2-schaliges Mauerwerk mit Wandheizung hydrophobieren?

Hallo miteinander,
17,5 er Hochlochsteich dann 2 cm nix. Wirklich nix, auch keine Mörtelreste. Dann außenherum Feldbrandsteine. Von Innen, im Putz arbeitet eine Wandheizung, die nicht nur die Hütte beheizt, sondern auch die Hochloch-Ziegel trocken hält. Die Außenschale aber bekommt natürlich den Schlagregen ab. Macht das nun Sinn eine Hydrophobierung vorzunehmen. Wo ist der Taupunkt, wenn mann die Wandheizung berücksichtigt. Entsteht da überhaupt noch Feuchtigkeit von Innen?
Wenn Du es nicht kaufen kannst, baust Du es dir eben selbst.
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| 11.05.16

Wetterschutz


Die Außenschale (wie dick?) kann man am besten mit einem mehrlagigen mineralischen Außenputz schützen.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 11.05.16

Schlagregenschutz


Die Feuchtigkeitsbelastung wird nicht von innen kommen sondern von außen.

Wenn die Verfugung in Ordnung ist und die Steine früher gut sortiert wurden und in Ordnung sind würde ich keine Hydrophobierung vornehmen.
Ich nehme an, es handelt sich um eine Feldbrandstein-Sichtfassade?
Sonst bietet Verputz und Anstrich -am besten als Rein-Silikatfarbe-den besten Schutz.

Bei Hydrophobierungen ist die Eindringmenge schwierig abzuschätzen und Schäden sind auch möglich.
Ohnehin muß die Verfugung einwandfrei sein.

Andreas Teich

Fassadenputz


Was verstehen Sie unter Feldbrandstein, Norbert?
Die Dicke der tragenden Wand fehlt noch.
Was verstehen Sie darunter, Herr Teich?
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 11.05.16

Geduld Herr Böttcher


der Teich ergoogelt noch die Antwort.


olistruve | 11.05.16

Feldbrandstein


FeldbrandsteinHier eine Feldbrandsteinfassade von 1910-

Im Rheinland zumindest wurden fast alle Gebäude aus Feldbrandsteinen erbaut.
Die haben eine viel lebendigere Oberfläche als industriell hergestellte Ziegel oder Klinker und sind mittlerweile recht teuer geworden.

Andreas Teich

doppel


Feldbrandsteindoppel

Fassade


Das auf dem Foto sind keine handgestrichenen Feldbrandsteine sondern industriell hergestellte Hartbrandziegel aus der Strangpresse und gebrannt im Ringofen.
Spätestens etwa ab 1870 gab es keine Feldbrandöfen mehr.
Es ist auch egal wie die Herstellungstechnologie der Ziegel war, es kommt hier in diesem Fall darauf an wie ihre Eigenschaften sind, also Scherbenrohdichte, Porengehalt, Druckfestigkeit, Oberfläche. Ein weicher, poröser Backstein sollte in jedem Fall verputzt werden, bei einem hartgebrannten Vormauerstein oder einem Klinker braucht es das nicht.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 12.05.16

Ich habs nicht nur geahnt


Mal wieder ein typischer Teich-Beitrag für die Tonne. Nützt einzig und alleine seinem persönlichen Beitrags-Highscore.
Zu Gute muss man ihm aber halten, dass Google wirklich nicht mehr ausspuckt.


Methusalem | 12.05.16

Ziegel


Dann werde ich etwas ausspucken:

http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/mediapool/88/885822/data/Geschichtliches_zum_Mauerziegel.pdf

Das Haus auf dem Foto ist typisch für die Zechensiedlungen des Ruhrgebietes die etwa ab Mitte des 19.Jhr. entstanden.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 12.05.16

Herstellungsprozeß von Feldbrandsteinen


Hier ein sehr interessanter Film, der die Herstellung von Feldbrandsteinen zeigt- Dauer 51 min,
er zeigt das Formen der Rohziegel, das Aufsetzen auf dem Feld und den Abbrand der Öfen (mit Kohle) bis zum Abbau und schließlich den Abtransport der fertig gebrannten Ziegel.

http://dx.doi.org/10.3203/IWF/E-729

(Das abgebildete Gebäude steht nicht im Ruhrgebiet und ist auch kein Bestandteil einer Zechensiedlung)

Andreas Teich

Sehr aufschlussreich für jemand der sich dafür interessiert wie so etwas produziert wird,


hat jedoch mit der Frage nichts zu tun.
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| 12.05.16

Ziegel


Ich habe nicht geschrieben das es dort steht sondern das es typisch für diese Art Gebäude ist.
Vielleicht verraten Sie wo es wirklich steht?
Aus den Bildinformationen geht das jedenfalls nicht hervor. Ein Tipp:
Sie sollten sich angewöhnen wenn Sie Fotos einstellen den Ort einzugeben.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 12.05.16

Könnte


fast meine Studendenbude in Aachen, Templergraben 15a von hinten sein ;-)


Methusalem | 12.05.16

Upps


ich meinte natürlich Studentenbude! Mit t


Methusalem | 12.05.16

Feldbrandsteine


Gebäude steht im Vorgebirge, wobei die Ausführung zumindest im gesamten Rheinland üblich ist.
Betrifft natürlich nicht direkt die Frage aber es lesen auch andere mit, die es interessieren könnte.
Die Steinqualität ist naturgemäß sehr unterschiedlich und wurde je nach Einsatzzweck sortiert.
Manche Steine sind fast gesintert, manche sehr weich.
Die an der Fassade verwendeten sind völlig schadensfrei.

Andreas Teich

Ziegel


Im Vorgebirge?
Aha.
Ich kenne keine Stadt die so heißt.
Leider hat sich Norbert bezüglich der Qualität der Außenmauer noch nicht wieder gemeldet. Ein Foto dieser Mauer ist wichtig, nicht das von Ihnen Herr Teich.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 12.05.16

Vielen Dank für eure rege Beteiligung


Die Feldbrandsteine sind ca. 11cm breit und sehr hart gebrannt. Ein Kaminofenbauer hat sie zwecks Bau eines offenen Kamins begutachtet und für gut befunden. (Wir haben aber keinen gebaut)
Die Hydrophobierung würde den Wassereintrag von außen verhindern. Angeblich ist diese Hydrophobierung Diffusionsoffen, läßt also zumindest in kleinen Schritten auch Feuchtigkeit wieder hinaus.
Die Frage ist - habe ich es mit viel Feuchtigkeit von innen zu tun. Zumal die Wandheizung eigentlich für Trockenheit sorgen sollte. Wo ist denn nun der Taupunkt, um den ich mir gegebenfalls Sorgen machen muss?


Norbert Ludwig | 12.05.16

Haben


sie überhaupt Probleme mit Feuchtigkeit? Oder sind sie lediglich hydrophob?


Methusalem | 12.05.16

Fassade


"Die Steine sind sehr hart gebrannt"
ist keine ausreichende Beschreibung der Materialeigenschaften nach denen man eine Sanierung planen kann.
Bei Sichtmauerwerk ist das natürlich ein Entscheidungskriterium, nämlich ob die Steine frostsicher sind. Mehr erst mal nicht.
Hydrophobierungen haben bei saugfähigen, kapillar wirksamen Steinen einen entscheidenden Nachteil: Es kann zum Feuchtestau dahinter kommen wenn an der beregneten Fassade Wasser durch Haarrisse eindringt. Raus kann es nur durch Verdunstung und die ist bei hydrophobierten Oberflächen eingeschränkt auch wenn die Verkäufer etwas anderes beim Leben ihrer Mutter schwören. Eine nichthydrophobierte Oberfläche nimmt zwar Wasser auf, verteilt dieses Wasser kapillar aber auf eine große Fläche und Kubatur wie bei Ihrer mindestens einsteinigen Wand, puffert es dort und gibt es durch Verdunstung wieder ab. Ein Putz bremst den Wassereintrag in den Stein noch wirksamer, die Speicherung erfolgt praktisch über den poröseren Putz, auch die Wasserabgabe. Etwas anderes ist es bei halbsteinigen Vorsatzschalen aus Ziegel. Sicher sind hier nur Klinker oder Vormauerziegel mit geringem Porenraum und Luftspalt. Für die brauche ich aber keine Hydrophobierung, höchstens um den Wassertransport über die Fugen einzuschränken. Damit dieses eindringende Wasser keinen Schaden anrichtet gibt es bei einer halbsteinigen Vormauerung eben den Luftspalt.
Der einzige Nachteil bei Ihrer äußeren Wand ist der geringere Wärmenachschub von innen durch Dämmung infolge der Vormauerung und Luftspalt. Das sehe ich als Vorteil, denn Sie haben außen keine Fachwerkwand. Die (theoretische mögliche) Einlagerung von eindiffundierendem Wasser erfolgt in den Hochlochziegeln, auch der Rücktransport. Die Kondensationsebene würde sich ohne Wandheizung irgendwo am Außenrand befinden. Von da kann Kondensatfeuchte kapillar nach innen zurückgeführt werden und dort verdunsten.
Aber: Die Gefahr dieser Kondensatbildung auf Grund von gasförmiger Feuchtediffusion wird maßlos übertrieben, dank des Glaserverfahrens. Normales Heizen und Lüften vorausgesetzt passiert IN der Wand also nichts was Kondensatbildung betrifft. Da müsste schon über längere Zeiträume Kondensat AUF der Wandoberfläche ausfallen und dann kapillar in der Wand eingelagert sowie akkumuliert werden. Das so etwas nicht passiert dafür sorgt schon die höhere Innenwandtemperatur bzw. die Wandheizung.
Beispiel: Ich habe auf meinem Schreibtisch ein Messgerät stehen (ich sitze in meinem Kellerbüro). Es zeigt 21 °C und 62% relative Luftfeuchte an (im Winter liegt der Wert um die 50%). Wenn ich aufs Knöpfchen drücke wird mir die Taupunkttemperatur angezeigt, das sind jetzt 14°C. Ihre Wandheizung und ausreichende Luftkonvektion sollte dafür sorgen das dieser Wert an der Wand nicht unterschritten wird. In meinem Keller passiert das an der ungedämmten und unbeheizten Wand auch nicht. Die Diffusion von gasförmiger Luftfeuchte die trotzdem stattfindet ist so gering das sie praktisch keine Rolle spielt.
Also: Stellen Sie ein paar Fotos von der betreffenden Wand von außen ein, dann sehen wir weiter.
Kann sein das Sie sich die Hydrophobierung sparen können.
Was mich noch interessiert:
Wer wollte Ihnen was für ein Mittelchen verkaufen?
Und warum bestehen Sie so darauf das dies Feldbrandsteine sind? Wann wurde das Gebäude in etwa errichtet?
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 12.05.16

Die Feldbrandsteine haben wir nur gewählt...


weil sie uns optisch gefiehlen. Das es Feldbrandsteine sind stand im Prospekt. Wir wollten Steine mit Antikeffekt. Aber gebrauchte Steine wollten wir nicht. Unsere sehen nun ganz ähnlich aus, wie die abgebildeten weiter oben, Eben wie aus der Gründerzeit.
Nein, wir haben keine Feuchtigskeitsprobleme und die Hydrophobierung wollte uns niemnd verkaufen. Meine Idee ist nur, das ein trockener Stein wesentlich weniger Wärme ableitet, als ein feuchter Stein. Das kennt jeder, der im Winter schon mal mit nassen Sachen herumgelaufen ist. Da wird im einem schnell kalt. Warum also nicht die Steine - alle Steine ums Haus trocken halten. Wir ziehen im Winter ja auch keinen trockenen Pullover an - und darüber eine nasse Jacke. Da bevorzugen wir doch bei Regen auch wasserabweisendes Material, oder? Auch die Römer sollen schon hydrophobiert haben. Und die hatten übrigens auch schon Wandheizungen...


Norbert Ludwig | 12.05.16

OK - Jetzt das Foto


OK - Jetzt das FotoKeine Ahnung, wie man ein Foto einstellt. Ich hoffe so klappt es. Wenn man die Steine auseinanderschneidet, sind sie innen schwarz - wie verbrannt eben. Die Steine für Haus und Terrasse sind identisch.
Wenn Du es nicht kaufen kannst, baust Du es dir eben selbst.
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| 12.05.16

Nun wenn Herr Teich gleich am Anfang nicht so einen Schmarrn geschrieben hätte...


Zitat: "Die Feuchtigkeitsbelastung wird nicht von innen kommen sondern von außen." Ende.
Und dann auch noch auf völlig andere Objekte und auch auf einen Beitrag (der zwar wiederum nichts mit der eigentlichen Frage zu tun hat) verwiesen hätte, wäre doch das völlig ausreichend was Herr Bötcher dazu geschrieben hat.
Richtig ist jedoch, dass eine gewisse Einschränkung gegeben ist. Dies kann im geringen % Bereich (1-5) liegen. Demgegenüber ist zu prüfen ob die Reduktion der Wasseraufnahme nicht viel entscheidender ist.
Was wird denn da von Taupunkt verbreitet?
Vorsicht da wird so viel Schmarrn erzählt und hat hier erstmal überhaupt keinen Sinn.
Man müsste die Wärmeleitfähigkeit; Wärmedurchgang; Temperatur und Feuchte usw. kennen bzw. ermitteln! D.h. messen und prüfen. Nichts sonst!
Ich verweise hierzu auf den Beitrag: http://www.dhbv.de/dokumente/upload/0dad0_hydrophobierende_impr%C3%A4gnierung_von_fassadenoberfl%C3%A4chen_s&e_3-2010.pdf
Alles gegen feuchte Wände und Keller
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| 12.05.16

Feuchtigkeit bei Wandheizung???


Die abgebildete Feldbrandsteinfassade entspricht der üblichen Bauweise im Rheinland- ist also nicht ortstypisch sondern in der gesamten Region so gebaut worden.
Übrigens handelt es sich um Feldbrandsteine, ich habe alte Schornsteine demontiert und bei div Arbeiten diese Steine verwendet- für industrielle Produktion sind sie zu ungleichmäßig, haben Schlackeanteile und Deformationen etc.
Das wurde vom Denkamlschutzamt bestätigt.
Für die Fassaden wurden sie gut sortiert und wirken daher ziemlich einheitlich.

Lt Denkmalschutzamt wurden Feldbrandsteine bis in die 1950 er Jahre produziert. Wobei es parallel dazu industrielle Herstellungsverfahren gab.

Wie sollte denn bei einer Wandheizung die Feuchtigkeit von innen kommen?..
Der bei weitem größte Teil der Feuchtigkeit wird doch von den inneren kapillar- und sorptionsfähigen Bauteilschichten (Farbe, Putz, Stein)
absorbiert und abgegeben- auch ohne Wandheizung.
Mit dieser erfolgt eine noch viel schnellere Verdunstung, bevor sie tiefer in die Wand eindringen kann.

Und wenn keine Feuchtebelastung von innen dann bleibt doch nur die von außen- wenn überhaupt eine Belastung vorliegt, was gar nicht geklärt ist.

Und da wir nicht wissen, ob es die Wetterseite ist, ob das Gebäude frei steht, ob es größere Dachüberstände hat, wie die Qualität des Mauerwerks ist, wie kapillarfähig etc bräuchte man Angaben hierzu, um Feuchtigkeitsbelastungen von dieser Seite ausschließen zu können-sonst
bleibt nur spekulieren.

Hydrophobieren birgt mehr Risiken als Vorteile und würde ich nur im absoluten Ausnahmefall in Erwägung ziehen.
Ohnehin müssen bei Sichtmauerwerk zuerst alle Fugen und ausgebessert und schadhafte Steine ersetzt werden.

Andreas Teich

Fassade


Frigidarium, römisches Kaltwasserbecken einer Thermenanlage in FiesoleNorbert, Norbert,
ich verstehe immer weniger was Sie überhaupt wollen und was eigentlich die Ausgangslage ist.
Versuchen Sie bitte mal die Fragen so EXAKT wie möglich zu beantworten:
1. Geht es um einen Neubau?
2. Wollen Sie erst bauen oder steht das Haus schon?
3. Sind das alte, recycelte Steine oder neue an der Außenfassade?
4. Ist die äußere Schale (die mit den Feldbrandsteinen) 11,5 oder 24 Zentimeter dick?
5. Wenn das neue Steine sind, welche genauen Maße haben sie, welche Bezeichnung, welche Druckfestigkeitsklasse?

Die Römer haben keine Ziegelfassaden hydrophobiert sondern Sperrputze für Wasserbauwerke damit wasserdicht gemacht.

Herr Teich, was soll diese kleinliche Rechthaberei die bei Ihnen auf schnell ergoogeltem Wissensfetzen beruht?
Ziegel aus Ringöfen sehen genau so aus und davon sind noch einige in Betrieb um genau solche Effekte am Produkt zu erzielen. Falls Sie was Sie unter dem Stichwort Ringofen ergoogeln- verschonen Sie uns damit.
Kapieren Sie endlich: Es geht hier um die Eigenschaften der Steine und nicht um die Herstellungsart.
Falls Sie wissen wollen wo sich das Wasserbecken auf dem Foto befindet: Es ist auf einem Berg aufgenommen worden.
Weiter Informationen findet man, im Gegensatz zu Ihren Bildern, in der Bilderdatei.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 13.05.16

Infos


Natürlich sollten zuerst die notwendigen Infos geliefert werden um überhaupt sinnvoll antworten zu können.

Und das in bauphysikalischer Hinsicht die Eigenschaften von Steinen entscheidend sind ist doch ohnehin klar,
sofern nicht das Herstellungsverfahren diese beeinflußt.
Baugeschichtlich macht es aber durchaus einen Unterschied, wie etwas hergestellt wurde- ein von Hand hergestelltes Fachwerk wird auch völlig anders beurteilt werden als ein mit der CNC-Fräse hergestelltes- auch wenn es optisch gleich aussehen würde und Eiche Eiche ist.
Und ob Tunnel-, Ring oder sonst ein Ofen oder tatsächlich Feldbrand finde ich schon interessant- das mag aber nicht für jeden so sein.

Übrigens stammte keine meiner hier gen. Infos aus dem Internet-
egal von welcher Suchmaschine, sondern wie ich mitgeteilt hatte vom Landesdenkmalamt/Lanschaftsverband Rheinland und eigenen Bildern und Projekten,von denen ich genügend habe.

Ganz abgesehen davon kommts kaum darauf an, aus welchen Quellen Informationen bezogen werden, sondern ob diese fachlich korrekt sind.
Ob das nun das Internet, Fachvorträge, Veranstaltungen vom Sachverständigenverband, Fachbücher oder Hochschulvorlesungen oder sonstige Publikationen sind etc sind spielt doch dabei keine Rolle-
in vielen Fällen findet man im Internet aktuellere Informationen auf dem neuesten Stand der Technik als zB in veralteten Fachbüchern.

Aber egal- jeder wie er/sie will- Hauptsache die Beiträge helfen dem Fragesteller und dem Gebäudeerhalt.

Andreas Teich

Also erst mal vielen Dank an alle, die sich hier rein denken


@ Herr Böttcher: Es geht um das Haus auf meinem geposteten Foto.
Ich habe keine eigentlichen Probleme. Ich überlege nur, ob man die Energiebilanz noch etwas verbessern könnte. Gut für die Umwelt – gut für die eigenen Finanzen.
Nochmals den Aufbau von innen nach außen:
1. ca. 2cm Innenputz mit inliegender Wandheizung (Leitungen für Fußbodenheizungen nur an den Außenwänden).
2. 17.5cm Hochlochsteine
3. 2cm Luft (Die sollte stehend sein, was ich aber nicht überprüfen kann, oder doch?)
4. 11,5 cm Feldbrandklinker
Das Haus ist freistehend und für die Hydrophobierung hatte ich tatsächlich zuerst an die Wetterseite des Hauses gedacht. Die Außenmauer ist an dieser (Trauf-) Seite 4,30m hoch und der Dachüberstand ist etwa 45 cm.

@ Herr Teich: Sie schreiben einerseits: „Wie sollte denn bei einer Wandheizung die Feuchtigkeit von innen kommen?.." – Das frage ich mich auch und ist die Basis für den Gedanken dass eine Hydrophobierung möglich wäre.
Dann schreiben Sie aber:“Und wenn keine Feuchtebelastung von innen dann bleibt doch nur die von außen- …." und: „Hydrophobieren birgt mehr Risiken als Vorteile und würde ich nur im absoluten Ausnahmefall in Erwägung ziehen."

Mein Verständnis zur Hydrophobierung ist, das der Wassereintrag von außen, also Regen, Nebel, oder Schnee, verhindert wird, während die Durchlässigkeit der Feuchtigkeit von innen zwar nicht vollständig unterbunden, aber doch deutlich behindert wird. Wenn aber nun, wie Sie feststellen, von innen keine Feuchtigkeit zu erwarten ist, warum schreiben Sie dann: „Ohnehin müssen bei Sichtmauerwerk zuerst alle Fugen und ausgebessert und schadhafte Steine ersetzt werden."
Ich glaube nicht, dass der eindringende Regen in die Klinkerfassade auch die Hochloch-Mauersteine noch großartig befeuchtet. Aber nasse Steine lassen nun mal Wärme sehr schnell durch. Das würde bedeuten, ich setze die Hochlochsteine im Winter der ungehemmten kalten Winterluft aus. Der Dämm- Wert der Außenfassade entfällt, außer dass sie vor Wind und Regen schützt.
Ich will mit Hilfe der Hydrophobierung verhindern, dass der Klinker nass wird und so den Wärmespeicher der Klinker besser nutzen.


Norbert Ludwig | 13.05.16

Sieh an !


Herr Teich hat Projekte!
Scheint aber alles lange her zu sein und irgendwie lediglich die Renovierung der eigenen 4 Wände zu betreffen oder es sind Helfertätigkeiten (Mietshaus vor 20 Jahren, Schornsteine abbrechen, Dach vom VW Werk geflickt).
Stellt sich aber hier hin wie so ein Professor, hat immer das letzte Wort, hat noch nie einen Irrtum zugegeben...


Methusalem | 13.05.16

Fassade


Ich muß mich jetzt hier ausklinken weil ich immer noch nicht weiß wann das Haus gebaut wurde, wie die Fassade aufgebaut ist und was für Steine verwendet wurden.
Ohne diese Informationen kann ich die Frage nicht beantworten ob eine Hydrophobierung sinnvoll oder schädlich oder nutzlos ist.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 13.05.16

Lieber Herr Böttcher,...


das fände ich sehr schade, wenn Sie sich ausklinken.

Das Haus wurde 2001 erstellt. Die Klinker, sagte ich bereits sind Feldbrandklinker, angeblich nicht Ringofen sondern Feldbrand. Ringofen hatten wir damals auch zur Auswahl. Diese waren etwas rötlicher, was uns nicht so gut gefiehl.
Wir suchten ursprünglich nach einem Altbau, fanden aber nichts Passendes in unserer Umgebung. Also bauten wir uns einen. Desshalb auch den Feldbrandziegel.

Der hat übrigens auch auf der Wetterseite keinen Algenbefall (wie etwa die Tondachziegel auf dem Dach).

Innen ist der Ziegel, wie bereits erwähnt schwarz, und ich frage mich, wieviel Regenwasser er aufnimmt und damit die Wärmeleitfähigkeit deutlich verbessert, was wiederum schlecht für die Energiebilanz wäre. Deshalb die Idee, den Regen über die Hydrophobierung fernzuhalten.

Wenn es hilfreich ist, poste ich ein Detailfoto von diesem Klinker, gerne auch durchgesägt. Es sind definitif keine gebrauchte Steine. Ich habe sie über einen Großhändler aus Holland bezogen, obwohl es sich um ein deutsches Klinkermaß handelt. Wir leben eben in der EU.

Aber nochmals Danke für die rege Teilnahme an Alle. Und wenn ich das als Neuling so sagen darf: Unterlassen sie doch bitte irgendwelche Anfeindungen gegenüber anderen Forumsmitteilnehmern. Unnütze Beschuldigungen bringen doch niemand weiter. Es ist doch vollkommen gleichgültig, wer sein Informationen wo und wie gewonnen hat, solange man die Argumente logisch verstehen und abwägen kann.

Bin erst spät Abends wieder Online. Grüße an Alle.


Norbert Ludwig | 13.05.16

Fassade


Na gut.
Die Wärmedämmung der Fassade ist auch bezogen auf das Baujahr 2001 grenzwertig.
Der Luftspalt ist der Schutz der inneren tragenden Mauer vor eindringender Nässe.
Nehmen Sie einen von den Ziegeln und tauchen Sie ihn in einen Eimer mit Wasser, das Wasser sollte etwa halbhoch im Eimer stehen.
Sehen Sie immer nach ein paar Minuten nach ob das Wasser im Stein steigt und wie hoch es steigt.
Wenn das Wasser nicht im Stein (oder nur unwesentlich) hochsteigt ist eine Hydrophobierung überflüssig.
Wenn es steigt ist sie wahrscheinlich auch überflüssig.
Wieviel haben Sie pro Stein bezahlt? Retroklinker im Feldbrandlook gibt es schon zwischen 30,- und 40,- €/m²
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 13.05.16

Vielen Dank für den Tipp


Da hätte ich eigentlich auch schon drauf kommen können.

Zieht der Stein Wasser, durchfeuchtet er auch bei Schlagregen und die Dämmung ist futsch. Dass er die tragende Wand vor Wind und Regen schützt war mir klar. Aber auch klar ist, dass der Stein selbst im Winter Sonnenwärme und Wärme von meiner Heizung tankt und günstigenfalls lange behält. Jedenfalls solange er nicht durchfeuchtet wird.

Ihr Testvorschlag ist so einleuchtend wie auch simpel durchzuführen. Vielleicht sollte ich mir noch einen Feuchtigkeitsmesser aus dem Baumarkt gönnen, um nicht nur sichtbare Nässe, sonder eben auch Feuchtigkeit messen zu können.
Aber falls der Stein nun auf der Innenseite messbar feuchter wird. Ist dann die Hydrophobierung nicht eine prima einfache Methode um genau das zu verhindern?

Den ersten Test mach ich noch heute Nacht. Der genauere Test, so er denn Sinn macht muss aber ein paar Tage warten.

Last not least: Warum glauben sie, dass es sich nicht um einen echten Feldbrand handelt? Ich habe den Begriff aus dem damaligen Prospekt (mit Bildern) in Erinnerung. In den Jahren dazwischen hat ein Kaminsteinbauer, der den Stein getestet hat bestätigt, dass er zum Kaminbau taugt. Ich glaube nicht dass es sich um ein Retrodesign – so tun als ob handelt. Den Preis der Steine muss ich noch suchen. Billig waren sie nicht. Jedenfalls teurer als herkömmliche Klinker.


Norbert Ludwig | 13.05.16

Hydrophobierung


Hallo Norbert
Da Feuchtigkeit von innen durch Diffusion/ Kapillarität bei einer Wandheizung fast ausgeschlossen kann ist grundsätzlich die andere Möglichkeit Feuchtigkeit von außen.

Wenn tatsächlich offene Fugen, Haarisse oÄ im Mauerwerk vorhanden sein sollten könnte durch diese Feuchtigkeit eindringen- bei kleinen Fugen nur kapillar und auch nur bis zur Rückseite der Klinker-Verblendung.

Auch wenn hydrophobiert werden sollte müssen solche Fugen ausgebessert , ggf nachgefugt werden.

Wenn es tatsächlich Klinker sind, dh sehr hoch gebrannte Ziegel, nehmen sie einerseits praktisch keine Feuchtigkeit auf, andererseits haben die einen sehr schlechten Dämmwert.
Dafür ein gutes Wärmespeichervermögen ca 1000 J/ (kgK), wobei Wasser aber mit 4200 J/(kgK) weitaus besser ist.
Das nützt aber nur dem Hitzeschutz.

Da die Wärmedämmwirkung von Klinkern oder hoch gebrannten Ziegelsteinen aber ohnehin schlecht ist macht es in Verbindung mit der Luftschicht keinen großen Unterschied ob diese schlechte Wärmedämmung durch Feuchtigkeitsaufnahme noch etwas schlechter wird (oder etwas besser wird bei ganz trockenen Steinen)

Da die Hydrophobierung aber auch die Rücktrocknung behindert wird der mögliche positive Effekt gering sein, angesichts der Risiken.
Hydrophobierungen müssen ohnehin irgendwann wiederholt werden.

Ob dann nach Jahren/ Jahrzehnten irgendjemand weiß welche Mittel früher aufgetragen wurden, wieweit die sich vertragen, welche Mengen appliziert wurden und wie die Wirkung überhaupt nachprüfbar wäre ist sehr fraglich.

Keine Dämmung unter der Wandheizung ist bei dem Mauerwerk schon sehr nachteilig.
Gibt's Lüftungsschlitze oder -Öffnungen unten oder oben bei dem Luftspalt?
Ist er tatsächlich 2 cm breit? Hast du das gesehen oder überprüft?

Wurden Maueranker zur Befestigung der Klinker verwendet?

Du kannst auch die Rohdichte des Steins messen- 10 Steine trocken wiegen, dann Volumen der Steine berechnen (oder in dünne Plastikfolie wickeln und anhand der Wasserverdrängung das Volumen ermitteln)und alles in m3 umrechnen.

Dann kannst du beim U-Wert Rechner den Lambda-Wert anhand der Rohdichte herausfinden.

Wenn du die Steine einmal trocken gewogen hast und dann zB eine Stunde, 5h, 12 h in Wasser legst und nochmal wiegst kannst du die Wasseraufnahme berechnen.

Rein optisch geht's auch die mit der Außenseite einige mm tief in Tinte zu legen und sehen wie stark sie hochsteigt-evt dazu durchschneiden.

Immer mehrere Steine nehmen, da die sehr unterschiedlich sind.

Weißt du noch den Namen des Händlers von dem du sie erworben hast?

Wenn er sie dir als Feldbranntsteine verkauft hat, ohne jede zusätzliche, einschränkende Bemerkung, müssen es richtige Feldbranntsteine sein.

Andreas Teich

Die Lüftungsschlitze habe ich geschlossen


Ein Architekt, spezialisiert auf Wandheizungen, riet meinem Architekten, möglichst stehende Luft zwischen dem tragendem Mauerwerk und den Klinkern zu schaffen. Er sprach auch davon, dass es sehr wichtig wäre, keine Mörtelreste überstehen, oder gar in den Zwischenraum fallen zu lassen. Das habe ich dann selbst überwacht. Allerdings bemerkte ich erst viel später, bereits nach Einzug, dass unten in der Klinkerfassade überall Lüftungslöcher angebracht wurden. Meine Frage, wozu dass den nun gut sei, beantwortete mein Architekt mit: „Ein bisschen Luft ist immer gut." Nachdem, was ich einige Monate vorher von dem anderen Architekten (Wandheizung) über stehende Luft gehört hatte, fand ich diese Aussage nicht besonders qualifiziert, und ich verschloss alle Löcher, die ich finden konnte. Der Heizbedarf schien geringfügig niedriger zu werden, was schwierig zu verifizieren war, da nun mal jeder Winter unterschiedlich ausfällt.
Ich dachte mir nur, dass nun unten wenigstens keine kalte Luft mehr angesagt werden kann. Ob aber oben auch alles offen ist, und die angewärmte Luft im Zwischenraum wieder entweicht, kann ich schwer beurteilen. Wo soll ich da nachschauen?
Ja – Anker hat die Außenmauer, soviel ich weiß. Aber alle paar Meter so ein kleiner Metallstift? Vergessen sie bitte nicht – das Haus wird nicht mit warmer Luft beheizt, sondern mit Strahlungswärme. Der inzwischen klassische Luftdichttest ist hier glaube ich nicht von Belang.

Herr Böttcher wies schon auf eine möglicherweise grenzwertige Dämmung unseres Hauses hin. Ich will aber anmerken, dass die Luft bei uns nicht das Medium ist, welches uns die Wärme bringt. Natürlich wird sie ebenfalls erwärmt. Aber der eigentliche Vorteil der Wandheizung besteht darin, dass sie Strahlungswärme, wie die Sonne erzeugt.
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Winter im Freien, oder hinter einer einfachen Glaswand (Wintergarten, Haltestellenhäuschen etc.) Die Sonne scheint, und Sie spüren die angenehme Wärme, obwohl die Luft kalt ist. Obwohl die Luft nicht ausgetrocknet und sauerstoffarm ist, obwohl sie keine ständigen Luftströme um sich haben, ist ihnen warm.
Wir müssen also nicht die Luft festhalten, sondern nur die Sonne, bzw. die Wärme in den Außenwänden.

Eine nasse Jacke drum herum ist aber sicher trotzdem nicht gut. Nun werde ich versuchen herauszufinden, ob 1. meine Klinker überhaupt durchfeuchten, wenn es regnet. Und 2. ob meine stehende Luft vielleicht gar nicht stehend ist. Ob die Luft nach oben entweicht. Aber da weiß ich noch nicht, wie ich das herausfinde.
Meine Terrasse auf Betonplatte belegte ich nun mit den gleichen Steinen, wie das Außen-Mauerwerk (siehe Foto oben). Und um die Algenbildung wenigstens einigermaßen in den Griff zu bekommen, kam ich auf den Gedanken, sie zu hydrophobieren.
Und bei der Gelegenheit fragte ich mich, ob das nicht auch eine gute Idee sei, wenigstens die Wetterseite der Außenfassade ebenfalls zu hydrophobieren.


Norbert Ludwig | 14.05.16

Hydrophobierung


Hallo Norbert,
anscheinend haben Sie beschlossen das Hydrophobierung gut für Ihre Fassade ist.
Ich will Sie davon nicht abhalten, es ist Ihre Sache. Sie brauchen dafür auch keine Argumente zu liefern warum diese Hydrophobierung Ihrer Meinung nach gut ist.

Nur noch ein paar Bemerkungen von mir dann bin ich wirklich raus:
Die Hydrophobierung kann je nach Lage der Fassade Algen- und Flechtenbildung verstärken bzw. erst ermöglichen.

Die Öffnungen am Fuß der Wände sind keine Belüftungs- sondern Entwässerungsöffnungen. Deren Verschluß kann langfristig zu erheblichen Bauschäden führen.

Der Begriff "Ruhende Luftschicht" ist irreführend. In dieser Luftschicht finden Konvektionsströme statt, es bilden sich im Winter Luftwirbel die Wärme und Feuchte übertragen. Motor sind die unterschiedlichen Temperaturen beider begrenzenden Wandflächen. Innen steigt Luft infolge Erwärmung auf, außen fällt sie nach Abkühlung herunter.
Die stehende Luftschicht bei Ihnen hat bei Ihnen einen Wärmedurchlasswiderstand R von ca. 0,18 m² x K/W.

Zuletzt noch was zu dem leidigen Thema Feldbrand:
Der Konflikt entstand bei mir weil in Ihrer Ausgangsfrage alles darauf hindeutete das es sich um einen Altbau handelt. Sie haben uns eine ganze Weile lang auch in dem Glauben belassen statt zu korrigieren und zu präzisieren.
Ein Haufen Zeit für nichts verschwendet...

Ziegel die nach dem orginalen Feldbrandverfahren hergestellt wurden bringen für den Anwender keinerlei Vorteile aber einen ungleich höheren Preis. Es geht nur um das Aussehen und das kann man mit anderen, viel billigeren Brennverfahren auch erreichen. Brände aus Tunnelöfen sind z.B. vom Ergebnis her kontrollierbarer und weisen deshalb höhere und gleichmäßigere Qualitäten auf.
Ziegel sind genormt und müssen vorgegebene materialtechnische Werte einhalten.
Es gibt ein Bauproduktengesetz, bauaufsichtliche Zulassungen, Prüfzeugnisse und erforderliche Übereinstimmungsnachweise...
Der Name Feldbrand ist mittlerweile ein Marketingargument wie Bio oder Öko, mehr nicht wenn es um neue Steine geht. Es ist eine Bezeichnung für ein bestimmtes Aussehen geworden, nicht unbedingt für die Herstellung oder für besondere Qualität- eher das Gegenteil ist der Fall.
Wenn in der Werbung für Dr. Würgmanns Frühstücksschlabber eine dralle Maid im Dirndl auf der Alm verdächtig lilane Heidelbeeren in eine Holzschüssel mit Joghurt einrührt dann sollte man als Käufer nicht unbedingt davon ausgehen das der genau so hergestellt wurde und auch genauso schmeckt. Er sieht höchstens genauso aus.
Aber wie gesagt, wenn der Kunde es wünscht, es bezahlen kann und der Markt da ist werden auch Feldbrandziegel hergestellt. Wer es braucht...
Die schwarze Farbe des Scherbens kommt wahrscheinlich von Lias- Ton als Ausgangsmaterial.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 14.05.16

Wärmeübertragung


WärmeübertragungIch hatte vergessen das Thema Strahlungsheizung zu beleuchten.
Auch wieder so ein schönes Werbegedöns.
Es gibt innerhalb der Atmosphäre keine reinen Strahlungsheizungen. Ihre Wandheizung funktioniert auch durch Wärmeleitung und durch Konvektion, infrarote Strahlung ist nur ein Teilbereich mit dem Wärme in den Raum gebracht wird. IR- Strahlung heizt zwar keine Luft auf, aber die bestrahlten Oberflächen geben Wärme an die Luft ab. Ein kleiner Umweg, mehr nicht. Letztendlich produzieren alle Heizungen wärmere Raumluft.
Um die Wand aufzuheizen braucht es auch Wärmeleitung vom Heizelement zum Putz bzw.Mauerwerk. Das sollte bei Ihnen gut funktionieren, der nur 17,5 cm dicke tragende Wandbereich muß zwangsläufig besonders dicht, fest und schwer sein da er die Lasten des Gebäudes ins Fundament ableiten muß. Je schwerer ein Baustoff, je schlechter die Wärmedämmung, je besser die Wärmeleitung. Diese Wärmeleitung funktioniert nicht nur nach innen sondern auch nach außen zur kälteren Seite bzw. dem Luftspalt. An der warmen Wandoberfläche passiert das Gleiche wie im Luftspalt: Luft wird erwärmt, steigt nach oben, zirkuliert im Raum bis sie die Wärme an kühlere Oberflächen abgibt und absinkt. Das ist gut so, sonst würden wir in unseren eigenen Miefglocken ersticken wenn wir uns nicht bewegen.

Wärmeabstrahlung heißt in Ihrem Fall auch das Ihre Wandheizung nicht nur nach innen strahlt sondern auch nach außen. Die Strahlung überbrückt den 2 cm- Luftspalt und erwärmt die Vorsatzschale, diese Energie ist damit verloren.

Einen Vorteil gibt es bei Flächenheizungen: Die höhere Wandflächentemperatur sorgt für trockene, schimmelfreie Oberflächen und ein angenehmeres Gefühl. Im Gegensatz dazu sind Heizungen mit energiereicheren Strahlungsanteilen wie Öfen oder Heizungen mit höherer Vorlauftemperatur auch Staubschleudern auf Grund der höheren Luftgeschwindigkeiten. Sie wirken nicht gleichmäßig auf alle Oberflächen.
Also: Vorsicht mit allem was Vertriebsmenschen erzählen!

Ganz zum Schluß etwas das mich verwundert:
Um das Jahr 2000 herum waren Außendämmungen bereits Standard. So eine Außenwand wie bei Ihnen hätte auf der Innenwand mindestens 60, wahrscheinlich 80 oder 100 mm Mineralwolle als Dämmung gehabt, dann den Luftspalt, dann die Vormauerung. Kann es sein das Sie vergessen haben die Dämmung zu erwähnen?
Dann hätte ich mir den ganzen Text hier sparen können.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 14.05.16

Hallo Herr Böttcher,


vielen Dank für Ihr Engagement. Vielleicht bleiben sie ja doch noch ein kleines Weilchen. Ich will niemandem eine Hydrophobierung verkaufen, ich möchte nur, wenn ich darauf verzichte, wissen warum sie kontraproduktiv ist.

Zunächst einmal:
Ich habe einen Stein über Nacht in eine Wasserschüssel gelegt, so dass sich 6 cm unter der Wasserlinie befanden und 5,5cm oben rausschauten. Ca. 4,5cm ist die sichtbare Feuchtigkeit nach oben gewandert. Nur der oberste Zentimeter ist nach Augenschein trocken geblieben.

Und Nein! Ich habe kein Dämmmaterial in den Außenwänden. Nur Steine und Luft. Das einzige, wo ich nicht ganz sicher bin ist die Stärke der Hochlochziegel. Möglich das die Giebelseiten nicht 17,5cm sondern 24cm dick sind. Den Energiepass, oder so ähnlich (müsste ich raussuchen) habe ich trotzdem erhalten. Ich glaube, wegen der Wandheizung.

Feldbrand: Den haben wir nicht gekauft, weil man uns seine Eigenschaften anpries, sondern einfach nur weil er uns gefiel. (Retroeffekt). Erst später sahen wir dann die bebilderte Beschreibung der Produktionstechnik. Vorher wussten wir gar nicht, was Feldbrand überhaupt ist. Wir sagten uns dann einfach: OK, wenn der so produziert wird, wie vor hundert Jahren, ist das doch optisch genau das, was wir wollen. Ich habe den Stein hier nur benannt, weil ich ausdrücklich nach dem Klinker befragt wurde.

„Die Öffnungen am Fuß der Wände sind keine Belüftungs- sondern Entwässerungsöffnungen." Herzlichen Dank für die Aufklärung. Da haben Sie uns möglicherweise vor längerfristigen Schäden bewahrt. Wieso sagte dann mein Architekt nur: „Ein bisschen Luft ist immer gut."

Durch diese sehr allgemeine Aussage entstand bei mir der Eindruck, dass er selbst nicht so richtig wusste, wozu die Löcher nötig waren. Und ich dachte mir durch das Schließen der Löcher verhindere ich, dass kalte Luft hineinströmt, vom Mauerwerk angewärmt aufsteigt und sich dann irgendwo oben vom Acker macht. Eine solche kalte Zugluft muss doch die tragenden Mauersteine abkühlen.

Aber, trotzdem sei bitte die Frage erlaubt: Wo kommt die Feuchtigkeit denn her, die abfließen muss? (Jetzt sagen Sie bitte nicht: „Ein bisschen Feuchtigkeit ist immer da.") Von innen kommt sie doch wohl nicht. Das erledigt doch die Wandheizung. Oder bin ich mal wieder im Irrtum? Und von außen? Aber das ist doch der Grund, weil ich hydrophobieren will. Wenn die Steine sich nicht mehr vollsaugen können, wie in dem Experiment mit der Wasserschüssel, dann müssen sie doch mit der Zeit immer weiter austrocknen, so wie die Innenwand. Und das wiederum, so dachte ich als einfacher Baulaie, würde die bis nach außen trockene Wand doch die Wärmeleitfähigkeit verschlechtern. So wie im Winter der trockene Pullover einen warm hält – der nasse aber nicht, oder?
Also ich bin auf kein Werbeprospekt hereingefallen. Trotzdem habe ich mich köstlich über Dr. Würgemanns Frühstücksschlabber amüsiert. Ich bin selbst drauf gekommen (nicht beim Frühstück :-)) und wollte gerade um Algen zu verhindern, die Terrasse, die mit den gleichen Steinen belegt ist hydrophobieren. Nun schreiben sie, die Hydrophobierung kann Algenbildung und Flechten verstärken oder überhaupt erst herbeiführen. Ich dachte, mit der Hydrophobierung hält man das Wasser ab, nicht umgekehrt. Wie diffusionsoffen muss den die Fläche sein, damit kleine Wassermengen, die durch Ritzen dringen wieder heraus können? Die Hydrophobiermittel haben doch sicherlich technische Angaben, wo ich das ablesen kann? Dann sollte ich die Terrasse vielleichtlieber auch nicht hydrophobieren? Die hat immerhin ein Betonfundament, also wasserundurchlässig und keine Luftschicht, wie die Wand. Oder ich mache auf der Terrasse einen Test. Halbe – Halbe. Und falls es ein Fehlschlag war, bekommt man das Zeug wieder runter?
Dankeschön, wenn Sie noch ein paar Antworten geben können.


Norbert Ludwig | 14.05.16

Vorsatzschale


Eine halbsteindicke Vorsatzschale ist nun mal nicht wasserdicht, wenn der Regen draufsteht Der Stein ist es normalerweise nicht aber die Fugen die Wasser durchlassen. Dann gibt es potentielle Schwachstellen an den Gebäudeecken und vor allem an Fensterlaibungen und Brüstungen. Die Vorsatzschale verformt sich durch statische und thermische Belastungen sowie chemisches Quellen und Schrumpfen, es gibt immer Risse und Bewegungen im Bereich der Fugen und Übergänge. Mit bloßem Auge kann man die nicht so einfach sehen.
Materialübergänge und Bewegungsfugen kriegt man mit Hydrophobierungen nicht dicht.
Als Sie schrieben das der Scherben schwarz aussieht habe ich so etwas in Richtung Porenraum befürchtet; Liaston enthält organische Bestandteile die beim Brennen ausgasen und Hohlräume hinterlassen. Vormauerziegel bzw. Klinker die dafür normalerweise genommen werden haben einen nahezu porenfreien Scherben.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 14.05.16

Die Luft- oder Entwässerungslöcher…


die ich verschlossen habe waren übrigens in der 5. Reihe von unten angebracht. Also entweder wusste mein Architekt tatsächlich nicht was er tat (ist jetzt eh egal, weil 15 Jahre her) oder er feixte sich eins, dass dem Ludwig da unten zwischen den Mauern die Goldfische herumschwimmen.

Spaß beiseite, es scheint wichtig, dass ich wieder Wasserablauflöcher, eher ganz unten(?) anbringe. Müsste doch eigentlich an den vier Hausecken ausreichen, oder? Dann hätte ich nicht so sehr den Kamineffekt mit kalter Luft. Aber wenn dann die Steine schön trocken wären ??? Ich meine, wo ich doch die Ablauflöcher sowiso brauche?


Norbert Ludwig | 15.05.16

Kaminwirkung = falsch gedacht


Zumindest mit meinem Verständnis: die Feuchte und kalte Luft fallt nach unten!
Q Georg Böttcher.
Hallo Georg, wie man sich nur soviel Zeit nimmt um zu helfen. Ich sage mal einfach Danke.
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| 15.05.16

Vorsatzschale


Die Entwässerungsöffnungen liegen normalerweise unmittelbar über der unteren Einspannung der Z- Folie. Die liegt innen auf einem vorkragenden Absatz der Kellerdecke o.ä. auf, oberhalb der Entwässerungsöffnungen. Sie hängt schräg nach unten und wird in eine Lagerfuge der Vorsatzschale eingemauert- daher die Z- förmige Form die sich im Schnitt ergibt. In den Stoßfugen der Schicht die auf der Folie steht werden die Öffnungen eingearbeitet.
Die Entwässerungsöffnungen sollten oberhalb des Spritzwasserbereiches liegen, also mindestens 30 cm über Gelände.
http://www.doerken.de/de/produkte/wand-und-fassade/delta-pvc-mauerwerkssperre.php
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 15.05.16

Das alles ist richtig, jedoch..


..nicht alles was Dörken angiebt ist richtig !
Obwohl ich bei dieser Firma schon öfters auf eine eklatanten Fehler hinwies, z.B. (Kaminwirkung und damit zusammenhängend der Feuchtegehalt im Keller) wird dieser nicht geändert.
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| 16.05.16

Z- Folie


Z- Folie Aus:  Rybicki, Bauausführung und Bauüberwachung, 2. Auflage Werner- Verlag 1995 Seite 234Mir ging es um die optische Darstellung der Z- Folie am Fußpunkt; leider habe ich kein Bild davon in meiner Datenbank.
Nachtrag: Ich habe eine Darstellung aus einem damals aktuellen Fachbuch fotografiert. Die Regeln besagten damals übrigens das bei so einer Vormauerung die Luftschicht mindestens 60 mm breit sein muß. Kapillar saugende Steine waren zulässig wenn sie frostsicher sind.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 16.05.16

Wäre alles einfacher abgelaufen, wenn..


..der Tischler nicht so viel Zeug da reininterpretiert hätte.
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| 16.05.16

Dann habe ich definitiv keine Entwässerungsöffnungen verschlossen


Es scheint, dass ich sowas gar nicht habe. Konnte jedenfalls nichts finden. Die Konstruktion der Z Folie erscheint mir einleuchtend, aber nachträglich kann man sie natürlich nicht anbringen.
Ich überlege ernsthaft einen Klinker aus der untersten Seite aufzubrechen, um festzustellen ob sich dahinter Feuchtigkeit gesammelt hat. Irgendwelche Algen oder anderes Gewächs wären sicher auch ein Indiz.
Aber einige Ablaufbohrungen an der unteren Kante des untersten Klinkers, wären wahrscheinlich wirklich nicht schlecht, oder???


Norbert Ludwig | 16.05.16

Bei ihnen


kommt beides zusammen, der Planer hatte keine Ahnung und der Klinkerer auch nicht. Die Z-Folie mit Entwässerungsöffnungen wird nicht nur am Sockel angeordnet sondern auch über den Fensterstürzen. Da bei ihnen aber keine Schäden aufgetreten sind, würd ich nichts weiter unternehmen. "Never change a winning team!"


Methusalem | 17.05.16

Bleibt immer noch die Kernfrage offen:


Bringt es energietechnisch etwas, wenn es gelingt das Außenmauerwerk richtig trocken zu halten.

Und kann man eventuellen Schäden durch Wassereinschluss (mangels ausreichender Diffusionsfähigkeit einer Hydrophobierung) mit Entwässerungslöchern an den Fugen der untersten Klinkersteine beikommen.
Wassereinschluss kann, nachdem, was ich hier gelernt habe nur durch undichte Fugen oder Dehnungsritzen an den Hausecken oder Fensterleibungen erfolgen.

Aber schon mal jetzt vielen Dank an alle Teilnehmer, besonders auch an Sie, Herr Böttcher. Sie haben sich viel Zeit genommen. Und ich habe schon eine Menge Probleme verstanden, die ich vorher noch gar nicht erkannt habe. Ich hoffe nur, das Architekten und Bauingenieure die Wärme- und Belüftungstechnik am Hochbau weiterentwickeln und sich nicht auf Standartlösungen alla: „Dann dämmen wir eben 10cm mehr und lüften die Probleme mit Klimaanlagen wieder weg“ zufrieden geben.

Die zukunftweisenden Lösungen werden diejenigen sein, welche sich möglichst die natürlichen Einwirkungen von Sonne, Wind und Regen zunutze machen, ohne umweltbelastende Dämmstoffe oder energieschluckende elektrische Klima- oder Luftumwälzanlagen zu benötigen. Wenn man die rasante Entwicklung des Automobils mit dem des Hausbaus des letzten Jahrhunderts vergleicht, so muss man sich schon sehr wundern.

Die Automobilbrache hat gigantische Entwicklungssprünge bezüglich der Leistungs-Effizienz, der Sicherheit und des Komforts erreicht. Im Hochbau ist es immer noch so, dass die Menschen, falls finanziell und lokal möglich, meistens einen gut erhaltenen Altbau aus dem vorletzten Jahrhundertwende bevorzugen. Sie gönnen sich vielleicht eine neue Heizung und neue Fenster, - aber das war´s auch schon.

Also- haut rein Ihr Fachleute. Forscht, testet, seid innovativ! Und verwaltet nicht nur eure K- und eure U- Werte. ?


Norbert Ludwig | 17.05.16

Wandheizung-Bilder aus der Bilddatenbank: