Badezimmerboden auf Kappendecke

Hallo liebe Forumsmitglieder,

ich verzweifle leider am Fußbodenaufbau für
unser Badezimmer! Ich hab schon viel gelesen und
auch leider schon verschiedenste Meinungen gehört :(

Vielleicht kann mir hier geholfen werden:
Es geht um ein Haus aus den 20ern, im Erdgeschoss
über unbeheiztem Keller soll ein Bad entstehen.
Boden besteht aus T Trägern aus Stahl, dazwischen
ist (unarmierter) Beton. Träger und Beton sehen soweit gut aus,
allerdings ist der Beton zwischen den Stahlträgern auch
nur 10cm hoch. Stahlträger und Beton sind etwa auf einer Ebene,
ohne Gewölbe... bislang lagen quer zu den Trägern Lagerhölzer und darauf
Dielen. Die Lagerhölzer lagen nicht direkt auf Trägern und Beton,
sondern waren zum Höhenausgleich auf kleinen Holzstücken gelagert.

Wir lassen das ganze so wie es ist: außer im zukünftigen Bad, wo wir
"holzfrei" arbeiten wollen.
Statiker sagte: Kein Estrich wegen des Gewichts - stattdessen
Leichtestrich/Schüttung

Unser geplanter Aufbau war:
-gebundene Schüttung (Fermacell?)
-darauf Styrodur Dämmplatten
-darauf eine Abdichtfolie (?)
-darauf Trockenestrichplatten (Fermacell Powe Panel?)
-Fliesen oder Clickvinyl

Jetzt hab ich da irgendwie Bedenken, da ich mehrfach
gelesen habe, dass die "Felder" nicht tragen sollen, sondern
nur die Träger bei solchen Decken?

Zudem bin ich unsicher, ob man unter der gebundenen Schüttung
(bituminös?) Abdichten muss, oder eine Folie oberhalb von Schüttung
oder Dämmplatten nötig ist...

Ich bin leider mittlerweile komplett verwirrt - gerne
hätte ich auch Tips, wen man dazu bestenfalls befragen kann
(gerne auch im Ruhrgebiet)

Lieben Gruß,
Katharina

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 25.01.17

Scheitrechte Kappendecke


Scheitrechte Kappendeckehi, ich bin zwar nicht der Profi den du erhoffst, komme aber nicht weit weg von dir und habe den selben Bodenaufbau.
Bau aus 1924 12cm hohe Träger mit Schlacke und Beton ausgegossen.
Wegen der Punktlasten auf den Trägern:
Lagen die Klötze unter den Lagerhölzern auf den Trägern oder auch dazwischen?
Ich vermute auch dazwischen, sodass auch vorher schon die Felder belastet waren.
Nicht belastet werden sollten Kappen die Viertelsteinig gemauert wurden.Die sind aber leicht rund.
Trotzdem ist diese Bauart nicht die Stabilste...
Ich habe als allererstes den Beton tief ausgesaugt und eine Zementschlämme eingebracht.
Nach dem Saugen war ich erstmal erschrocken wie wenig Zement damals benutzt wurde .
Mit gutem willen hätte man sich bestimmt mit einem löffel da durchgraben können.
Von unten sah man auch mehrere Risse und wenn oben jemand rumlief knirschte es in der decke.
Nach der zementschlämme , die teils literweise in den Ritzen verschwand ist das ganze wieder vertrauenserweckend.
Nebenbei werden auch die Träger durch den Zement alkalisiert und sind besser vor weiterem rosten geschützt.

wie weit liegen die träger denn auseinander?
Die Sache mit der Abdichtung war hier auch ein thema.
Da wir den Keller (bruchstein) schön trocken bekommen haben und kein erdreich direkt an der Decke anliegt haben wir es bei der leichten Sperre des zementes gelassen und bringen darüber auch eine gebundene Schüttung und holzfaserdämmung mit Dielung ein.

Ein Bad kommt allerdings nicht ins EG nur ein kleines WC.
Das wird auch einfach in Trockenbau auf die decke gestellt und bekommt mermutlich den selben aufbau, alternativ einen Trockenestrich mit Fliesen.

Wenn aufsteigende Feuchtigkeit möglich ist, würde ich über eine abdichtung nachdenken.
Eine Folie ist vom Aufbau abhängig und auch von möglicher feuchtigkeit von unten.

Dusche , Wanne etc muss eh abgedichtet werden, das macht der Fliesenleger vermutlich?

gruß von der Ruhr
micha

edit: mal ein bild von unserem boden zugefügt, teilweise eingeschlämmt
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Mitglied der Fachwerk.de Community
| 29.01.17


Hallo Micha :-)

Danke für deine Antwort, das hilft mir schon weiter!
Genau - diese kleinen Hölzer unter den Lagerhölzern waren auch auf den
Kappen, sodass die Belastung gar nicht nur auf den Trägern lag!
Die Idee mit der Zementschlämme ist super, das werden wir dann wohl auch noch machen!
Welche gebundene Schüttung hast du denn benutzt?
Unsere Kellerwände sind teils schon recht feucht, aber wir haben im
Bad alle Wände mit Vorwandmontagen nach vorne geholt,
sodass unser Fußbodenaufbau gar nicht mit den Wänden
in Berühung kommt. Die Hölzer waren alle trocken, sodass ich nicht glaube, dass da viel Feuchtigkeit hoch kommt. Die genauen Temperaturen
kann ich nicht ermitteln, da das Haus noch nicht komplett beheizt wird.
Der Abstand zwischen den Trägern müsste 95cm sein :-)
Fliesen (und Abdichten) werden wir auch selbst machen.

Ganz lieben Gruß, auch direkt von der Ruhr (vielleicht sind wir ja Nachbarn)
Katharina

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 29.01.17

nachbarn ;)


Wir haben noch keinen Boden.
Es gibt grad mal wieder Egalisierungsputz :)
Schüttung werde ich aber wohl Liapor nehmen, mit Zement wird gebunden.Anleitung gibts beim Hersteller in der Broschüre.
Das Rezept für die Zementschlämme hatte ich hier aus dem Forum.
Einige Sack Zement, bisschen Sand und viel Wasser.Flüssig genug anrühren und schnell verteilen(alter Handfeger ist gut dafür).Bin immer nur Eimerweise vorgegangen, die vorreinigung dauert am längsten und hat einige große Staubsaugersäcke verbraucht.Vielleicht ist euer Boden ja fester, doch sehe ich auf dem Bild genug Spalten an den Trägern, wo viel reinlaufen wird.
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Mitglied der Fachwerk.de Community
| 29.01.17

Rezept Zementschlämme


Hallo Micha,

weißt du noch, wieviel Sand ungefähr auf einen Sack
Zement kam für die Schlämme? Hab das Rezept
leider nicht gefunden :-)

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 06.02.17

Mein Rezept


Bestand aus 2/3 Zement und 1/3 scharfer Sand 0-2(der fließt gut mit in die ritzen) .
Relativ flüssig anrühren und flott verarbeiten. Feucht halten.

Vielleicht kann hier ja noch jemand optimierungstipps geben?

Du kannst dich gerne auch mal per Mail melden(im profil steht die adresse), vielleicht können wir uns ja mal persönlich helfen oder einfach austauschen, wenn wir schon fast Nachbarn sind ;)
Gruß
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Mitglied der Fachwerk.de Community
| 06.02.17

update


updateHuhu hier ein Update:
Das mit der Schlämme war ein toller Tip und hat
super funktioniert! Als kleiner Nebeneffekt ist der Keller Boden
eine Etage drunter auch direkt eingeschlämmt- das Zeug lief durch alle
Ritzen ;-)
Jetzt grad bringen wir eine Thermozell Schüttung ein und bislang
funktioniert das mit improvisiertem Abziehlehren Set
auch ganz gut!
Ich schreib dir die Tage mal ne Mail Micha - das ist
ja wirklich ein Zufall dass wir zeitlich im gleichen
"Dorf" sanieren!

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 11.02.17

Schüttung-Bilder aus der Bilddatenbank: