Das Eickesche Haus Das Fachwerkhaus ist zwischen 1612 und 1614 erbaut, und es zeigt an seinen beiden Fronten das Bildungswissen der damaligen Zeit.
Die Vorderfront des Hauses an der Marktstrasse ist mit folgenden Bilddarstellungen geschmückt:

An der oberen Schwelle finden sich symbolische Darstellungen der fünf Sinne als weibliche Figuren: das Gesicht, das Gehör, der Geruch, der Geschmack und das Gefühl.

An der unteren Schwelle sind Christus und die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes dargestellt.

Nicht ohne Absicht sind an der Vorderfront die Darstellungen von Pax (Frieden) und Temperantia (Mäßigung) zu sehen, dazu die Verse aus den Sprüchen Salomonis 22, 1+2: Das Gerücht ist köstlicher denn großer Reichtum, und Gunst besser denn Silber und Gold. Und daneben: Reiche und Arme müssen untereinander sein, der Herr hat sie alle gemacht.

Wahrscheinlich wollte der Bauherr mit diesen Sprüchen dem Neid der Mitmensschen auf diesen prächtigen Bau entgegentreten.

Fassade des Eickschen Hauses Über dem Ladenfenster befinden sich auf den Ständern vier Apostel: St. Matthäus, St. Paulus, St. Matthias, St. Andreas.

Auf den Ständern des mittleren und oberen Geschosses sind je fünf Hermenpilaster (balkentragende Figuren) angeordnet, in der Eckkonstruktion stützen kräftige, als Krieger gekleidete Männer die Eckpfosten der vorkragenden Stockwerke.

Auf der Fassade an der Knochenhauer Strasse sind hoch oben am Haus die Bilder der Gestirne, die Planetengottheiten, die das Himmelszelt schmücken, aufgeführt:

Fassadendetail des Eickschen Hauses Mond, Venus, Sonne, Jupiter, Merkur, Saturn und Mars.

Darunter, dritte Reihe, eröffnet links Astrologia die Reihe der freien Künste, gefolgt von Arithmetica, Rhetorica, Grammatica, Musica, Geometrica und Dialectica.

Auf den Ständern des Zwischengeschosses sind weitere sieben Apostel jeweils mit ihren Symbolen dargestellt: Petrus, St. Simon, St. Judas, Philippus, Bartholomäus, Jakobus, St. Thomas; weitere vier auf der Marktstrassenseite. Schließlich zeigen die Ständer des zweiten Geschosses acht Karyatiden (Gebälkträger).

Wie von den freien Künsten so soll der Mensch auch von Tugenden geleitet sein. So folgen Darstellungen der Virtutes (der Tugenden), in der zweiten Reihe von unten: Fides - die Treue, Caritas - die Barmherzigkeit, Prudentia - die Klugheit, Patentia - die Geduld, Justitia - die Gerechtigkeit, Spes - die Hoffnung, Pietas - die Frömmigkeit.

Ganz unten, in Augenhöhe des Betrachters, sind die Musen dargestellt, die das irdische Leben angenehm machen: Polyhymnia (Musik/Beredsamkeit), Jubal (Freude), Erato (Liebesdichtung), Euterpe (Gesang), Clio (Geschichte), Terpsichore (Tanzkunst), Thalia (Komödie). Es fehlen Urania (Sternenkunde) und Melpomene (Tragödie), für die Jubal eingesetzt ist.

Die Zierschnitzereien am Eickeschen Haus gehören zu den bedeutendsten Schöpfungen hölzerner Bauplastiken in der deutschen Renaissance.