Fachwerk.de - Boden Dämmen? Kein Keller und keine Bodenplatte drunter.

Hallo erst einmal alle zusammen.
Ich bin neu hier und freue mich das es so etwas hier gibt.
Habe hier schon viel gelesen und komme doch nicht so richtig weiter. Mein Problem hat wohl noch keiner gehabt.
Bin zwar Handwerker, habe aber "noch" nicht die Erfahrung mit alten Häusern. (Fachwerk,Lehm usw.)

Habe mir ein altes "Schätzchen" Haus gekauft, so etwa um 1850 gebaut. Das Haus ist nicht unterkellert. Man hat damals Bruchsteinfundamente erstellt. In den Fundamenten wurden Holzbalken für den Fußboden eingearbeitet und auf den Balken sind 2 cm Dielen mit Nut und Feder aufgenagelt. Der ganze Boden ist "unterlüftet" - das heist in den Bruchsteinfundamenten wurden Löcher gelassen ca. 15 x 15 cm so das es gut durchlüften kann. (Nur auf 2 Seiten, also gegenüberliegend)Nun kann im Winter die kalte Luft durchziehen. Ist schon ganz schön Fußkalt.

Wollte jetzt den Boden aufnehmen,einen Blindboden zwischen den Balken einbauen dann mit Holzfaserplatten auffüttern und die 2 cm Dielen wieder draufnageln. Der Balken ist 10 cm stark. Wenn ich eine Dachlatte ziemlich weit unten ansetze und ein Brett drauf schraube, habe ich noch ca. 4-5 cm für die Dämmung.

Kann man das so machen? Ein Bekannter meint auch, dass ich anstatt Holzfaserplatten, Zellulosedämmung nehmen könnte.Also den Boden ausblasen lassen. Hat jemand damit Erfahrung? Könnte es Probleme mit Feuchtigkeit geben. Die "Unterlüftung" muß wohl auf alle Fälle bleiben, weil sonst das Holz weggammelt, wurde mir schon mehrfach gesagt. Das klingt natürlich auch logisch.

So nun habe ich hoffentlich nicht zu viel geschrieben. Ich würde mich sehr freuen wenn jemand den einen oder anderen Vorschlag hat.

Vielen Dank schon mal.
Gruß Jörg
Alte Häuser sind ein fach toll.
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Jörg | 07.11.11
Erst Klarheit über Feuchte, dann Materialentscheidung
Hallo Jörg.

Ein Durchzug transportiert von ev. aufsteigender Feuchtigkeit einiges weg. Im Fußbodenbereich/ Erdbereich wäre mir erstmal eine mineralische Dämmung sympatischer.
Zum Beispiel Schaumglas, das keine Feuchtigkeit nach oben weiterleiten kann, oder ev. auch Blähton, der eher ausgleicht.
Alles was an Feuchtigkeit aufsteigt mindert die Isolierung enorm und begünstigt eine Zersetzung von organischem Material.
Eine auf das Erdreich gelegte Plastikplane kann dir vielleicht zeigen mit wieviel Feuchtigkeit von unten du zu rechnen hast, oder mal eine Käseglocke mit Hygrometer aufstellen. Wenn das klar ist kommst Du mit der Materialentscheidung weiter.

Grüße Annelie


Annelie Kremer | 27.11.11

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