kann überhaupt keine Feuchtigkeit speichern. Am Ende haben Sie eine heile Dämmung in einem verrotteten Dach.
Heil zwar, und unverrottbar, aber Dämmung kann man sie auch schon nicht mehr nennen, denn sie ist ja durchfeuchtet und hat daher keine Dämmwirkung mehr.

Nein, ich kann Ihre Empfehlung einer "feuchteresistenten Mineralwolldämmung" ohne Unterspannbahn überhaupt nicht nachvollziehen.
Auf ein Unterdach würde ich nur verzichten bei einem besonders feuchtespeicherfähigen Material.
Der Aufbau innen ist ein noch mehr diskutiertes Thema, und ich empfehle, die vielen Beiträge hierzu einmal genau durchzusehen.
Bin aber auch gerne bereit, auch hier bei Bedarf für natürliche, diffusionsoffene, speicherfähige aber nicht feuchteresistente Materialien zu streiten.

mit besten Grüssen,
jh
behutsam umgehen
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architekt / Atelier für traditionelles Bauen | | 23.01.06

2. wasserführende Ebene RATSAM?


Hallo Zusammen,

erst einmal vielen lieben Dank für die schnelle und auch vor allem hilfreichen Tipps.

Den Tipp mit der 2. wasserführende Ebene ist sehr ratsam, nur befürchte ich, das das für unser Haus nicht zu treffen könnte.
Der Sparren laufen vom Dachgeschoss bis in das 1. OG [Schlafzimmer; Badezimmer; Ankleideraum einige schräge Wände vorhanden] und liegen dort auf dem Mauerwerk in einer Fette auf.
Wenn ich nun also die 2. wasserführende Ebene installieren würden, dann gehe ich mal davon aus, das das evtl. ablaufende Wasser direkt ins Mauerwerk bzw. in die Fette fließen würden, da keine Möglichkeit besteht, das es irgendwie nach draußen gelangen könnte. Und Wassereinfluß ins Mauerwerk ist doch nun wirklich nicht ratsam, oder?
@JH: Was kann ich unter "feuchtespeicherfähigen Material" verstehen?


Sandra | 23.01.06

Hallo Sandra, Dach so lassen wie es ist


Auch wir hatten vor, daß Dachgeschoß unseres FW-Hauses (bjh.1829) auszubauen.Dachstuhl wurde in der 50er Jahren neu gesetzt (Sparren) auf die Mittelkonstruktion des alten Eichenständerwerkes.Als 2.Entwässerungsebene wurde eine Bitubahn zwichen Sparren / Lattung / Ziegel verlegt.Nach zahlreichen Diskusionen,Meinungen,Ausbauempfehlungen und Nicht-Empfehlungen haben wir uns entschlossen, den Dachraum nicht weiter zu isolieren.Auch wir brauchen diesen nicht unbedingt als Wohnraum, sondern wollen Büro bzw.gelegentlicher Aufenthaltsraum daraus machen.Durch die Bitubahn ist der Raum Regensicher, Belüftung ist an den Mauerpfetten vorhanden.Wäsche trocknet im Winter hier oben hervorragend.Wenns zu kalt wird, hilft ein kleiner Heizkörper, event.werden wir für ganz kalte Zeiten noch einen Jotul-Holzofen anschließen.Bitubahn werde ich mit Kalk streichen, Sparren ( schön alt) alle sichtbar lassen, 2 kleine Dachfenster eingebaut, somit auch im Winter bei Sonne schon angenehme Wärme hier oben.Wir haben uns überzeugen lassen bzw.entschlossen, den Dachraum nach den Jahreszeiten zu nutzen, dafür auch mal etwas Kälte oder Hitze zu ertragen.Dadurch sind wir jedoch sicher, daß unser Dachstuhl und damit unser Haus auch noch weitere Jahre/jahrhunderte überstehen kann.Wenn man den Platz nicht unbedingt braucht, oder aber im sogenannten Komfort Abstriche bereit ist zu machen, kann ein altes Haus auch dazu beitragen, sich wieder aus das Wesentliche zu besinnen.
Wünsche Ihnen für Ihre Entscheidung viel Erfolg und den "richten Riecher".
H.-W.Spix


H.-W.Spix | 24.01.06

Kreativität


das ist in der Tat ein Problem, wenn ein Unterdach nicht bis zur Traufe geführt werden kann. Idealerweise endet es auf dem Einhangblech der Regenrinne, sodass ggf. abfliessende Feuchtigkeit auch abgeführt werden kann.
Häufig ist es möglich, eine Platte zwischen den Sparren weit genug vorzuschieben.

Ich find den Beitrag von Hans-Willi Spix aber auch sehr gut. Kreativität und ein gutes Gespür für die Situation bringt die angemessene Lösung, und ein saisonnales Kinderzimmer auf dem Dachboden... aus diesem Stoff werden Kinderfilme gemacht.

Schliesslich sei noch die sehr umstrittene "Expertenmeinung" erwähnt, dass "Gespinstdämmung" sowieso nicht soviel bringt wie eine massive Bauweise, d.h. für die Dachschräge etwa ein dicker Lehmputz auf Schilfmatten und Holzschalung o.ä. ohne eine Dämmung zwischen den Sparren (so wurde es früher gemacht).

Feuchtespeicherfähige Materialien sind 1. Lehm und 2. solche Dämmmaterialien, die eine Zellstruktur haben.
Bitte lesen Sie die vielen Beiträge zu dieser Thematik.

Gutes Gelingen wünscht
jh
behutsam umgehen
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architekt / Atelier für traditionelles Bauen | | 25.01.06

Dach geht bis ins 1. OG


Hallo Zusammen,

was Herr Spix sagt hört sich sehr logisch an und ist für auch erklärbar. Allerdings reicht, wie bereits oben beschrieben, unser Dach bis ins 1. Obergeschoss. Das Bade- Schlaf- und Ankleidezimmer haben jeweils zu einer Seite hin die Dachschräge und diesen Bereich will ich absolut ungern ungedämmt offen lassen. Den somit würde der Energieverbrauch in unserem Hause völlig in die Höhe steigen und außerdem könnte ich, so glaub ich nicht wirklich vernüftig die Räume temperieren.
Wenn ich nun mit einer Mineralwolle dämme und dazwischen einen Abstand von 4cm als Belüftung zum Dach lasse. Würde das wirklich nicht reichen. Klar leuchtet mir auch ein, das dann dennoch meine Balken irgendwie schützen muß, aber da sollte man doch eine Lösung finden. ODer nicht?


Sandra | 26.01.06

ausprobieren


und beobachten.
wenns zum Dachraum hin offenbleibt, kanns problemlos sein.
behutsam umgehen
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architekt / Atelier für traditionelles Bauen | | 26.01.06

1. Lesen und 2. Rechnen --- 3. Guter Rat


Sehr geehrter Herr Hülsemann, Hallo Sandra
LESEN Sie bitte meinen ersten Beitrag. Dort habe ich geschrieben:
"1. durch eine Deckung mit "schuppenartiger Struktur" also mit kleinformatigen Deckelementen (hier: Dachziegeln) "kommt" keine Feutigkeit von außen in das Dach, die auch nicht wieder (unter jahreszeitlich bedingten) veränderten Witterungsbedingungen hinaus"gehen" würde. Das ist völlig unbedenklich."
Sie, Herr Hülsemann, haben das selbe geäußert ! Zitat: "Der Grund für die lange Lebensdauer historischer Dächer ist eher, weil die Feuchtigkeit, die von aussen eindringt, in einem offenen Dachraum sogleich wieder verdunsten kann."
Ich habe auch nicht behauptet, daß gar keine Feuchtigkeit von außen eindringt, sondern dass "keine SCHÄDLICHE Feuchtigkeit von außen eindringen" kann. Diese Feuchtig-keit ist eben nur nicht schädlich - Begründung: siehe oben!
Was gibt es denn da gerade zurücken ?
Die Beobachtung, dass "bei Regen und Sturm ... ein feiner Sprühnebel aus winzigsten Tropfen" den Dachbodenraum erfüllt (und auch Treibschnee eindringen kann) ist durchaus richtig. Diese FEINEN Wassertropfen sind jedoch ausreichend, die Unterspannbahn großflächig so zu benetzen, das diese (in diesem Bereich) absolut wasserdampfdiffusionsdicht ist! (Dazu ist es nicht erforderlich, dass die Unterspannfolie flächig "unter Wasser steht"!) Es wäre also abwegig anzunehmen, dass damit die Diffusionsfähigkeit nur an der Stelle, an der das Rinnsal über die Unterspannbahn läuft, unterbrochen ist. --- Was nun ? ---
RECHNEN Sie bitte einmal den Wasserdampfdiffusionsweg durch die einzelnen Schichten nach. Sie werden hier an der Unterseite der Unterspanbahn noch eine immense Wasserdampf-menge nachweisen, die sich (wegen der nunmehr diffusionsdichten Unterspanbahn) dort als Kondenswasser niederschlägt - und das in zunehmenden Maße. Das ist nicht nur gefährlich, sondern garantiert schädlich! Fazit: - wie Sie es richtig beschrieben haben, bleibt "die Feuchtigkeit an den Fasern der Mineralwolle haften und fliesst an diesen in die Dämmung hinein. Der macht das ja aber nichts, denn das Material ist ja "feuchteresistent". Allerdings liegt die direkt an den Sparren, und diesen macht das sehr viel. ... Am Ende haben Sie eine heile Dämmung in einem verrotteten Dach.
Heil zwar, und unverrottbar, aber Dämmung kann man sie auch schon nicht mehr nennen, denn sie ist ja durchfeuchtet und hat daher keine Dämmwirkung mehr."
Da sind wir - hinsichtlich der zu erwartenden Wirkung - vollkommen der selben Meinung ! Ursache dieser Misere ist aber die - vermeintlich diffusionsoffene - Unterspannbahn!
Also Finger weg davon! Das Wichtigste ist die "dichte !!!" Dampfsperre auf der Innenseite der Wärmedämmschicht.
GUTER RAT ist teuer! Um beim fehlerfreien Dachausbau nicht den (finanziellen) Aufwand gegenüber den (angestrebten) Nutzen unverhältnismäßig in die Höhe zu treiben, wäre es schon überlegenswert, ob man nicht lieber auf die Nutzungsänderung im Dachraum verzichtet. Mit dem Gedanken kann man sich sicher zunächst nur schwer anfreunden - aber Herr Spix hat es treffend gesagt: "Hallo Sandra, Dach so lassen wie es ist" und Herr Hülsemann hat es treffend begründet: "Es gibt unzählige Beispiele von Dachstühlen, die hunderte Jahre gehalten haben, um nach einer eingbauten Dämmung in wenigen Jahren zu verrotten."
Und deshalb ist auch sein Rat (Motto) hier sehr
w(r)ichtig: "behutsan umgehen" (!)
Ihr Dach und Ihr Geldbeutel werden es Ihnen danken !
Mit freundlichen Grüßen aus Thüringen


Hartmut Huth | 26.01.06

Es gibt schon interessante


Begründungen.
Ich denke nicht, dass es sich heute noch viele Leute leisten können auf die Nutzung des Dachraumes zu verzichten, wenn ich davon ausgehe, dass kein Häuslebauer heute noch auf 70 m² leben und den kostbaren Dachraum lediglich fürs Wäschetrocknen nutzen möchte. Darüber hinaus ist die Nutzung des Dachraums auch keine Erfindung unserer Zeit. Nur ging es den Leuten die zu früheren zeiten unter dem Dach schlafen durften nicht besonders gut.
Sollte Herr Huth mit seinen Theorien recht haben halte ich das Problem für lösbar. Bei einer funktionierenden Unterlüftung, die man immer herstellen sollte, kann es sich bei der benetzten Unterspannbahn nur um eine kurzfristige Problematik handeln. Die Vorteile, die Herr Huth in einem nicht genutzen Dachraum sieht, kann er auch in einer guten Unterlüftug finden. Wenn er nun statt der Mineralwolle eine kapillar leitfähige Dämmung (Naturdämmstoffe) und statt einer diffusionsoffenen Unterspannbahn eine vergütete Holzweichfaserplatte wählt, muss er innen nicht mit einer Dampfsperre arbeiten, sondern kann der luftdichten Dampfbremse gem. Diffusionsberechnung vertrauen und kostbaren Dachraum einer sinnvollen Nutzung zuführen. Das das auch über sehr lange Zeit bestens funktioniert ist zu Hauf bewiesen und muss nicht immer schlecht geredet werden.
Der Weg ist das Ziel
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | | 27.01.06

sinnvolle Nutzung kann man so und so sehen


sicher ist es bei knappen Wohnraum sinnvoll, den Ausbau des Dachraumes in Betracht zu ziehen.Wenn jedoch ein Dachraum als Spielraum für die Kinder oder aber als Büroraum angedacht ist, stellt sich natürlich auch die Kosten/Nutzen-Frage, unabhängig von der auch bei Holzfaserplatte/Dampfbremse etc.Diff.offenen Ausbau vorhandenen Gefahr der Feuchtigkeitsbildung.Bei diesem Vorhaben gehe ich davon aus, daß für die "sonstigen" Bedürfnisse wie Kinder/Schlaf/Wohnzimmer-Küche und Bad genügend Raum zur Verfügung steht.Brauch ich 240 m² ausgebauten Raum für x-Personen, oder kann ich auch mit 140m² leben.Es ist wie alles eine Frage der Eintellung und der tatsächlichen Bedürfnisse.Wir haben uns jedenfalls entschlossen, die 70m² Dachraum so zu belassen, wie Sie seit Jahren ohne Schäden bestehen, haben den Familien-PC nach oben gestellt (seitdem wesentlich weniger Diskusionen mit den Kindern wegen "Chatzeiten und Längen"), meine Frau und ich haben sogar vor 2 Wochen bei - 5 Grad Außentemperatur im ungedämmten Dach unter einer kuscheligen Daunendecke hervorragend geschlafen.Wie gesagt, eine solche Entscheidung muß jeder für sich selbst treffen und die Risiken bzw.Nachteile abwägen.Wir haben das für uns getan.


H.-W.Spix | 27.01.06


Hallo,

wohlwissend, dass der Beitrag ein wenig älter ist:

1.) Hat sich was getan in der technischen Entwicklung?
2.) Gibt es eine DIN-Norm, die den Einbau einer Unterspannbahn bei einer nachträglichen Dämmung vorschreibt?
3.) Was würde der hier dargestellte/ gezeichnete Vorschlag denn kosten pro m²
4.) Welcher feuchteresistente Wärmedämmstoff eignet sich als Alternative?

Ich finde die Thematik hochinteressant und würde mich über eine Stellungnahme sehr freuen.
Vielen Dank im Voraus,

Gruß
--
Blumenschein
Alles unter Dach und Fach
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 03.03.10

Lange her


1.) es gibt eine neue EnEV, also andere Grenzwerte
2.) Die Dämmung soll natürlich nicht vom Wind durchströmt werden, also mus sich außen Winddicht arbeiten. Dies bedingt eine Unterspannbahn bzw. die dargestellte Unterdeckplatte
3.) Preis eanbieten lassen. Alles andere ist Raterei
4.) Hanf Flachs, Holzflex, ...
Der Weg ist das Ziel
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | | 03.03.10

Dach-Bilder aus der Bilddatenbank: