Bad im Fachwerkhaus

Hallo an Alle im Forum und "Gutes neues Jahr", habe gleich wieder eine Frage zum nachtr. Einbau eines Bades im Fachwerkhaus: Die Decke des Raumes zum darüber gelegenen Dachboden besteht aus Holzbalken mit Holstaken und Stampflehm. Dämmung nach oben nicht nötig, da der Dachstuhl mit Zwischensparrendämmung gedämmt ist. Die Decke im Bad soll begradigt und mit Rigipsplatten abgehängt werden. Die Wände des Bades sollen unterhalb gefliest werden, oberhalb ist ein Lehmputz aufgebracht. Muß die Decke von unten trotzdem mit einer Diffusionsfolie versehen werden oder reicht es hier aus mit grünen Rigipsplatten zu verkleiden???? Für Ratschläge und Erfahrungsberichte wäre ich sehr dankbar

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| 03.01.14

Baddecke


Nach den Regeln der Technik sollte/müsste eine diffusionsdichte Bekleidung oder eine Dampfsperre verbaut werden. Der Dachboden ist zwar gedämmt aber nicht beheizt, so könnte sich Konsensat bilden.
Praktisch gesehen würde es auch ohne Dampfsperre gehen wenn:
1. im Bad ordentlich gelüftet und geheizt wird,
2. die Bekleidung aus GKF (grün) fachgerecht und luftdicht verbaut ist,
3. der dachboden wenigstens etwas belüftet wird,
4. eine zusätzliche Dämmung (flexible Holzfaser) in den Zwischenraum über dem GK verbaut wird.
Nehmen Sie als Tragkonstruktion Direktabhänger und Dachlatten, vergessen Sie die Randprofile nicht.
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 03.01.14

Warum


wollen hier so viele ihre historischen Holzbalkendecken hinter sch... GKP verstecken?
Mein Erfahrungsbericht,Holzbalkendecke mit Stakeneinschub und Strohlehm verputzt funktioniert seit sieben Jahren wunderbar!

Gkp ist für mich immer so ne Lösung von der Stange,bleib ich im GKP-System kann auch nix schief gehen!?

Anfangs war ich auch von schnellen Lösungen angetan,mein Haus meinen Nutzungsbedingungen an zu passen,mittlerweile lerne ich das es im Rahmen(ich möcht ja auch nicht wie vor 150 Jahren leben)möglich und für unser Haus besser ist mein Nutzungsverhalten dem Haus an zu passen.
Hier zu gehört wie Georg schon beschrieb heizen und lüften!

Grüße Martin

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Baumläufer | | 03.01.14

Ich


wehre mich immer wieder gedanklich gegen Bäder im 1.OG eine FW-Hauses!
1. Wegen möglicher Wasserschäden
2. Es kann jeden mit Schlaganfall/Rollstuhl treffen (Autounfall .....) Müsst Ihr dann wieder umbauen? da ich das haus aber nicht kenne (andere Wohnung im EG oder nur Nebenraum?), kann ich hier nur pauschal meinen Einwand wieder vorbringen.
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
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| 03.01.14

Na Olaf aus Sachsen


was ist denn mit denen, die alt sind, aber Gott sei Dank keinen Rollstuhl brauchen, aber vielleicht 3-4 mal in der Nacht ins Bad müssen.
Und soll ich in jungen Jahren auf die Bequemlichkeiten eines Bades in der Nähe der Schlafzimmer verzichten, nur weil ich eventuell, möglicher Weise, vielleicht einmal einen Schlaganfall bekomme???

@ Verena
Ich sehe auch lieber Naturbaustoffe im Badezimmer und ob dort die grünen Platten erforderlich sind ist auch umstritten. Die grünen Platten sind für Feuchträume. Bäder in Wohnhäusern sind aber keine Feuchträume. Die Grünen Platten sind imprägniert, damit sie weniger Feuchtigkeit aufnehmen, also eher aus Selbstschutz des Herstellers, da Gips eigentlich kein Baustoff fürs Bad ist. Ich wähle in Bädern Materialien, die viel Feuchtigkeit aufnehmen und rasch wieder abgeben können, z.B. Kalk und Lehm.
Wenn es denn doch Gips sein muss, wären Fermacell Gipsfaserplatten eine bessere alternative. Die benötigen keine Imprägnierung.
Um zur Dampfbremse näheres sagen zu können müsste man tatsächlich etwas mehr über das Gebäude wissen, z.B. wie sind die dampfbremsen im Dachgeschoss ausgebildet und wie sind die Anschlüsse ausgeführt. besteht die Gefahr, dass im Bereich der Balkenauflager kalte Luft eindringt, ... ?
Der Weg ist das Ziel
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Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | | 04.01.14

Bad


Was passiert mit hydrophilen, gut saugfähigen Wandbaustoffen im Bad im Falle eines worst case?
Da Bäder in der Regel nicht kontinuierlich durchgeheizt werden entsteht beim Gebrauch kurzzeitig jede Menge Kondensat auf den kühleren Wand- und Deckenoberflächen.
Hydrophile Baustoffe sehen immer noch trocken aus, da Wasser schnell eingelagert wird. Also wird nicht vernünftig gelüftet- es ist ja alles trocken. Die Temperatur kühlt nach dem Baden wieder herunter- die Heizung ist wieder aus. Noch mehr Kondensat, noch mehr Wasser in Wand. Raus geht es nicht, da die abgekühlte Luft gesättigt ist.
Beim nächsten Duschen passiert dasselbe.
So wird eine hydrophile Wand immer weiter mit Wasser aufgeladen. Was nützt mir die Eigenschaft das Wasser auch wieder verdunstet werden kann wenn nutzungsbedingtzu wenig gelüftet und geheizt wird? Einer Fachwerkwand dürfte das nicht bekommen.
Hydrophile Baustoffe sind im normalen Wohnbereich völlig in Ordnung, aber bei den paar m² Außenwandfläche im Bad gehe ich lieber auf Nummer sicher, denn mit saugfähigen Baustoffen fördere ich indirekt falsches Nutzungsverhalten. Deshalb bevorzuge ich für Fachwerkaußenwände in Bädern hohlraumfrei vorgesetzte gedämmte diffusionsdichte Bauplatten wie Wedi. Hier kann der Mieter bzw. Nutzer weniger Schaden durch sein Verhalten anrichten.
Zur grünen Platte:
Ich habe sie für die Baddecke empfohlen da eben hier mit hohen Luftfeuchten zu rechnen ist, gerade unter der Decke. Die Imprägnierung wirkt diffusionshemmend, im Gegensatz zur normalen Papierkaschierung. Gips kann so bei höherer Luftfeuchte eine höhere Gleichgewichtsfeuchte annehmen, dann wir er weicher. Deshalb übrigens auch mein Vorschlag zum Verzicht einer Dampfbremse bzw. -sperre.
Im normalen Gebrauch sind ein paar % mehr oder weniger Eigenfeuchte unerheblich, das merkt man höchstens beim Dübel reindrehen.
Trotzdem empfehle ich lieber imprägnierte Platten eben auch im Hinblick auf das nicht kalkulierbare Nutzungsverhalten.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 04.01.14

Aber was ...


... passiert, wenn sich zwischen den hydrophoben, dampfdichten, nicht kapillaraktiven Wedi-Platten und dem FW doch Feuchtigkeit sammelt?

Schlagregen, auskondensierte RLF durch Flankendiffusion angrenzender Bauteile, unsaubere, klaffende (Anschluß-)Fugen in der Wedi-Platten-Verlegung?

Man kann ja schlecht das gesamte Bad in eine Wedi-Raumkapsel verwandeln?
... den Dingen auf den Grund gehen ...
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pickartz architektur | | 04.01.14

Bad


Wenn das passiert,
habe ICH als Planer und Objektüberwacher versagt, nicht die Konstruktion und nicht das Material. Meine Aufgabe ist es genau das nicht zuzulassen.
Mieter- oder Nutzerverhalten kann ich nicht steuern, mein Verhalten schon. Ich habe keine Lust verklagt zu werden weil klein Erna öfter mit der Handbrause gspielt hat. Deshalb versuche ich immer, auch hier im Forum, Empfehlungen auszusprechen die auch bei unüblichem Nutzerverhalten funktionieren.
Das manchmal Empfehlungen oder Vorschläge nicht in der erforderlichen Konsequenz umgesetzt werden ist hier in so einem Forum nun mal nicht auszuschließen. Wenn ich hohlraumfrei schreibe und die Platten werden auf ein paar Dachlatten geschraubt und noch extra unten und oben aufgebohrt damit sie "hinterlüftet" werden bin ich mit meinem Latein am Ende.
Man nicht alles ausschließen, was sich z.B. Mieter oder Hauseigentümer so einfallen lassen.
Und: Ein mehr oder weniger großes Restrisiko für seine eigenen Fehler muss man als Planer und Baubetreuer, ich noch zusätzlich als Gutachter, halt tragen (und dafür einstehen).
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 04.01.14

@ Fred


Raus muß ja mal jeder (auch ich) - aber nicht ins Bad, sondern auf die Schüssel. Es spricht ja nichts dagegen, eine in jeder Etage zu haben. Aber viele haben (entsprechend Deiner Gedanken) das große Bad mit Wanne, Dusche usw im 1. oder 2. OG und unten nichts oder gerade mal ein schmales Gäste-WC. Jeder Rollstuhlfahrer oder sonstiger mit Problemen beim "Treppe steigen" lebt dann lieber im EG - und dann ? Ich will ja nur erreichen, daß jeder an die Möglichkleit (Autounfall- kann ja fast jedem passieren) denkt und sich die Situation vorstellt. Wenn ihm das Bad neben dem SZ im DG wichtiger ist - so soll es sein. Aber jeder mit einem Rollstuhlfahrer in der Familie wird mir bestätigen können, daß es im EG besser wäre ! Dort sind dann die anderen diskutierten Probleme der Feuchtigkeitschäden der Wände (wenn massiv) auch nicht so kritisch wie im Fachwerk der anderen Etagen. Verena bat ja ausdrücklich um Erfahrungsberichte - mein Bruder sitzt im Rollstuhl und meine Schwiegermutter hat 2 Knie-OP`s.
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| 04.01.14

Stiefkind Badezimmer


Das sich Kondensat beim baden bildet und auf kalten Flächen niederschlägt ist ja zweifelsfrei sichtbar und nachdem Lüften sichtbar auch ertsmal wieder verschwunden ist.
Gibt es den Messwerte,Tabellen ,Auswertung wieviel Kondensat überhaupt bei der Badnutzung enstehen,wieviel Kondensat verbleibt danach im saugfähigem Baustoff?

Ich bin überzeugt davon das in meiner Küche den Tag durch wesentlich mehr davon anfällt wie im Bad wo ich im Durschnitt einmal am Tag dusche.

Ein Fachwerkhaus ist nix von der Stange und mein leben in einem solchen aber auch nicht,hier komm ich wieder zu dem Punkt,mein Haus verstehen zu wollen und mein Nutzungsverhalten danach auszurichten,wo wir wieder beim angepassten lüften und heizen wären.
Manchmal hab ich so radikale Gedankengänge wie,wenn ihr alles Fehlertolerant und Zeitgemäß funktionell anpassen wollt ,warum legt ihr Euch ne Fachwerkhütte zu??

Das ein Planer keine Experimente eingeht für die Er haften muss ist klar.
Grüße Martin

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Baumläufer | | 04.01.14

Bad im Fachwerkhaus


Hallo an alle. die geantwortet haben. Erst mal vielen Dank für die Rückmeldungen.Nachfolgend noch einige Hinweise: Das Fachwerkhaus habe ich mir nicht zugelegt, es ist mein Elternhaus u. steht seit ca. 140 Jahren mitten im Ortskern. Ein Badezimmer im Erdgeschoß (Rest Keller, Waschküche u.Heizungsraum). Schlafzimmer liegen im 2. Obergeschoß, daher auch das zusätzl.Bad. Das Haus wird nach Fertigstellung vermietet, welcher Mieter möchte im 21.Jahrhundert noch in den Keller zum Duschen? Die räuml. Gegebenheiten sind nunmal so wie sind. Eine schmale Seite des Bades (ca. 1,5 m + angr. Kamin) ist Aussenwand u. in Fachwerk ausgeführt mit Ziegelsteinen ausgemauert. Eine Längsseite ( ca. 4 m) ist auch Aussenwand und kompl. mit Ziegelsteinen gemauert (Brandwand). Die Gebäudehülle wird aussen durch ein WDVS gedämmt, ist von der Denkmalpflege ausdr. genehmigt. Das Nutzerverhalten der späteren Mieter kann ich leider nicht vorhersehen. Da das Haus verkehrstechn. nicht optimal liegt u. es trotzdem an seriöse Mieter vermietet werden soll, ist der Enegiestandart und die Ausstattung schon wichtig.
Ich wäre für weitere Antworten und Tipps sehr dankbar.

Viele Grüße, Verena


Verena | 04.01.14

solche


Details sollten schon zur Frage gehören. Das ist schon klar, daß dann ein Bad ins 2. OG gehört. Aus der Frage war ja nicht zu entnehmen, daß es nicht nur um ein Bad, sondern um eine zusätzliche Wohnung geht. Sorry !
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
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| 04.01.14

Fachwerkhaus-Bilder aus der Bilddatenbank: