Bodenaufbau 60er Jahre Anbau

Hallo,

ich habe an meinem Bauernhaus von 1904 einen Anbau aus ca. den 60er/70er. Die Wände sind aus Porenbeton gebaut worden.

Im EG liegen dort Holzdielen, darunter eine Kiesschüttung.

Meine Frage: Wieso wurde in diesen Jahren noch mit der Kiesschüttung gearbeitet? Es gab ja eigentlich schon Estriche oder?... wurde das eingebaut, damit man auf das Bodenniveau des Haupthauses kommt ( ca. 80cm über Hofniveau)?

Ich habe ein kleines Loch in die Dielen gebohrt, da ich sehen wollte ob drunter alles in Ordnung ist. Aus dem Bohrloch zieht es wie Hechtsuppe.

Wie kann das sein? Da ich niergendwo Öffnung für eine Unterlüftung finden kann und das Haus auf der einen Seite direkt am Nachbarhaus steht.

Vielen Dank schonmal!

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 27.04.16

Bodenkonstruktion


Besonders Porenbeton ist nicht luftdicht, wenn die Wände nicht verputzt sind. Das würde möglicherweise im Bereich unterhalb des Fußbodens unterlassen- auch sehr kleine Undichtigkeiten ermöglichen Luftzug.

Luftströmungen ergeben sich schon aufgrund unterschiedlicher Temperaturen.

Es gab/ gibt zu allen Zeiten sparsame Leute, die bestimmte Techniken und Bauweisen nicht für nötig erachten- vielleicht war es damals für den beabsichtigten Zweck des Anbaus nicht notwendig, einen Estrich herzustellen?
Zumindest erleichtert das jetzt das Tieferlegen und dämmen des Bodens.

Andreas Teich

Fußbodenaufbau


Wenn es "zieht wie Hechtsuppe" dann gibt es Entlüftungsöffnungen.
Im Spritzwasserbereich des Sockels, also normalerweise in Fußbodenhöhe wurde sicher nicht mit Porenbeton gearbeitet.

Warum hat man so etwas gebaut?
Das frage ich mich immer wieder hier im Forum wenn Leute mit überholten Ideen kommen, neue, praxisbewährte Bauweisen und Methoden negieren oder es so machen wollen wie man es halt immer so auf dem Dorf gemacht hat (ich meine damit nicht bewährte Bauweisen an denen es nichts zu verbessern gibt).
Sie kennen es eben nicht anders.
Hamma immer so gemacht.
Die anderen machen es auch so.
Ist mir empfohlen worden...
Siehe z.B. Herr Teich mit seiner Kreuzlattung.
Nennen Sie es intellektuellen Trägheitsvektor oder Lemmingprinzip.
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 27.04.16

Kreuzlattung???


Nur als Hinweis:
Kreuzlattungen empfehle ich keineswegs immer,
sondern nur bei höheren Aufbauten-
und sicher nicht weils alle so machen.

Vorteile zB.:
weniger Holzverbrauch und Wärmebrücken,da die untere Lage in größerem Abstand verlegt werden kann als die obere, die die Dielen trägt.
Kleine Dimensionen sind günstiger als große.
Große Dimensionen können sich falls verzogen nicht mehr begradigt werden und sind schwieriger zu Verarbeiten als kleinere, die miteinander verschraubt sind.

Oft sind 50 mm Breite genug, was es aber bei größeren Höhen bei KVH nicht mehr gibt- die sind dann 60 mm breit.

Wie gesagt: mal die eine Variante, mal die andere-je nach Bedingung.
Ich habe genug verlegt, um die Möglichkeiten beurteilen zu können.
Andreas Teich

Kreuzlattung


So ist das mit dem Trägheitsvektor.
Habe ich immer schon so gemacht.
Versuchen Sie es mal weder mit Kreuzlage noch mit einer Lage sondern OHNE diese Lattung.
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 27.04.16


Früher hatte dort ein kleines Wirtschaftsgebäude gestanden...

Kann der Anbau auf den Fundament gebaut worden sein? Da die Porenbetonsteine bis runter auf Hofniveau gehen...

Ich finde niergendwo Unterlüftungsöffnungen, der Anbau ist komplett verputzt und die rückwand schließt zum Nachbargebäude an.

Laut Nachbarn müsste eigentlich irgendwo ein kleiner Gewölbekeller sein, den ich schon überall suche. Unter dem Haus ist Anscheind keiner. Kann die Kiesschüttung auf dem Gewölbe liegen und darauf dann der Fußboden? Wie könnte ich das am besten rausfinden?

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 27.04.16

Bodenaufbau


Wenn du einfach einen warmen Boden haben willst- das ist wohl die Absicht?
würde ich einfach etwas tiefer ausgraben.
dann ggf den Untergrund verdichten, eine Estrichschicht auf Folie aufbringen,
Feuchtigkeitsabdichtung
Dämmung
Bodenbelag
ähnlich wie bei früheren Beiträgen zu erdberührten Bodenaufbauten.
Vielleicht erkennst du mehr, nachdem du den Holzboden entfernt hast.
Zuviel Zeit in die Erkundung von früheren Bauaktivitäten zu stecken bringt dich wohl nicht viel weiter- außer du hast ein baugeschichtliches Interesse daran.

Andreas Teich

Anbau-Bilder aus der Bilddatenbank: