Bauernhaus BJ 1907 - Bodenaufbau mit Gussasphaltestrich & Schaumglasschotter?

Wir sind gerade recht verzweifelt, da wir in unserem Bauernhaus ( Baujahr 1907) die Böden machen müssen.
Leider ist das Haus nicht unterkellert und im Sockelbereich mit Naturstein gemauert. Unter dem vergammelten Linoleumboden ist feuchter Lehmboden - kein Beton oder Fundament.

Kann mir jemand einen sinnvollen Bodenaufbau empfehlen, der mit leicht feuchtem Untergrund zurecht kommt und im Idealfall bezahlbar ist?

Wir dachten an:

Ausgraben, Lehmboden verdichten, Geoxtextil, darauf 30cm Schaumglasschotter, Gexotextil, 10cm Leica/Zementmischung als Sauberkeits- & Tragschicht und darauf direkt Gußasphalt 5cm als Untergrund für den späteren Bodenbelag.

Oder ist ein Aufbau mit Beton, Dämmung & Flämmung (auch die Wände hoch) ev. sinnvoller im Hinblick auf Feuchtigkeit aus dem Untergund?

Bitte entschuldigt meine wahrscheinlich blöden Fragen - leider bekommen wir von allen "Profis" ( Baumeister, Baustoffhändler & Architekten) sehr widersprüchliche Empfehlungen.

Am allerliebsten würden wir - soweit möglich - eine Variante finden, wo wir möglichst viel selbst machen können - um Kosten zu sparen.


Vielen Dank!!!

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Herr | | 07.06.17


Hier noch ein Foto ;)

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Herr | | 07.06.17

Fußbodenaufbau


Ohne Kenntnis welcher Bodenbelag einmal in die Zimmer kommt und ob Heizestrich vorgesehen ist oder nicht kann ich Ihnen keinen geeigneten Bodenaufbau vorschlagen.
Ihren Aufbau sollten Sie NICHT einsetzen. Zu teuer, zu aufwändig, gefährlich für die Streifenfundamente der Innenwände.
45 Zentimeter Aushub sind einfach zuviel. Ein normaler, wärmegedämmter Fußbodenaufbau kommt mit max. 20 Zentimeter Höhe aus.
http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/fussboeden.html
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 07.06.17


Entschuldigung, diese Informationen hätte ich eigentlich gleich im Eingangsbeitrag liefern können!

- geplante Bodenbeläge: teils Fliese, großteils Fertigparkett oder Schiffsboden. Eigentlich wollen wir Schiffsboden, haben dabei aber Angst, dass das teure Holz unter aufsteigender Feuchtigkeit Schaden nehmen könnte.


- Heizen werden wir mit Kaminöfen & einer Wärmepumpe. Jedenfalls ist keine Fußbodenheizung geplant. Allerdings müssen diverse Wasser- und Abwasserleitungen neu verlegt werden.

Haben Sie einen Vorschlag für einen "normalen gedämmten" Fußbodenaufbau? Wir sind für alles offen und für jeden Rat sehr dankbar!

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Herr | | 07.06.17

Fußbodenaufbau


Umfangreiche Informationen zum Thema mit deren Hilfe Sie selber passende Fußbodenaufbauten realisieren können stehen in dem Link im ersten Beitrag.
Hier noch einige Anregungen.
Beispiel Fliesenbelag:
Planum
Sauberkeitsschicht aus Beton (3-5 cm) sauber geglättet, eben und in Waage,
Abdichtung (Schweißbahn, Folie...)
Dämmlage ca. 80 bis 100 mm aus EPS und trittfesten Holzfaserplatten,
Trennlage z.B. Wellpappe
ca. 35 mm Gußasphalt, optional geschliffen.

Andere Varianten: Planum, Sauberkeitsschicht, Abdichtung, EPS/XPS, Schrenzlage, Zementestrich, Fliesenbelag

Planum, Sauberkeitsschicht, Abdichtung, Dämmung aus trittfesten Holzfaserplatten, in die obere Lage bündig Holzleisten eingebettet, Dielenbelag o.ä.

Wenn der Faktor Zeit eine Rolle spielt- es gibt auch reine Trockenbausysteme.
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 07.06.17


Danke für Ihren wertvollen Einwand! Das wäre natürlich eine große Zeit/ Geldersparnis, wenn wir statt 45cm nur 20cm Aufbau haben und der Beton nur 3-5cm dick sein muss!!!

Wir haben Ihre Ausführungen (Webseite) gelesen und sind restlos begeistert!

Ist bei Ihrem erwähnten Aufbau (Planum, Sauberkeitsschicht, Abdichtung, Dämmlage, Trennlage, Gussasphaltestrich) der Einbau von Gussasphalt thermisch möglich? Die Firma, die diesen Einbauen soll meinte, der Untergrund muß mit etwa 250 Grad Einbautemperatur zurechtkommen - oder "schmelzen" uns da die XPS bzw. EPS Platten weg?

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Herr | | 08.06.17

Gußasphalt


Deshalb die Holzfaserdämmung die XPS vor zu hoher Temperatur schützt. Auch die Wellpapplage schirmt eine Menge ab.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 08.06.17


Danke Herr Böttcher!!!

Und vielen Dank auch für den umfangreichen Lesestoff auf Ihrer Webseite!

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Herr | | 08.06.17

Erdberührten Bodenaufbau


Unter o.g. Stichwort in der Suchfunktion findet ihr reichlich Beiträge zum Thema
Tiefes Ausschachten ist in den meisten Fällen unnötig bzw auch nachteilig.

Wenn ihr möglichst viel selber machen wollt und ein fußwarmer Boden angestrebt wird sind Holzdielen evt besser geeignet- ggf Eiche- je nach Belastung.

Möglicher Aufbau:
- Boden planieren
- dünne Betonplatten auf glatt abgezogene Sandschicht legen-
alternativ Estrich herstellen.
- Abdichtung (EPDM-Folie, Katja Sprint, Erika v. Börner, selbstklebende
Bitumenbahnen etc.
- KVH-Balken auslegen und nivellieren (Installationen können darunter
gelegt werden, KVH ggf auf entsprechend dicke Klötze legen-
Warmwasserleitungen mögl. oben in die Dämmung legen)
- dazwischen Dämmung ((Zellulose, Perlite etc)
- Holzdielen aufschrauben.

Bei Keramikbelag zB:
- Estrich wie oben
- Glasschaumplatten (oder XPS) als Dämmung und Abdichtung auf eben nivellierten
Boden auslegen, ggf Fugen der Platten verkleben
- Ton-Trockenestrichplatten (Creaton) verlegen
Der kann auch auf Holzfaserplatten verlegt werden, wenn darunter eine Abdichtung verlegt wird, (zB Multibaudicht 2K, das auch am Rand hoch gespachtelt werden kann- in das flüssige Material können auch Schaumglasplatten oder XPS gelegt werden.)
(Ich wohne auf der anderen Seite Österreichs- ggf anrufen)

O.g. Konstruktion kann komplett selbst erstellt werden
Andreas Teich

Schaumglasschotter-Bilder aus der Bilddatenbank: