Aufsteigende Feuchtigkeit

Aufsteigende FeuchtigkeitHallo zusammen,

wir beabsichtigen ein Fachwerkhaus Bj 1900 zu erwerben. Nach erfolgter Besichtigung mit einem Bausachverständigen bleibt schlussendlich nur noch ein Problem.
Eine Innenwand ist nass. An diese Innenwand grenzt das vor 1,5 Jahren neu errichtete Badezimmer.
Der Sachverständige geht von einer Undichtigkeit seitens des Badezimmers aus.
Der Eigentümer ließ eine Lecksuchfirma kommen um die Ursache zu finden.
Das Ergebnis der Firma: aufsteigende Feuchtigkeit aufgrund fehlender Bodenplatte und Bebauung auf Lehmboden.
Der Boden wurde zur Feststellung der Ursache geöffnet und Fotos wurden gemacht. (Bilder füge ich bei).

Ich selber frage mich wie es möglich sein soll, dass Feuchtigkeit über die Auflagepunkte an den Schwellbalken (heißt das so) kommt, ohne das die anderen angrenzenden Wände nass sind und das die betroffene Wand bis zu einer höhe von ca. 1m nass wird.

Wie sehen das die Experten hier ?

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| 08.04.17


bild 2

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| 08.04.17


Bild 3

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| 08.04.17


Na das ist ein Wasserschaden. Der Holzbalken an der "Schürfgrube" zeichnet sich doch schon in der Oberfläche deutlich als "trocken" ab.

Das kann auch Kondenswasser von Kaltwasserleitungen, dem Spülkasten vpm WC oder undichte Silikonfugen, alles "Klassiker" sein. Wie stellt sich den die Situation auf der anderen Seite dar?

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| 08.04.17


ein Badezimmer mit direkt an die Wand angrenzender Dusche und Waschbecken. Das ganze mit Vorbauwand auf der bis zu einer höhe von 2m Fliesen dran sind.

Das Problem an der ganzen Sache, ich bin nicht der Hausbesitzer und kann somit nicht die für mich sinnvollen Maßnahmen ergreifen. Für mich ist es nur wichtig, ob der Schaden von "unten" oder aus dem Badezimmer kommt.

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| 08.04.17


Die "aufsteigende" Feuchtigkeit wäre ja eine Ausschlussdiagnose, da müsste man ja wissen das die Feuchtigkeit nicht wo anders her kommt. Also wenn ich an eine Wand komme die in den letzten 115 Jahren "trocken" war und sich in räumlich unmittelbar eine Dusche anschließt, ist doch die Wahrscheinlichkeit sehr überwiegend, das es sich hier um "Leitungswasser" handelt.

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| 08.04.17


Das Problem an der ganzen Sache ist, dass ich die Wand nur in dem Zustand kenne.
Das Interesse an dem Haus ist vorhanden, jedoch ohne den wahren Grund für die Feuchte Wand zu kennen, kommt kein Kauf in Betracht..
Gutachter spricht von Wasserschaden ausm Badezimmer nach erfolgter Feuchtemessung
Leckortungsfirma von aufsteigender Feuchtigkeit.
und ich selbst kann den freigelegten Balken nicht einschätzen, deshalb bin ich hier..

Nur die Wand ist betroffen, keine angrenzende.
Die Wand ist auch nur bis zu einer höhe von ca 1,5m betroffen.

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| 08.04.17


Das Bedürfnis nach Gewissheit über die Ursache des feuchten Wandabschnittes kann ich nachvollziehen. Nur ist auf den Bildern weder Feuchtigkeit ersichtlich, noch eine Mauerquerschnitt vorhanden der eine solche aus dem Untergrund kapillar aufnehmen könnte.

Dort müsste das Wasser sich entgegen der Schwerkraft, nur durch Adhäsionskräfte im Mauerwerk nach oben kämpfen.

Ihr Gutachter wird schon recht behalten.

Ich kenne so ein Schadenbild, ganz ähnlich, von einer Dusche, da hatte sich der Wanneträger gesetzt und sich die Silikonfuge gelöst. Da kann man zwei Jahre duschen, bis der Schlamassel auffällig wird.

Genauso wird es wohl hier liegen. Geringer aber langfristiger Feuchteeintrag. Die Sanierung wird sich auf einen Teilrückbau der Badinstallation, Bautrocknung und Wiederherstellung begrenzen.


Wurde den der Balken mal auf Materialfeuchte geprüft?

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| 08.04.17

Feuchte Wand


Haben diese netten jungen Werktätigen von der Leckortungsfirma vorher den Feuchtegehalt der betroffenen Wandteile festgestellt?
Ich meine damit nicht so ein Piepding an die Wand gehalten sondern Materialproben entnommen, eine Darrprobe durchgeführt und den Durchfeuchtungsgrad errechnet?
Bestimmt nicht.
Mein Tipp:
Da ist nix mit aufsteigender Feuchte, wahrscheinlich noch nicht mal was mit Leckage. Für mich sieht das aus wie Kondensatfeuchte auf der Wandoberfläche und darurch Verfärbungen durch Staubansammlung; wahrscheinlich stand da etwas dicht vor der Wand.
Wenn der Verkäufer glaubt es sei aufsteigende Feuchte belassen Sie ihn in dem Glauben- bestärken Sie ihn noch. Damit können Sie den Kaufpreis ordentlich drücken.

Es gibt nun mal keine Liebe mehr unter den Menschen.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 08.04.17


ich gehe nicht davon aus, dass da irgendwas fachmännisch gemessen wurde, ganz gewiss wurde auch nicht gebohrt.
Kondensat, möglich. ob jedoch etwas davor stand, ich weiß es nicht..
das ganze EG ist tapeziert worden mit einer Thermotapete oder wie sich das auch immer schimpft (Rauhfaser+Styropor)

woher der Schaden auch kommt, zumindest ist hier noch keiner der sagt, der Boden bzw. Balken ist nass, siehst du das den nicht...

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| 08.04.17


Ja das klingt doch dann verdächtig nach dem Kondenswasserproblem. Da wird es an der stelle wohl etwas kalt sein und der Taupunkt von Zeit zu Zeit unterschritten. Da sollte man kein Styropor drüber kleben.

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| 08.04.17


dann klär mich mal bitte ein bißchen auf, zumindest erläutere mir deine Vermutung..
in meinen Augen hat Styropor-Tapete auch nichts auf Bruchstein zu suchen, ist halt diffusionsdicht, aber warum zeigt sich das Bild gerade auf der Seite, einer innenliegenden Wand (zum Badezimmer hin) anstelle an einer Aussenwand

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| 08.04.17


Am Boden ist es halt auch ein bissel kälter und wenn da die (wärmere) Luft nicht zirkuliert, hast du da schnell Feuchte an der Oberfläche. Das Styropor soll das verhindern, was natürlich nicht funktioniert.

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| 08.04.17

Innenwand


Bäder werden oft nur sporadisch beheizt, also wenn man z.B. duscht. Bei hoher Luftfeuchte reichen schon ein oder 2 °K Temperaturunterschied im angrenzenden Raum das sich Kondensat z.B. hinter einem Schrank bildet. Das muß nicht viel sein, aber die Feuchte Tapetenoberfläche bindet Staub stärker als trockene Stellen. Das sieht dann dunkel und vermeintlich feucht aus.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 08.04.17


also nur dunkel aussehen ist leider nicht, zumindest nicht wenns nach dem Feuchtmessgerät (das ding mit der Kugel vorne dran) geht, da waren wir bei 140-160 digits

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| 08.04.17


Und das sagt jetzt dem Wünschelrutengänger was?

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| 08.04.17


Ich denke solche Messwerte sind völlig nutzlos. Bei Holz kann man so ein Widerstandsmessgerät mit Einstechkontakten verwenden, dass ist noch recht brauchbar. Beim Mauerwerk funktioniert das schon nur noch bedingt, da Salze im Mauerwerk ebenfalls die Leitfähigkeit herabsetzen.

Die kapatzitive Feuchtemessung bietet in der Praxis selten verwertbare Ergebnisse. Das ist ein bisschen Show um die Fachsimpelei der Experten gewichtiger erscheinen zu lassen.

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| 08.04.17

dat Ding mit der Kugel...


habe ich auch , Trotec T650. Als Schätzeisen nicht schlecht um z.B. die Feuchteverteilung zu messen. Aussagen zu quantifizierbarer Feuchte sind damit nicht möglich, nur Unterschiede sind feststellbar. Das Gerät zeigt je nach Untergrund unterschiedliche Werte an unabhängig von der tatsächlich vorhandenen Feuchte. Als Metalldetektor eignet es sich übrigens auch. Wenn Streckmetall als Putzträger verbaut wurde ziegt es "nass" an.

Bei Lehmwänden gibt es noch einen besonderen Effekt: Das Gerät zeigt hohe Feuchtigkeit an , obwohl die Wände absolut trocken sind. Warum habe ich nicht herausfinden können und auch die Beratung von Trotec hatte dafür keine Erklärung. Die Gann Hydromette verhält sich ähnlich.

Resümeé: Vergessen die digits und trauen sie nur Messmethoden mit Probennahme.
Konzentrieren sie sich auf fehlerhaften Wandaufbau oder Installation im Bad , bzw. eine mangehafte Abdichtung.

Gruß
Detlef
Krumm und schief hat was
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| 08.04.17


Ist den die "Dämmtapete nicht mit einer Aluminiumfolie kaschiert? Da wäre ja alles klar.

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| 09.04.17


Das kann ich dir erst sagen, wenn ich gekauft und die Tapete abgerissen habe

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| 09.04.17


Die Styroporbekleidung lässt aber auch noch vermuten das die optisch manifestierten Einwirkungen von der Raumseite her einwirkten. Den wenn die Wand lange feucht ist und die dichte Tapete noch so tadellos sitzt ist das schon ungewöhnlich.

Die kapazitive Messung macht nur Sinn wenn man den Wandaufbau genau kennt und eine Referenzfläche hat von der man weiß das sie trocken ist.

Ich denke der Fall ist ein Bespiel dafür wie sich die Aufregung steigern lässt wenn der unbedarfte Hausherr sich Experten bestellt.

Wenn du das Haus kaufst, bekommen wir ja die Auflösung.

Am ersten Bild wo der Wandniederschlag zu sehen ist, sieht man in der Nähe der späteren Bodenöffnung, einen streifen ohne Verfärbung. Diese Erscheinung passt gut zu der Vermutung.

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| 09.04.17


Dieser Teil des Hauses wurde erst kürzlich renoviert, deshalb das "gute" aussehen

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| 09.04.17


Wie gesagt, aus der Entfernung ist es schon fast Kaffeesatzleserei. Auch die optischen Wahrnehmungsmöglichkeiten auf den Bildern sind begrenzt.

Ist den die Wand mit Lehmmörtel gemauert? Das werden wir alles ohne genaue Bestandsaufnahme nicht erfahren.

Aber über die Optik und besondere dieletrische Eigenschaften der Wand hinaus haben wir keine Hinweise auf ("aufsteigende") Feuchtigkeit.

Für alles kann es mannigfaltige Ursachen geben. Plausibel scheint der Tauwasseranfall oder eben das Bad als Ursache. Beides wird man ohne große Verwüstung in Ordnung bringen können.

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| 09.04.17

Hauskauf


Zum Hauskauf hier ein paar Tipps von mir:

http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/mediapool/88/885822/data/Vademecum_f_r_Hausk_ufer_-_Teil_1_Der_Hauskauf.pdf
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 09.04.17

Feuchtigkeit-Bilder aus der Bilddatenbank: