Fachwerk.de - wie alt mag wohl unser Haus sein

Hallo,
wir haben vor ca. 9 Jahren ein Haus gekauft. Laut damaligem Wertgutachten einer Architektin sollte das Haus von 1210 sein.
Dies wäre dann vermutlich das älteste Haus im Dorf. Wie kann ich herausfinden wie alt das Haus wirklich ist. Gibt es irgendwelche Hinweise, die für 1210 typisch ist. Leider wurde dieses Haus sooft renoviert, modernisiert und saniert, das nicht mehr allzuviel vom ursprünglichen Zustand vorhanden ist. Vielleicht kennen wir nur die Hinweise nicht. So hat das Haus z.B. einen Gewölbekeller in dem ein rechteckiges gemauertes Loch ist und eine Aussparung in der Wand (für eine Laterne?!) Das Loch haben wir bis auf 1,50 ausgeschachtet. Die Einfassung ist mit Bruchsandstein gelegt, nicht vermörtelt. Das Loch wurde durch eine Bodenabsenkung im Keller entdeckt.
Den Vorbesitzern ist über dieses Loch nichts bekannt.

Vielleicht kennt sich ja jemand mit der Heimatgeschichte aus unserer Gegend aus.

Wir sind gespannt

viele Grüßes
scaly
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scaly | 29.12.11
An dieser Fragestellung...
...hat sich schon so mancher die "Zähne" ausgebissen.

Das wirkliche Alter eines Hauses zu ergründen dürfte nicht einfach sein. Insbesondere dann nicht, wenn es so alt sein soll wie das Eure. Aus dieser Zeit wird es vermutlich noch nicht einmal schriftliche Aufzeichnungen in z. B. den Kirchenbüchern geben, wo man durchaus mal einen Blick reinwerfen sollte.

Ansonsten: alte Karten, dendrochronologische Untersuchung von Fachwerkbalken (auch keine sichere Methode, da oft in Zweitverwendung gebaut wurde), Funde die im und um das Haus herum gemacht werden. (Ich denke bei dem Alter wird´s noch nicht mal den berühmten "Anno"-Balken geben.

Ich habe bei meinem Haus unter einem Schwellbalken ein Bruchstück eines sehr dünnwandigen Glasgefäßes gefunden. Die herbeigerufenen Archäologen (vom Landesamt, es kamen gleich zwei ;-)) konnten das Alter etwa bestimmen. Somit war klar, dass das Haus nach dieser Zeit gebaut wurde.

Alles aber keine sicheren Methoden.

Grüße
Martin
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Martin Wittwar, Dipl. Ing. (FH) | 30.12.11
Alter feststellen, wenn kein Anno Balken vorhanden ist
Als erstes würde ich mal die Architektin anrufen und die fragen wie sie darauf gekommen ist
1210 - dann steht es vermutlich unter Denkmalschutz? Denkmalbehörde ansprechen!
Gibt es sowas wie einen Heimatverein. Gibt es eventuell noch "Ureinwohner" im Ort - alte Bauernfamilien die schon immer da gewohnt haben - einfach mal fragen was die wissen.

Sonst erstmal feststellen wer darin gewohnt hat vor dem Weltkrieg - stand ja in dem anderem Tread das es nur ab dem Weltkrieg bekannt ist wer da gewohnt hat.
Wenn man dass weiß helfen oft Kirchenbücher weiter.
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Wegener Bau-Sachverständigen-Büro | Jürgen Wegener Bausachverständiger | 30.12.11

Falls im Mörtel des Gewölbes noch Kohlestückchen vorhanden sind, kann man mit C14-Datierung das Alter der Holzkohle und damit des Mörtels auf einige Jahre genau bestimmen. Auch die Art, wie das Gewölbe gemauert ist und wie die Steine zugerichtet sind, gibt grobe Anhaltspunkte.
Ich bin verantwortlich für das, was ich schreibe! Nicht für das, was Du verstehst!
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Jens Paulsen | 30.12.11
klingt
für ein Bauernhaus etwas ungewöhnlich,
Kriege (besonders der 30-jährige), Wartungsprobleme, Brände usw. ???
Möglich wäre, das da ein Hof seit dem 12 Jahrhundert besteht, die Gebäude dürften wohl jünger sein. Nur die Grundmauern wurden oftmals wiederwerwendet.
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
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Olaf aus Sachsen | 30.12.11
Guten Tag Herr Scaly
Wenn Ihr Bauernhaus wie beschrieben ein Fachwerkhaus ist und laut Ihrer Architektin von 1210 stammen soll, dann hätten sie das wohl ältest erhaltene Fachwerkhaus Deutschlands. Das halt ich für ein Gerücht. Solange Ihre Architektin nicht Hausforscherin bzw. Kunst und Kulturhistorikerin für mittelalterliche Baugeschichte ist, dann vergessen sie schnell.
Wenn Sie wirklich etwas genaueres über Ihr Häuschen erfahren wollen, dann wenden sie sich an die Hausforscher gruppe der IGBauernhaus um Dr. Wolfgang Dörfler oder der Oberen Fachbehörde Ihres zuständigen Landesamtes für Denkmalpflege. Sie können gern ein paar Bilder einstellen, doch werden sie, mit Verlaub, hier nicht die Fachleute finden die sie bräuchten.
Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, durch Umsicht gewinnt es Bestand. (Buch der Sprichwörter 24/3)
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Hieronymus | 30.12.11

Vielen Dank für Eure vielen Antworten und Hinweise.

Wir werden diesbezüglich mal weiterforschen und Euch auf dem Laufenden halten.

Viele Grüsse und guten Rutsch
scaly
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scaly | 30.12.11
Alter bestimmen
@ Scaly


Oft hilft es auch, alte Militärkarten zur Hilfe zu ziehen. Die sind recht genau, man findet sie in Museen oder Archiven.
Mir hat mal ein Geburtenregister der örtlichen Kirche geholfen, da sind die Gehöfte mit den Besitzern verzeichnet und das sehr genau. Wichtig ist dabei ein Name eines Vorbesitzers und ein motivierter Pfarrer...



Andreas
Wenn man nicht mehr weiter weiß, bildet man `nen Arbeitskreis
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Andreas Kapitzke | 30.12.11
NAchtrag
Wie Hieronymaus schon feststellte ist es vermutlich eher unwahrscheinlich das ihr Haus so alt ist
http://www.abendblatt.de/vermischtes/article657722/Deutschlands-aeltestes-Fachwerkhaus-entdeckt.html
http://www.merian.de/magazin/esslingen-aelteste-fachwerkhaus.html
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Wegener Bau-Sachverständigen-Büro | Jürgen Wegener Bausachverständiger | 02.01.12
Die Holzverbindungen
können manchmal was aussagen.Z.B.: Schwalbenschwanzblätter bei Kopfbändern und Streben sind älter als Zapfenverbindungen. (Das gilt nicht immer)
Gruß
Ralph
Wir können's zusammen!!!
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Ralph Schneidewind Zimmerer | Ralph Schneidewind | 02.02.12
Weitere Infos....
Zuerst einmal möchte ich mich für Eure Antworten bedanken.

Hier nun ein paar weitere Infos:

Das Erdgeschoss des Hauses (Aussen- und Innenwände)ist aus Sandstein.
Eine Trauf- und eine Giebelseite wurden bis zum Dachstock mit Hohlbetonsteinen neu aufgemauert.
Wir glauben, dass das Haus durch den Brand des benachbarten Saustalles in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Auch hier ist der genaue Zeitpunkt unbekannt.
Ein Teil des Sandsteines wurde ebenfall mit Ziegeln neu aufgemauert und mit einem Betonfundament versehen.
Unter diesem ist auch der Zugang zum Gewölbekeller, der unter dem Nachbargrundstück liegt.
Man sieht also: An diesem Haus wurde so viel umgebaut und herumgedoktort, dass es sich keines Falls mehr im Orginalzustand befindet.
Nach Freilegung einer Innenwand kann ich noch sagen, dass die Hölzer verzapft und nicht geblattet sind (jedenfalls bei dieser Wand).
Witiger Weise ist über unsere Scheune mehr bekannt:
- Erbaut 1749
- 1945 durch Bombentreffer (Abwurf der Restlast nach Bombardierung Heilbronns) zerstört. Hierfür gibt es noch Augenzeugen.
- 1947 wieder auf gebaut

Wir werden auf alle Fälle weiter forschen.

Viele liebe Grüsse
scaly
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scaly | 03.02.12

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