Blähglasschüttung auf Lehmwickeldecke?

Hallo Community,

ich mach's kurz. Macht es Sinn auf die oberste Geschossdecke (Holzbalken und Lehmwickel unten mit Kalkputz verputzt auf dem Dachboden offen) mit 20cm Blähglasgranulat zu Dämmzwecken aufzufüllen?

Das Granulat wurde mir aufgrund verschiedener Vorteile wie Nagetierbeständigkeit, geringes Gewicht, einfacher Verarbeitung empfohlen.

Nach meinem einfachen Verständnis wäre die Konstruktion diffusionsoffen und evt. Feuchteeintrag kann über den offenen/kalten Dachboden "ausdünsten".


Vielen Dank vorab!
Live, Love, Work, Die
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| 05.01.17

Blähglas als Deckendämmung


Blähglas-/Schaumglasgranulat ist für viele Einsatzbereiche gut geeignet.
Für diesen halte ich es für nicht sinnvoll:

Der Lambda-Wert liegt fast doppelt so hoch wie der anderer Dämmstoffe, dh das Wärmedämmvermögen ist etwa 50% schlechter,
es müßte also etwa doppelt so hoch gedämmt werden.

Wesentlich besser geeignet ist zB offen aufgeblasene Zellulose, die aufgrund der enthaltenen Salze auch nicht von Nagern und Insekten heimgesucht wird, ebenfalls diffusionsoffen ist, wesentlich leichter
(bei 33 cm Dämmhöhe ca 10 kg/qm) wesentlich kostengünstiger, schnell einzubringen etc.
Alternativ Hanf- oder Holzfaserplatten verwenden

Andreas Teich

Kommt darauf an...


...ob nachher eine Begehbarkeit erforderlich ist?
Denn da ist es völlig ungeeignet!
Dafür würde ich dann eher CemWood empfehlen wollen.
Trittfest und problemlos begehbar unbd ebenfalls nagetieruninteressant!
LEHM - natur am bau
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LehmHandWerk Udo Mühle | | 11.01.17

Erst lesen dann schreiben


"Trittfest und problemlos begehbar"

Es handelt sich in der Eingangsfrage um eine Lehmwickeldecke.
Die Lehmwickel dürfen unter keinen Umständen von oben belastet werden, die biegen sich nämlich bei Belastungen was zu Folge hat, das unten drunter der Putz abfliegt.

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BAUST Bau & Sanierung Struve | | 11.01.17

Nicht begehbare Deckendämmung


Wenn offenbar der Dachboden nicht begangen werden muß kann fast jeder Dämmstoff verwendet werden- kapillaraktive, diffusionsfähige sind schadensresistenter.
Wenn ein Zugang zB zum Schornstein oder eine Lagerfläche geschaffen werden soll müßte eine Stegkonstruktion gebaut werden, die auf den Deckenbalken abgestützt wird.

Andreas Teich

Vor allem günstig


Hallo Community! Wie immer vielen Dank für den hilfreichen Input!

In Sachen organischem Material wie Hanf und Holzfaser bin ich etwas ängstlich da ich nie ausschliessen kann, dass es nicht doch mal durch eine kaputte Ziegel pieselt oder der Wind einen halben Liter regen unter die Ziegeln drückt. In meinem Horrorszenario kommt es dann bei den organischen zu Schimmelpilz im Dämmmaterial. Oder liege ich da falsch?

Über CemWood kam ich zu Exclay und aber auch wieder zurück zu Blähglas bzw. Isoself (Perlit) Das ist in Sachen Gewicht, Preis Lambda-Wert einfach unschlagbar. Auch die Werbesprüche von wegen Hydrophob klingen überzeugend. Begehbar soll der Dachboden nicht werden. Die Schornsteine und POI im unterm Dach würde ich über Stege begehbar machen. Der U-Wert Rechner spuckt mir sogar nur 16cm Schütthöhe aus was bei einer Gesamtfläche von 150 qm doch was ausmacht. (Die Bude besteht fast nur aus Dach :-/ ) Was ich noch gegenrechnen müsste ist der Verbrauch an Holz und Befestigungsmaterial für die Aufdopplung...

Dies also nur als Zwischenbericht. Ich melde mich wenns was neues gibt!
Live, Love, Work, Die
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| 26.01.17

Mineralwolle?!


Jetzt mal blöd gefragt: Was spricht eigentlich bis auf ihren schlechten Ruf gegen Mineralwolle auf der Lehmdecke? Wenn die nach oben hin nicht verschlossen wird ist sie doch auch "diffussionsoffen". Oder sehe ich das falsch?
Live, Love, Work, Die
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 26.01.17

doppel


gelöscht
Ein Fachwerkhaus ist romantisch und hat große Vorteile. Die Raumaufteilung ist nicht vernünftig
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 27.01.17

Organisches Material


Deine Angst kann ich nicht nachvollziehen. Wenn die Feuchtigkeit in die Schüttung kommt und da bleibt werden die Balken leiden. Wenn man das an der Schüttung sieht kann man eingreifen, wenn die Schüttung aber das Problem nur zudeckt wird der Schaden um ein vielfaches größer bevor er entdeckt werden kann.

Dem Ungeziefer ist es vollkommen egal ob organisch oder nicht wenn es nicht essbar ist. Bei mir waren die Mäuse im Styropor und der Marder nutzte die Mineralwolle als Bett und verteilte diese auch großzügig aus der Isolationsschicht heraus. Dabei auch in einen Balken der durch die gute Auspolsterung mit Mineralwolle gut feucht gehalten wurde und sich in Kompost verwandelt. Die Balkenfelder mit Spreufüllung wiesen keine besonderen Spuren von Schädlingen auf.

Trocken halten ist in jedem Fall notwendig und ich für mich achte am stärksten auf Diffussionsfähigkeit, damit sich eventuelle Feuchtigkeit auch zeigen kann.

Gruß Herbert
Ein Fachwerkhaus ist romantisch und hat große Vorteile. Die Raumaufteilung ist nicht vernünftig
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 27.01.17

Mineralisch...


...als lose Granulatschüttung für Ungeziefer (Mäuse) komplett uninteressant, da keine Gänge gebaut werden können.
Eindringende Feuchte auch unbedenklich.
Kapilliert zwar nach unten und ist aber trotzdem nach oben wieder abtrocknungsfähig.
Kontrolle der Dacheindeckung ist trotzdem immer notwendig.
Die Schüttung würde ich trotzdem auf einen Blindboden erst einbringen, der mittels eines Rieselschutzes versehen ist.
LEHM - natur am bau
Mitglied der Fachwerk.de Community
LehmHandWerk Udo Mühle | | 27.01.17