Bauzeit

Das Rathaus von Michelstadt Das spätgotische Rathaus ist sicherlich der originellste Fachwerkbau Deutschlands und wurde 1484 errichtet. Diese Jahreszahl ist in altertümlichen arabischen Ziffern an Tragpfosten der Nordseite und der Vorderfront eingestemmt. Der Baumeister des prachtvollen Gebäudes ist unbekannt.

Konstruktion

Der eigentliche Bau ruht auf wuchtigen, schweren Eichenpfosten. Die schöne Westfront mit dem abgekanteten Giebel und den Erkertürmchen gibt ein einmaliges Bild mittelalterlichen Charakters.

Nutzung

In der unteren, ursprünglich ganz offenen Halle fanden die Gerichtssitzungen statt. Die alte Gepflogenheit, derartige Sitzungen im Freien unter einem Gerichtsbaum abzuhalten, wurde durch die offene Halle beibehalten. Bei schlechtem Wetter wurde hier auch Markt gehalten. In der Halle hängt noch die alte Stadtwaage. Auch kann man eine Tuchpresse mit einer dicken Spindel aus dem 16. Jahrhundert bestaunen. In einem mächtigen Eichenpfosten an der Nordseite ist eine eiserne Elle eingelassen. Hier wurden früher die im Gebrauch befindlichen Maßstäbe geeicht und jedermann konnte die auf dem Markt gekaufte Tuchware nachmessen.