2 Fragen nach Fachwerkhausbesichtigung

Hallo zusammen,

ich habe gestern ein Fachwerkhaus (1850) besichtigt und habe jetzt 2 Fragen, weil ich ein bisschen verunsichert bin... vielleicht kann mir hier ja jemand helfen, weil ich das Haus schon sehr charmant fand und gerne haben würde ;-)

Der jetzige Besitzer des Hauses hat schon angefangen zu sanieren: Elektrizität ist neu, Wasserleitungen sind neu, Innen wurde gedämmt und die Außenfassade ist gerade in Arbeit.
1) Innen im EG wurde mit Hanffaserplatten gedämmt und dann darüber mit Lehm verputzt. Der Besitzer erklärte mir, dass die Dämmplatten ganz toll seien, da man sie nur am Rand und nicht vollflächig verkleben muss.
Aber entstehen dadurch nicht kleine Hohlräume in der Wand? Und ist das nicht schlecht für die Wände von Fachwerkhäusern (wg. Dampfdiffusion o.ä.)? Oder ist das in diesem Fall nicht so schlimm?
2) Außen wurde der Putz aus den 70er Jahren entfernt.
Die Gefache werden zZt neu verfugt. Allerdings mit Kalk-Zement-Mörtel, wie ich gesehen habe...("Mauer- und Putzmörtel" von Sakret, glaub ich [Trockenmörtel, Kalk-Zement-Mörtel, Körnung 0 - 4 mm]) Ich dachte, Zement wäre auch nicht gut für Fachwerkhäuser...Oder kann eine Mischung, in der Zement vorkommt, okay sein?

Ich würde mich über eine kurze Einschätzung des ein oder anderen freuen. Denn wenn diese beiden Punkte schon kritisch wären, dann will ich gar nicht wissen, was ich alles NICHT entdeckt habe ;-)
Ich möchte ja kein Haus, dessen Sanierungen ich sanieren muss :-)

Danke schon einmal im Voraus,
Julia


Julia | 10.01.16

Fachwerkhaus


Eine kapillaraktive Innendämmung funktioniert nach dem Prinzip des kontrollierten Feuchtemanagementes. Eindringende Diffusionsfeuchte kann so kapillar wieder nach innen zurückgeführt werden und verdunsten. Soweit die Theorie.
Das heißt nicht das solche partiell verklebten Platten nicht doch funktionieren,also trockenbleiben. Es kommt hier immer auf den speziellen Einzelfall an, also Heizungsart, Feuchteanfall, Heizungs- und Lüftungsgewohnheiten.
Lassen Sie sich vom Verkäufer schriftliche Unterlagen geben aus denen hervorgeht das die Hohlräume keine Mängel sind- das wäre die Verlege- bzw. Montageanleitung des Plattenherstellers. Hat bzw. kann er das nicht dann ist für Sie die Verlegeart ein erheblicher Mangel.
Ein Kalkzementmörtel muß ebenfalls als Verfugmörtel kein Mangel sein. Ein PII CS II ist durchaus dafür geeignet. Auch hier fordern Sie trotzdem den Nachweis der Eignung für den vorliegenden Fall. Wenn nicht- Mangel.
Mit dem Nichtentdecken von weiteren Mängeln haben Sie sicher recht. Man sollte sich sicher sein das man weder eine Wundertüte noch die Büchse der Pandora kauft.
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 10.01.16

Ein Sachverständiger kann helfen


Wenn du unsicher bist, wegen des Gebäudes, dann würde ein Fachmann oder -frau aus der Umgebung dir bestimmt helfen.

Mich macht nachdenklich, wenn schon so viel gemacht wurde, warum wird während der Instandsetzung verkauft?
Macht es nicht viel mehr Sinn zu verkaufen, wenn alles fertig ist? Der Preis wird bestimmt höher.


Klaus
200 Jahre ins Jetzt übernehmen
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 10.01.16

Randverklebung von Innendämmung


Bei der nur randweisen Verklebung hätte ich Bedenken, sofern die Platten nicht in direktem vollflächigem Kontakt mit der Wand stehen.
Die andere Frage ist, ob die verputzten Platten damit überhaupt genügend befestigt sind.
Wie dick wurde gedämmt?
Mit welchem Fabrikat der Platten?
Wie dick wurde verputzt und wie ist der gesamte Wandaufbau?

Gegen einen Zementanteil ist Putz ist nichts negatives zu sagen-
es kommt eher darauf an wie die Fugen zum Fachwerk ausgeführt wurden.
Genaue Angaben erbitten zu allen verwendeten Materialien, Aufbauten etc.
Gibt es einen Energieausweis oder einen Planer, der den bisherigen Eigentümer beraten hat?

Andreas Teich

In der Altmark?


Wenn das Haus im Bereich Stendal liegt gibt es einen Architekten, der Helfen kann. Herr Grosser aus Miltern kann bestimmt helfen.

Und wenn nicht: ein Fachwerkhaus kauft man aus Überzeugung, nicht unter dem Gedanken nach Sicherheit und Bedenken, dass etwas schief laufen kann.
Egal was dir gesagt wird: Überraschungen sind bei einem alten Haus im Preis mit drin.


Klaus
200 Jahre ins Jetzt übernehmen
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 11.01.16