Backsteinschuppen dämmen (Boden und Dach)

Hallo zusammen,

wir haben einen alten Backsteinschuppen, den wir gerne sanieren wollen, so dass er als Hobbyraum nutzbar wird (Nutzung ca. 1-2 mal pro Woche für ein paar Stunden, im Winter beheizbar mit Elektroofen). Von den Vorbesitzern wurde er als Stall und Lagerraum genutzt und ist aktuell ziemlich heruntergekommen. Wir haben schon viel im Forum gelesen, aber wissen noch nicht so recht, welche Maßnahmen für uns sinnvoll sind und hoffen deshalb auf Tipps.

Der Schuppen ist ca. 15 qm groß, hat ca. 25 cm dicke Backsteinmauern (Vorderseite ca. 2,4 Meter hoch, Rückseite ca. 4,2 Meter hoch), ist nicht unterkellert und hat auch kein "richtiges" Fundament (d.h. im Innenraum ist unter der aktuellen - nicht mal durchgängigen - Estrichschicht nur Erde). Das Pultdach und den Boden wollen wir erneuern lassen, die Wände sollen neu verfugt und geschlämmt werden.

Zum Boden:

Da wir die Statik nicht gefährden wollen, kommt tiefes Auskoffern nicht in Frage. Wir dachten daher daran, den Boden nur max. 20cm auszuskoffern (kommt drauf an, wie tief die Fundamente der Wände gehen) und wie folgt aufzubauen:

Drainageschicht aus Kies
Pflastersteine
Bautenschutz
Lagerholz
Holz-Dielen

Laut unseren Recherchen hätte dieser simple Aufbau abgesehen von der geringen Auskoffer-Höhe im Vergleich zu einer Betonschicht den Vorteil, das sich keine Feuchtigkeit irgendwo lagert und in die Wände zieht, weil die Betonschicht sie dazu treibt. Ist das korrekt?

Allerdings ist der Boden so auch weder wärme- noch feuchtegedämmt. Da die Dielen einen gewissen Abstand zum Boden haben, hoffen wir, dass die Feuchte im Raum kein Problem darstellt - wir also etwas auf die Dielen stellen können, ohne Sorge zu haben, dass es wegfault. Jetzt haben wir einen Aufbau gesehen, bei dem auf die Pflastersteine noch eine Styropor- Isolierschicht zwischen die Lagerhölzer gelegt wurde. Ist das sinnvoll? Gibt es dann kein Feuchtigkeitsproblem, weil das Pflaster nach oben nicht mehr abtrocknen kann und die Lagerhölzer "im Wasser" liegen?

Zum Dach:

Wir wollen im neuen Dach eine Zwischensparrendämmung einbauen. Welche Dämmung ist hier sinnvoll? Da es sich nicht um einen dauerhaften Wohnraum handelt, muss es nicht super viel sein. Aber wir wollen auch kein Kondensat von der Decke tropfen haben und ein bisschen Wärmedämmung freut uns auch. Da das Dach im Winter die meiste Zeit im Schatten des "Haupthauses" liegt, kriegt es kaum Wärme von außen zugeführt.

Vielen Dank im Voraus für die Antworten!

maja192
Danke für die vielen Tipps!
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 19.10.15

Hobbyraum dämmen


Einen Fußboden zu dämmen ist immer relativ aufwändig oder relativ teuer oder beides.
In Anbetracht der geringen Nutzungsdauer empfehle ich Ihnen dort auf Dämmung zu verzichten und für das eingesparte Geld lieber eine neue, gut gedämmte Nebeneingangstür und isolierverglaste Fenster einzubauen.
Als Fußbodenaufbau genügt eine 5-8 cm starke Betonschicht. Da der alte Estrich nicht aufgefroren ist vermute ich das schon eine Sandbettung vorhanden ist. Den alten Estrich abbrechen, die großen Brocken raus. Den Schutt und die alte Bettung mit der Harke in eine Ebene bringen, die Höhe eventuell mit Kiessand ergänzen. Die Fläche mit der Handramme verdichten. Dann eine Folie als Trennschicht und Abdichtung verlegen. 5-8 cm Estrichbeton erdfeucht zwischen Lehren eben und waagerecht einbauen, glätten.
Wenn die Folie etwas perforiert- nicht schlimm. Sie bauen keine wasserdruckhaltende Abdichtung.
Das mit der Feuchte in die Wand treiben ist Aberglaube, so wie das mit dem vielen Eisen im Spinat, das Monier den Stahlbeton erfunden hat oder eine Ziegelwand atmet. Also keine Angst vor aufsteigender Feuchte. Die ändert sich durch den Estrich nicht.
Wenn es richtig kalt ist, warme Schuhe anziehen, das ist billiger als nur für ein paar Stunden im Jahr auf gedämmten Estrich stehen. Der ist anfangs genauso kalt wie der ungedämmte Estrich. Der Unterschied besteht darin das es ein paar Stunden weniger dauert bis er (wenn überhaupt bei der Heizung) warm wird. Dann sind Sie sicher wieder zurück im Haus. Wenn es beim Arbeiten an den Füßen immer noch zu kalt ist: Stellen Sie sich auf eine Perimeterdämmplatte, alter Bauarbeitertrick. Mit einem Stück OSB drauf haben Sie Ihren gedämmten Fußboden.

Zur Decke:
Da hier keine große Feuchtebelastung auftreten wird zwischen die Sparren Mineralwolle- Dämmkeile klemmen, Traglattung anschrauben, 15 mm OSB- Platten montieren.

Das war mal eine richtig gute Frage weil hier die Nutzungsbedingungen mit genannt wurden!
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 19.10.15

Vielen Dank


Hallo Herr Böttcher,

vielen Dank für Ihre Einschätzung! So werden wir es mit dem Boden machen!

Hat noch jemand einen Tipp, welche Wärmeleitfähigkeit und welche Dicke die Zwischensparrendämmung haben sollte?

Vielen Dank!

maja192
Danke für die vielen Tipps!
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 20.10.15

Dachdämmung


Ca. 100 mm, nicht mehr wie Sparrenhöhe. Lambda ist egal, normal sind 0,035.
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 21.10.15

Dach-Bilder aus der Bilddatenbank: