Kalkfarbe auf Balken entfernen

Liebe Forumsmitglieder,

ich habe mir einen Dachboden in einem Altstadthaus in einer Kleinstadt in Bayern gekauft, den ich zu einer Dachwohnung ausbauen möchte. Es gibt einen vor einigen Jahren genehmigten Plan vom Vorbesitzer, den mein Architekt grade umzeichnet. Der Dachboden wurde ursprünglich als Wäschetrockenboden genutzt, ich möchte diese großzügige Atmosphäre gerne ein bisschen erhalten.
Besonders schön finde ich die sichtbaren (Fichten-)Balken des Dachstuhls, die gekalkt sind und auch später weiß/hell bleiben sollen. Nichts besonders historisches, stammt laut Vorbesitzer aus 1938, gesägt, nicht behauen.
Der Kalkanstrich bröselt an den Stellen, an denen er dick aufgetragen wurde, ab. Da ich den abbröselnden Kalk nicht im Essen haben will ;-) muß ich wohl was unternehmen.

Laienhaft stelle ich mir vor, den leicht abgehenden Kalk wegzubürsten (händisch, Topfbürste, Balkenbürste) und dann mit "irgendwas" drüberzustreichen, damit nichts mehr rieselt.

Meine Fragen:
Geht das so?
Was könnte "irgendwas" zur Streichen sein?
Gibts andere Vorschläge?

Vielen Dank für Eure Antworten
Franz
Zu Beginn des Handelns braucht man Mut, am Ende Glück.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 04.12.10


Balken in Natur lassen und ölenzur frage 1:
- Ja das geht so, sauarbeit aber anders gehts nicht.

zur frage 2:
- event. eine offenporige weiße Lasur, bloß kein Lack oder sonstige feste Farbe.

Anderer Vorschlag, die Balken in Natur lassen und ölen. Auch wenn die nicht "Historisch" sind. Sie glauben garnicht wie man solche Balken mit ein wenig passender Beleuchtung in Szene setzten kann.
Der Dachdecker
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Schildgen | | 05.12.10

Der


alte Kalk wird sich nicht völlig rückstandsfrei entfernen lassen. Fast alle gängigen Anstriche reagieren da mit Verfärbungen. Das einzige wäre die Gekkosol-Lasur von Kreidezeit. Das wäre hier wohl das geeignete "Irgendwas" zum drüberstreichen.
MfG
dasMaurer
alt und neu ist kein widerspruch
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Maurermeister | | 05.12.10


Im Niederdruck oder Jos-strahlverfahren ließe sich die Kalkfarbe schon entfernen.
Kann man nur nicht so richtig selber machen.
Wir dämmen Häuser. Von innen.
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BüschenHolz | | 05.12.10

Kalkanstrich


Wenn Sie richtig bürsten/kratzen/schleifen dann rieselt nichts mehr, da der Kalk ab ist.
Ich vermute das dies kein reiner Kalkanstrich ist, sondern Gips oder eine Gips- Kalkmischung.
Egal, runter muß das Zeug.
Ich habe in meinem DG auch das Problem gehabt, nur das es hier alte Innenwandfarbe war.
Was in den Ritzen und Spalten verblieb habe ich belassen; die Hölzer sind naturfarben.

Viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 05.12.10

Danke für die Tips


Herzlichen Dank
für die konstruktiven Antworten und die konkreten Tips!

- "Sauarbeit" ist klar (da oben wartet noch einiges an Sauarbeit auf mich...)
- ich denke auch, dass ich den Anstrich nicht zu 100% runter bekomme, das muß auch gar nicht sein, weil ich's eh gern wieder weiß/hell haben möchte.
- Strahlverfahren: Interessant, kommt in die nähere Überlegung.
- Dazu eine weitere Frage: Ist der Einsatz eines normalen Hochdruckreinigers (Kärcher oder so) denkbar? Ist das Wasser ein Problem für die Holzbalken? Sauerei wär momentan kein großes Problem.

Viele Grüße
Franz
Zu Beginn des Handelns braucht man Mut, am Ende Glück.
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| 06.12.10


Mit nem ordentlichen Kärcher kriegt man schon ne Menge runter, aber auch jede Menge Wasser in die Konstruktion. Das ist die Sauerei das kleinere Übel.
Das braucht Wochen bis das Wasser alles wieder rausgetrocknet ist. Ganz übel ist wenn noch Lehmdecken vorhanden sind...
Wir dämmen Häuser. Von innen.
Mitglied der Fachwerk.de Community
BüschenHolz | | 06.12.10


Das hab ich auch befürchtet, dass viel Wasser in die Konstruktion kommt. Lehm ist nicht das Problem, weil als Boden ein Estrich auf der Balkendecke ist. Der muß auch noch raus - soviel zum Thema Sauarbeit...
Zu Beginn des Handelns braucht man Mut, am Ende Glück.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 06.12.10

Kalkfarbe entfernen


Hallo Franz,
warum fürchten Sie sich so vehement davor, eine Drahtbürste, einen Stahlschwamm, Schleifpapier o.ä. in die Hand zu nehmen und die Balken freizulegen?
Muß es immer irgend eine Maschine sein?
Handwerk kommt von Hand und Werk!

Viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 06.12.10

Warum


so´ne Sauerei machen. Losen Kalkanstrich sorgfaltig mit Drahtbürste entfernen und anschliessend mit weiss pigmentiertem Gekkosol lasieren. Da sowohl der Kalk als auch die Lasur alkalisch sind, gibt´s dann keine unerwünschten Verfärbungen.
MfG
dasMaurer
alt und neu ist kein widerspruch
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Maurermeister | | 06.12.10


Danke für die Ermunterung...
Ich fürchte die Arbeit nicht, ich hab mir den Dachboden bei halbwegs klarem Verstand (na ja...) gekauft und hab durchaus eine entfernte Vorstellung, was auf mich noch zukommt. Wie einer meiner Bekannten (ein Schreiner) sagt: "Vernünftig ist das nicht - aaaber schööön".

Der Kärcher (ich besitze gar keinen) war einfach so ein Gedanke aus dem Strahlverfahren-Vorschlag. Die Drahtbürste wird wohl die erste Wahl sein, eine weiß pigmentierte Lasur danach - so hab ich's mir auch ungefähr vorgestellt.

Danke!
Franz
Zu Beginn des Handelns braucht man Mut, am Ende Glück.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 06.12.10

Zur Bürste:


Hab ich einen Vorschlag:
Gesucht habe ich zum selben Zweck eine Flex mit regelbarer Drehzahl--> die kosten schon ein bisschen was.
gekauft habe ich eine Fernost-Poliermaschine, die sieht aus wie eine Flex, hat aber eine stufenlose Drehzahlregelung von 300-6000 1/min.
Darauf hab ich mir eine Rundbürste mit 0,2mm Draht gebaut, 150mm Durchmesser, 50mm breit.
Vorteil gegenüber der erwähnten Topfbürste:
Man bürstet am Umfang und nicht stirnseitig, so kann man mit der Faser bürsten und es gibt keine Bürstspuren auf dem Holz.
Es bleiben die Ecken, da muss man mit der Hand ran.
Das geht bis jetzt recht gut und flott, ob die "Billig-Flex" die Bauzeit überlebt, bleibt abzuwarten...

Viele Grüße
Michael
Schaffe, Schaffe, Häusle baue
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 06.12.10

Rundbürste


Klingt interessant!

"...Darauf hab ich mir eine Rundbürste mit 0,2mm Draht gebaut, 150mm Durchmesser, 50mm breit"
Hast du die selbst gebaut? Wenn ja, wie? Kannst du ein Bild zeigen?

Viele Grüße
Franz
Zu Beginn des Handelns braucht man Mut, am Ende Glück.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 06.12.10

nein...


Die Rundbürste ist von LESSMANN (.com), bekommt man im Werkzeughandel oder beim Baustoffhändler.
Gibt es auch mit Messingdraht, ich hab bisher aber Stahl verwendet (Nadelholz).
Die Poliermaschine ist von ebay z.B. Artikel Nummer 200477904955.
Ich hab 60EUR inkl Versand gezahlt.
Die hat M14 Aussengewinde auf der Welle, einen passenden Flansch hab ich mir selbst gebaut. Muss bei der geringen Belastung ja nicht viel aushalten. Schutzbrille/Staubmaske/Lederhandschuh sollte aber obligatorisch sein.

Viele Grüße
Michael
Schaffe, Schaffe, Häusle baue
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 06.12.10

Kalkfarbe


Dämmert Euch Obi- Jüngern nicht mal irgendwann, das in der Zeit wo Baumärkte abgeklappert, Bürsten selber gebaut und Mengen an Beiträgen in Foren geschrieben werden, ein paar Stuhlsäulen und Kopfbänder per Hand schon lange gesäubert wären?

Viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 06.12.10

Obi-Jünger


Ich hab mal kurz nachgerechnet - nachdenken lohnt sich meiner Meinung nach meistens (hier und überhaupt).
Es geht nicht um "ein paar Stuhlsäulen und Kopfbänder": Bei mir soll(t)en insgesamt um die 200 lfm Balken gebürstet werden. Das sind dann mindestens 120 qm Fläche, wenn ich mich jetzt nicht verrechnet habe. Mit meiner Handdrahtbürste bin ich da schon ein paar Stunden beschäftigt...
Die Bastelei ist übersichtlich und beschränkt sich auf das Adaptieren einer Walzenbürste auf einen drehzahlgeregelten Winkelschleifer - also ICH bin dankbar für den Hinweis.

Aber stimmt schon - Nachdenken schadet nie, auch über den sinnvollen Einsatz technischer Hilfmittel.
Ausserdem: Kein Obi weit und breit hier, dafür aber noch das ein oder andere gute Fachgeschäft am Ort.

Viele Grüße
Franz
Zu Beginn des Handelns braucht man Mut, am Ende Glück.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 06.12.10

Kalkanstrich


Ich habe jetzt auch mal ein bisschen gerechnet:
Bei einem im Wohnungsbau üblichen Pfettendach stehen etwa aller 4- 5 m 2 Stuhlsäulen mit Kopfbändern. Länge etwa 2,40 m, dazu ca. 1,25 m Kopfbänder.
Dazu noch 2 x 4 m Pfette, also 8 lf. m. Davon ist nur eine, max. zwei Seiten zu schleifen, der Rest liegt in der Decke.
Das sind pro 4 m Dachlänge:
4,80 m Stuhlsäulen
2,50 m Kopfbänder
8 x 0,5 lf.m Mittelpfetten,
das macht pro Feld 11,3 lf. m Holzprofil.
Davon sollte man die Stuhlsäulen abziehen, die in Trockenbauwänden verschwinden, die lasse ich jetzt mal außer acht, ebenso eventuelle Windverbände.
200 lf. m geteilt durch 11,3 lf.m Länge pro Feld ergibt ca. 17! Felder.
4 m x 17 Felder ergibt eine Firstlänge von 68! m, gut zum Üben vorn Sprints.
Das ist vergleichbar mit einem Mehrfamilienhaus mit 7 oder 8 Treppenhäusern.
Ein stattliches Haus, ein stattlicher Dachboden.
Bei ca. 12 m üblicher Gebäudebreite sind das über 800 m² Grundfläche allein im Dachgeschoss.
Wieviele Stuhlsäulenpaare stehen denn bei Ihnen, Franz?

Viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 06.12.10

Mhh..


..Irgendwie mag ich mich auf diese m.E. ziemlich unverschämte Ansprache von Ihnen, lieber Herr Böttcher, nicht rechtfertigen.
Andererseits möchte ich Ihnen auch nicht stillschweigend zustimmen.
Ich könnte Ihnen jetzt vorrechnen, wieviel lfm. Innenwände und Deckenbalken ich zu reinigen habe. Tu ich aber nicht.
Sagen wir mal, ich hatte meine Gründe, mir das Ding zuzulegen und bin auch ganz zufrieden damit. Was ich mache, mache ich gerne gründlich, und da sind für ein paar Meter Balken schnell mal ein paar Stunden draufgegangen. So bin ich eben schneller.
Sie müssen meine Meinung nicht teilen, ich Ihre aber auch nicht!
Sie haben mir schon häuffig auf meine Fragen geantwortet und mir mit kompetenten Vorschlägen schon häufig geholfen, das soll außer Frage stehen!
Ihren oben zu lesenden Kommentar finde ich aber mehr als überflüssig.
Franz hat eine Frage gestellt, ich habe Ihm geantwortet, wie ich es bei mir gelöst habe. Mehr nicht oder?

Viele Grüße & schönen Nikolausabend
Michael
Schaffe, Schaffe, Häusle baue
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 06.12.10


Hallo Herr Böttcher,
vielleicht hätte ichs besser beschreiben sollen: Mein Dach ist insgesamt 26 m lang, es hat 6 Stuhlsäulenpaare mit einem dazwischen liegenden Treppenaufgang. Hinter Trockenbau verschwindet vom ganzen Dachstuhl nur die Oberseite des Firsts und die Sparren.

Ist ja auch egal. Ich danke für die Beiträge und wollte Sie nicht auf die Palme bringen durch die Anwendung Ihres eigenen Mottos.

Viele Grüße
Zu Beginn des Handelns braucht man Mut, am Ende Glück.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 06.12.10

Kalkfarbe


Bei mir waren es 4 Felder, die nach zwei Nachmittagen fertig waren.

Viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 07.12.10

Balkenbürste


In einigen Bereichen wird die gute alte Drahtbürste schon sprechen müssen, aber wenn es um die Meter geht, ist doch eine Makita Balkenbürste das Instrument der Wahl?! Sie können sich die vielleicht borgen und die passende Bürste ( Härte je nach Holzoberfläche... ) kaufen.
Ich hab damit immer die besten Erfolge beim Altholz.
Im Zweifel für das Alte
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 10.12.10


Hallo , auch hier kann ich unser Verfahren mit dem Trockeneisstrahlen empfehlen .solche Kalkfarbe lässt sich gut entfernen . ICE Clean Trockeneisreinigung Arne Geng
Schnelles sauberes Trockeneisstrahlen
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ice Clean Trockeneisreinigung | | 14.12.10

Balken-Bilder aus der Bilddatenbank: