Aussendämmung und Verschalung - Schäden zu erwarten?

Liebe Fachwerkserfahrene,

herzlichen Dank Ihnen allen für Ihre Zeit, Erfahrung und die Muße, all uns Unwissenden zur Seite zu stehen!
Hier unsere Situation:

wir sind gerade im Begriff, ein Fachwerkhaus von 1907 zu kaufen. Das Haus hat zwei Etagen und ein ausgebautes Dachgeschoss, was von jeher aber als Kammern und Stube vorgesehen war. Die untere Etage wurde in den 80er Jahren neu ausgemauert, es handelt sich um gelbliche, großporige Steine, so die Verkäuferangaben. Leider wissen wir nichts Konkreteres, zu sehen sind sie nicht.

Vor 13 Jahren wurden nun die Südwest und die Westseite des Hauses gedämmt und verkleidet, und das wie folgt:
Südwest:
Giebelfläche imprägnierte Hölzer angedübelt, 60mm Wärmedämmung (Mineralwolle) eingelegt und mit imprägnierter Schalung 24 mm verschalt und mit Eternitplatten verschiefert.

Westseite:
Kanthölzer 6x6cm im Abstand von 60cm montiert, Kerndämmplatte (????was ist das?) 40mm Stärke befestigen, rauhe Schalung befestigen, Verkleidung mit Prefa- Falzschablone (Das ist Aluminium). Auch hier wurde wohl Mineralwolle verwendet.

Im EG wurde weiterhin von Innen mit Trockenbauplatten verkleidet, aber ohne irgendwelche Dämmung.

Geheizt wurde vorwiegend mit Ofen, besonders, da das Haus bis auf das Dachgeschoss die letzten 10 Jahre leer stand - geheizt wurde sporadisch, um völliges Auskühlen zu verhindern.

Wir haben uns in dieses Haus verguckt, aber sind sorgenvoll, was die Außendämmung betrifft. Wir sind völlig artfremd, was Bauen betrifft, und ich habe noch nirgendwo eine Antwort zu meinen Fragen finden können:

Müssen wir mit Schäden im Gefache jetzt oder in Zukunft durch diese Verkleidung rechnen oder sind die Luftspalte ausreichend, um einen Abtransport eventueller Feuchtigkeit zu sichern?

Gibt es irgendwelche Möglichkeiten, es festzustellen, ohne Wände aufzureißen (was wir ja nicht dürfen).

Auch würden wir gern wissen, ob es sinnvoll oder notwendig ist, den Trockenbau im Eg herauszunehmen.

Für jegliche weitere zu bedenkende Punkte sind wir dankbar!

Herzlichen Dank, und ich hoffe, ich habe es in die richtigen Kategorien gestellt...
Das Wetter, das du jeden Morgen in dir selber machst, das ist viel wichtiger als das von draußen!
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Herr | | 18.06.17

Hauskauf


Die gelblichen Steine bestehen aus Porenanhydrit, ein aufgeschäumter Gips. Das Material wurde im Bereich des Harzes oft als Wandbaustoff eingesetzt und ist mit Porenbeton vergleichbar. Wenn es nicht unmittelbar im Spritzwasserbereich eingesetzt wurde ist es ein gutes Baumaterial.
Die Außenbekleidungen sind ebenfalls üblich für die Bauzeit. Bei wetterexponierten Gebieten wie dem Harz sind solche Bekleidungen erforderlich.
Ob sie fachgerecht montiert wurden kann man nur vor Ort prüfen.
Das trifft auch für die Bekleidung mit Gipskarton zu. Das kann man nur vor Ort prüfen ob hier Wandbewässerungsanlagen oder ordentlicher Trockenputz gebaut wurde. Den Unterschied machen kleine Details aus.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 19.06.17

Hallo Herr Böttcher,


herzlichen Dank für Ihre Antwort!
Porenanhydrit, die Eigenschaften schaue ich mir nachher gleich an.

Das Verschiefern findet man häufig, das ist richtig - nur der Baustoff Prefa aus Aluminium und der gegebene Luftspalt ergibt unsere Frage. Bedeutet Ihre Antwort, die Art des Materials ist egal? Und nur der Luftspalt entscheidet uber gut oder böse? Worauf muss geachtet werden, und wie ist es festzustellen?

Identisch ergibt sich die Frage zum Trockenbau im Inneren: was muss beachtet worden sein, damit es in Ordnung ist, und wie ist es festzustellen?

Danke für Ihre Überlegungen!
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Herr | | 19.06.17

Sanierungskonzept


Das Material sollte als Wetterschutz geeignet sein, das ist das Primat.
Das mit dem Trockenbau kann nur ein Fachmann vor Ort klären, dafür sind zu viele Faktoren zu beachten die ein Laie nicht kennt und deren Zusammenhänge er nicht abschätzen kann.
Mit "böser Gipskarton- guter Kalkputz" oder "unten und oben sind Belüftungsschlitze" als Basiswissen kommt man da nicht aus.
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 20.06.17

Danke...


...für die erste Beratung! Wetterschutz ist es natürlich, sowohl Schiefer als auch Prefa. Die Frage der Belüftung bezog sich rein auf die Außendämmung.

Zu einer Antwort, was denn nun im Inneren gewährleistet sein muss, lassen Sie sich offenbar ja nicht verführen - wobei jeder irgendwann einmal Laie war, und letztlich nur durch Arbeit am Thema irgendwann davon weg kommen kann. Von daher hätte ich mich gefreut, Sie würden gewagt haben, zu sagen, worauf zu achten ist. Wir haben u ns nun einfach für den sichersten Weg entschieden und bauen den Trockenbau ab.

Herzlichen Dank für Ihre Zeit!
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Herr | | 22.06.17

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