aufgetztes Fachwerk

Das Hauptwohnhaus wurde Mitte des 19. Jhd als Scheune mit doppelschaligem Bruchsteinmauerwerk erstellt. Ende des 20. Jhd. mit dem Sterben der Wassermühlen wurde dann die Scheune zum Wohnhaus umgebaut. Mit dem Wachsen der Familie entstand ein Anbau aus Hohlblocksteinen.
Nach der Übernahme des Anwesens habe ich zuerst das Bruchsteinmauerwerk instandsetzen lassen (große Schäden an der Fassade mit klaffenden Löchern). Giebel wurden landschaftsgerecht mit Naturschiefer verkleidet Der erwähnte Anbau ist eingeschossig unterkellert als Hangbebauung, d.h. das Kellergeschoss ist hangseitig voll sichtbar. Dieses Kellergeschoss habe ich bis zur Kellerdecke mit Bruchsteinen (Quarzit) verkleiden lassen. Passt nun sehr gut zum Ursprungsgebäude. Oberhalb der Kellerdecke habe ich das unverputzte Hohlblockmauerwerk mit einer 5cm Yton-Schale versehen.
Das Flachdach des Anbaues habe ich mit einer Schiefer-Attika ringsherum um den Anbau eingefasst.
Da eine Fachwerkgestaltung des Anbaus gut zu dem übrigen Gebäude passt, habe ich die Bruchsteinverkleidung des Kellers oben mit einer Blechabdeckung geschützt und darauf Bohlen im 3 - 3,5 cm Stärke an der Ytonwand angedübelt. Die Dübel reichen bis in die 1. Kammer der Hohlblocksteine. Ich hoffe, bis hierhin habe ich alles richtig gemacht.
Nun habe ich die Frage zur Ausfachung dieses vorgesetzten Fachwerks. Meine letzten Überlegungen gehen dahin, die Gefache mit 25mm Heraklith auszufüllen und zu Verputzen (womit) oder eventuell mit einem Leichtputz die Gefache zu füllen. Mit einem Kellenschnitt wollte ich den Putz vom Holz trennen und die Verbindungsstelle mit Acryl versiegeln.
Ist das so fachlich richtig? Worauf sollte ich achten?
Oder hat hier einer der Fachleute einen besseren Vorschlag?

Für jeden guten Hinweis bin ich dankbar
Franz


Franz Schenzer | 15.10.16

Disney- Fachwerk


Damit werden Sie keine Freude haben. Die Bohlen beginnen bald sich zu verwerfen und zu schüsseln, man wird dann sofort sehen da es sich um Imitat handelt. Wenn schon Imitat dann so das es a) dauerhaft bleibt und b) nicht sofort zu erkennen ist.
http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/community/a/showMitglied/6519$.cfm
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 15.10.16

Meine Anmerkungen


Bitte entschuldigen Sie, aber Yton außen ist nicht unbedingt von Vorteil, da es Feuchtigkeit aufnimmt und schlecht wieder abgibt, an Wetterseiten und Lee-Seiten. Was die Bohlen betrifft, hat mein Vorkommentator nicht ganz Unrecht. An bewitterten Fassaden hat man sich oft damit beholfen das Fachwerk zurück zu setzen in dem man die Gefache "Ballig" geputzt hat. Desweiteren würde ich die Bohlen "ertränken", d.h. mehrfach mit Leinölfirnis streichen. Am Anfang den Firnis, als bein ersten Anstrich noch mit Terpentin oder dessen Ersatz verdünnen, etwa 1/3, damit es tiefer eindringt und dann noch zwei Anstriche. Wenn es dann immer noch einzieht noch einen weiteren. Den Putz unbedingt mit Kellenschnitt vom Balken trennen. Als letzte Schicht keine HWL-Platte wenn möglich da sie über eine längere Zeit doch Wasser aufnimmt und damit seine Wirkung verliert. Als deckputz einen klassischen Kalkputz, am besten selbst hergestellt, preiswert, arbeitsintensiver, aber langlebig. Dem Putz zur Verbesserung Leinöl zusetzen um die Witterungsbeständigkeit des Kalkputzes zu verbessern. Aber zum Speziellen müßte man sich noch mal kontaktieren
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der hausdoktor - holz- & bautenschutz | | 15.10.16

Herrn Schmidts Anmerkungen


würden ja bedeuten, dass jedes Ytong-Massivhaus ein potentiell stark gefährdetes Gebäude ist. Im Falle von Franz sollte dies, unterstützt durch einen geeigneten Putz, aber nicht der Fall sein.
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| 15.10.16

Mit Verlaub.....


...bei 3-3,5 cm Stärke ist es keine Bohle sondern ein Brett. Um ein Verwerfen wie von Georg Böttcher beschrieben vermeiden zu wollen, wäre die doppelte Stärke sicher hilfreich gewesen. Ich glaube auch, dass sich die Bretter relativ schnell verwerfen werden. Da wird schon die Luffeuchtigkeit und Sonneneinstrahlung ausreichen

Grüße
Martin


MW | 16.10.16

Bruchsteinmauerwerk-Bilder aus der Bilddatenbank: