Die Inschrift - 1/8

Die lange Tradition von Hausinschriften

Von Malerein in Höhlen, über Schnitzwerken in Fachwerkhäusern zu Wandtattoos, seit jeher verzieren Menschen ihre Wohnräume mit Zeichnungen und Schriften. Typografie als Wandverzierung haben nicht nur Höhlenmenschen, sondern beispielsweise auch berühmterweise die Ägypter sich zu Nutze gemacht. Ob Sprüche, Segen, ganze Geschichten oder lediglich das Baujahr, in den verschiedensten Bauarten aus noch unterschiedlicheren Epochen sind Schriften an den Wänden zu finden.

In Fachwerkhäusern wurde im Mittelalter mit Hausinschriften verziert. In vielen privaten und auch öffentlichen Häusern finden sich Haussegen. Der Haussegen wurde bei Fachwerkhäusern in das Holz geschnitzt und bei Steinbauten in den Stein gemeißelt. Manchmal entschied man sich auch dazu, den Haussegen nicht in den Rahmen, sondern in dem Fach zu fixieren. Oft findet man den Haussegen an den Giebeln der Häuser, über den Türen oder Einfahrten. Inhaltlich besteht der Haussegen oftmals aus einer religiösen Bitte nach Schutz für das Haus und seine Bewohner. Dabei beschränkte man sich nicht nur auf simplen Text. So wurden die Inschriften meistens mit dekorativen Ornamenten verschönert. Im Norden sind Haussegen üblicher als im Norden Deutschlands. Folgende Inschrift stammt von einem Haus aus Triptis-Burkersdorf. Das Haus wurde 1785 errichtet. Ach Gott behüte durch deine Hand das Haus vor Feuer, Wasser oder Brand und lasse es so lange stehn, bis es von selbst wird niedergehen, zu Preise seiner Majestät, die über Himmel und Erde geht.

Entstehung von Haussprüchen

Haussprüche und –inschriften findet man häufiger in Gegenden, in denen das bevorzugte Baumaterial Holz ist. Grund dafür ist, dass Inschriften einfacher in Holz geschnitzt werden können als sie in Stein zu metzeln. Die Tradition gab es in Deutschland schon im frühen Mittelalter, während der Entstehung von Städten. Vor allem an Kirchen und anderen öffentlichen Gebäuden wurden solche Inschriften angebracht. Es war verbreitet, dass diese Inschriften in Latein geschrieben wurden. Ab dem 16. Jahrhundert begann die Blütezeit für Hausinschriften. Das traditionelle Anbringen von Haussprüchen flaute ab dem 19. Jahrhundert ab. Das lag vor allem auch daran, dass immer weniger Fachwerkhäuser gebaut wurden. Fast ein halbes Jahrtausend lang waren Haussprüche eine Tradition, an dem fast kein Hausbauer vorbeikam. Zusätzlich zu den Sprüchen, war es üblich um Daten zum Bau am Haus zu verewigen. Nicht nur das Baujahr, sondern auch der Namen des Bauherren oder Kommentare zum Bau waren üblich. Somit dienten diese Inschriften auch zur Würdigung der Bauherren. Mit Sprüchen wollte man nicht nur Schutz ersuchen, sondern sich auch zu einer Art Lebensmotto bekennen. Denn der Hausspruch ist ein sehr persönliches Bekenntnis.

Fragen zu Inschriften im Fachwerkhausforum:

Steinplatte mit Inschrift im Keller

Bild / Foto: Steinplatte mit Inschrift im KellerHallo an alle, nach langer Pause habe ich mich an den letzten Kellerraum gewagt und ihn von Tonnen von Schrott befreit. Dort soll unser Werkzeug rein. Nachdem ich heute den Boden gründlich gereinigt habe, habe ich auf einer der Steinplatten im Bodenbelag (ich denke Sandstein) die Inschrift Anno 1823 und die ...»

Inschrift Türsturz. Wer kann es entschlüsseln?

Bild / Foto: Inschrift Türsturz. Wer kann es entschlüsseln?Bei der Renovierung meines Fachwerkhauses habe ich hinter reichlich Verputz und Spachtelmasse den original Sandstein der Eingangstür wieder freigelegt. Auf dem Türsturz sind insgesamt 8 Buchstaben bzw. Zahlen zu lesen. Siehe Bild. Wer kann helfen den Zeichen eine Bedeutung zuzuweisen? Die letzten Zeichen könnte ...»

Kryptische Inschrift auf einem Torbalken

Bild / Foto: Kryptische Inschrift auf einem TorbalkenZunächst ein herzliches Hallo in die Runde! Von einem Bekannten habe ich das Foto eines Torbalkens mit Inschrift erhalten. Dieser Torbalken soll über einem Scheunentor im Süden von Brühl bzw. südlich von Brühl (Rheinland) angebracht worden sein. Diese Scheue ist dann irgendwann im letzten Jahrhundert abgerissen ...»

Schriftbalken aufarbeiten/konservieren

Bild / Foto: Schriftbalken aufarbeiten/konservierenHallo in die Runde, wir haben soeben einen Schriftbalken von ca. 1740 über der Einfahrt unserer Scheune freigelegt, nachdem wir das alte Tor aus en 50er Jahren entfernt haben. Es handelt sich um einen Eichebalken der als Sturz dient. Die Inschrift ist zum größten Teil zu lesen, aber nicht sehr deutlich. ...»

Inschrift in oberpfälzer Bauernhaus

Bild / Foto: Inschrift in oberpfälzer BauernhausIch habe hier in meinem Restaurierungsobjekt eine Schrift über einem Fenster entdeckt. Ich kann damit absolut nichts anfangen. Der Putz müsste ziemlich alt sein, die Farb- und Putzreste, die darüber noch sichtbar sind, dürften 19. und 20. Jhd sein. Ich lese 8+8+0+7 kann damit aber absolut nichts anfangen....»

Inschriften

Bild / Foto: InschriftenHallo, gibt es eine Quelle(Internet adresse, Literatur etc.), wo man sich übr die Bedeutung von Inschriften am Schwellbalken kundig machen kann? An meinem Haus finden sich im Spruchbalken , Cordt Peltzer Giesel(a) Dansk .A.M.A.V. S.A.I.G.H. Die Punkte stehen auf mittlerer Höhe zwischen den Buchstaben ...»

Goldfarbe für Balken-Inschrift

Hallo, bei der Behandlung des Fachwerks durch unsere Vorgänger wurde eine schöne Inschrift "Pfarr-Haus 1780" mit der Balkenfarbe (Leinölfarbe) überstrichen. Könnte mir vorstellen, dass da ursprünglich mal Goldschrift war. Welche Art von Farbe wäre dann ratsam und am haltbarsten (Blattgold?) und wo würden wir ...»