Fachwerk (mit Bimssteinen) von Außen dämmen

Hallo,

ich hoffe, dass ich in der richtigen Kategorie gelandet bin.

Wir renoviren gerade unser ca. 100 Jahre altes Haus. Es soll auch von Außen gedämmt werden. Wir haben nun von jedem Handwerker eine Meinung gehört. Bis jetzt hat sich das ganze kaum überschnitten. Dann war ein Vertreter da, der uns folgendes vorgeschlagen hat:

1) Aufbringen eines neuen Dämmuntergrunds (Knauf Aquapanel/ Outdoor-Platte).
2) Aufbringen des Kleber- und Armierungsmörtels (weber.therm 310) direkt auf die Knauf-Platten
3) Mineralwolle in Armierungskleber einschwemmen (160 mm 035er)
4) Mineralwolle verdübeln (1 pro Platte)
5) Armierung der gesamten Fläche (weber.therm 300, 310)
6) Aufbringen einer Universalgrundierung Weber.ton 403
7) Aufbringen des Mineral-Scheibenputz Weber.Star 223

Was haltet ihr davon?

Unser Haus ist wie folgt aufgebaut (von innen nach außen):

1-3 cm Gipsputz (neu)
12 cm Fachwerk mit Bimssteinen
3 cm Holz"platten" (Bezeichnung fällt mir nicht ein)
Schiefer

Den Schiefer haben wir teilweise schon ab. Auch wenn viele hier für die alte Optik sind, möchten wir das Haus doch zeitgemäß gestalten. Zumal es jetzt einfach wie ein Grab in schwarz rumsteht.

Was haltet ihr von diesem Aufbau? Vielen Dank schon mal für eure konstruktive Unterstützung/ Hilfe.

mfg Lexenlewax
aus alt mach neu
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 29.09.11


Zeitgemäß eben.


anonymus | 29.09.11

technischer Rat


Hallo,

wie oben angedeutet, benötige ich einen technischen und nicht einen Ästhetischen Rat.

Ich habe keine Lust, in 10 Jahren aus dem Haus auszuziehen und es abreißen zu lassen, weil die ganzen Balken Morsch sind....

Gruß Lexenlewax
aus alt mach neu
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 29.09.11


Es kommt Ihnen möglicherweise wie ein Rat aus der Ästhetischen Ecke vor.

Die Schieferbekleidung ist mal dran gekommen weil die Funktionalität der Fassade im Vordergrund stand.
Einen besseren und langlebigeren Fassadenschutz gibt es nicht.

Sie stellen nun Ästhetischen Aspekte in den Vordergrund.

Da das viele machen ist es eben Zeitgemäß.


anonymus | 29.09.11

ok


Gut,

So habe ich das nicht gesehen. Trotzdem ist meine Frage weiterhin, wie isoliere ich das Haus richtig, wenn es "zeitgemäß" aussehen soll?

mfg Lexenlewax
aus alt mach neu
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 29.09.11


Das Forum hat auch eine Suchfunktion mit deren Hilfe man auch nach Fassadendämmung suchen kann.

Grüße


anonymus | 29.09.11

Bimsstein ist atmungsaktiv - Bei Aussendämmung erfolgen Bauschäden


Irrtum - jedes Haus lässt sich nachträglich mit Vollwärmeschutz verkleiden.
Richtig ist, Dämmung ist für manche Bauten schädlich, besonders betroffen sind Bauwerke mit viel Fachwerk.

Sandstein - Lehm - Bims sind atmungsaktiv und bleiben daduch trocken. Werden solche Baustoffe von aussen verschlossen, sammelt sich die Feuchtigkeit der Wohnräume im Mauerwerk.

Folge:
Die Wand wird sich zersetzen, der Stein wird kaputt gehen durch zuviel Feuchtigkeit sehr schnell versalzen.
Und der Schaden ist da.

SWR-Odysso - "Fünf Irrtümer übers Dämmen"
Guter Beitrag vom 22.09.2011 - 22.00 Uhr über die Irrtümer des Dämmens.
(ist über die Internet Mediathek im SWR jetzt gerade aufrufbar)
http://swrmediathek.de/player.htm?show=35513850-e529-11e0-8ab6-0026b975f2e6

Zur Dämmung bei Bims / Lehm / Sandstein besteht weiterhin ein System mit Hinterlüftung um Bauschäden zu vermeiden.

Grüße
Mag man doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine (Johann Wolfgang von Goethe)
Mitglied der Fachwerk.de Community
Reselw - Gebäude Energieberatung | | 30.09.11

Hinterlüftung


Guten Morgen Herr Grolms,

wie kann ich das mit der Hinterlüftung verstehen?

von innen nach Außen:


1-3 cm Gipsputz (neu)
12 cm Fachwerk mit Bimssteinen
3 cm Holz"platten" (Bezeichnung fällt mir nicht ein)
2 cm Lattung
1,5 cm OSB Platten
8 cm Balken senkrecht mit Mineralwolle dazwischen
8 cm Balken Wagerecht mit Mineralwolle dazwischen
1,5 cm OSB Platten
2 cm Styropor
1 cm Putz

Meinen Sie das so?

Ich befürchte nur, dass im Bereich der Lattung ein regelrechter Kamineffekt entsteht und meine ganze Dämmung außen nichts bringt.

Oder habe ich sie falsch verstanden?

Kann man den Aufbau auch "vereinfachen"? Bei 400 m² Fläche wird man ja 4-6 Wochen dran sein, + Material... da kommt einiges zusammen.

Bitte nicht falsch verstehen: Wir will nicht das billigste vom billigsten. Aber auch nicht unnötiges Geld rauswerfen, bei gleichem Ergebnis (wärmetechnisch).

mfg Lexenlewax
aus alt mach neu
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 30.09.11

wow...


wow...haben Sie mal überlegt, was der vorgeschlagene Aufbau pro m² wiegen würde? Hinterlüftete Fassade wäre wohl sowas wie auf der Skizze.
Ob es solche Aufbauten auch für Putzfassaden gibt, kann ich nicht sagen --> Suchfunktion!

Gruß
Schaffe, Schaffe, Häusle baue
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 30.09.11

Quotenjäger


Ich würde den Bericht "Fünf Irrtümer übers Dämmen" nicht all zu ernst nehmen.

Da scheinen mir doch einige “Gurken” drin zu sein.

Im Beitrag heißt es:
“in Punkto dämmen kursieren so einige Irrtümer”

Das stimmt wohl, im Beitrag werden dann noch ein paar Irrtümer drauf gepackt.

Die Aussage des Herren dort zur aufsteigenden Feuchte bezweifele ich mal.
Mit dem Messgerät kann er das jedenfalls nicht beweisen.

Eine Acrylabdichtung am Fenster, naja.

… und was ist eigentlich “salzen”???

Dafür bezahlen wir Rundfunkgebühren?!

… unabhängig und Saniererfreundlich, was will man mehr?


Grüße


anonymus | 30.09.11

Wissen über Salzausblühungen


""Was sind Salzausblühungen""
"""Salzausblühungen sind Bauschäden, die sich vorwiegend bei Naturstein und mauerziegel bilden.
Sie entstehen dadurch, dass sich die Salze im Bauteil durch das Wasser lösen und mit der Feuchtigkeit das Bauwerk versalzen.
Dies ist ein Perpedo Mobile - je mehr Salz aus dem Bauteil gelöst wird umsomehr nehmen die gelösten Salzkristalle Wasser auf !!

Beim Verdunsten des Wassers kristallisieren die Salze aus.
Durch die Volumenvergrößerung führen die Ausblühungen zu Absprengungen !! oder Risse !! der Mauersteine oder des Putzes.

Es handelt sich um Salzablagerungen auf der Baustoffoberfläche. Bei porösen mineralischen Baustoffen wie
Ziegel, Mörtel, Beton und Natursteine treten sie zumeist als weiße Abscheidung auf, aber auch farbliche Veränderungen sind möglich, z.B. durch Chrom, Vanadin, Eisen u.ä.

Keine Schönheitsfehler !!
Ausblühungen sind nicht nur „Schönheitsfehler“, sondern sie zerstören auch das Gefüge des Baustoffes z.B. durch Herauslösen des Bindemittels bei Mauerwerk, Brücken, Balkonen, Schwimmbädern etc.

Hierbei kann die Standfestigkeit eines Bauwerkes beeinträchtigt werden. Früher wurden alle
Ausblühungen als „Salpeter“ bezeichnet, da die häufigste Salzabscheidung durch Salpeter hervorgerufen wurde. Heute sind diese dagegen sehr selten.

Faktor 10 !!
Ein Salzkristall kann sich bei Kontakt mit Wasser bis zum 10-fachen seiner ursprünglichen Größe ausdehnen.

Die weiteren Bauschäden durch die Feuchte bei Bims / Lehm / Sandstein sind Schimmelbildung, erhöhter Heizwärmebedarf"""

Info-Salzausblühung unter der Quelle: http://www.mautner-lacke.at/home/ar/know_how/KH-Mappe_Salzausbluehungen_CD-Neu_Endversion.pdf bearbeitet.

Grüße
Mag man doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine (Johann Wolfgang von Goethe)
Mitglied der Fachwerk.de Community
Reselw - Gebäude Energieberatung | | 30.09.11


Herr Grolms,

das iss ja bis auf die Tatsache das es mit der Dämmung erstmal nichts zu tun hat alles richtig.

Wo kommen denn aber die Salze aufeinmal her???
Im Bauteil können sie ja bis zur Dämmmaßnahme nicht gewesen sein, sonst würden diese ja, wie sie richtig sagen, beim Verdunsten des Wassers auskristallisieren.

Die Frage war nur was das Wort “salzen” bedeutet.


Grüße


anonymus | 30.09.11

Fachwerk dämmen


Zur Zeichnung:
Wenn man aus einer Fachwerkwand ein inhomogenes Sammelsurium verschiedendster Materialien mit fast einem halben Meter Dicke macht brauche ich gar nicht erst anzufangen, die Feuchtebilanz so einer Wand rechnen zu lassen (damit meine ich nicht das Glaser- Verfahren!).
Von Statik, der eventuellen Veränderung der Überbauung im Grenzbereich, Fensteranschlüssen, Dachanschlüssen und Dachüberständen will ich gar nicht erst anfangen.
Von der Beachtung der allgemein anerkannten technischen Regeln und der Handwerkskunst in DIN und WTA sowie den Verarbeitungs- und Anwendungsrichtlinien der Materialhersteller auch nicht.

So etwas sollte kein Profi anfassen. Wenn dann mit Bedenkenanmeldung.

Dem Laien steht es frei, nach der Versuch- Irrtum Methode nach neuen Möglichkeiten der Fassadengestaltung zu suchen (solange es sein Geld ist, niemand dabei zu Schaden kommt und baurechtliche Bestimmungen wie z.B. Brandschutz eingehalten werden). Ob es dem Haus gut bekommt, steht auf einem anderen Blatt.

Viele Grüße
p.s. Die Suche nach neuen Verfahren, Bauweisen und Materialien will ich damit nicht verteufeln.
Wir kennen neben den
aaRdT
auch den
Stand der Technik
(in der Praxis eingeführt, aber steht noch nicht in DIN, WTA- Merkblättern, Rili...)
oder den
neuesten Stand von Forschung und Wissenschaft
(noch in der Praxis wenig bzw. gar nicht erprobte, nur in der Theorie und im Labor- und Feldversuch funktionierende neue Bauweisen).
Ob die vorgeschlagenen Bauweisen diesen beiden Kategorien zuzuordnen sind bezweifle ich, lasse mich aber gern vom Gegenteil überzeugen.
Zu dem Beitrag von Peter Grolms:
"Ein Salzkristall kann sich bei Kontakt mit Wasser bis zum 10- fachen seiner Größe ausdehnen..."
Falsch! Salzkristalle in wässriger Lösung haben je nach Salzart ein vielfach kleiners Volumen. Verdunstet das Wasser, entsteht eine Volumenvergrößerung.
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 30.09.11


Das mit den Salzen will mir nicht in den Kopp!

Da sind also Salze von vorneherein im Baustoff. Der wird nun feucht, das Salz löst sich und deswegen nehmen die gelösten Salzkristalle nun noch mehr Wasser auf, Stichwort Faktor 10! (Was ist eigentlich ein gelöstes Salzkristall? entweder gelöst oder fest habe ich immer gedacht).

Ok, jetzt ist mehr im Baustoff drin als zuvor. Aber erst wenn dass Wasser wieder verdunstet, kristallisieren die Salze wieder aus (der Vorgang von oben wird also rückgängig gemacht) und nun sprengen die gleichen Salze die vorher den Baustoff gebunden haben denselben?

Und wenn die Salze nun aus dem Stein heraus an die Oberfläche kommen und das ganze nicht mehr im Stein sondern auf dem Stein abläuft, dann wird's ganz besonders böse?

Was hindert eigentlich die Salzlösung in einem Bausoff der Flüssigkeiten aufnehmen kann (sonst käme das Wasser ja nicht hinein) bei Zunahme des Drucks an de Oberfläche zu treten? Sieht man ja oft (Stichwort Salpeter). Dass der Stein hierdurch möglicherweise Salze verliert, die für die Stabilität nötig sind glabe ich sofort, mit dem Rest habe ich aber Schwierigkeiten.

Und wieso so ein Naturstein mit den fiesen Salzausblühungen erst dann beginnt, wenn ihn ein Ahnungloser fahrlässig irgndwo eingebaut hat und nicht schon die paar Millionen Jahre zuvor, als er nur so rumgelegen und nicht besseres zu tun gehabt hat, das verstehe ich auch nicht.

Gruß Götz
es gibt viel zu tun, fangt schon mal an
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 30.09.11


Mmm

"kristallisieren die Salze wieder aus "

Die Betonung liegt auf wieder.

"der Vorgang von oben wird also rückgängig gemacht"

Wo waren die Salze vorher nur, und in welcher Form, fest oder flüssig?

"und nun sprengen die gleichen Salze die vorher den Baustoff gebunden haben denselben?"

Und genau das muss der gute Mann im Fernsehen wohl mit "“salzen” " gemeint haben.

Erst sind die Salze lieb und wenn Dämmung kommt werden sie böse.


anonymus | 30.09.11

viele Antworten


Guten Tag,

vielen Dank für die vielen Antworten.

Wie kann ich das alles nun verstehen? Gibt es zur Zeit kein erprobtes und bewährtes System, mit dem man ein Fachwerkhaus von außen Isolieren und Verputzen kann?

mfg Lexenlewax
aus alt mach neu
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 30.09.11


"Wo waren die Salze vorher nur, und in welcher Form, fest oder flüssig?"

Das ist ja der Punkt. Wenn ein Baustoff trocken ist, ist darin nichts, was gelöst ist.
Wenn er nass wird, können sich Bestandteile lösen, je nach Löslichkeit, dabei binden sie Wasser, das hinterher nur erschwert wieder verdunsten kann (Beispiel Feuchte Wand im alten Stall).
Wenn sie wieder auskristallisieren (und das tun sie, denn eine wesentliche Eigenschaft von Salzen ist, dass sie in fester Form kristallin sind) sollte alles sein wie zuvor.

Nun ist natürlich denkbar, dass sie anders ausfallen, als sie vorher vorgelegen haben.
Beispiel Na-Bicarbonat und Ca-Chlorid wird sicher hinterher zu Ca-Carbonat und Kochsalz, ist aber ein weit hergeholtes Beispiel.
Wenn solche Vorgänge aber in Baustoffen typisch wären, wären sie keine Baustoffe.

Mir ist schleierhaft, wieso Baustoffe (wenn sie korrekt hergestellt und verarbeitet wurden) duch Einwirkung von Feuchtigkeit schweren Schaden nehmen sollen, wann man doch daraus Dachpfannen incl. Fuge, Autobahnbrücken und Gehwegplatten, barocke Brückenpfeiler usw. machen kann oder sie wahlweise auch über Millionen Jahre Gebirge oder ähnliche Kleinigkeiten bilden.

Mir fällt auch auf, dass man die schönsten Salpeter Ränder immer an den Gebäuden sieht, die am jüngsten sind. Das ist also kein Problem, dass langsam immer weiter fortschreitet.
es gibt viel zu tun, fangt schon mal an
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 30.09.11

Fachwerk dämmen


Ja, die gibt es.
Schauen Sie in die betreffenden Merkblätter des WTA oder in die Anwendungsrichtlinien der Dämmstoffhersteller.
Noch besser lassen Sie schauen.
Von einem von Ihnen beauftragten Fachplaner.

Viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 30.09.11


Salze die an einer Oberfläche eines Baustoffs auskristallisieren müssen ja in den Baustoff erstmal rein.

[pubimg 22536]


anonymus | 30.09.11


Selbst Salzschleudern wie das Gradierwerk hier vermögen nicht soviel bauschädliche Salze zu versprühen das Gebäude in unmittelbarer Nähe davon geschädigt werden könnte.

[pubimg 22396]


anonymus | 30.09.11

Alternativ Vorschlag


Fachwerk Bestandswand
Thermo-Fill S oder S40
Fassaden Ziegelgewebe
Luftkalkmörtel

oder die Variante mit Hinterlüftung der Fassade

für Fragen stehen wir gerne zur Verfügung

Grüsse Thomas
Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen. Henry Ford
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 01.10.11

Moin,


wir habens so gemacht:

FW-Bestandswand(12cm)
16cm Holzunterbau mit Climacell ausgeflockt
4cm Holzweichfaserplatte
ca. 1cm Kratzspachtelung/Deckputz
Dispersionssilikatfarbe

Gruss, Boris
Wer viel fragt, kriegt viel Antworten....
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 01.10.11

kann man das so machen?


Hallo,

wie sieht es mit dem Vorschlag von Boris aus?

FW-Bestandswand(12cm)
16cm Holzunterbau mit Climacell ausgeflockt
4cm Holzweichfaserplatte
ca. 1cm Kratzspachtelung/Deckputz
Dispersionssilikatfarbe

Kann man das so machen?

Boris, darf man Fragen, wie viel €/m² Sie fürs Material ausgegeben haben?

mfg Lexenlewax
aus alt mach neu
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 02.10.11

Moin,


reiner Materialpreis müsste ich ziemlich buddeln, komplett waren's ca. 140€/qm.

Unter climacell.de bzw. isofloc.de findest du mehr Info's, die nennen dir auch einen Verarbeiter in deiner Nähe für einen KV.

Dann kannst du's konkret für dein Haus ausrechnen. Nach meinen damaligen Recherchen isses die günstigste "Öko-Dämmung".

Ein Bekannter von mir wohnt seit über 10 Jahren in einem noch älteren FW-Haus ohne Probleme, eine Zimmerei um die Ecke dämmt ebenso seit Jahren.

Was "man" kann, is natürlich ne andere Frage....;-))

Gruss, Boris
Wer viel fragt, kriegt viel Antworten....
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 02.10.11

Danke


Danke für die Antwort,

bei dem Preis müsste ich ca. 50.000 (!!!) € für die Dämmung ausgeben. Dass ist ne lange Stange...

Wie wäre es, wenn ich ein Lüftungssystem einbau? Würde das helfen?

Meine Idee:

Lüftungssystem und dazu:

Wand
Minerallwolle zwischen Balken
Dachlatten (als Lüftung)
OSB
Styropor
Putz

Würde das so klappen?

mfg

Lexenlewax
aus alt mach neu
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 02.10.11

Moin,


kannst jetzt natürlich ne kürzere Stange einbauen und in 20 Jahren noch eine etc.......musst du wissen.

Deine Ideen kannst du hier mal rechnerisch ausprobieren: www.u-wert.net

Da findest du auch interessante Beiträge zum Tauwasserausfall bei Fachwerk-Dämmung.

Vielleicht wird dir dann klarer, wieso deine bisherigen Ideen hier noch keinerelei Begeisterungsstürme ausgelöst haben.

Es lohnt sich auf jeden Fall, sich da gründlich mit zu beschäftigen, die Reue kommt deutlich teurer....

Viel Erfolg, Boris
Wer viel fragt, kriegt viel Antworten....
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 03.10.11

Irrtümer übers dämmen


Der Beitrag ist ja Gut und Recht, aber nicht allgemeingültig.
Man kann nicht alles über einen Kamm scheren, Fachwerkhäuser sind individuell zu betrachten!

Wie kommen sie eigenentlich darauf, dass 20 cm Aussendämmung für ihr Haus richtig und notwendig sind?

Fachwerkhäuser haben in der EnEv eine Sonderstellung und das aus gutem Grund!

Bei Fachwerkhäuser steht die sinnvolle Materialauswahl im Vordergrund, kapilar nicht leitfähige Dämm- und Baustoffe scheiden von vorne herein schon mal aus.

Als erstes ist eine vernünftige Energiebedarfsberechnung und ein daraus resultierendes Konzept wichtig.

Hauptaugenmerk sollte erstmal im Bereich Dach und/oder oberste Geschossdecke, Fenster und Heizungstechnik liegen.
Ob dann noch eine Dämmung der Wände noch notwendig ist stellt sich nach durchleuchten des Hauptaugenmerks herraus.

Ich denke mal, dass hier ein vernünftiger Schlagregenschutz in Form einer hinterlüteten Fassade mehr bringt, als eine überdimensionierte Dämmung mit zu wenig Masse.(z.B. Mineral-, Steinwolle oder WVDS)

Es kommt immer darauf an, was Ihnen Ihr Haus Wert ist, klar sind die Kosten ein wichtiger Faktor, aber gemessen an der Langlebigkeit der Massnahme, relativieren sich die anfänglich höheren Kosten, wenn man auf vernünftige und funktionierende Baustoffe zurückgreift.

Sparsamkeit in Ehren, aber man sollte immer Unterscheiden wo man mit dem Sparen beginnt, betrachtet man die gesamt Massnahmen, sind Dach und Wände die Massnahmen die man eingentlich in den nächsten Jahren nicht mehr anpacken will, weil diese einfach sehr Kostenintensiv und aufwendig sind.

Lassen Sie sich von einem unabhängigen Fachplaner, der sich mit alter Bausustanz auskennt beraten und nicht von einem Produktbehafteten Vertreter, der seine Produkte vorschlägt, die im Fachwerkbereich nicht funktionieren, er tut ja nur sein Pflicht seinem Unternehmen gegenüber.

Viele Köche verderben den Brei heisst es, viele Berater noch mehr Meinungen, dass Sie verunsichert sind kann ich vollkommen verstehen, bei dem was ich aus ihrem Eingangsbeitrag herraus gelesen habe ist das kein Wunder und die verschieden Standpunkte hier machen es Ihnen auch nicht leichter sich richtig zu entscheiden.

Sollten Sie Fragen haben, leisten wir gerne Hilfestellung

Grüsse Thomas
Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen. Henry Ford
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 03.10.11

Außen-Bilder aus der Bilddatenbank: