Altbau oder Fachwerkhaus: Welche Immobilie eignet sich besser als Eigenheim?

Irgendwann steht fast jeder vor der großen Entscheidung: Soll weiter zur Miete gewohnt werden oder darf es endlich das Eigenheim sein? Wenn es also soweit ist und die Suche nach der passenden Immobilie, die in Zukunft Eigentum sein soll, losgeht, so muss sich der potentielle Käufer viele Fragen stellen. Von der Lage über die Bauart bis hin zur Finanzierung sollte alles gut überlegt und durchdacht sein.

Viele neue Eigenheimbesitzer setzen dabei auf einen modernen Neubau, den sie mitgestalten können und der nach den neuesten Standards errichtet wird. Doch mindestens genauso viele Menschen wissen die Schönheit von bereits bestehenden Gebäuden zu schätzen, vor allem von Altbauten und Fachwerkhäusern. Welche diese Immobilien eignet sich jedoch besser für den Erwerb? Welche Vor- und Nachteile haben die beiden unterschiedlichen Immobilienarten und was macht sie jeweils so einzigartig?

Vor- und Nachteile eines Altbaus


Gut erhaltene Altbauten

Zunächst gilt natürlich zu klären, was genau unter einem Altbau zu verstehen ist. Das Problem hierbei ist, dass es gar keine genaue Definition gibt - vielmehr handhabt dies jeder Mietspiegel anders. In Berlin beispielsweise bedeutet Altbau, dass das Gebäude vor dem Zweiten Weltkrieg oder höchstens bis 1949 errichtet worden ist. Handelt es sich beispielsweise um exclusive Berliner Eigentumswohnungen in Altbauten von Charlottenburg, so kann der potentielle Käufer davon ausgehen, dass er es hier tatsächlich mit einer Immobilie zu tun bekommt, die vor über 60 Jahren errichtet worden ist. Andere Mietspiegel hingegen bezeichnen schon Gebäude als Altbau, die in den 70er und 80er Jahren errichtet worden sind. Bei der nun folgenden Auflistung der Vor- und Nachteile wird allerdings von solchen Altbauten ausgegangen, wie sie im Berliner Mietspiegel zu finden sind.

Vorteile

  • Großzügige Raumgestaltung

    Altbauten wurden in der Regel sehr großzügig gestaltet. Dazu gehören meist Zimmer mit hoher Quadratmeterzahl und vor allem hohe Decken. 3 Meter oder mehr sind dabei keine Seltenheit, sodass der Bewohner sich keinesfalls eingesperrt fühlt, sondern ein Gefühl von Freiheit in der eigenen Wohnung oder auch im eigenen Altbau-Haus genießen kann, wie sie sonst nur in wenigen Räumlichkeiten vorhanden ist.

  • Hübsche Raum- und Treppenhausgestaltung

    Was letztendlich aus einem Raum gemacht wird, liegt natürlich am Bewohner selbst. Was jedoch häufig in Altbauwohnungen zu finden ist, ist eine ansprechende Stuck- oder Holzverzierung, die in der Form in Neubauten kaum bis gar nicht zu finden ist. Ebenso finden sich im Treppenhaus eines Altbaus des Öfteren Ornamente, die einen ganz besonderen Charme haben.

  • Schöne Fassade

    Einen besonderen Charme haben in der Regel auch die Außenfassaden von Altbauten. Nicht selten scheinen diese einzigartig zu sein und verleihen dem Stadtbild ein besonderes Flair. Wer demnach Wert darauf legt, in einem Gebäude zu leben, das sich von anderen stilistisch abhebt, wird bei Altbauten oft fündig.

  • Großes Grundstück und häufig unterkellert

    Wird sich gleich ein Einzelhaus gekauft, so kann davon ausgegangen werden, dass nicht nur das dazugehörige Grundstück relativ groß ist, sondern das Gebäude auch unterkellert ist.

Nachteile

  • Hohe Nebenkosten

    So schön Altbauten stilistisch auch sein mögen, so können sie doch ziemlich ins Geld gehen. Natürlich gab es zur Zeit der Erbauung nicht die Möglichkeiten, die es heute beim Bau einer Immobilie gibt, sodass nicht sanierte Altbauten schlecht isolierte Fenster und Wände aufweisen und zudem aufgrund ihrer hohen Decken nur schwer zu beheizen sind. Die anfallenden Nebenkosten sollten also keinesfalls außer Acht gelassen werden.

  • Fehlender Fahrstuhl

    Zwar sind Altbauten nicht als Hochhäuser zu finden, mehrere Stockwerke sind jedoch die Regel. Wird beispielsweise eine Wohnung im 4. Stock gekauft, so muss damit gerechnet werden, dass sich im Gebäude kein Fahrstuhl befindet, der Weg in die eigene Wohnung also durchaus beschwerlich sein kann.

  • Eventuelle Renovierungen

    Auch wenn auf den ersten Blick alles gut aussieht, so kann es bei einem Altbau doch immer wieder sein, dass etwas kaputt geht. Sei es aufgrund alter Wasserleitungen oder anderer Mängel: Wer sich ein älteres Haus oder eine Altbauwohnung kauft, muss damit rechnen, dass Renovierungs- oder Sanierungskosten entstehen.

Vor- und Nachteile eines Fachwerkhauses


Auch im Fall eines Fachwerkhauses lohnt es sich, sich zunächst anzuschauen, was genau ein Fachwerkhaus eigentlich ist. Hier fällt die Definition allerdings deutlich einfacher als bei einem Altbau. Streng genommen kann nämlich auch ein Fachwerkhaus unter den Begriff Altbau fallen, sind einige dieser Gebäude doch schon Jahrzehnte alt. Was ein Fachwerkhaus jedoch gesondert auszeichnet, ist die Tatsache, dass es aus Holz, Lehm und Stein gebaut worden ist. Die Holzkonstruktion ist dabei allerdings das, was ein Fachwerkhaus am meisten auszeichnet.

Idylle pur - das klassische Fachwerkhaus inmitten der Natur.

Vorteile

  • Schöne Optik

    Die Optik ist sicherlich der größte bzw. offensichtlichste Vorteil eines Fachwerkhauses. Mit ihrer urig wirkenden schönen Fassade verleihen Fachwerkhäuser der Umgebung einen besonderen Charme, der zum Träumen von vergangenen Zeiten einlädt.

  • Hohe Raumanzahl

    Aber nicht nur die äußere Optik kann überzeugen, auch die Räume im Inneren eines solchen Gebäudes haben etwas Besonderes: Klein und meist versetzt, verleihen sie dem Haus etwas Einzigartiges. Aufgrund der Größe dieser Räume haben Gebäude dieser Art oftmals recht viele Zimmer - ideal also für solche zukünftigen Hausbesitzer, die Wert auf Masse legen, Klasse dabei aber nicht vernachlässigen wollen.

  • Günstiger Kaufpreis

    Da viele Fachwerkhäuser nicht renoviert oder saniert sind, kann eine solche Immobilie oftmals recht günstig erworben werden. Natürlich sollte dann aber auch bedacht werden, dass sicherlich noch einiges an Geld investiert werden muss.

Nachteile

Denkmalschutz

  • Denkmalschutz

    Was sich im ersten Moment gar nicht wie ein Nachteil anhört, wird spätestens dann zu einem, wenn an dem neu erworbenen Fachwerkhaus Modernisierungsarbeiten durchgeführt werden sollen. Viele Fachwerkhäuser stehen nämlich unter Denkmalschutz, sodass zum Beispiel keine Veränderungen an der Fassade oder an den Balken vorgenommen werden dürfen. Muss dies aber aufgrund von Abnutzungserscheinungen sein, kann das reichlich teuer und leider auch sehr bürokratisch werden. Jedoch besteht mitunter auch die Möglichkeit Fördermittel für Sanierungen eines denkmalgeschützten Hauses zu erhalten - wie genau so etwas aussehen kann und an wen Hauseigentümer sich wenden müssen, zeigt beispielsweise exemplarisch sehr anschaulich der Verwaltungsservice Bayern.

  • Schlechte Dämmung

    Da Fachwerkhäuser im Normalfall ebenfalls recht alt sind, kommt hier auch der Nachteil der schlechten Dämmung zum Vorschein. Die Nebenkosten können dementsprechend schnell hoch werden.

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