Was ist bei einer Erst-Besichtigung zu beachten?




Liebe Forumsmitglieder,

wir werden in zwei Wochen ein denkmalgeschütztes Fachwerkaus besichtigen. Das Erdgeschoß wird seit 1878 gastronomisch genutzt, ist aber bereits saniert und renoviert worden.
Das Haus hat nach Denkmalschutz komplett neue Fenster.

Die erste Etage und der Dachboden sind aber wohl nach Aussage des Maklers noch renovierungsbedürftig (Elektroleitungen, Böden etc.).

Kann man auch als Laie bei einer ersten Besichtigung schon eventuelle Schäden (Wurmbefall oder Pilze) in der Holzkonstruktion erkennen? Worauf müssen wir besonders achten?

Das wir bei einer eventuellen zweiten Besichtigung einen oder auch mehrere Fachmänner hinzuziehen ist logisch.



Glückwunsch ...



zum Entschluß, ein Fachwerkhaus zu erwerben und zu erhalten!
Hallo Claudia + André,
bei Euerer ersten Besichtigung solltet Ihr darauf achten, ob Euch Ausfluglöcher auffallen. Dies betrifft die Dielung genauso wie die Fachwerkhölzer und Dachsparren. Diese Ausfluglöcher können rund (Nagekäfer -"Holtwurm") und 1-4 mm groß sein (je nach Art des Nagekäfers. Außerdem gibt es den Hausbock, dessen Ausfluglöcher sind oval und ca. 5-10 mm groß. Ebenfalls oval sind die der Scheibenböcke, aber nicht ganz so groß und die Scheibenböcke benötigen Rinde oder Rindenreste.
Nagekäfer "schieben" ihr Nagsel (Fraßmehl) aus den Fraßgängen heraus, dann liegen kleine helle Häufchen Holzmehl herum - dann ist der Befall mit hoher Wahrscheinlichkeit auch aktiv, spricht "ja, er lebt noch".
Beim Hausbock sollte man daruf achten, welche Farbe die Ausfluglöcher haben - sind sie hell, so ist der Befall offensichtlich aktiv, sind sie dunkel, dann sie sie älteren Datums (vershmutzt durch Staub u.ä. bzw. von Sonnenlicht dunkel verfärbt) und wahrscheinlich ist der Befall nicht mehr aktiv.
Es ist auch wichtig unter evtl. vorhandene Fußbodenbeläge zu schauen!
Pilzbefall erkennt man an den Fruchtkörpern. Am gefährlichsten ist der Echte Hausschwamm, es folgen der Kellerschwamm und der Weiße Porenschwamm, auch Blättlinge können auftreten und das Holz von innen her zerstören. Das sollte dann aber ein Fachmann anschauen.
Im Internet findet Ihr in den Suchmaschinen (z.B. www.google.de) unter den genannten Begriffen/Namen jede Menge Fotos (z.B. www.hausschwamminfo.de oder www.pentol.ch)
Viel Spaß bei der ersten Besichtigung, helfe gern weiter.
Winterliche Grüße aus Südthüringen von

Günter Wilmanns



da mützter onger de Deelen kieken...



wenn et da äwwer Lökers von dem Worm gifft, dann is dat nich joot.
Unn op de Dachstuhl mützter de Kanten von de Sparren ankieken, wenn het do bröselig is, och nich joot.
Better ober is met en Sachverständigen für Holzschutz do rinn jonn, unn euch von däm wat verkalle lasse.
Det Forumsmitglied Ulrich Arnold hatt et bis bei Euch nech so weit, unn de Mann es juut, könnt meck glowe.
Gröte von em Eksilante.



Erst-Besichtigung



Bei einer Erstbesichtigung kann man sich kann sich sicherlich nur einen ersten Eindruck von dem Haus verschaffen. Da kann manchmal schon der Geruch in den Räumen auf den Zustand des Gebäudes hinweisen. Von Ferndiagnosen und Schnelllehrgängen im Holzschutz halte ich nicht viel. Ihr solltet schon in einer frühen Phase einen Holzschutzfachmann zu Rate ziehen. Das spart am Ende vielleicht viel Geld und Ärger.
Bei Bedarf stehe ich gerne zur Verfügung, zumal ja auch die räumliche Nähe gegeben ist.



Vielen Dank



Vielen Dank für die schnelle Hilfe.

Wie gut das es internet gibt und so gute Foren.

Claudia und André



Kontakt



Hallo Ihr 2 !

Ich wollte fragen, ob ihr eventuell Interesse habt, per e-mail mit uns in Kontakt zu treten.
Wir haben ähnliche Pläne (eine alte Mühle / 1700) und stecken auch noch in den Anfängen.
Wir könnten Erfahrungen austauschen und das eine oder andere voneinander abgucken ?!
Würde mich freuen wenn ihr Anwortet.
Adresse : DevilNycki at aol.com

MfG und bis bald ?!?

Annika





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