Fachwerk.de - Knick im Balken

Knick im BalkenHallo zusammen,

ich bin recht neu hier bei Fachwerk.de. Normalerweise finde ich auch alle Informationen die ich benötige hier im Forum, irgendwo im Netz oder in Büchern aber hierzu habe ich leider nichts gefunden.
Wir planen aktuell ein seit langem leerstehendes Fachwerkhaus aus dem 17. Jh. zu kaufen. Bei der ersten Besichtigung ist mir schon diese Besonderheit an vielen Balken aufgefallen (siehe Bild). Diese "Knicke" in den Balken ziehen sich durchs ganze Haus und sind unregelmäßig verteilt.
Kann mir irgendjemand sagen warum dies so gemacht wurde bzw. was es damit auf sich hat? Habe so etwas vorher noch nie gesehen.
Meine einzige Vermutung bezieht sich darauf, dass hier beim sägen der Balken dem Kernholz "gefolgt" wurde. Kann das sein?
Vielen Dank schon mal für eure Antworten!

Grüße Christian
Wir können nur bewahren was wir verstehen.
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Christian Herzog | 20.09.11

ich denke, der Balken war ursprüglich nicht für diesen Zweck hergestellt worden, sondern z.B. für ein 'Andreaskreuz' oder etwas ähnliches. Recycling im FW-Bau war sehr häufig, und ist's auch heute noch.
Nun hat der Balken, soweit man sehen kann, aber auch keine Zapfen-oder Nagellöcher, so dass er vielleicht niemals eingebaut war. Außerdem sieht das Stück eigentlich glatt gesägt aus, was wiederum nicht zum Zeitpunkt das Baues passt. Zudem ist er, wenn ich das Bild richtig interpretiere, als Kehl oder Deckenbalken eingebaut, da findet man sonst eigentlich immer unbehauene -also runde- Balken, meist aus Nadelholz (jedenfalls in unseren Breiten).
Einen solchen Balken derart aufwändig zu bearbeiten macht eigentlich nur Sinn, wenn er für ein Ständerwerk in einer Wand gedacht war.

Vielleich hat sich da mal jemand versägt?

In jedem Falle ein interessanter Befund.

Gruß Götz
es gibt viel zu tun, fangt schon mal an
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GEhlerding | 20.09.11
Knick im Balken
Knick im BalkenHallo Götz,

danke für die deine schnelle Antwort. Es gestaltet sich aber so, dass sich diese "Knicke" an vielen Balken im Haus finden, sogar an den Sparren... Hier noch ein Bild.

Gruß Christian
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Christian Herzog | 20.09.11
Es besteht auch die Möglichkeit,
dass zum Bau dieses Hauses Holz verendet wurde, das schon mal irgendwo eingebaut war.
Das war früher sehr oft der Fall, dass Holz aus einem Abbruch wiederverwendet wurde.

Grüsse Thomas
Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen. Henry Ford
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NEW.... | Th. Kehle | 20.09.11
Handbehauen
Hallo,

die Sparren im zweiten Bild scheinen handbehauen zu sein. Beim Behau folgt man weitgehend der Faserrichtung. Bei krummwüchsigen Stämmen führen die Versätze dazu dass der Balken über seine gesamte Länge dann wieder "gerade" wird.

Absolut üblich bei handbehauenen Hölzern.

Gruß vom sonnigen

Mindelsee
Lieber langsam als voreilig
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Mindelsee | 21.09.11
Moin Christian,
kann es sein , dass sie da einfach den Splint abgesägt haben?

Hätte man dat Ding gerade durchgeschoben, wär auf voller Länge nur ne Latte rausgekommen.

Gruss, Boris
Wer viel fragt, kriegt viel Antworten....
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Boris Webler | 21.09.11
Vielleicht...
Verbaut wie gewachsen 1...wurden auch mehrere solche Balken verbaut? Nur eben "gerade" gesägt?

Gruß
Martin
Fachwerk ist Lebensqualität (nicht immer, aber oft)
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Martin Wittwar, Dipl. Ing. (FH) | 21.09.11

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